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Angelus Silesius (1624-1677) - Gedichtanfänge

Angelus Silesius (1624-1677)

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Gedichtanfänge

  1. Ach Bruder, werde doch! was bleibst du Dunst und Schein?
  2. Ach Elend, unser Gott muß in dem Stalle sein!
  3. Ach Freude! Gott wird Mensch und ist auch schon geboren!
  4. Ach Gott, was hat für Herrlichkeit,
  5. Ach ja! wär Ich im Du und Du im Ich ein Ein,
  6. Ach Jammer, jener rennt, daß er in Abgrund kömmt,
  7. Ach kehrt nur meine Seel, ihr Flammen, um und ein,
  8. Ach Kind! ists dir denn auch zurzeit noch nicht bewußt,
  9. Ach könnte nur dein Herz zu einer Krippe werden,
  10. Ach laß mich doch, mein Kind, mein Gott, an deinen Füßen
  11. Ach mein, wie magst du doch die Welt so in dich saufen?
  12. Ach Mensch versäum dich nicht, es liegt an dir allein,
  13. Ach Mensch, werd überformt! fürwahr du mußt so fein
  14. Ach Sünder trotze nicht, daß du getaufet bist;
  15. Ach Sünder, ists denn wahr? du willst dich eh' verlieren
  16. Ach Sünder, wend dich um und lerne Gott erkennen;
  17. Ach weh! um eitle Lust verscherzt man Gut und Blut
  18. Ach weh, ach weh, wo soll ich hin
  19. Ach weh, wo bin ich nun? bei lauter höllschen Mohren,
  20. Ach zweifele doch nicht; sei nur aus Gott geborn,
  21. Ach, ach, die Lieb ist tot! wie ist sie denn gestorben?
  22. Ach, daß wir Menschen nicht wie die Waldvögelein,
  23. Ach, Fauler, reg dich doch, wie bleibst du immer liegen?
  24. Ach, Jungfrau, schmücke dich, laß deine Lampe brennen,
  25. Ach, Jungfrau, sieh dich vor; denn wenn du Mutter worden,
  26. Ach, lauf doch nicht nach Witz und Weisheit über Meer;
  27. Ach, Pilger, kehr hier ein, der Stall zu Bethlehem
  28. Ach, sagt mir nicht von Gold und Schätzen,
  29. Ach, Sünder, traue nicht, weil du die Magdalen
  30. Ach, wann kommt die Zeit heran,
  31. Ach, was hast du getan, ach, was hast du verschuldt,
  32. Ach, was laufst du hin und her
  33. Ach, was stehst du auf der Au
  34. Ach, wer gibt mir noch auf Erden
  35. Ach, wer in Gott, sein End und seinen Sabbat, kommen,
  36. Ach, wer Johannes ist, der liegt nach aller Lust
  37. Allein der Weis' ist reich? die Tugenden in Gott,
  38. Alls gilt dem Weisen gleich; er sitzt in Ruh und Stille,
  39. Alls kommt aus Einem her und muß in Eines ein,
  40. Alls lebt und reget sich; doch zweifl ich, ob die Welt
  41. Alls muß geschlachtet sein; schlachtst du dich nicht für Gott,
  42. Alls Zeitlich ist ein Rauch; läßt du es in dein Haus,
  43. Als Gott verborgen lag in eines Mägdleins Schoß,
  44. Als ich nächst im Wald spazierte
  45. Alsdann empfängst du Gott, wenn seines Geistes Güte
  46. Amor, das werte Jesulein,
  47. Auch Christus, wär in ihm ein kleiner eigner Wille,
  48. Auf, auf, mein Geist und du, o mein Gemüte,
  49. Auf, auf, mein Herz, ermuntre dich,
  50. Auf, auf, mein Herz, und du, o meine Seele,
  51. Auf, auf, o Seel, auf, auf zum Streit,
  52. Auf, auf, Soldat, zum Streit! Dir wird ja lieber sein
  53. Auf, meine Stimm und Saitenspiel,
  54. Aus Gott bin ich geborn, erzeugt in seinem Sohn,
  55. Aus Gott bin ich geborn: ists ohne Deutelei,
  56. Aus Gott wird man geborn, in Christo stirbet man
  57. Aus Liebe gehn und stehn, Lieb atmen, reden, singen
  58. Aus Liebe wird Gott Ich, ich aus Genaden Er,
  59. Begehrest du ein Weib, die prächtig, reich und fein,
  60. Begehrst du was mit Gott, ich sage klar und frei,
  61. Behutsamkeit ist not; viel wärn nicht umgekommen,
  62. Bei Gott ist alls und jeds! Wer neben ihm trägt ein,
  63. Bei Gott ist ewge Lust, beim Teufel ewge Pein;
  64. Bernhard, weil mit dem Mund dein Herz stimmt überein,
  65. Berührt dich Gottes Geist mit seiner Wesenheit,
  66. Besänftige dein Herz; Gott ist in starken Winden,
  67. Betracht es eigentlich, bei Gott ist Ewigkeit,
  68. Betrachte das Tingiern, so siehst du schön und frei,
  69. Bin ich nicht adelig! die Engel dienen mir;
  70. Bist du aus Gott geborn, so blühet Gott in dir
  71. Bleib hier, bleib hier, du Trost der Schäferinnen,
  72. Blüh auf, gefrorner Christ, der Mai ist vor der Tür,
  73. Braut, auf! Der Bräutgam kommt! Man geht nicht mit ihm ein,
  74. Braut, ists daß du nicht gern läßt fremde Buhler für,
  75. Braut, suchest du zu schaun des Bräutgams Angesicht,
  76. Christ mein, wo laufst du hin? Der Himmel ist in dir;
  77. Christ, alles was du tust, das überzeuch mit Gold,6
  78. Christ, alles was du tust, muß dir zu Golde werden,
  79. Christ, bist du nicht ein Narr? du glaubst die Ewigkeit
  80. Christ, der ist herrlich tot, der allem abgestorben
  81. Christ, du bedarfst nicht viel zur ewgen Seligkeit,
  82. Christ, einmal muß man doch im Schlund der Hölle sein,
  83. Christ, es ist nicht genug, daß ich in Gott nur bin;
  84. Christ, es kann ja dein Joch dir nie beschwerlich sein;
  85. Christ, flieh doch nicht das Kreuz, du mußt gekreuzigt sein,
  86. Christ, ist das Rohr nicht rein, die Kammer nicht geräumt
  87. Christ, laufe was du kannst, willst du in Himmel ein!
  88. Christ, mit dem halben Teil wirst du Gott nicht begaben,
  89. Christ, niemand hat den Sieg und dessen Trost empfunden,
  90. Christ, schätze dir die Reis' in Himmel nicht so weit,
  91. Christ, sei nur nicht verzagt. Mit Wachen, Fasten, Beten
  92. Christ, so du Jesum liebst und seine Sanftmut hast,
  93. Christ, so du kannst ein Kind von ganzem Herzen werden,
  94. Christ, so du unverwelkt in Leiden, Kreuz und Pein
  95. Christ, wenn du einen siehst so stark zur Hölle rennen,
  96. Christ, wenn ein Schiffsseil wird durchs Nadelöhr gezogen,
  97. Christ, wer die Dinge weiß nach ihrem Wert zu schätzen,
  98. Christ, werde, was du suchst; wo dus nicht selber bist,
  99. Christ, wo der ewge Gott dein Herz soll nehmen ein,
  100. Cupido, blindes Kind,
  101. Da Gott auf Erden ging, ward er fast nicht geacht;
  102. Da Gott das erstemal hat seinen Sohn geborn,
  103. Da Gott die Welt erschuf, was schrieb man für ein Jahr,
  104. Dafern der Teufel könnt aus seiner Seinheit gehn,
  105. Dafern mein Will ist tot, so muß Gott, was ich will;
  106. Dann lebt die Seele recht, wenn Gott, ihr Geist und Leben,
  107. Dann wird das Blei zu Gold, dann fällt der Zufall hin,
  108. Dann wird das Tier ein Mensch, der Mensch ein englisch Wesen
  109. Das allergrößte Werk, das du für Gott kannst tun,
  110. Das Allertröstlichste, das ich an Jesu find,
  111. Das Antlitz Gottes sehn, ist alle Seligkeit;
  112. Das Antlitz Gottes zieht an sich wie Eisenstein,
  113. Das Antlitz Gotts macht voll. Sähst du einmal sein Licht,
  114. Das arme Küchelein kluckst und pickt für und für;
  115. Das Bildnis Gottes ist der Seelen eingeprägt,
  116. Das Blut, das unserm Herrn aus seiner Wunde fleußt,
  117. Das Brot ernährt dich nicht: was dich im Brote speist,
  118. Das Brot, der Herr in uns, wirkt wie der Weisen Stein.
  119. Daß Christus lang zuvor, eh daß er war, gewesen,
  120. Daß der gerechte Mensch wächst wie ein Palmenbaum,
  121. Daß dir im Sonnesehn vergehet das Gesicht,
  122. Daß du nicht Menschen liebst, das tust du recht und wohl,
  123. Das edelste Gebet ist, wenn der Beter sich
  124. Das Ei ist in der Henn, die Henn ist in dem Ei;
  125. Das Ende krönt das Werk, das Leben ziert der Tod.
  126. Das feinest auf der Welt ist reine Jungfernerde;
  127. Das Feuer schmelzt und eint: sinkst du in Ursprung ein,
  128. Das Feur rügt alle Ding und wird doch nicht bewegt;
  129. Das Freundlichste nach Gott ist die verliebte Seele;
  130. Daß Gott allmächtig sei, das glaubet jener nicht,
  131. Daß Gott dreieinig ist, zeigt dir ein jedes Kraut,
  132. Daß Gott ein Lämmlein ist, das hilft dir nicht, mein Christ,
  133. Daß Gott gekreuzigt wird, daß man ihn kann verwunden,
  134. Daß Gott kein Ende hat, gesteh ich dir nicht zu,
  135. Daß Gott so selig ist und lebet ohn Verlangen,
  136. Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein:
