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LYRIK Ernst Moritz Arndt - Poetische Werke 73

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

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Hart, Julius

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Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 73

Der Mann

1811.

Brauset, Winde! Schäume, Meer!
Mir im Herzen braust es mehr;
Schlage, Unglückswetter, ein!
Mut will trotzig oben sein.

Schwillt die Flut ins Himmelshaus,
Keine Anker wirft er aus;
Schmettern Blitze höllentief,
Blickt sein freies Aug' nicht schief.

Freudig schießt er auf Gefahr,
Wie auf Raub der Sonnenaar,
Stürzt mit Wangen frisch und rot
Kühn hinein in tiefsten Tod.

Froh für Recht und Vaterland
Faßt das Eisen seine Hand,
Für das Laster feig und feil
Wird sein Mund ein Donnerkeil.

Seine Losung heißet Gott,
Darum ist die Welt ihm Spott;
Freiheit klingt sein Feldgeschrei,
Darum haßt er Tyrannei.

O wie selig ist der Mann,
Der in Wahrheit sagen kann:
Du, Gefahr, bist meine Braut,
Treue, du mir angetraut!

O wie selig ist der Mann,
Der in Wahrheit sagen kann:
Mut, du bist mir Sonnenschein,
Mut, du bist mir edler Wein!

Sonnenschein behält sein Licht,
Saft der Reben altet nicht:
So erlischt nicht kühner Mut,
So erbleicht nicht Heldenblut.

Will die Welt zu Scheitern gehn,
Mut bleibt fest und ruhig stehn;
Ja, fällt selbst der Himmel ein,
Mut wird Gott mit Göttern sein.

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