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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 587

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 587

Schadenfreude

Nach Anakreon, nationalisirte Antike. Philanders Strafreden I, S. 113.

Hie auf dieser Liebes Matt
Cupido vor dreien Tagen,
Weil er nichts zu schaffen hat,
Wollt sein Zelt und Lager schlagen:
Ach Cupido kleiner Schelm,
Wie machst du so große Wunden.

Als er nun ins Grüne kam,
Dieses hier dort das wolt sehen,
Venus bei der Hand ihn nahm,
Doch wolt er nicht mit ihr gehen, ach Cupidon. usw.

Lief bald vor das Bienen Haus,
Wolt ein wenig Honig lecken,
Eine kroch zum Korb heraus
Und flog nach dem jungen Gecken, ach Cupidon. usw.

Cupido bald her bald hin,
Hätt sich gern vor ihr verkrochen,
Doch die Bien flog stets auf ihn,
Bis er von ihr war gestochen, ach Cupidon. usw.

Als er seinen Finger schaut,
Wie er armsdick aufgeloffen,
Fing er an zu schreien laut:
O weh Mutter, ich bin troffen! Ach Cupidon. usw.

O Weh liebe Mutter bald,
Ich muß an dem Stich verderben,
O Weh, ich lauf in den Wald,
Lasse mich drinn Hungers sterben. Ach Cupidon. usw.

Helft und helft ihr nicht geschwind,
Stürz ich mich in einen Brunnen,
Wie bald kann ein armes Kind
Als ich, in der Hitz verbrennen, ach Cupidon. usw.

Rach o liebste Mutter Rach,
Ich werd noch verzweiffeln müssen,
Helft, ich spring sonst in den Bach,
Oder will mich selbst erschiessen, ach Cupidon. usw.

Venus sprach vor Zorn kein Wort,
Endlich nahm ein Hand voll Ruthen,
Wart, ich will dich bringen fort,
Daß dir soll der Hintern bluten, ach Cupidon. usw.

Hab ich dirs nicht vor gesagt,
Du solt stupfens müssig gehen,
Wer nicht folgen will der wagt.
Komm her, laß den Finger sehen, ach Cupidon. usw.

Ey du ungerathner Sohn,
Dir ist eben recht geschehen,
Das ist dein verdienter Lohn,
Wilt nicht mit der Mutter gehen, ach Cupidon. usw.

Indem bükt sie ihn herum:
Halt ich will dich lehren sitzen,
Gß' gß' noch einmal so kum,
Dann will ich dich besser fitzen, ach Cupidon. usw.

Cupido fiel auf die Erd,
Ha! wie that ihn das verdriessen,
Und wie ein zaumloses Pferd,
Schlug um sich mit Händ und Füßen, da Cupidon. usw.

Ach mein, klag dich nicht so sehr,
Sprach sie, und bald laß die Possen,
Denk' daß du wohl andre mehr
Unverschuldet hast geschossen, ha Cupidon. usw.

Deine Pfeil sind voller Gift,
Und gehn richtig zu dem Herzen,
Was aber den Finger trift,
Das ist nur ein Kinderscherzen. Ha Cupidon. usw.

Thuts dir schon ein wenig weh,
Darfst dir drum nicht lassen bangen,
Eh du dreimal Steh und Geh,
Sagst, so wird es sein vergangen. Ach Cupidon. usw.

Wen der lose Vorwiz sticht,
Und solch Leckerey will treiben,
Dem gerath es anders nicht,
Drum sollst bei der Mutter bleiben.
Ach Cupidon kleiner Schelm,
Wie machst du so große Wunden!

Du Stupfer, du Hauser,
Du Rupfer, du Zaußer,
Du Lecker, du Lauser,
Du Schlecker, du Mauser,
So soll es dir gehn,
Recht ist dir geschehn,
So soll es dir gehn!!!

Des Knaben Wunderhorn 371 Band 2 - 164

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