  137. Das größte, das ein Mensch bedarf zur Seligkeit,
  138. Das Gute kommt aus Gott, drum ists auch sein allein;
  139. Das Gute lieb ich hoch, dem Bösen bin ich feind,
  140. Daß Herrngunst ewiglich und nicht nur kurz bestehe,
  141. Das Herz ist unser Rohr, die Liebe Kraut und Lot,
  142. Das Herz ist wie das Aug; ein einzigs Gränelein,
  143. Das Himmelreich wird leicht erobert und sein Leben:
  144. Das Hochzeitskleid ist Gott und seines Geistes Liebe;
  145. Daß ich den höchsten Gott zum Bräutgam angenommen,
  146. Daß ich Gott fürchten soll und über alles lieben,
  147. Das irdsche Gut ist Mist, die Armen sind der Acker,
  148. Das Kreuz zu Golgatha kann dich nicht von dem Bösen,
  149. Das Kreuze bringet Pein, das Kreuze bringet Freud,
  150. Das Lamm, das hat sein Mahl zur Abendzeit bestimmt;
  151. Das lebendige Buch des Lebens uns zu lesen,
  152. Das Leiden Christi ist am Kreuz nicht gar vollbracht,
  153. Das Licht der Ewigkeit, das leucht auch in der Nacht.
  154. Das Licht der Herrlichkeit laß ich die Sonne sein,
  155. Das Licht der Herrlichkeit scheint mitten in der Nacht.
  156. Das Licht gibt allem Kraft: Gott selber lebt im Lichte,
  157. Das liebste Werk, das Gott so inniglich liegt an,
  158. Das Lob, das Gott dem Herrn ein Ungerechter gibt,
  159. Das Losungswort ist Lieb; hast dus nicht eingenommen,
  160. Das Maß der Seligkeit mißt ihr die Liebe ein;
  161. Das Meer der Ewigkeit, je mehrs der Geist beschifft,
  162. Das Mundloch gibt nicht Feur, im Fall du je willst schießen,
  163. Daß nach der Himmelstür so wenig Menschen greifen!
  164. Das Neu-Jerusalem bist du für Gott, mein Christ,
  165. Das neugeborne Kindelein,
  166. Das Nichts, die Kreatur, wenn sichs Gott vorgesetzt,
  167. Das Reich Gotts ist in uns. Hast du schon hier auf Erden
  168. Das Richtscheit des Gemüts ist die Bescheidenheit;
  169. Das Schaf ist gänzlich hin, das nie wird wieder funden;
  170. Das Schmählichst ist die Sünd. Denk, Sünder, was für Schmach,
  171. Das Tier wird durch die Art, der Mensch durch den Verstand,
  172. Das Tröpflein wird das Meer, wenn es ins Meer gekommen;
  173. Das überlichte Licht schaut man in diesem Leben
  174. Das Unaussprechliche, das man pflegt Gott zu nennen,
  175. Das unerschaffne Licht wird ein erschaffnes Wesen,
  176. Das Wasser in dem Brunn, die Ros auf ihrem Stamm,
  177. Das Weib umgibt den Mann, der Jungfrau wird vertraut
  178. Das Wesen Gottes macht sich keinem Ding gemein
  179. Das Wort schallt mehr in dir als in des andern Munde;
  180. Das Wort, das alles trägt, auch selbsten Gott, den Alten,
  181. Das Wort, das dich und mich und alle Dinge trägt,
  182. Das Wort, das Gott von dir am allerliebsten hört,
  183. Das Wunderlichst an Gott ist die Vorsichtigkeit,
  184. Dein eigne Liebe zwinget mich,
  185. Dein Feldherr geht voran, er streit für dich, mein Christ:
  186. Dein Geist sei aufgespannt, dein Herze leer und rein,
  187. Dein Herz empfähet Gott mit alle seinem Gut,
  188. Dein Stein, Chymist, ist nichts; der Eckstein, den ich mein,
  189. Dem Gottsbegierigen wird dieser Punkt der Zeit
  190. Dem Heilgen geht nichts ab, er hat schon in der Zeit
  191. Dem Wuchrer fall ich bei, der sich so viel erlaufen,
  192. Den Armen bin ich huld, doch lieb ich mehr die Reichen,
  193. Den Bräutgam deiner Seel verlanget einzuziehen,
  194. Den Engeln geht es wohl, noch besser uns auf Erden;
  195. Den ersten Adam, den hat Gott allein gemacht,
  196. Den Goldstein suchet man und läßt den Eckestein,
  197. Den halt ich im Tingiern für Meister und bewährt,
  198. Den Himmel wünsch ich mir, lieb aber auch die Erden;
  199. Den Knechten ist Gott Herr, dir Vater, wo du Kind;
  200. Den Männern gibet Gott zu trinken starken Wein;
  201. Den Sünder, welcher sich nicht ewig wendt von Gott,
  202. Denk an den Tod, mein Christ, was denkst du anders viel?
  203. Denkst du den Namen Gotts zu sprechen in der Zeit,
  204. Denkt doch, ihr Hirten, was für Gunst
  205. Denkt doch, was Demut ist! seht doch, was Einfalt kann!
  206. Denkt, Mosis Antlitz ward so glänzend als die Sonne,
  207. Denkt, überall ist Gott, der große Jehova,
  208. Der Abgrund meines Geists ruft immer mit Geschrei
  209. Der Adler sieht getrost grad in die Sonn hinein
  210. Der Alleredelste, den man ersinnen kann,
  211. Der allerliebste Mensch, den Gott hat in der Zeit,
  212. Der allernächste Weg zur wahren Heiligkeit
  213. Der arme Christ ist Gott; doch sieht des Reichen Haus
  214. Der Arme, gibst du ihm, macht dich dem Reichen gleich.
  215. Der Armut Eigentum ist Freiheit allermeist,
  216. Der Blitz des Sohnes Gotts durchleucht in einem Nun
  217. Der Bräutgam kommt, der Bräutgam kommt,
  218. Der Durst ist nicht ein Ding und doch kann er dich plagen;
  219. Der edle Schäfer, Gottes Sohn,
  220. Der Eifer ist ein Feur; brennt er ums Nächsten Heil,
  221. Der Einfalt Eigenschaft ist: nichts von Schalkheit wissen,
  222. Der Engel schauet Gott mit heitern Augen an,
  223. Der erst und letzte Mensch ist Christus selbst allein,
  224. Der ewge Gottes Sohn wird heut erst Kind genannt,
  225. Der ewge Gottessohn kommt her in diese Wüsten
  226. Der Feldherr triumphiert, er hat die Ehr allein;
  227. Der Frühling kommt heran,
  228. Der Geist braust ja wie Most, die Jünger allesamt
  229. Der Geist des Herrn erfüllt den ganzen Erdenkreis;
  230. Der Geist lebt in sich selbst, gebricht ihm gleich das Licht,
  231. Der Geist, den Gott mir hat im Schöpfen eingehaucht,
  232. Der Geist, der allezeit in Gott steht aufgericht,
  233. Der Geist, der nunmehr ist mit Gott ein einges Ein,
  234. Der Geist, der voller Freud in Leiden wird gefunden
  235. Der Geizhals ist ein Narr, er sammlet was vergeht;
  236. Der Geizhals muß davon, läßt anderen sein Geld;
  237. Der Geizhals scharrt und kratzt um zeitlichen Gewinn;
  238. Der Glaub allein ist tot, er kann nicht eher leben,
  239. Der Glaub ohne Lieb allein (wie ich mich wohl besinne),
  240. Der Glaube greift nach Gott, die Hoffnung nimmt ihn wahr,
  241. Der Glaube, Senfkorn groß, versetzt den Berg ins Meer:
  242. Der Goldstein machet Gold, das mit der Welt vergeht,
  243. Der gottverliebte Mensch hat sonsten keine Pein,
  244. Der Groschen, Sohn unds Schaf bin ich mit Geist, Leib, Seele;
  245. Der größte Heilige wird sich so hoch erfreun
  246. Der größte Reichtum ist nach keinem Reichtum streben,
  247. Der größte Schatz nach Gott ist guter Will auf Erden;
  248. Der größte Trost nach Gott dünkt mich im Himmel sein,
  249. Der guldene Begriff, durch den man alles kann,
  250. Der heilge Geist der schmelzt, der Vater der verzehrt,
  251. Der Heilge nimmt es gleich, läßt ihn Gott liegen krank,
  252. Der Heilge steiget auf und wird ein Gott in Gott,
  253. Der Heilge, was er tut, tut nichts nach dem Gebot,
  254. Der Heilgen größtes Werk und Arbeit auf der Erden
  255. Der Heilige kann nie im Geist betrübet sein.
  256. Der Heiligkeit Natur ist lauter Lieb, o Christ;
  257. Der Herr ist meiner Augen Trost,
  258. Der Herr spricht: eins ist not und, was die Martha tut,
  259. Der Herr vergleicht sein Reich mit einem fein Perlein,
  260. Der Himmel auf der Welt, das allersüßste Leben
  261. Der Himmel ist in dir und auch der Höllen Qual:
  262. Der Himmel ist voll Ruhm, voll Ehr und Herrlichkeit,
  263. Der Himmel schätzt sich nicht, ob er gleich alls ernährt;
  264. Der Himmel senket sich, er kommt und wird zur Erden.
  265. Der Himmel tut sich auf, der Bräutgam kommt gegangen,
  266. Der Hirsch, der lauft und sucht ein kühles Brünnelein,
  267. Der Hirt ist Gottes Sohn, die Gottheit ist die Wüste,
  268. Der höchste Friede, den die Seele kann genießen,
  269. Der höchste Gottesdienst ist Gotte gleiche werden,
  270. Der Ichheit ist Gott feind, Verleugnung ist er hold,
  271. Der ist der weise Mann, der sich und Gott wohl kennt;
  272. Der Juden Osterlamm war Fleisch und Blut von Tieren
  273. Der jungfräuliche Leib, der unser Himmelsbrot
