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LYRIK Ernst Moritz Arndt - Poetische Werke 184

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Poetische Werke 184

Des Reisenden Abendlied

1814.

Gegangen ist das Sonnenlicht,
Still schweiget Feld und Hain,
Und hell am Firmamente bricht
Hervor der Sterne Schein,
Und hell aus stiller Seele blitzt
Ein wundersamer Strahl
Von dem, der ewig waltend sitzt
Im hohen Himmelssaal.

Wie wäre doch das Menschenkind
So elend, so allein,
Wenn nicht von oben zart und lind
Ihm käme dieser Schein?
Es wäre nichts als Trug und Wahn,
Ein zitternd Blatt am Baum,
Ein Körnlein Sand im Ozean,
Ein Traumbild fast vom Traum.

Das Leben wallt von Ort zu Ort,
Hat nimmer Ruh' noch Rast
Und treibt im wilden Fluge fort,
Geschnellt durch eigne Last;
Es brauset wie ein schäumend Meer,
Das keine Ufer kennt,
Und wirft uns Tropfen hin und her
Im wilden Element.

Drum komm, o du, der Frieden bringt,
O Gott, in stiller Nacht,
Wo hell die Engelglocke klingt
Bei goldner Sterne Pracht –
Komm, wirf den frommen Liebesstrahl
Mir warm ins arme Herz,
Und die Gedanken allzumal,
O zieh sie himmelwärts!

Drum komm mit deinem Engelheer,
Du Vater lieb und gut!
Du bist die einzig feste Wehr,
Die einzig sichre Hut;
Gar nichtig ist der Menschen Macht,
Die eitle Eitelkeit:
Was Gott bewacht, ist wohl bewacht
Hier und in Ewigkeit.

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