L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 600

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 600

Rechenexempel

Fliegende Blätter.

Bruder Liederlich,
Was saufst dich so voll?
O du mein Gott,
Was schmeckts mir so wohl.

Am Montag
Muß versoffen seyn,
Was Sonntag
Uebrig war vom Wein.

Am Dienstag
Schlafen wir bis neun,
Ihr liebe Brüder
Führt mich zum Wein.

Am Mittwoch
Ist mitten in der Wochen,
Haben wir das Fleisch gefressen,
Freß der Meister die Knochen.

Am Donnerstag
Stehn wir auf um vier,
Ihr lieben Brüder,
Kommt mit zum Bier.

Am Freytag
Gehen wir ins Bad,
Alle Lumperey
Waschen wir ab.
Am Samstag
Da wollen wir schaffen,
Spricht der Meister:
Könnts bleiben lassen.

Am Sonntag
Vor dem Essen
Spricht der Meister:
»Jezt wollen wir rechnen.

Die ganze Woche
Hast du gelumpt,
Hast du gesoffen,
Null für Null geht auf.

Nun will ich nicht mehr leben,
Mit dir Geselle mein.
Urlaub will ich dir geben,
Weil du nicht bleibst daheim.
Du hast die sieben Tag
Gefeiert mit Spazierengehen,
So ich nicht leiden mag.«

Bruder Liederlich.

Gar willig und mit Freuden
Will ich jezt ziehn davon,
Will solche Krauter meiden,
Dies also machen thun,
O Kraut, o Meister Kraut,
Des Tag soll zweymal fressen,
In meine zarte Haut.

Meister.

Egyptisch soll dich plagen
Der Sonn und Mondenschein,
Ein Bündel schwer zu tragen
Soll dir Gesellschaft seyn,
Dazu ein schlimmer Weg,
Darauf du jezt sollst wandern,
Bis über die Schuh im Dreck.

Bruder Liederlich.

Wie bist du so vermessen,
Hör zu du Krauter mein,
Du giebst zwar wohl zu fressen,
Viel Supp und wenig Fleisch,
Und alle Tag zwey Kraut,
Das macht in einem Jahre
Sieben hundert dreissig Kraut.

Meister.

Was soll ich dir belohnen,
Wenn du's verdienest nicht?
Den Buckel thust du schonen,
Daß dir nicht Weh geschieht;
Thust alle Stund ein Schlag,
Die Hand magst nicht aufheben,
Drum ich dich nimmer mag.

Bruder Liederlich.

Die Frau hat mich geliebet,
Und auch die Tochter dein,
Der Abschied mich betrübet,
Bringt mich in schwere Pein,
Macht mir mein Herz verwundt,
Wann ich an sie gedenke,
Und ihren rothen Mund.

Meister.

Mein Weib kann dir nicht helfen,
Weil sie nicht Meister ist,
Laß nur die Lieb verwelken,
Wann abgereiset bist,
Geh, nimm dein Kleid an Leib,
Und laß das Lieben bleiben,
Bey deines Meisters Weib.

Des Knaben Wunderhorn 384 Band 2 - 177

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