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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 414

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 414

Adelnssucht

Frische Liedlein.

Mancher jetzund nach Adel strebt,
Hätt er nicht Geld,
Würd öfter um sich schauen,
Gedenken wer sein Vater war,
Ders ganze Jahr
Den Acker muste bauen;
Der jetzund sich
So gar höflich
Beyn Leuten thut aufschmücken,
Hälts nicht dafür,
Als wenn man spür,
Daß er den Pflug kann zwicken.

Wenn er nun kommt zum Abendtanz,
So gilt sein Kranz
Mehr denn der andern allen.
Er krümmt sich fast nach Adelssitt,
Sein gemeßner Tritt
Thut ihm selbst wohlgefallen.
Wer hätt vertraut,
Daß solches Kraut
In Dörfern auch sollt wachsen?
Wenn er nur spricht,
Er ist erwischt,
Ist bäurisch ausgelassen.

Weisheit die thut ihm viel zu leid,
Giebt bös Bescheid,
Wenn mans ihm nicht will glauben,
Dünkt sich in aller Sach gescheit,
Doch fehlts ihm weit,
Sieht aus wie saure Trauben.
Im Spiegel-Glas,
Wird sehen das,
Der Kittel ihn bas zieret,
Den seiden Waat,
Den Adelsstaat,
Zu bäurisch Art verführet.

Des Knaben Wunderhorn 198 Band 1 - 198

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