  274. Der König führt die Braut in Keller selbst hinein,
  275. Der Krieg gewinnt dir Fried, mit Streit erlangst du Freud,
  276. Der Kuß des Bräutgams Gotts ist die Empfindlichkeit
  277. Der Leib muß sich in Geist, der Geist in Gott erheben,
  278. Der Leib von Erden her wird wiederum zu Erden.
  279. Der Liebe Gegenwurf ists höchste Gut allein,
  280. Der Liebe Mittelpunkt ist Gott und auch ihr Kreis,
  281. Der Märtrer Lebenslauf ist wenig aufgeschrieben.
  282. Der Mensch hat eher nicht vollkommne Seligkeit,
  283. Der Mensch ist alle Ding; ists, daß ihm eins gebricht,
  284. Der Mensch muß doch was sein; Gott nimmt sein Wesen an,
  285. Der Mensch, der seinen Geist nicht über sich erhebt,
  286. Der nächste Weg zu Gott ist durch der Liebe Tür;
  287. Der Name Jesus ist ein ausgegossnes Öle,
  288. Der Narr hält sich für reich bei einem Sack voll Geld;
  289. Der Ort unds Wort ist eins und wäre nicht der Ort,
  290. Der Punkt der Seligkeit besteht in dem allein,
  291. Der Regen fällt nicht ihm, die Sonne scheint nicht ihr,
  292. Der Reiche dieser Welt, was hat er für Gewinn?
  293. Der Reiche suchet Gold, der Arme suchet Gott.
  294. Der Reiche, wenn er viel von seiner Armut spricht,
  295. Der reichste Teufel hat nicht einen Kieselstein.
  296. Der Schiffer wirft im Sturm die schwersten Waren aus;
  297. Der Schiffmann redt vom Meer, der Jäger von den Hunden,
  298. Der Schlaf ist dreierlei: der Sünder schläft im Tod,
  299. Der Seelen Morgenröt ist Gott in dieser Zeit,
  300. Der Selgen Eigenschaft ist: ganz nach Gotte leben,
  301. Der Sinn, der Geist, das Wort, die lehren klar und frei,
  302. Der so aus Gott geborn, sein Fleisch hat und Gemüte,
  303. Der Sohn erlöset uns, der Geist, der macht uns leben,
  304. Der Sonne tuts nicht weh, wenn du von ihr dich kehrst,
  305. Der Spiegel zeiget dir dein äußres Angesicht.
  306. Der Strahl ist nichts, wenn er sich von der Sonn abbricht;
  307. Der Sünder ist des Tiers und aller Teufel Stall;
  308. Der Sünder ist nicht mehr. Wie? seh ich ihn doch stehn!
  309. Der Sünder siehet nichts; je mehr er lauft und rennt
  310. Der Sünder zielt nach Gott und wendt sich von ihm weg,
  311. Der süße Jesus-Nam ist Honig auf der Zung,
  312. Der süßeste Geruch, der Gott so sehr beliebt,
  313. Der Szepter ist ein Rohr, ein Dornenbusch die Kron,
  314. Der Tag ist nunmehr hin,
  315. Der Tau erquickt das Feld; soll er mein Herze laben,
  316. Der Teufel durchs Gebet, das Fleisch kann durch Kastein,
  317. Der Teufel höret nichts als donnern, poltern, krachen;
  318. Der Teufel ist so gut dem Wesen nach als du.
  319. Der Thronfürst ruht in Gott, ihn schaut der Cherubin,
  320. Der Tod bewegt mich nicht, ich komme nur durch ihn,
  321. Der Tod der Heiligen ist wert geacht vor Gott;
  322. Der Tod ist doch noch gut; könnt ihn ein Höllhund haben,
  323. Der Tod ist mein Gewinn, Verlust das lange Leben,
  324. Der Tod, aus welchem nicht ein neues Leben blühet,
  325. Der Trank, den Gott der Herr, am allerliebsten trinkt,
  326. Der Umkreis ist im Punkt, im Samen liegt die Frucht,
  327. Der ungewordne Gott wird mitten in der Zeit,
  328. Der Vater war zuvor, der Sohn ist noch zur Zeit,
  329. Der Vielheit ist Gott Feind; drum zieht er uns so ein,
  330. Der Vogel in der Luft, der Stein ruht auf dem Land,
  331. Der wahre Gottes Sohn ist Christus nur allein;
  332. Der Weis' ist hoch gesinnt; wird ihm was zugesandt,
  333. Der Weis' ist klüglich reich, er hat das Geld im Kasten,
  334. Der Weis' ist nie allein, geht er gleich ohne dich,
  335. Der Weis' ist stets in Freud, er wird von nichts betrübt;
  336. Der Weis' ist voller Ehrn. Wie da? er ist erkiest,
  337. Der Weis' ist, was er hat; willst du das Feinperlein
  338. Der Weise fehlet nie, er trifft allzeit das Ziel;
  339. Der Weise geht nie irr; er hängt auf jeder Bahn
  340. Der Weise hat sein Herz bei Gott und in dem Himmel,
  341. Der Weise lacht dazu, wenn man ihm alls genommen.
  342. Der Weise machet Gold, verändert Erz und Stein,
  343. Der weise Mann ist nie um einen Heller kommen,
  344. Der Weise stirbt nicht mehr, er ist zuvor schon tot,
  345. Der Weise strebet nicht nach äußrem Ehrenstand;
  346. Der Weise streuet aus für seine Freund in Gott;
  347. Der Weise suchet nichts, er hat den stillsten Orden,
  348. Der Weise suchet Ruh und fliehet das Getümmel,
  349. Der Weise sucht nur eins und zwar das höchste Gut.
  350. Der Weise sündigt nicht; die richtige Vernunft,
  351. Der Weise wartet nicht, bis ihm was wird genommen;
  352. Der Weise wird sich nie in Pein und Unglück grämen;
  353. Der Weise, was er hat, hat alls mit alln gemein.
  354. Der Weise, welcher sich hat über sich gebracht,
  355. Der Weise, wenn er soll von Pein und Unglück sagen,
  356. Der Weise, wenn er stirbt, begehrt in Himmel nicht,
  357. Der wesentlichste Dank, den Gott liebt wie sein Leben,
  358. Der Will macht dich verlorn, der Will macht dich gefunden,
  359. Der Winter ist die Sünd, die Buße Frühlingszeit,
  360. Der Wunder hat es viel, kein größers kann ich sehen,
  361. Der Zorn ist höllisch Feur; wenn er in dir entbrennt,
  362. Der Zufall muß hinweg und aller falsche Schein;
  363. Der, was er hat, nicht hat und alles schätzet gleich,
  364. Des Herren Christi Tod hilft dir nicht eh, mein Christ,
  365. Des Menschen Weisheit ist gottselig sein auf Erden,
  366. Des Morgens geht Gott aus, zu Mittag schläfet er,
  367. Des Sünders Seele liegt, des Büßers richt sich auf
  368. Des Weisen Adel ist sein göttliches Gemüte,
  369. Des Weisen Ahnen sind Gott Vater, Sohn und Geist;
  370. Des Weisen ganzes Werk ist, daß er werde Gott;
  371. Dich, Jesu, loben wir,
  372. Dich, Mutter Gottes, loben wir,
  373. Die Abgestorbenheit muß eine Wittib sein,
  374. Die Allmacht hält die Welt, die Weisheit, die regiert,
  375. Die Allmacht zeucht mich auf, die Weisheit weist mich an,
  376. Die Ankunft hilft doch viel; weil Christus gnug getan,
  377. Die Armut ist ein Schatz, dem keine Schätze gleichen.
  378. Die Armut steht im Geist, ich kann ein Kaiser werden
  379. Die Armut unsres Geists besteht in Innigkeit,
  380. Die Auferstehung ist im Geiste schon geschehn,
  381. Die Braut des ewgen Gotts kann jede Seele werden,
  382. Die Braut ist meine Seel, der Bräutgam Gottes Sohn,
  383. Die Braut verdient sich mehr mit einem Kuß um Gott,
  384. Die Braut verliebet sich in Bräutigam allein;
  385. Die Buß ist bald getan, daß dich Gott los muß sagen,
  386. Die Buß ist wie ein Strom, sie dämpft mit ihren Wellen
  387. Die Buße riechet wohl, die Sünden alle stinken,
  388. Die Büßer flehn Gott an, die Freien danken ihm,
  389. Die Demut ist der Grund, der Deckel und der Schrein,
  390. Die Demut senket sich in solchen Abgrund ein,
  391. Die Demut, die erhebt, die Armut machet reich,
  392. Die Dornen, die das Haupt des Herrn zerstechen ganz,
  393. Die Ehr ist doch nicht nichts. Die nie nach Ehren streben,
  394. Die Ehre dieser Welt vergeht in kurzer Zeit;
  395. Die Einfalt ist so wert, daß, wenn sie Gott gebricht,
  396. Die Einfalt schätz ich hoch, der Gott hat Witz beschert;
  397. Die Einsamkeit ist not; doch sei nur nicht gemein,
  398. Die Engel singen schön; ich weiß, daß dein Gesinge,
  399. Die Erde scheint dir breit, ein Klümplein groß, mein Christ,
  400. Die ewge Gottheit ist der Menschheit so verpflicht,
  401. Die ewge Gottheit ist so reich an Rat und Tat,
  402. Die ewge Lustbarkeit sehnt sich in mir zu sein.
  403. Die ewge Weisheit baut: Ich werde der Palast,
  404. Die Ewigkeit ist uns so innig und gemein,
  405. Die Ewigkeit weiß nichts von Jahren, Tagen, Stunden;
  406. Die Frommen haben gar nichts Eignes in der Welt
  407. Die Furcht des Herren ist der Weisheit Anbeginn;
  408. Die ganze Welt ist nichts; du hast nicht viel veracht,
  409. Die geistliche Geburt, die sich in mir eräugt,
  410. Die Gleichheit ist ein Schatz: hast du sie in der Zeit,
  411. Die Gnade fließt von Gott wie Wärme von dem Feur,
  412. Die Goldheit machet Gold, die Gottheit machet Gott:
  413. Die Gottheit ist ein Brunn, aus ihr kommt alles her
  414. Die Gottheit ist mein Saft; was aus mir grünt und blüht,
  415. Die Gottheit ist so nah der Jungfrauschaft verwandt,
  416. Die große Lieblichkeit, mit welcher Gottes Kind,
  417. Die größte Seligkeit, die ich mir kann ersinnen,
  418. Die Heiden plappern viel, wer geistlich weiß zu beten,
  419. Die heilge Majestät, willst du ihr Ehr erzeigen,
  420. Die Heilgen alle sind ein Heiliger allein,
  421. Die Heilgen sind darum mit Gottes Ruh umfangen
  422. Die Heilgen sind so viel von Gottes Gottheit trunken,
  423. Die Heiligen sind Gott ein lieblicher Geruch,
  424. Die Heiligkeit ist gut; wer drüber kommen kann,
  425. Die höchste Freud und Lust, die Gott mir kann gewährn,
  426. Die höchste Seligkeit, die mir Gott selbst kann geben,
  427. Die Hoffart wird gehaßt, die Demut wird geliebt,
  428. Die Hoffnung hält mich noch, sonst wär ich längst dahin;
  429. Die Hoffnung höret auf, der Glaube kommt zum Schauen,
  430. Die Hoffnung ist ein Seil; könnt ein Verdammter hoffen,
  431. Die Höll wird Himmelreich noch hier auf dieser Erden,
  432. Die Hölle schadt mir nichts, wär ich gleich stets in ihr;
  433. Die Hure Babylon trinkt Blut und trinkt den Tod.
  434. Die Jungfrauschaft ist wert, doch muß sie Mutter werden,
  435. Die Keuschheit ist bei Gott so kräftig wert und rein,
  436. Die Keuschheit ist ein Schloß, das niemand auf kann schließen,
  437. Die kluge Jungfrau hat ihrn Schmuck in sich allein;
  438. Die Knechte fürchten Gott, die Freunde lieben ihn,
  439. Die Kreatur ist mehr in Gotte, denn in ihr;
  440. Die Kreaturen sind des ewgen Wortes Stimme:
  441. Die Krippe halt ich nun für einen Kleinodschrein,
  442. Die Laster gehn bekleidt, die Tugend stehet bloß,
  443. Die Laster sind bestrickt, die Tugenden gehn frei;
  444. Die Lieb beherrschet alls; auch die Dreieinigkeit
  445. Die Lieb beseligt alls, auch Gott, den Herrn, dazu;
  446. Die Lieb durchdringet alls; ins innerste Gemach,
  447. Die Lieb ist das Gewicht. Ists wahr, daß wir Gott lieben,
  448. Die Lieb ist ein Magnet, sie ziehet mich in Gott,
  449. Die Lieb ist Flut und Glut; kann sie dein Herz empfinden,
  450. Die Lieb ist Gotts Natur, er kann nicht anders tun;
  451. Die Lieb ist nie allein, wer sich mit ihr beweibt,
  452. Die Lieb ist unser Gott, es lebet alls durch Liebe:
  453. Die Lieb ist wie der Tod, sie tötet meine Sinnen,
  454. Die Lieb ists schnellste Ding, sie kann für sich allein
  455. Die Liebe dieser Welt will alls für sich allein,
  456. Die Liebe dieser Welt, die endt sich mit Betrüben,
  457. Die Liebe folgt aufs Schaun, Schau an die ewgen Dinge,
  458. Die Liebe fürcht sich nicht, sie kann auch nicht verderben,
  459. Die Liebe gegen Gott steht nicht in Süßigkeit;
  460. Die Liebe geht zu Gott unangesagt hinein,
  461. Die Liebe hat Gott selbst zum wesentlichen Lohn,
  462. Die Liebe macht uns kühn; wer Gott den Herrn will küssen,
  463. Die Liebe schmilzt das Herz und machts wie Wachs zerfließen,
  464. Die Liebe, welche man seraphisch pflegt zu nennen,
  465. Die Liebe, welche sich zu Gott in dir beweist,
  466. Die Liebe, wenn sie neu, braust wie ein junger Wein;
  467. Die lieblichste Musik, die Gott den Grimm benimmt,
  468. Die Losung der Gespan: Wers gern mit Narren hält,
  469. Die Mahlzeit ist bereit, das Lamm zeigt seine Wunden,
  470. Die Martha lauft und rennt, daß sie den Herren speise,
  471. Die Meinungen sind Sand, ein Narr, der bauet drein;
  472. Die Menschen, die in Gott mit Christo sind verschlungen,
  473. Die Menschheit ist die Milch, die Gottheit ist der Wein;
  474. Die Morgenröt ist schön, noch schöner eine Seele,
  475. Die Perle wird vom Tau in einer Muschelhöhle
  476. Die Pforten deiner Stadt, mein Gott, sind perlefein;
  477. Die Rachgier ist ein Rad, das nimmer stille steht;
  478. Die Ros ist meine Seel, der Dorn des Fleisches Lust,
  479. Die Ros ist ohn warum; sie blühet, weil sie blühet,
  480. Die Rose, welche hier dein äußres Auge sieht,
  481. Die Rosen seh ich gern, denn sie sind weiß und rot
  482. Die Ruh, die Gott begehrt, die ist von Sünden rein,
  483. Die Ruhe deines Geists macht dich zu einem Thron,
  484. Die Ruhe des Gemüts besteht in dem allein,
  485. Die Sanftmut ist ein Samt, auf dem Gott ruht und liegt;
  486. Die Schildwach ist verlorn, die sich in Schlaf versenkt;
  487. Die Schnecke leckt den Tau und ich, Herr Christ, dein Blut:
  488. Die schnödste Sklaverei ist gerne Sklave sein;
  489. Die Schönheit ist ein Licht; je mehr dir Licht gebrist,
  490. Die Schönheit kommt von Liebe; auch Gottes Angesicht
  491. Die Schönheit lieb ich sehr; doch nenn ich sie kaum schön,
  492. Die Schöpfung ist ein Buch; wers weislich lesen kann,
  493. Die Schrift ist Schrift, sonst nichts. Mein Trost ist Wesenheit
  494. Die Seel ist ein Kristall, die Gottheit ist ihr Schein;
  495. Die Seel ist eine Flamm, aus Gott, dem Blitz, gegangen;8
  496. Die Seel ist groß von Macht, Gott selbst muß ihr gestehn
  497. Die Seel sieht mit Verstand, geht mit Begierden fort,
  498. Die Seel, die Jungfrau ist und nichts als Gott empfängt,
  499. Die Seel, die nichts als Gott gedenkt zu allen Stunden,
  500. Die Seel, ein ewger Geist, ist über alle Zeit,
  501. Die Seel, in der Gott wohnt, die ist (o Seligkeit!)
  502. Die Seele Christi heilge mich,
  503. Die Seele, die nichts sucht als eins mit Gott zu sein,
  504. Die Seele, die nichts weiß, nichts will, nichts liebt, denn Ein,
  505. Die Seele, Gottes Bild, ist der verlorne Groschen,
  506. Die Seele, weil sie ist gemacht zur Ewigkeit,
  507. Die Seele, welche Gott, das Herze, treffen will,
  508. Die Seele, welche hier noch kleiner ist als klein,
  509. Die Seele, welche sich die Sünde läßt ermorden,
  510. Die selge Seele weiß nichts mehr von Anderheit,
  511. Die Selgen dürfen sich, daß sie nie satt sind freun.
  512. Die Seligkeit ist alls. Wer alles will erheben,
  513. Die Seligkeit ist Gott und Gott die Seligkeit,
  514. Die Sinnen sind im Geist all ein Sinn und Gebrauch;
  515. Die Sonn erreget alls, macht alle Sterne tanzen,
  516. Die Sonn erwärmet alls, ja auch den kältsten Stein;
  517. Die Sonn erweicht das Wachs und machet hart den Kot,
  518. Die Sonn ist nur ein Glast und alles Licht ein Schein:
  519. Die Sonne kommt heran
  520. Die Sonne muß ihr Licht alln, die es wolln, gewährn;
  521. Die Sonne scheint und wirkt ohn alln Verdruß und Pein,
  522. Die Sünd bringt doch was Guts; sie muß den Frommen dienen,
  523. Die Sünd ist anders nichts, als daß ein Mensch von Gott
  524. Die Sünd ist voll Betrugs. Läßt du dich sie regiern,
  525. Die Sünde, weil sie Gott erzürnt und dich verletzt,
  526. Die Sünder liegen krank, ihr Arzt ist Jesus Christ,
  527. Die Sünder, ob sie gleich in lauter Freude leben,
  528. Die Teufel lästern Gott, das Vieh, das acht ihn nicht,
  529. Die Tränen, welche du bei unsers Herren Füßen
  530. Die Tugend liegt in Ruh, die Laster stehn in Streit,
  531. Die Tugend nackt und bloß kann nicht vor Gott bestehn,
  532. Die Tugend, die dich krönt mit ewger Seligkeit,
  533. Die Tugend, spricht der Weis', ist selbst ihr schönster Lohn.
  534. Die Tugenden sind so verknüpfet und verbunden,
  535. Die Turteltaube klagt, daß sie den Mann verloren,
  536. Die Unschuld ist ein Gold, das keine Schlacken hat;
  537. Die wahre Ledigkeit ist wie ein edles Faß,
  538. Die wahre Weisheit, die dir zeigt die Himmelstür,
  539. Die Wahrheit gibt das Sein; wer sie nicht recht erkennt,
  540. Die Wegescheid ist hier: Wo lenkst du dich nun hin?
  541. Die Weisheit findt sich gern, wo ihre Kinder sind.
  542. Die Weisheit ist ein Quell, je mehr man aus ihr trinkt,
  543. Die Weisheit schauet Gott, die Liebe küsset ihn;
  544. Die Weisheit schauet sich in ihrem Spiegel an.
  545. Die Weisheit tadelt nichts; sie aber muß allein
  546. Die Welt ist eitel Nichts, die Engel sind gemein;
  547. Die Welt ist meine See, der Schiffmann Gottes Geist,
  548. Die Welt ist mir zu eng, der Himmel ist zu klein;
  549. Die Welt scheint kugelrund, dieweil sie soll vergehn.
  550. Die Welt, die hält dich nicht, du selber bist die Welt,
  551. Die Weltlieb hat die Art, daß sie sich abwärts neigt,
  552. Die Wunde, die mein Gott für mich ins Herz empfängt,
  553. Die Zahlen alle gar sind aus dem Eins geflossen
  554. Die zarte Gottheit ist ein Nichts und Übernichts:
  555. Die Zeit geht an, die Jesus hat bestimmt,
  556. Die Zeit ist edeler als tausend Ewigkeiten;
  557. Die Zukunft unsers Herrn war, ist und wird geschehn
  558. Die Zuversicht ist gut und das Vertrauen fein;
  559. Dies alles ist ein Spiel, das sich die Gottheit macht;
  560. Dies Holz ist köstlicher als Salomonis Thron,
  561. Dies ists Erfreulichste, wie meiner Seel fällt ein,
  562. Dies war die keusche Seel, die Gott von freier Hand
  563. Dieweil dein Herz nach Gott so lodert, Augustin,
  564. Dieweil der Gottheit Ström aus mir sich solln ergießen,
  565. Dieweil nunmehr die finstre Nacht
  566. Dort in der Ewigkeit geschiehet alls zugleich,
  567. Drei Feinde hat der Mensch: Sich, Beelzebub und Welt,
  568. Drei Stände küssen Gott: die Mägde falln zu Füßen,
  569. Drei Tage weiß ich nur als Gestern, Heut und Morgen:
  570. Drei Weisen tragen Gott in mir drei Gaben an:
  571. Drei Werke muß man tun, wenn man vor Gott will treten;
  572. Drei Worte schrecken mich: das Immer-, Allezeit-
  573. Drei wünsch ich mir zu sein: erleucht wie Cherubim,
  574. Du Allerschönster, den ich weiß,
  575. Du allerschönstes Bild, wem soll ich dich vergleichen?
  576. Du armer Sterblicher, ach bleib doch nicht so kleben
  577. Du armes Vögelein, kannst du nicht selber fliegen,
  578. Du bist die Babel selbst; gehst du nicht aus dir aus,
  579. Du bist ein Seraphin noch hier auf dieser Erden,
  580. Du bist ganz schön, mein edle Zier,
  581. Du darfst zu Gott nicht schrein, der Brunnquell ist in dir;
  582. Du dünkst dich viel zu sein. Ach! wärst du über dir
  583. Du edle Freiheit, du! Wer sich nicht dir ergiebet
  584. Du edle Lilie, wer findet deinesgleichen,
  585. Du edler Bräutigam, der du mich neu geboren
  586. Du edler Jüngling, mein Patron,
  587. Du findest, wie du suchst; wie du auch klopfest an
  588. Du fragst, wie lange Gott gewest sei, um Bericht?
  589. Du grübelst in der Schrift und meinst mit Klügelei
  590. Du grüner Zweig, du edles Reis,
  591. Du hast gern deinen Hund, der dir beliebt, bei dir;
  592. Du hast uns, Gott, mit deinem Blut
  593. Du huldenreiches Jesulein,
  594. Du kannst mit deinem Pfeil die Sonne nicht erreichen;
  595. Du keusche Seele, die du mich
  596. Du klagst, die Kreaturn, die bringen dich in Pein;
  597. Du Königin der Herrlichkeit,
  598. Du lachest, daß das Kind um seine Tocken weint!
  599. Du lachst den Krieger aus, der sich mit Raub beschwert;
  600. Du läßt die ewge Lust und kiesest ewge Pein,
  601. Du magst Gott, wie du willst, für deinen Herrn erkennen,
  602. Du milder Schöpfer, lasse dir
  603. Du mußt den Leib in Geist, den Geist in Gott versetzen,
  604. Du mußt ganz lauter sein und stehn in einem Nun,
  605. Du preist Mariam hoch: ich sage noch dabei,
  606. Du reisest vielerlei zu sehn und auszuspähn;
  607. Du rennst in Todsgefahr, schnöd Ehre zu erwerben;
  608. Du Sabbat aller frommen Seelen,
  609. Du schlägst ums Zeitliche das Ewig in den Wind;
  610. Du schmückst dich, wenn du sollst nachs Kaisers Hofe gehn,
  611. Du schnöder Madensack, was bildest du dir ein?
  612. Du schreiest auf den Dieb und schiltst ihn unverhohlen.
  613. Du selber machst die Zeit, das Uhrwerk sind die Sinnen;
  614. Du selber mußt aus dir. Wenn du dich selbst wirst hassen,
  615. Du sprichst, das Große kann nicht in dem Kleinen sein,
  616. Du sprichst, das höllsche Feur wird nie gelöscht gesehn,
  617. Du sprichst, die Heiligen sind tot zu unsrer Not;
  618. Du sprichst, du wirst noch wohl Gott sehen und sein Licht;
  619. Du sprichst, im Firmament sei eine Sonn allein;
  620. Du sprichst, Theophilus sei meistenteils allein,
  621. Du sprichst: Versetze dich aus Zeit in Ewigkeit.
  622. Du steckst im falschen Wahn, kannst du die Welt nicht hassen,
  623. Du strebst so emsiglich nach einem Flecklein Erden;
  624. Du suchst das Paradeis und wünschest hinzukommen,
  625. Du suchst mit solchem Fleiß das ewige Bewegen
  626. Du süße Taube, heilger Geist,
  627. Du süßer Knabe du, wie herzlich lieb ich dich!
  628. Du tausendliebster Gott, mein innigstes Verlangen,
  629. Du tausendschönes Kind,
  630. Du Tochter Gottes, sei gegrüßt,
  631. Du unvergleichlichs Gut, wer wollte dich nicht lieben?
  632. Du weltberühmte Büßerin,
  633. Du willst kein Heilger sein, gleichwohl in Himmel kommen!
  634. Du willst nicht Sklave sein, und doch ists wahr, mein Christ,
  635. Du wonnigliches Gut, das alle Geister speiset
  636. Du Wunderbrot, du wahrer Gott,
  637. Du zuckersüßes Himmelbrot,
  638. Du, meiner Seelen güldne Zier,
  639. Durch Hoffart, Fleischeslust und durch Begier der Welt
  640. Durch Tötung deiner selbst wirst du Gotts Lamm darstellen;
  641. Durch Weisheit ist Gott tief, breit durch Barmherzigkeit,
  642. Eh als ich Ich noch war, da war ich Gott in Gott,
  643. Eh Gott die Welt erschuf, was war in diesem Ort?
  644. Eh ich noch etwas ward, da war ich Gottes Leben:
  645. Ei, lad doch recht und scharf, was paffst du in die Luft?
  646. Ein abgefallnes Laub, ein saures Tröpflein Wein,
  647. Ein abgestorbner Mensch, ob man ihm übel spricht,
  648. Ein Auge, das sich nie der Lust des Sehns entbricht,
  649. Ein Augenblick ist kurz, noch kann ich kühnlich sagen,
  650. Ein ausgebrannte Stadt, ein Schloß, das ganz zerstört,
  651. Ein Bräutgam sein ist viel, noch mehr der Braut genießen
  652. Ein Christ erfreuet sich in Leiden, Kreuz und Pein;
  653. Ein Christ trägt mit Geduld sein Leiden, Kreuz und Pein,
  654. Ein einger Gott und viel, wie stimmt das überein?
  655. Ein einzigs Wort hilft mir; schreibts Gott mir einmal ein,
  656. Ein einzigs Wort spricht Gott zu mir, zu dir und allen:
  657. Ein Engel sein ist viel, noch mehr ein Mensch auf Erden
  658. Ein Fünklein außerm Feur, ein Tröpflein außerm Meer,
  659. Ein Gott ergebner Mensch ist Gotte gleich an Ruh
  660. Ein göttliches Gemüt steht stets nach Gott gericht;
  661. Ein grundgelassner Mensch ist ewig frei und ein;
  662. Ein gut Gewissen ruht, ein böses beißt und billt,
  663. Ein Herr in seinem Haus, ein Fürst in seinem Land,
  664. Ein Herz, das krank vor Lieb, wird eher nicht gesund,
  665. Ein Herze voller Gott mit einem Leib voll Leiden
  666. Ein Herze, das zu Grund Gott still ist, wie er will,
  667. Ein Herze, welches nicht von Gottes Lieb ist wund,
  668. Ein Herze, welches sich vergnügt mit Ort und Zeit,
  669. Ein Himmelspähender ist dem Geschöpfe tot.
  670. Ein hirtenloses Schaf, ein Körper, welcher tot,
  671. Ein Irrlicht ist der Bös', ein guter Mensch ein Stern,
  672. Ein jeder Heiliger wird sich in allen sehn;
  673. Ein Kampfplatz ist die Welt; das Kränzlein und die Kron
  674. Ein Kind, das auf der Welt nur eine Stunde bleibt,
  675. Ein Knecht ist gern im Stall, ein Schweinhirt gern um Schweine;
  676. Ein Mann ist nicht ein Kind; doch wisse, daß ein Mann,
  677. Ein Mensch, der ganz und gar sich abwendt von der Welt
  678. Ein Mensch, der Gott sich läßt in allen Fälln und Weisen,
  679. Ein Mensch, der seine Kräft und Sinne kann regiern,
  680. Ein Mensch, der sich in sich in Gott versammeln kann,
  681. Ein Mensch, der wie das Vieh in alle Lust ausbricht,
  682. Ein Milder breit sich aus, ein Geizhals krippt sich ein;
  683. Ein Narr ist gern zerstreut, ein Weiser gern allein;
  684. Ein Narr ist viel bemüht; des Weisen ganzes Tun,
  685. Ein Narr ist, der den Stock fürs Kaisers Burg erkiest,
  686. Ein neues Kindelein
  687. Ein neus Jerusalem, ein ausgebautes Schloß,
  688. Ein offnes Auge sieht; tust du deins zu, o Kind,
  689. Ein reines Herz schaut Gott, ein heilges schmecket ihn,
