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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 37

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 37

Siegeslied nach Aussprüchen des Paracelsus

Über's Haupt des lieben Todten
Jagen freud'ge Siegesboten,
Seine Ahnung ist erfüllt!
Mehr wird noch der Welt enthüllt,
Denn die Welt verlangt noch mehr,
Frägt nach neuer Neuigkeit,
Ihr scheint morgen Kleinigkeit
Heut'ge That und heut'ge Lehr';
Auf wohlan, die Zeit ist kommen
Und so kommt nun mit der Zeit
Das, warum die Zeit ist kommen,
Aus dem Streit die Ewigkeit.

Einen schlägt des Adlers Flügel,
Der sich selber schien ein Siegel,
Und ein Schluß der ganzen Zeit,
Ihn umschlingt der Zweifel heut,
Ihn erdrückt der Kette Last,
Die er mit gewandter Hand
Hat gezogen über's Land,
Frei sind die, die ihn gehaßt:
Auf wohlan, die Zeit wird kommen,
Und so kommt denn mit der Zeit
Das, warum die Zeit will kommen,
Wenn wir alle sind bereit.

Schlecht Gehorchen, schlecht Regieren
Wird zu neuem Streite führen!
Weil ihr euch zu kühn vermeßt,
Weil die Einheit ihr vergeßt,
Sinket vieler Schwerter Schein,
Eines glänzet himmelan,
Der es führt, ein alter Mann,
Wird des Friedens Herold sein:
Auf wohlan, die Zeit wird kommen,
Und so kommt dann mit der Zeit
Das, warum die Zeit will kommen,
Und aus Drei'n kommt Einigkeit.

Die aus sich die Welt berathen,
Stört der Held mit seinen Thaten,
Zeiget jedem seinen Zorn,
Denn nur ihm gebührt das Horn.
Nach dem Tagwerk schläft der Held,
Selig, die sein Schlaf erschafft,
Seiner Kinder frische Kraft
Tanzt um ihn auf blut'gem Feld:
Auf wohlan, die Zeit wird kommen,
Und so kommt dann mit der Zeit,
Das, warum die Zeit will kommen,
Das, warum sie sich erneut.

Was der alte Mann geträumet,
In dem wilden Meere schäumet,
Weht heran in Sturmes Nacht,
Er hält schlafend gute Wacht.
Wie der Fischer aus dem Meer
Fische zieht, die niemand sah,
Also ist Erfüllung nah,
Wenn die Ahnung schien so leer!
Auf wohlan, die Zeit ist kommen,
Wo die alte Schlangenhaut
Dieser Welt ist abgenommen,
Knieet nieder, schaut, vertraut.

Mein Stammbuch 35

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