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LYRIK Gottfried Arnold (1666-1714) - Poetische Werke 29

Aßmann von Abschatz, Hans

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Albrecht von Johansdorf

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Arnim, Achim von

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Hart, Julius

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Rückert, Friedrich


Gottfried Arnold (1666-1714)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 29

Das Geheimniß Christi und der Gemeine.

Eph. V.

Nach dem Lied: Ich bin verwundt.

1.
Brennt immer hin
Ihr angezündte Flammen/
Behalt't die Krafft beysammen/
Und hebt den schweren Sinn
Mit euren Liebes-Flügeln
Nach jenen Weyrauchs Hügeln/
Da mein verliebter Sinn
Brennt immer hin.

2.
Ich weiß es schon
Wo ich den Schönsten funden/
Der meinen Geist verbunden;
Er ist der Liebe Lohn/
Der sich mir selbst muß geben/
Soll anders ich noch leben/
Wo seine Schönheit wohn
Das weiß ich schon.


3.
Ich hab Ihn nun!
Und such ihn doch noch immer
In meines Hertzens Zimmer
Wo Er so gern wil ruhn.
Das hitzige Verlangen
Der Lieb hat mich gefangen
Mir stetig wol zuthun/
Ich hab Ihn nun.

4.
Was gibt Er mir?
Er hat sein gantzes Leben
In mich zu eigen geben/
Ich lebe nun nicht hier/
Ich soll mich selbst nicht regen/
Er will seyn meyn bewegen/
So gibt Er für und für
Sich selber mir.

5.
Ein brennend Hertz
Hat Er in mich verstecket
Das mich zur Lieb erwecket
Und hitzt wie eine Kertz.
Ich fühl die Feuer Kohlen/
Wie Er mir hat befohlen/
So lodert stets auffwerts
Mein brennend Hertz.

6.
Sein Liebes-Schos
Ist meine Ruhe-Stätte/
Mein keusches Ehebette/
Mein zugetheiltes Loß;
Ich darff mich zu ihm legen
Wie Keusch-Verliebte pflegen/
Da wird das Feuer groß
Im Liebes-Schos.

7.
Kein Auge sieht
Kein Hertz hat über kommen
Kein Ohr hat je vernommen
Wenn unser Bette blüht:
Was Gott hat dem bereitet/
Der sich von ihm nicht scheidet/
Und Liebe in sich zieht
Die man nicht sieht.

8.
Man kan auch nicht
Von dem Geheimniß schreiben/
Es muß verschwiegen bleiben/
Was Lieb in uns verricht/
Es ist recht groß zu nennen/
Wenn Jesus will erkennen
Die Braut in seinem Licht/
Man kennt es nicht.

9.
Verstummen muß
Vernunfft und alle Sinnen/
Deß Bräutigams Beginnen
Ist gleich den schnellen Fluß/
Sein gar zu treuer Wille
Macht eignes Wollen stille/
Weil alles bey dem Kuß
Verstummen muß.

10.
Ein süsses Wohl
Durchdringt mit Gottes Kräfften/
Und bey den Liebs-Geschäfften
Darauß ich Labsahl hol/
Man weiß sich nicht zu lassen/
Und macht frembd Feuer hassen
Die reine Liebes-Kohl
Vom süssen Wohl.

11.
Die reiche Frucht
Der Liebe wird schon kommen!
Wenn man nur angenommen
Die Erstlinge der Zucht/
Die sie an uns gewendet/
Wenn erst die Lieb vollendet/
So wird mit Lust gesucht
Die Liebe-Frucht.

12.
Du Schönster du
Laß deine milden Küsse/
Als so viel Zucker-Flüsse/
Mir allzeit rinnen zu.
Ich kan ohn dich nicht bleiben/
Mich soll von dir nichts treiben/
Du bist mein Trost und Ruh
Du Schönster Du.

Göttliche Liebesfunken, Anderer Teil 3

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