  690. Ein Senfkorn ist mein Geist; durchscheint ihn seine Sonne,
  691. Ein Spott wird der Soldat des Feinds, vor dem er zagt,
  692. Ein tugendhafter Mensch ist wie ein Felsenstein,
  693. Ein Ungrund ist zwar Gott, doch wem er sich soll zeigen,
  694. Ein wahrer armer Mensch steht ganz auf nichts gericht,
  695. Ein weiser Mann hat nichts im Kasten oder Schrein;
  696. Ein Weiser, wenn er redt, was nutzet und behagt,
  697. Ein wesentlicher Mensch ist wie die Ewigkeit,
  698. Eins ist des andern End und auch sein Anbeginn.
  699. Entbilde dich, mein Kind, so wirst du Gotte gleich
  700. Entbrenne doch, mein Kind, und sei ein Licht in Gott,
  701. Entschulde dich durch Gott: die Unschuld bleibt bewährt
  702. Entwachse dir, mein Kind: willst du zu Gott hinein,
  703. Entwächsest du dir selbst und aller Kreatur,
  704. Er küsse mich mit seines Mundes Kuß
  705. Erbarm dich mein, o Jesu Christ,
  706. Erkühn dich junger Christ; wer sich nicht will erheben,
  707. Eröffene die Tür, so kommt der heilge Geist,
  708. Erwart es, meine Seel! das Kleid der Herrlichkeit
  709. Erweitere dein Herz, so gehet Gott darein:
  710. Es dünkt mich leichter sein, in Himmel sich zu schwingen,
  711. Es heißt sich einen Wurm aus Demut Gottes Sohn.
  712. Es ist den Märtyrern gar herrlich wohl gelungen,
  713. Es ist doch keine Lust und keine Seligkeit,
  714. Es ist erstaunungsvoll, daß ich, Staub, Asch und Kot,
  715. Es ist gewißlich wahr, Gott liebet sich allein
  716. Es ist kein Anfang nicht, es ist auch nicht ein Ende,
  717. Es ist kein Vor noch Nach; was morgen soll geschehn,
  718. Es ist vom höchsten Gut viel Redens und Geschrei,
  719. Es ist zwar wahr, daß Gott dich selig machen will;
  720. Es kann in Ewigkeit kein Ton so lieblich sein,
  721. Es kehrt sich alles um: die Burg ist in der Höhle,
  722. Es können, wie du sprichst, nicht viel der Heilgen sein.
  723. Es mag ein andrer sich um sein Begräbnis kränken
  724. Es sind viel Wohnungen und auch viel Seligkeiten;
  725. Es wird das alte Jahr, das sich nun schließt, gehalten,
  726. Fahr hin, du schnöde Welt,
  727. Findt Gott nicht, was er sucht? er sucht in Ewigkeit
  728. Fleuch, mein Geliebter, auf die Höhe,
  729. Fleuch, meine Taube, fleuch und rast in Christi Seelen,
  730. Frag nicht, was göttlich sei; denn so du es nicht bist,
  731. Fragst du, mein Christ, wo Gott gesetzt hat seinen Thron?
  732. Fragst du, warum ein Christ sei fromm, gerecht und frei?
  733. Fragst du, warum mich Gott nach seinem Bildnis machte?
  734. Fragst du, was Gott mehr liebt, ihm wirken oder ruhn?
  735. Fragst du, was meine Seel am liebsten hat auf Erden?
  736. Fragst du, was Menschheit sei? Ich sage dir bereit,
  737. Fragst du, wie Gott, das Wort, in einer Seele wohne?
  738. Freud über Freud, was hab ich gehört!
  739. Freund, es ist auch genug. Im Fall du mehr willst lesen,
  740. Freund, glaub es oder nicht, ich hör in jedem Nu,
  741. Freund, glaub es, heißt mich Gott nicht in den Himmel gehn,
  742. Freund, gönn es doch der Welt, ihr gehts zwar wie sie will,
  743. Freund, habe doch Geduld, wer vor dem Herrn soll stehn,
  744. Freund, meide, was dir lieb, fleuch, was dein Sinn begehrt,
  745. Freund, schmeichle dir nicht viel; hast du noch die Begier,
  746. Freund, so du etwas bist, so bleib doch ja nicht stehn,
  747. Freund, so du ja nicht willst ein Junggeselle bleiben,
  748. Freund, so du trinken willst, so setz doch deinen Mund
  749. Freund, so ich für mich selbst kann in die Weite sehn,
  750. Freund, solln wir allesamt nur immer eines schrein,
  751. Freund, streiten ist nicht gnug, du mußt auch überwinden,
  752. Freund, wach und schau dich um, der Teufel geht stets runten;
  753. Freund, was der Honig dir ist gegen Kot und Wust,
  754. Freund, weil du sitzt und denkst, bist du ein Mann voll Tugend;
  755. Freund, wenn du auf einmal die ganze Welt willst lassen,
  756. Freund, wenn ich selber mir absterbe hier und nu,
  757. Freund, wenn man Gott beschaut, schaut man auf einmal an,
  758. Freund, wer den Himmel nicht erobert und bestürmt,
  759. Freund, wer in jener Welt will lauter Rosen brechen,
  760. Freund, wie die Arbeit ist, so ist auch drauf der Lohn;
  761. Freund, willst du an ihm selbst das Licht der Sonne sehn,
  762. Freund, wo dus wissen willst, das allerhöchste Leben
  763. Freund, wo nicht Christus wirkt, da ist er auch noch nicht,
  764. Freut euch ihr Hirten all
  765. Fried ist der Tugendlohn, ihr End und Unterhalt,
  766. Frisch auf, laßt uns nun freun,
  767. Führ auf, Herr, deinen Bau, hier ist die Friedensstadt,
  768. Fünf Staffeln sind in Gott: Knecht, Freund, Sohn, Braut, Gemahl;
  769. Für Bös' ist das Gesetz; wär kein Gebot geschrieben,
  770. Für Gott sind tausend Jahr wie ein vergangner Tag;
  771. Fürst der Fürsten, Jesu Christ,
  772. Fürwahr das ewge Wort wird heute noch geborn,
  773. Fürwahr, die Tugend lebt, ich sags ohn Deutelei:
  774. Fürwahr, wer diese Welt recht nimmt in Augenschein,
  775. Ganz unbegreiflich ist die Lieb, aus der sich Gott
  776. Gar unausmeßlich ist der Höchste, wie wir wissen,
  777. Gebärn ist selig sein. Gotts einge Seligkeit
  778. Geduld ist über Gold: sie kann auch Gott bezwingen
  779. Geduldigs Lämmlein, Jesu Christ,
  780. Gegrüßet seist du, süße Brust,
  781. Geh auf, meins Herzens Morgenstern,
  782. Geh aus, so geht Gott ein; stirb dir, so lebst du Gott;
  783. Geh hin, wo du nicht kannst: sieh, wo du siehest nicht;
  784. Geh, fast und zehr dich aus, die Himmels Tür ist klein,
  785. Geh, ruf den Morgenstern; denn wenn der Tag anbricht,
  786. Geht, ihr Verfluchten, geht, ihr Teufels Rottgesellen,
  787. Gelassenheit fäht Gott; Gott aber selbst zu lassen,
  788. Gerechtigkeit ist weg! wohin? sie ist im Himmel.
  789. Geschäftig sein ist gut, viel besser aber beten;
  790. Gesellschaft acht ich nicht; es sei denn daß das Kind,
  791. Getaufet muß man sein: wen Geist und Feuer tauft,
  792. Gewalt geht über Recht. Wer nur Gewalt kann üben,
  793. Gewiß ist dieser Baum vom Lebensbaum gehegt,
  794. Gewöhne dich, mein Kind, auf Christi Art zu kriegen,
  795. Gib Achtung auf das Feur; wo nicht die Lampen brennen,
  796. Gib Antwort, liebes Volk, was hast du doch gesungen,
  797. Gib deinen Willen Gott; denn wer ihn aufgegeben,
  798. Glaub, hier in diesem Grab liegt nur ein bloßer Schein,
  799. Gleich wie die Einheit ist in einer jeden Zahl,
  800. Gleich wie die Spinne saugt aus einer Rose Gift,
  801. Glückselig ist der Mensch, der nichts als Jesum weiß;
  802. Glückselig ist wer steht auf der Beschauer Bahn;
  803. Glückselig preis ich dich und alle deine Sünden,
  804. Glückselig sein ist nicht viel Ehr und Gut genießen,
  805. Gott fordert nichts von dir, als daß du ihm sollst ruhn;
  806. Gott fürchten ist sehr gut, doch ist es besser lieben;
  807. Gott gibet niemand nichts, er stehet allen frei,
  808. Gott gibet so genau auf das Koaxn acht
  809. Gott gibt dir, wie du nimmst, du selbst schenkst aus und ein,
  810. Gott gibt sich ohne Maß: je mehr man ihn begehrt,
  811. Gott gleicht sich einem Brunn; er fließt ganz mildiglich
  812. Gott gründt sich ohne Grund und mißt sich ohne Maß;
  813. Gott hat nicht Unterscheid, es ist ihm alles ein;
  814. Gott hat sich nie bemüht, auch nie geruht, das merk.
  815. Gott hat sich selbst so lieb, bleibt sich so zugetan,
  816. Gott hat wohl gnug getan, doch du trägst nichts davon,
  817. Gott ist das ärmste Ding, er steht ganz bloß und frei:
  818. Gott ist das höchste Gut, er muß sich selbst gefallen,
  819. Gott ist das Seligste. Willst du so selig sein,
  820. Gott ist das wahre Licht, du hast sonst nichts als Glast,
  821. Gott ist das, was er ist; ich bin das, was ich bin;
  822. Gott ist dem Beelzebub nah wie dem Seraphin,
  823. Gott ist den Seligen ein ewger Freudengast
  824. Gott ist der Lichter Licht, mein Heiland ist die Sonne,
  825. Gott ist der Reichtum gar. Gnügt er dir in der Zeit,
  826. Gott ist der Sonne gleich; wer sich zu ihme kehrt,
