L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 59

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 59

Die Braut

Viel schwächer ich mich fühle,
Da mir so nah die Freud,
Als da ich fern dem Ziele
In Leid und Bitterkeit;
Nacht der Nächte, süß und bittre Zeiten,
Bald wird seinen Arm der Liebste um mich breiten,
Die Jungfrau vergehet,
Die Frau dann erstehet,
Der Name des Herrn sei gelobt!

Der Myrthenkranz so lose
Mir schon im Haare spielt,
O Liebesbecher, Rose,
Wie mich dein Duft hier kühlt;
Lieb' ist stärker als der Tod erfunden,
Wie ein Lamm zum Opfer bin ich bunden.
Mein Hemdlein spielt im Winde,
Er ruft mir: Kind, geschwinde,
Der Name des Herrn sei gelobt.

Viel schwächer ich mich fühle,
Da mir so nah die Lust,
Als da ich fern dem Ziele
An's Sterben denken mußt:
Nackt bin ich in diese Welt gekommen,
Nackt werd' ich auch wieder aufgenommen.
Der Herr hat's gegeben,
Der Herr hat's genommen,
Der Name des Herrn sei gelobt. Amen.

Alle Gäste.

Ein Engel wird dir decken
Die blauen Äugelein,
Ein Engel überstrecken
Sich um die Ohren dein,
Niemand, keiner wird dich mehr erblicken.
Löscht die Lichter; Finden ist der Lieb' Beglücken!
Der Geist ist gegeben,
Er mehret das Leben,
Der Wille des Herrn soll geschehn.

Chor Der Schlechten, die links fortgehen.

Ich kann sie nicht mehr stören,
So wird es dennoch wahr,
Dort gehn die Brunnenröhren
Im hellen Mondschein klar;
Ich muß gehen von der reichen Quelle
Trocknen Mundes, Wermuth an der Stelle,
Wie ist mir so wüste
Vom wilden Gelüste,
Sie denket wohl nicht, was in mir tobt.

Enteilt ihr Flitterwochen,
Ist erste Lieb' vorbei,
Will ich an's Thürlein pochen,
Dann bin ich frech und frei;
Liebeszauber ist dann schon verschwunden
Und sie fühlt vom Ehring sich gebunden;
Der Mann wird dann schelten,
Da werd' ich was gelten,
Im Namen des Teufels es geht.

Die Frommen, die rechts fortgehen.

Ich liebte sie so stille,
Wie Gott die Welt geliebt,
Doch es war nicht sein Wille,
Daß sie mich wieder liebt;
Ewig bleib' ich dennoch ihr so eigen,
Gott, dir soll's mein einsam Leben zeigen;
Er muß es wohl wissen,
Was besser wir missen,
Er wußte allein, wie Sie mir lieb.

Wie Gold in's Meer versenket,
Wird in Verschwiegenheit
Die Liebe abgelenket
Von ihrem trüben Leid;
Meine Liebe muß sie nimmer wissen,
Daß sie nimmermehr mich kann vermissen,
Ihr Loos ist geworfen,
Und ich bin verworfen.
Sie liebt ihn; mein Unglück trag' ich fern.

Bald bet' ich in der Klause
In der Waldeinsamkeit;
Herr, schenke ihrem Hause
Ach all die Seligkeit,
Die ich hoffend hatte mir ersonnen,
Sei mein Beten ganz für sie gewonnen.
Die Menschen sie denken,
Und Gott wird sie lenken,
Der Name des Herren sei gelobt.

Mein Stammbuch 57

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE