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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 185

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 185

Der Puppenspieler

Was ist für Freude noch bei großen Bühnen,
Da ist nichts Lustges mehr, kein wild Erkühnen,
Auch ich war einst dabei, hab mitgemacht,
Und hab in Jahren nicht dabei gelacht.
Die guten alten Spieler werden schwach,
Und ach das junge Volk wächst schwächlich nach,
Was kann die Welt für Lust an Kindern haben?
Es dankt das Publikum für künftige Gaben,
Will Fertges sehn; was sich erst bilden soll,
Das mache kein Geschrei, sonst heißt es toll.
Den Kindern springt die Quint, wie ichs gehört
Das Publikum ward ganz von Haß bethört,
Es pocht, es lärmt, und keiner schien mehr recht,
Es flohn die Schauspielleut aus dem Gefecht.
Da nahm ich nun mein Tuch, macht einen Knoten,
Und hab ein Kinderspiel dem Volk geboten,
Und wackelte damit und ließ es tanzen,
Ich ward vergnügt und es gefiel im Ganzen.
Ich nahm das Buch recht wie ein Kind in Lehre,
Als obs das Publikum, das edle wäre,
Und fragt es aus, wie es uns möchte haben?
Da sprachs so viel von hohen Künstlergaben,
Doch wußt es nicht, wo die zu Kaufe wären;
Da mußte ich es billig drin belehren,
»Die Kunst ist frei, sie brauchet viel Theater,
Das Eine bild' das Kind, dies zeig den Vater,
Wenn jenes reif, da tret' es hier erst ein!
Doch weil für jetzt dies Schauspielhaus allein,
So müßt ihr auch den Schülern gnädig sein.«
Auf dieses Wort folgt Klatschen allgemein,
Ei dachte ich, und konnt es gar nicht fassen,
Dies Schnupftuch kann jetzt mehr als Künstler spaßen;
Die Künstler sind zum Spaß zu vornehm worden,
Und doch nicht groß genug zum tragschen Morden.
Ich ging davon und machte kleine Puppen;
Viel hatt ich nicht zu brocken in die Suppen,
Doch essen auch nicht viel die kleinen Leut,
Sie sind zu jeder Rolle stets bereit,
Um Kleider ist kein Streit, auch nicht um Tugend,
Auch nicht um Liebhaber, auch nicht um Jugend.
Sie sind so alt, wie ich sie eben brauch,
Die weißgenasten häng ich in den Rauch.
Mein Kopf füllt mein Theater ganz allein;
Sind meine Menschen gegen mich nur klein,
So bin ich darum wahrlich groß zu nennen,
Kann sie verbinden, und sie trennen,
Nach Eigensinn und nach Verstand
Und bin ein rechter Gott in diesem Land;
Weiß ich nichts mehr aus meinem Kopf zu sagen,
So brauchen sie nur tüchtig sich zu schlagen,
Und weil mein Casperl trefflich Tritte giebt,
So schweigt Kritik und ich bin stets beliebt,
Ein jeder lacht, ein jeder giebt sein Geld,
Jetzt ist mein Casperl hier der größte Held.

Nachlese 34

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