L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 70

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 70

Das Kreuz

Viel Knaben und Mädlein im Laufe hinauf,
Am Berge wie Lerchen,
Sie singen: Nun ringelt den Rosenkranz
Auf Maien, in Reihen, im Morgenglanz.

Die Mädlein bringen mit Rosen im Schoos,
Zum Binden und Winden;
Sie binden und winden den Rosenglanz,
Zusammen sie stecken mit Dornen den Kranz.

Die Knaben bezwingen die Maien mit Schrein,
Sie brechen und flechten
Die Äste zum Kreuze im Sonnenglanz,
Sie hängen darauf auch den Rosenkranz.

Von Knaben und Mädlein der Wald erschallt,
Sie reichen mit Schreien,
Ja Ringel, Ringel, Rosenkranz,
Sie singen und tanzen im Morgenglanz.

Da sehet die Kreuze auf Höhen hell stehn,
Zum Freuen an Maien:
Die Knaben und Mädlein auf Rasen grün,
Sie ringeln und reihen, sich niederziehn.

Ein Ritter sie schauet, die Brust voll Lust,
Sie lobt und gelobet
Zu bauen ein Kloster dem Rosenkranz,
Da sollten sie beten bei Ampelnglanz.

»Ein Kreuz in die Welt zu hauen, ja schaut,
Mein Schwert es euch lehrt.
In östlichem, westlichen, sonnigen Glanz,
Darum ich es hier in die Erde euch pflanz.«

»Das wurzelt und treibet wie balde zum Wald,
Es glühet und blühet,
Die Rosen umsprossen die Scheide mit Glanz.
Sie knüpfen am Hefte den ewigen Kranz.«

Die Knaben darauf es so schöne ansehn,
Sie sagen und klagen:
»Das blühet ja nimmer in Rosenglanz,
Wir sehn nur vier Spitzen und blutigen Glanz.«

Der Ritter will tanzen, der Stahl zur Qual
Drückt nieder die Glieder:
Die Kinder, sie singen zum Rosenkranz,
Du steifer Geselle bleib weg von dem Tanz.

Ein Weiser das Kreuz von ferne sieht gern,
Er lehret: »Ja höret!«
Vier Temperamente und Element,
Sie zeigen sich klar in vier Kreuzesend.

Die Kinder sich halten, sie lachen der Sachen,
Sie springen und singen:
»Dein Mantel, der hat doch vier Zipfeln ich mein',
Gieb uns nur den Mantel, die Zipfeln sind dein.«

Der Ritter, er geht an die Quelle gar schnell,
Und schüttelt und rüttelt;
Da fallen die eisernen Schienen hinein,
Gesund wird der Brunnen den Kranken allein.

Der Weise den Mantel aufschürzet und kürzet,
Die Falten zu halten,
Er trinket erst frisch aus dem Brunnenglanz,
Wird frisch und gesund zu dem Rosentanz.

Der Ritter, der Weise, sie springen und singen
Mit Kindern geschwinde.
Ja Ringel, Ringel, Rosenkranz,
Sie tanzen nun mit in dem Morgenglanz.

Mein Stammbuch 68 Lieder aus einem ungeschriebenen Roman 8

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