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LYRIK Ernst Moritz Arndt - Poetische Werke 306

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


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Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

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Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 306

Der Dämon des Sokrates

1856.

Sokrates, der große Geisteskämpfer,
Hatte einen Flüstrer und Erreger,
Einen Weiser, Leiter, Halter, Dämpfer
Und auch Diener und Laternenträger,
Wo es galt durch Finsternis zu wanken.
Dieser Ohrenflüstrer, Haucher, Lauscher,
Aller seiner Triebe und Gedanken
Kluger Mitdurchsprecher, Gegentauscher
Galt ihm, wie uns andern das Gewissen;
Dämon schalt er ihn und all sein Wissen,
All sein Ahnen, Lieben, Denken, Wollen –
Wie in uns auch Geisterchen sich rollen –
Schob er diesem Führer zu und Folger.

Ach! ruft jeder, lebt noch wo ein solcher?
Sind sie denn erloschen, jene Sterne,
Woher solche Folger Menschen kamen?
O ihr Gaffer, Greifer in die Ferne!
Könnt ihr des Begleiters kurzen Namen,
Jenes weisen, gottgeweihten Griechen,
Euch in gutes Deutsch nicht übersetzen?
Müsset durch den Hochmut doppelt siechen?
Drum herunter von den hohen Stufen!
Auf die Bank der Schüler mit der Fibel!
Dort wird auch der Kleinste lachend rufen:
Das war ja der Engel aus der Bibel.

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