  827. Gott ist der Tugend Ziel, ihr Antrieb, ihre Kron,
  828. Gott ist des Lebens Buch, ich steh in ihm geschrieben
  829. Gott ist die ewge Ruh, weil er nichts sucht noch will;
  830. Gott ist die ewge Sonn, ich bin ein Strahl von ihme;
  831. Gott ißt die Herzen gern. Willst du ihn stattlich speisen,
  832. Gott ist die Liebe selbst und tut auch nichts als lieben;
  833. Gott ist dir worden Mensch; wirst du nicht wieder Gott,
  834. Gott ist ein Ackersmann, das Korn sein ewges Wort,
  835. Gott ist ein einges Ein; wer seiner will genießen,
  836. Gott ist ein ewger Blitz; wer kann ihn sehn und leben?
  837. Gott ist ein ewger Geist, der alls wird, was er will,
  838. Gott ist ein Geist, ein Feur, ein Wesen und ein Licht
  839. Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein Nun noch Hier:
  840. Gott ist ein lautrer Blitz und auch ein dunkles Nicht,
  841. Gott ist ein Organist, wir sind das Orgelwerk,
  842. Gott ist ein solches Gut, je mehr man ihn empfindt,
  843. Gott ist ein starker Strom, der hinnimmt Geist und Sinn;
  844. Gott ist ein Wunderding: er ist das, was er will,
  845. Gott ist in mir das Feur und ich in ihm der Schein;
  846. Gott ist ja nichts als gut: Verdammnis, Tod und Pein,
  847. Gott ist mein einge Lieb; ihm nicht gemeine sein,
  848. Gott ist mein Geist, mein Blut, mein Fleisch und mein Gebein;
  849. Gott ist mein letztes End: Wenn ich sein Anfang bin,
  850. Gott ist mein Mittelpunkt, wenn ich ihn in mich schließe;
  851. Gott ist mein Salomon, ich seine Sulamith,
  852. Gott ist mein Stab, mein Licht, mein Pfad, mein Ziel, mein Spiel,
  853. Gott ist mir Gott und Mensch, ich bin ihm Mensch und Gott,
  854. Gott ist nicht 's erstemal am Kreuz getötet worden,
  855. Gott ist nicht alles nah; die Jungfrau und das Kind,
  856. Gott ist nicht hier noch da; wer ihn begehrt zu finden,
  857. Gott ist nicht hoch, nicht tief; wer endlich anders spricht,
  858. Gott ist nicht tugendhaft; aus ihm kommt Tugend her,
  859. Gott ist noch mehr in mir, als wenn das ganze Meer
  860. Gott ist noch nie gewest und wird auch niemals sein
  861. Gott ist nur alles gar; er stimmt die Saiten an,
  862. Gott ist nur eigentlich; er liebt und lebet nicht,
  863. Gott ist sich selber alls: sein Himmel, seine Lust.
  864. Gott ist sich selbst sein Thron, der Himmel ist sein Saal,
  865. Gott ist so gut auf uns, daß ichs nicht sagen kann,
  866. Gott ist so hoch und groß, wollt er sich selber messen,
  867. Gott ist so nah bei dir mit seiner Gnad und Güte,
  868. Gott ist so über alls, daß man nichts sprechen kann,
  869. Gott ist so überschön, daß ihn auch selber ganz
  870. Gott ist so viel an mir, als mir an ihm gelegen,
  871. Gott ist unendlich hoch. Mensch, glaube das behende;
  872. Gott ist von Anbeginn der Bildner aller Dinge
  873. Gott ist wahrhaftig nichts, und so er etwas ist,
  874. Gott kann nichts Böses wolln; wollt er des Sünders Tod
  875. Gott kann schon ewiglich nicht die Verdammten finden,
  876. Gott kann sich nicht entziehn, er wirket für und für,
  877. Gott kann sich nimmermehr verbergen, wie du sprichst,
  878. Gott könnte sich auch gar den Teufeln nicht entziehn,
  879. Gott küßt mich, seinen Sohn, mit seinem heilgen Geist,
  880. Gott küßt sich in sich selbst, sein Kuß der ist sein Geist,
  881. Gott läßt dich jede Zeit gar gern in Himmel ein;
  882. Gott legt den Pfeil selbst auf, Gott spannet selbst den Bogen,
  883. Gott liebet mich allein, nach mir ist ihm so bange,
  884. Gott liebet mich so sehr als alles, was auf Erden;
  885. Gott liebt die Jungfrauschaft um ihrer süßen Früchte,
  886. Gott liebt mich über sich; lieb ich ihn über mich,
  887. Gott liebt sich nicht als sich, nur als das höchste Gut,
  888. Gott liebt so herzlich dich; er würde sich betrüben,
  889. Gott liebt und lobt sich selbst, so viel er immer kann;
  890. Gott liest von Dornen Wein, von Disteln bricht er Feigen,
  891. Gott macht kein neues Ding, obs uns zwar neue scheint,
  892. Gott mag nicht ohne mich ein einzigs Würmlein machen;
  893. Gott muß der Anfang sein, das Mittel und das Ende,
  894. Gott muß die Heiligen mit ewgem Lohn belohnen,
  895. Gott opfert sich ihm selbst: ich bin in jedem Nu
  896. Gott reicht die Kron der Ehrn, der Teufel Spott und Hohn,
  897. Gott schafft die Welt annoch, kommt dir dies fremde für?
  898. Gott schätzt nicht, was du Guts, nur wie du es getan;
  899. Gott schenkt den Seligen so überflüssig ein,
  900. Gott schließt sich unerhört in Kindes Kleinheit ein:
  901. Gott selber klaget Durst; ach, daß du ihn so kränkest
  902. Gott selber, wenn er dir will leben, muß ersterben;
  903. Gott selbst ists Himmelreich: willst du in Himmel kommen,
  904. Gott siehet nichts zuvor, drum leugst du, wenn du ihn
  905. Gott sieht nicht über sich, drum überheb dich nicht;
  906. Gott sind die Werke gleich; der Heilge, wenn er trinkt,
  907. Gott spricht nur immer Ja, der Teufel saget Nein;
  908. Gott spricht, wer sich versenkt, der wird erhaben werden;
  909. Gott straft die Sünder nicht; die Sünd ist selbst ihr Hohn,
  910. Gott streuet Zucker auf, der Teufel Gift und Galle;
  911. Gott treibet Kaufmannschaft, er biet den Himmel feil;
  912. Gott trinkt der Jungfraun Milch; zeugt durch dies hell und frei,
  913. Gott trinkt der Menschheit Milch, läßt seiner Gottheit Wein:
  914. Gott tut die Sünde weh in dir als seinem Sohn,
  915. Gott tut im Heilgen selbst alls, was der Heilge tut;
  916. Gott tut in allen alls; er liebt in Seraphinen,
  917. Gott Vater ist der Brunn; der Quell, der ist der Sohn;
  918. Gott Vater ist der Leib und Gott, der Sohn, das Licht;
  919. Gott Vater ist der Punkt; aus ihm fließt Gott der Sohn,
  920. Gott Vater, der du aller Dinge
  921. Gott wählt dich, wie du bist: Bös ist bei ihm verlorn,
  922. Gott will den sättigen, den hungert und den dürst;
  923. Gott will, daß alle solln zu seinem Sohne kommen,
  924. Gott wird von nichts verletzt, hat nie kein Leid empfunden,
  925. Gott wird, was ich jetzt bin, nimmt meine Menschheit an;
  926. Gott wirkt nach der Natur; dies macht den Unterscheid,
  927. Gott wirkt ohn Unterlaß, er göße tausend Freuden
  928. Gott wohnet in sich selbst, sein Wesen ist sein Haus,
  929. Gott wohnt in einem Licht, zu dem die Bahn gebricht;
  930. Gott zeuget nichts als Gott: zeugt er dich seinen Sohn,
  931. Gott zeuget seinen Sohn; und weil es außer Zeit,
  932. Gott zürnet nie mit uns, wir dichtens ihm nur an;
  933. Gott, der bequemt sich uns, er ist uns, was wir wollen;
  934. Gott, der die Welt gemacht und wieder kann zunichten,
  935. Gott, der genießt sich selbst, wird seiner auch nicht satt,
  936. Gott, der ist ein Magnet, mein Herz, das ist der Stahl,
  937. Gott, der ist nichts und alls ohn alle Deutelei,
  938. Gott, der sonst alles sieht und alles bringt ans Licht,
  939. Gott, der verborgne Gott, wird kundbar und gemein
  940. Gott, der versorget alls und doch ohn alle Müh,
  941. Gott, der wird nicht vor Gott vom weisen Mann erkiest,
  942. Gott, dessen Wollust ist, bei dir, o Mensch, zu sein,
  943. Gott, Teufel, Welt und alls will in mein Herz hinein,
  944. Gott, weil er groß ist, gibt am liebsten große Gaben;
  945. Gott, weil er wird ein Mensch, zeigt mir, daß ich allein
  946. Gotts Sohn ist Gott, mit Gott regiert auf einem Thron;
  947. Gotts Tochter, Mutter, Braut kann jede Seele werden,
  948. Gotts und seins Geistesreich ist Liebe, Freude, Friede;
  949. Groß ist des Weisen Mut; er machet sich allein
  950. Großer König, dem ich diene,
  951. Guter Hirte, willst du nicht
  952. Hab keinen Unterscheid, heißt Gott den Mist verführen:
  953. Halt an, mein Augustin, eh du wirst Gott ergründen,
  954. Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir;
  955. Halt aus Welt, Teufel, Fleisch, du bist ja, Christ! ein Held;
  956. Halt deinen Leib in Ehrn, er ist ein edler Schrein,
  957. Halt, du verletzest dich, das Gift muß aus dem Rohr,
