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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 73

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 73

Götterahnen

Der Erde Könige waren
Zwei Freunde auf Sonne und Mond,
Trabanten mit schießenden Schaaren,
Mit Sternen sie wurden belohnt.

Und beide, Buhlschaft zu treiben,
Zur Erde, der Sklavin, sie sehn,
Doch Junggesellen sie bleiben,
Einander im Wege sie stehn.

Sie halten Feuer in Händen
Und theilen's der Liebenden aus,
Doch ehe die Buhlschaft sie enden,
Fast gehet das Feuer schon aus.

Denn ihre Hände, sie zittern,
Die Erde das Feuer da stahl,
Um unten damit zu gewittern,
Als Herrscherin funkelnd in Stahl.

Gar tief das kränket die Alten,
Sie gehn mit einander zu Rath,
Im Winter zusammen sich halten.
Sich löschend in leuchtender That.

Sie legen aus ihren Händen
Des Feuers erneuende Kraft,
Sich unter die Thronen zu Bränden
Befreiend die Flamme da schafft.

Es brennen die heiligen Heerde
Und Sonne und Mond da erscheint,
Erheben sich schnell von der Erde,
Die Erde gar bitterlich weint.

Als sie das beide erblicket,
Da sehen die Freunde sich an,
Und steigen, die Hand sich zu drücken,
Wie feurige Kugeln hinan.

Und stürzen nun hin auf die Erde,
Zu ruhen im Schooße der Braut,
Es fanden sie Hirten der Heerde,
In Tempeln die Hohen ihr schaut.

Sie haben nicht Augen und sehen,
Sie fühlen und haben kein Blut,
Wir fühlen sie ungesehen,
Doch thut uns der Anblick so gut.

Sie scheinen nun allen gelinder
Und sind wie Steine erstarrt,
Doch Ernst nur erziehet die Kinder,
Ein göttliches Leben macht hart.

Der Erde Kinder vor ihnen
Ergreifet die kindliche Zeit,
Eh Unglück der Liebe erschienen,
Eh Frühling sie wieder befreit.

Die Thronen, die leeren, sie steigen
Als Sonne, als Mond auf ab,
Noch brennet das Feuer die Reigen
Von göttlichen Zeiten herab.

Drum wendet euch nicht zu der Sonne,
Nicht wendet euch dienend zum Mond,
Auf Erden noch stehet besonnen
Die Gottheit und strafet und lohnt.

Und ließen sie nichts vom Geschlechte,
Sie schwängern im Geiste die Welt,
All jeden, der schaffet das Rechte
Als reiner ungöttlicher Held.

So schwanket die Erde aus Wettern
Der dunklen chaotischen Zeit,
Die Andacht erziehet zu Göttern
Die treulich erleuchtet ihr Leid.

Mein Stammbuch 71 Lieder aus einem ungeschriebenen Roman 11

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