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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 585

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 585

Nun gehen mir alten seeligen Manne erst die Augen auf

Docen Miscellaneen I, S. 272.

Als Jupiter gedacht,
Er hätte Himmel und Erd,
Ganz fertig ausgemacht,
Und was darin gehört,
Da sah er hin und her,
Besinnt sich endlich fein,
Es müßt seyn etwas mehr,
So da gehört darein.
Der Sachen ha ha Cupido lacht,
Sprach: Alter du hast nicht alles gemacht,
Besinn dich fein wohl, besinn dich fein wohl,
Das Beste fehlt hier, das billig seyn soll!

Solches Jovem verdroß hart,
Daß er von diesem Kind,
Spöttlich verlachet ward,
Da nahm er in sein Sinn,
Erschafft ein Kreatur
Ein schön jungfräulich Bild,
Welche schöne Figur
Er für sein Kunstwerk hielt.
Der Sachen ha ha Cupido lacht:
Du hast alles recht wohl gemacht,
Des freu ich mich sehr, des freu ich mich sehr;
Ach Lieber mach doch der Dinge noch mehr.

Welches Jovi Freuden bracht,
Daß dieses Kind nackend und bloß,
Ihn sehr freundlich anlacht,
Drum setzt ers in sein Schooß,
Das Bild entschlief so bald,
Er hätts geküßt so gern,
Wolts aber mit Gewalt,
Nicht aus dem Schlaf verstörn.
Der Sachen ha ha Cupido lacht,
Sprach: Alter küß fort, bis sie erwacht,
Laß also nicht ruhn, laß also nicht ruhn,
Es ist ihr nicht um den Schlaf zu thun.

Dein Liebelein schlaf oder wach,
So küß sie immerfort,
Dir kein Gedanken mach,
Sondern glaub meinem Wort,
Küß sie so oft und wohl,
Ich will verwetten was,
Ob sie dich schelten soll,
Sondern sprechen, küß nur bas!
Der Sachen, ha ha, Cupido lacht,
Zwey Lieblein scherzen die ganze Nacht,
Laß also frey gehn, laß also frey gehn,
Ach Kinder was wird noch draus entstehn.

Darum schönes Liebelein,
Laß mich dir nun küssen auch
Dein werthes Mündelein,
Weils ist ein alter Brauch,
Der muß abkommen nicht,
Weils ist ein ehlich Pflicht,
Und wenns in Ehren geschieht,
So kanns ja schaden nicht.
So haben die Alten einander geküßt,
Bis aus Zwey ein Drey worden ist.
So laßt uns nun auch halten den Gebrauch,
So lang wir leben auf dieser Erd.

Des Knaben Wunderhorn 369 Band 2 - 162

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