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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 756

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 756

Ehestand

Procopii decalogale conjugale II. T.p. 569.

Ich gieng spazieren in ein Feld
Ohne Sünde;
Mich umzusehen in der Welt,
Wie es stünde.
Es war an einem Sonntag gut,
Nach dem Essen;
Mein Leid, das mich so quälen thut,
Zu vergessen.
Mit Gedanken thät ich zanken,
Thät ich zanken.

Sehr tief gedacht ich hin und her,
Wo ich auswollt;
Mir selbst wußt nicht zu rathen mehr,
Was ich thun sollt.
Allein zu bleiben mich verdroß,
Mit der Weile;
Zum Heurathen die Lust war groß,
In der Eile.
Wollt schier wagen, ja zu sagen,
Ja zu sagen.

Und sieh, ein Jüngling trat herfür, Wohlbekleidet;
Er grüßt mich freundlich in Gebühr,
Mich begleitet.
An Händen trug er güldne Ring,
Die ihn zierten;
Auch noch mehr andre köstlich Ding
Ihn berührten.
An dem allen hätt Gefallen,
Hätt Gefallen.

Bei neben ward ich auch gewahr,
Daß der Jüngling
Ein schweres Joch trug immerdar,
Das ihm anhing.
An Füssen hätt er Ketten stark,
Stahl und Eisen;
Das schmerzt ihn bis auf Bein und Mark,
Konnt aufreissen.
Ottern, Schlangen auch dran hangen,
Auch dran hangen.

Da ich nun ward mit ihm bekannt,
Ich ihn fragte:
Jüngling wer bist? Wie wirst genannt?
Er mir sagte:
Ich bin der Ehstand dieser Welt,
Also heiß ich;
So mancher, tapfre kühne Held
Um mich reißt sich.
Zum Heurathen thu ich laden,
Thu ich laden.

Dann ich ihn erst recht schaute an,
Mit Verwundern;
Gedacht: Sollt denn ich freyer Mann
Gleich jezunder
Beladen mich mit solchem Joch,
Und verbinden?
Ich wills wohl lassen bleiben noch,
Kanns nicht finden;
Will mich drinnen bas besinnen,
Bas besinnen.

Des Knaben Wunderhorn 541 Band 3 - 117

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