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LYRIK Gottfried Arnold (1666-1714) - Poetische Werke 25

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

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Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


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Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

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Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Gottfried Arnold (1666-1714)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 25

144.

Der unbekante Gott.

Melodey: Nur frisch hinein/ es kan so tieff etc.

1.
Verborgenheit/
Wie ist dein Meer so breit
Und wundertieff! Ich kan es nicht ergründen.
Man weiß kein Maaß noch Ziel noch End zu finden/
So lang man ist in der Vergänglichkeit/
Verborgenheit.

2.
Die Herrlichkeit/
die du hast allbereit/
den Kindern deiner Lieb hie beygeleget/
Ist sonderlich. Wer diß Geheimnuß heget/
der träget auch zu der elendsten Zeit
die Herrlichkeit.

3.
Du selber bist
der Brunn/ der ihnen ist
In ihrem Geist zum stäten Heyl entsprungen;
durch dich ist uns so manches Werck gelungen.
Und was nicht leidt ein Maul- und Heuchel-Christ/
du selber bist.

4.
Des Glaubens Krafft
Viel Wunder in uns schafft/
davon der Heuchler nichts weiß zu errathen/
der blöde Sinn stöst sich an Helden-Thaten/
In dem er nur nach Wort und Schatten gafft/
Und nicht nach Krafft.

5.
Der Liebe Band
Ist vielen unbekand/
Wie segnet sich der Geitzige im Hertzen/
Wann er mit Geld die Christen nur sieht schertzen/
das macht/ er kennt nicht Gottes Wunder-Hand
in diesem Band.

6.
Wie schnaubt und schilt
Laodiceens-Bild/
Wo sich das Feur von Philadelphie findet/
Wo Laulichkeit und Eigenheit verschwindet/
da man das Maas des falschen Urtheils füllt
und schmäht und schilt.

7.
Ein Sinnen-Thier
Muß wol verstummen hier/
Und Hörn und Sehn und allen Witz verlieren.
Vernunfft kan nicht das Schiff allhier regieren.
Den Außspruch thut davon zur Ungebühr
das Sinnen-Thier.

8.
Darum versteckt
der HERR was er erweckt/
Die Kinder gehn nur immer im Verborgen/
Die doch vor kein Gerichte dörffen sorgen/
Biß endlich GOTT die Herrlichkeit entdeckt/
die war verdeckt.

9.
So wandelt Er
Im Heiligthum einher
Mit leisem Schritt/ Der kan ihn nicht vernehmen/
Wer sich zur Einfalt nicht gern will bequemen.
Wie Er sonst nichts zu thun pflegt ungefehr/
So wandelt er.

10.
Was Seligkeit
Ist denen nicht bereit/
Durch welche Gott sucht Ehr in ihrer Schande!
Gehorsam reist auch durch die stärcksten Bande/
Drum ist ein Grad der höchsten Seligkeit
Verborgenheit.

Göttliche Liebesfunken, Erster Teil 25

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