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LYRIK Achim von Arnim - Poetische Werke 140

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 140

Hoffnung des Zusammentreffens

Tochter.

Waldige Hügel, grüne Auen,
Frühlingsheimath, heimisch Glück,
Freude, endlich euch zu schauen,
Freude strahlet ihr zurück.

Mutter.

Sieh wie dein befriedigt Lächeln
Ziehet über'm grünen Wald,
Und die Winde dich umfächeln,
Alles dir entgegenschallt.

Tochter.

Wie der Frühling wieder waltet,
Neu gestaltet ist mein Glück.

Mutter.

Weiße Unschuld sich entfaltet,
Hell in deinem frohen Blick.

Tochter.

Unschuld findet hier den Frieden.

Mutter.

Frieden finden hier die Müden.

Tochter.

Alle Waffen sanken nieder
In der warmen stillen Flur,
Ew'ge Feinde wurden Brüder
In der himmlischen Natur.

Mutter.

Keiner kann sich mehr begreifen,
Was ihn hielt in Stahl so fest,
Nun sie leicht durch Wälder schweifen,
Baut die Taub' im Helm ihr Nest.

Tochter.

Als wenn gar nichts wär' geschehen
Sieht das neue Grün uns an.

Mutter.

Pfauen stolz die Farben drehen,
Sehen drauf die Blumen an.

Tochter.

Diesen Baum hab' ich gepflanzet,
Diese Blumen rings gesät.

Mutter.

Die der Schmetterling umtanzet
Und der Duft zum Himmel weht.

Tochter.

Unvergänglich ist Vertrauen.

Mutter.

Sehnsucht kennen nur die Frauen.

Tochter.

Blätter dringen zu dem Himmel,
Worte dringen aus dem Mund,
Sel'ge Fülle, froh Gewimmel,
Grün ist Hoffnung, Freude bunt.

Mutter.

Wie die Farben niedersinken
Von dem Himmel tagelang,
Alle Wesen froh sie trinken,
Ach so such' ich Hoffnung bang.

Tochter.

Und ich muß hier niedersinken
Hier an meiner Rasenbank,
Betend zu dem Himmel winken:
Bleibt der Vater denn noch lang?

Mutter.

Fromme Priester, heil'ge Bäume,
Alte Freunde bleibt ihr stumm?

Tochter

Hörst du nicht der Vögel Träume,
Und der Bienen Sum, Sum, Sum?

Mutter.

Nein der Vater müßte kommen,
Daß mich freute der Gesang,
Bienenfleiß ist mir willkommen,
Daß der Tag nur nicht so lang.

Tochter.

Mach' uns beide nicht beklommen,
Frühlingsluft macht schon so bang.

Beide.

Wie in den gewohnten Orten
Mir des Vaters Bild noch weilt,
Und ich meine, daß von dorten
Er schon grüßend zu uns eilt.

Tochter.

Sieh die Bilder in dem Bache,
Jedes Bild hat seine Blum'.

Beide.

Schwimmend Auge, wache, wache,
Balde kehrt er zu uns um.

Tochter.

Wenn es doch recht bald geschähe,
Sag' es Kukuk in dem Wald.

Beide.

Kukuk rufend in der Nähe,
Wie von Vaters Stimme schallt!
Schmerzen wußt' ich zu ertragen,
Aber diese Freude nicht.

Tochter.

Frühling hilf mir Freude tragen,
Daß mein Herz davon nicht bricht.

Mein Stammbuch 138 Bei Gelegenheiten 8

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