L Y R I K
LYRIK Ernst Moritz Arndt - Poetische Werke 185

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 185

Rückblick

14. Dezember 1814.

Ja, weine nur und schau' zurück
In goldne Jugendferne,
Ja, suche nur das alte Glück,
Die alten hellen Sterne,
Den alten Lenz im Blütenkranz –
Was blieb von jener Wonne ganz?
Ach ferne! Ach ferne!

Wie hast du jenes edle Gut,
Das dir der Herr vertrauet,
So frische Kraft, so kühnen Mut
In Arbeit durchgebauet?
Auf! Vorgezeigt das Kapital,
Gemehret zehn- und hundertmal!
Dir grauet? Dir grauet?

Mir graut, und eine Träne fällt
Ins Saitenspiel des Lebens,
Wie sind die Töne weggeschnellt,
Die Klänge höchsten Strebens
In Träumerei und Narretei!
Und fernher tönt ein dumpfer Schrei:
Vergebens! Vergebens!

Vergebens! O vergebens! klingt
Es durch des Busens Saiten,
Und aus der Seele Tiefen singt
Der Spruch der Ewigkeiten:
»Knie nieder, Mensch, und werde klein!
Gott, der dich schuf, wird gnädig sein:
Beim Schreiten ist Gleiten.«

O frommer Spruch, wohl machst du klein
Und machst doch stark im Streiten;
So wandr' ich wohlgemut hinein,
Wo's schreiten gilt und gleiten.
Ein Spruch singt noch, und der macht frei:
»Gott ist dabei, Gott stehet bei
Im Schreiten, im Gleiten.«

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE