L Y R I K
LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 532

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 532

Vorladung vor Gottes Gericht

Mündlich.

Es sprach eine Mutter zu ihrem Sohn:
»Must heirathen, was sagst du dazu,
Du must eine andre heirathen,
Dein feines Lieb must du nun lassen.«

»Ach nein, ach nein, das kann nicht seyn,
Daß ich muß scheiden von meinem Schätzelein,
Wir haben einander genommen,
Können nicht mehr von einander kommen.«

»Habest du genommen, wen du willt,
Du bist mein Kind und folgest mir nit?«
Ey Mutter, jezt will ich dir folgen,
Ey geh es mir, wie es auch wolle.

Und da es war am Hochzeittag,
Und alle Leut so lustig warn,
Der gute Gesell war so betrübet
Von wegen seiner andern Herzliebsten.

Es stand nicht länger als drey Tage an,
Der gute Gesell so tödtlich krank war,
Er käm seiner Liebsten vor den Laden,
Ein Gott behüt will er von ihr haben.

Sie aber gab einen harten Fluch,
Davon er schon hatte zu viel und genug;
Ich will ihn meinen Aeltern aufladen,
Ich will beyde aufs jüngste Gericht laden.

In zweyen Monden und das werd wahr,
Ich lad sie vor Gottes Gericht so gar.
In zweyen Monden sie starben zusammen,
Ihr Weinen thät löschen die höllischen Flammen.

Des Knaben Wunderhorn 316 Band 2 - 109

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE