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LYRIK Gottfried Arnold (1666-1714) - Poetische Werke 24

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Gottfried Arnold (1666-1714)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 24

142.

Völliger Abschied.

Melodey: Entreisse dich du liebe Seele etc.

1.
Entfernet euch ihr matten Kräffte/
von allem was noch irrdisch heist.
Wirff hin die zeitlichen Geschäffte/
Mein gnuggeplagter müder Geist.
Nun gute Nacht/
Es ist vollbracht./
Ich fang ein ander Wesen an/
das sich mit nichts vermengen kan.

2.
Ihr Berg und Thäler helfft mir singen/
Besingen meines Jesus Preiß/
der unter so geringen dingen
Mich doch so lang zu schützen weiß.
Habt gute Nacht/
Ich habs bedacht/
Es ist mit mir recht hohe Zeit/
Zu fliehen die Vergänglichkeit.

3.
Ihr seyd ja wol ihr grünen Auen
Im Sommer lieblich anzusehn;
doch wird man auch an euch bald schauen/
Wie alle Schönheit muß vergehn.
Drum gute Nacht/
Nim diß in acht/
Mein Hertz/ du liebest von Natur
Nur allzugern die Creatur.

4.
Hast du bißher noch was geliebet/
das dir hat Zeit und Krafft verzehrt;
So sey dann auch nicht mehr betrübet/
Wann dir wird der Genuß gewehrt.
Gib gute Nacht/
der Bräutgam wacht/
Und will/ daß seine Braut ihm bleib
Ein wohlgeschmückt Jungfräulich Weib.

5.
Nur weg du schnöde Eigen-Liebe/
du must mein Hertze lassen leer/
Zu folgen dessen Liebes-Triebe/
dem nur gebührt allein die Ehr.
Nun gute Nacht/
Was sich selbst acht;
Ich geh nun von mir selber auß/
Zu ziehn in meines Liebsten Hauß.

6.
Ach reiß mich loß von allen Banden/
Von dem subtilsten Netze frey/
Mach aller Feinde Rath zu schanden/
daß ich dein freyes Schäfgen sey!
Hab gute Nacht/
Du List und Macht/
die mich so offt betrogen hat/
Euch fehlt an mir nun Rath und That.

7.
Wie süß ist doch ein freyer Wandel/
In voller Abgezogenheit/
Wann dieser Welt ihr toller Handel
Uns keine Sorg noch Furcht bereit.
Ja gute Nacht/
Du Lust und Pracht;
Ich bin bereits in meinem Sinn
Verlobte Braut und Königin.

8.
Verbirg mich nur in deinem Frieden/
Und drück mich tieff in deinen Schoß;
Mach mich von allem abgeschieden/
Und von den Creaturen bloß;
Nun gute Nacht!
Die Liebe macht/
daß ich mich selbst vergessen kan/
Und sehne mich nur Himmel an!

Göttliche Liebesfunken, Erster Teil 24

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