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LYRIK Gottfried Arnold (1666-1714) - Poetische Werke 35

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Gottfried Arnold (1666-1714)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 35

120.

Bitt-Lied um die vollendung.

Nach dem lied: Eins ist noth, ach Herr, etc.

1.
Hertzog unsrer seligkeiten,
zeuch uns in dein heiligthum,
Da du uns die städt bereiten
Und hier im triumph herum
Als deine erkauffte sieg-prächtig wilst führen:
Laß unsere bitte dein hertze itzt rühren!
Wir wollen dem Vater zum opffer da stehn
Und in der gemeinschafft der leiden hingehn.

2.
Er hat uns zu dir gezogen,
Und du wieder zu ihm hin:
Liebe hat uns überwogen,
Daß an dir hangt muth und sinn.
Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben
dem gäntzen natürlichen seelenverderben.
Ach pflantze und setz uns zum tode hinzu,
Sonst finden wird ewig kein leben und ruh.

3.
Aber hier erdenckt die schlange
Soviel ausflucht überall;
Bald macht sie dem willen bange,
Bald bringt sie die lust zu fall.
Es bleibet das leben am kleinsten offt kleben,
Und will sich nicht völlig zum sterben hingeben.
Es schützet die besten Absichten noch vor,
Und bauet so höhen und vestung empor.

4.
Drum, o schlangen-tretter, eile,
Führ des todes urtheil aus,
Brich entzwey des mörders pfeile,
Wirff den drachen gantz hinaus,
Ach! laß sich dein neues erstandenes leben,
In unser verblichenes bildnis eingeben.
Er zeig dich verkläret und herrlich noch hier,
Und bringe dein neues geschöpffe herfür.

5.
Stärcke deinen zarten saamen
Der dein männlich alter schafft
Daß wir hier in Jesus namen,
Stehn vor Gott im jünglings-krafft,
Den bösewicht völlig in dir zu besiegen
Daß endlich die feinde zun füssen da liegen:
So soll aus dem tode das leben entstehn,
Und hier noch in völliger mannheit auffgehn.

7.
Lebe dann und lieb und labe
In der neuen creatur,
Lebens-fürst, durch deine gabe
Die erstattete natur.
Erwecke dein Paradies wieder im grunde
Der seelen, und bringe noch näher die stunde,
Da du dich in allen den gliedern verklärst,
Sie hier noch des ewigen lebens gewährst.

8.
Gönne uns noch frist auff erden,
Zeugen deiner krafft zu seyn,
Deinem bilde gleich zu werden,
In dem tod zu nehmen ein
Des lebens vollkommene freyheit und rechte,
Als eines vollendeten Heylands geschlechte.
Der unglaub mag dencken, wir bitten zu viel,
So thust du noch über der bitten ihr ziel.

Neue Göttliche Liebes-Funcken 3

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