  958. Hast du an Gott nicht gnug und suchst nicht ihn allein,
  959. Hast du nicht Leib und Seel und Geist mit Gott gemein,
  960. Hast du Verworfenheit, Verachten, Meiden, Fliehn,
  961. Hat deine Neugeburt mit Wesen nichts gemein,
  962. Hätt Adam nie vom Baum der Wissenschaften gessen,
  963. Helfer meiner armen Seele,
  964. Herbei, herbei, der Tag bricht an,
  965. Herodes ist der Feind, der Joseph der Verstand,
  966. Herr, es genügt mir nicht, daß ich dir englisch diene
  967. Herr, liebst du meine Seel, so laß sie dich umfassen;
  968. Herr, nimm die Krone hin; ich weiß ja nichts vom Mein;
  969. Hier fließ ich noch in Gott als eine Bach der Zeit,
  970. Hier hängt das Lamm am Kreuz, dort sitzts auf Gottes Thron,
  971. Hier ist der Speer und Schwamm, die Nägel, Säul und Kron,
  972. Hier ist ein ewge Nacht, man weiß von keinem Lachen,
  973. Hier ist ein Mann gelegt, der stets im Durste lebte
  974. Hier ist es immer Tag, hier scheint die ewge Sonne,
  975. Hier lieget Gottes Braut, Mechtild, das liebe Kind,
  976. Hier liegt das werte Kind, der Jungfrau erste Blum,
  977. Hier liegt der, welcher ist und war, eh er geworden,
  978. Hier liegt die große Braut, der Menschheit Christi Lohn,
  979. Hier liegt die Jungfrau Gotts, die blühende Mechtild,
  980. Hier liegt ein Seraphin, mich wundert, wie der Stein
  981. Hier muß es sein getan; ich bilde mir nicht ein,
  982. Hinauf! wo dich der Blitz mit Christo soll umgeben,
  983. Hinweg mit Furcht und Traurigkeit,
  984. Hochheilige Dreifaltigkeit,
  985. Höchster Priester, der du dich
  986. Hört Wunder! Christus ist das Lamm und auch der Hirt,
  987. Hört Wunder, hört, des Königs Sohn,
  988. Ich auch bin Gottes Sohn, ich sitz an seiner Hand:
  989. Ich bete Gott mit Gott aus ihm und in ihm an;
  990. Ich bin (o Majestät!) ein Sohn der Ewigkeit,
  991. Ich bin das arme Schaf, das sich verirret hat
  992. Ich bin der Gottheit Faß, in welchs sie sich ergießt,
  993. Ich bin der Tempel Gotts und meines Herzens Schrein
  994. Ich bin die Reb im Sohn, der Vater pflanzt und speist;
  995. Ich bin die Turteltaub, die Welt ist meine Wüste,
  996. Ich bin ein Berg in Gott und muß mich selber steigen,
  997. Ich bin ein ewig Licht, ich brenn ohn Unterlaß:
  998. Ich bin ein Königreich, mein Herz, das ist der Thron,
  999. Ich bin ein seligs Ding, mag ich ein Unding sein,
  1000. Ich bin Gotts ander Er, in mir findt er allein,
  1001. Ich bin Gotts Kind und Sohn, er wieder ist mein Kind:
  1002. Ich bin nicht außer Gott und Gott nicht außer mir:
  1003. Ich bin nicht Ich noch Du: du bist wohl Ich in mir,
  1004. Ich bin so breit als Gott, nichts ist in aller Welt,
  1005. Ich bin so groß wie Gott, er ist als ich so klein;
  1006. Ich bin so reich als Gott, es kann kein Stäublein sein,
  1007. Ich bin voll Trost und ewger Freud,
  1008. Ich bin voller Trost und Freuden
  1009. Ich bitte dich, mein Gott, zwar oft um deine Gaben,
  1010. Ich danke dir für deinen Tod,
  1011. Ich fliehe zwar das Volk, bin aber nie allein,
  1012. Ich frage nicht so viel nach tausend Sonnenschein,
  1013. Ich glaube keinen Tod; sterb ich gleich alle Stunden,
  1014. Ich habe dich, mein Kind, du zarter Nazarener,
  1015. Ich habe mir das Kreuz vor allem Schatz erkiest,
  1016. Ich habe nichts so gern in meinem Mund als Gott;
  1017. Ich halte meine Seel fürs teurest auf der Erden,
  1018. Ich kann mich selbst verliern? ja! bös ists, wenn in Tod;
  1019. Ich komm zu dir, mein Jesulein,
  1020. Ich lasse mich Gott ganz; will er mir Leiden machen,
  1021. Ich lauf dir nach
  1022. Ich lebe nun nicht mehr; denn Christus ist mein Leben
  1023. Ich lieb ein einzig Ding und weiß nicht, was es ist;
  1024. Ich lieb und hasse mich, ich führe mit mir Kriege,
  1025. Ich liebe dich von Herzensgrund,
  1026. Ich liebe Gott und zwar umsunst,
  1027. Ich liebe nichts so sehr als Kinder und Jungfrauen.
  1028. Ich mag kein König sein; und so ich es je muß,
  1029. Ich mag mich auf der Welt in keiner Kunst so üben,
  1030. Ich mag nicht Kraft, Gewalt, Kunst, Weisheit, Reichtum, Schein;
  1031. Ich muß Gotts schwanger sein; sein Geist muß ob mir schweben
  1032. Ich muß Maria sein und Gott aus mir gebären,
  1033. Ich muß verwundet sein. Warum? weil voller Wunden
  1034. Ich nah mich, Herr, zu dir als meinem Sonnenschein,
  1035. Ich rate dir verformt ins Jesulein zu werden,
  1036. Ich sag, es hilft dir nicht, daß Christus auferstanden,
  1037. Ich sag, es stirbet nichts; nur daß ein ander Leben,
  1038. Ich sage, weil allein der Tod mich machet frei,
  1039. Ich seh die Wunden an als offne Himmelspforten
  1040. Ich selbst bin das Metall, der Geist ist Feur und Herd,
  1041. Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse
  1042. Ich selbst muß Sonne sein, ich muß mit meinen Strahlen
  1043. Ich selbst muß Tugend sein und keinen Zufall wissen,
  1044. Ich sterb und leb auch nicht: Gott selber stirbt in mir,
  1045. Ich sterb und lebe Gott: will ich ihm ewig leben,
  1046. Ich trage Gottes Bild: wenn er sich will besehn,
  1047. Ich war des Teufels Sklav und ging in seinen Banden,
  1048. Ich war ein englisch Bild, nun bin ich gleich den Tieren,
  1049. Ich ward das, was ich war, und bin, was ich gewesen,
  1050. Ich weiß ein liebes Blümelein
  1051. Ich weiß Gotts Konterfei; er hat sich abgebildt
  1052. Ich weiß kein Mittel nicht als meinen Jesum Christ;
  1053. Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiß;
  1054. Ich weiß nicht, was ich soll! Es ist mir alles ein:
  1055. Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben;
  1056. Ich weiß, die Nachtigall straft nicht des Kuckucks Ton;
  1057. Ich will der Monde sein, sei Jesus! du die Sonne,
  1058. Ich will dich lieben, meine Stärke,
  1059. Ich will die Laute rühren
  1060. Ich will ein Phönix sein und mich in Gott verbrennen,
  1061. Ich will mich freun und fröhlich sein
  1062. Ich wünsche dir Gelück,
  1063. Ich, sein Geschöpfe, bin des Sohnes Gottes Kron,
  1064. Ihr alle, die ihr Jesum liebt,
  1065. Ihr dummen Sterblichen, die ihr
  1066. Ihr Engel, die das höchste Gut
  1067. Ihr Götter, die ihr um den Thron
  1068. Ihr keuschen Augen, ihr, mein allerliebstes Licht,
  1069. Ihr kleinen Vögelein,
  1070. Ihr Menschen lernet doch von Wiesenblümelein,
  1071. Ihr Schäferinnen, die ihr bald
  1072. Ihr Schäferinnen, höret an,
  1073. Ihr treuen Seelen, die ihr seid
  1074. Im Eins ist alles eins: kehrt zwei zurück hinein,
  1075. Im Fall dich länger dünkt die Ewigkeit als Zeit,
  1076. Im Fall dich niemand recht und gnug berichten kann,
  1077. Im Fall die Liebe dich versetzen soll aus Pein,
  1078. Im Feuer wird das Gold, obs reine sei, probiert
  1079. Im Frühling ward die Welt verneut und wiederbracht,
  1080. Im Himmel ist der Tag, im Abgrund ist die Nacht,
  1081. Im Himmel ist kein Mann noch Weib, was dann zu schauen?
  1082. Im Himmel lebt man wohl; niemand hat was allein,
  1083. Im Himmel ruft man stets Hosanna in der Höh
  1084. Im Meer ist alles Meer, auchs kleinste Tröpfelein;
  1085. Im Munde Honigseim, im Herzen trage Gold,
  1086. Im Wasser lebt der Fisch, die Pflanzen in der Erden,
  1087. Im Winter ist man tot, im Frühling steht man auf,
  1088. In Christo ist Gott Gott, in Engeln englisch Bild,
  1089. In Christo sterben wir, stehn auf im heilgen Geist,
  1090. In dir muß Reichtum sein; was du nicht in dir hast,
  1091. In einem Senfkörnlein, so dus verstehen wilt,
  1092. In Einem steht mein Heil, in Einem meine Ruh;
  1093. In Gott ist alles eins. Der Mindst im Himmelreich
  1094. In Gott ist alles Gott: ein einzigs Würmelein,
  1095. In Gott lebt, schwebt und regt sich alle Kreatur;
  1096. In Gott wird nichts erkannt: er ist ein einig Ein,
  1097. In Himmel kommst du nicht, laß nur von dem Getümmel,
  1098. In Schulen dieser Welt wird Gott uns nur beschrieben,
  1099. In sich mit Gott und Mensch befriedigt sein und ein,
  1100. In Trost und Süßigkeit kennst du dich selbst nicht, Christ,
  1101. In wem die Majestät soll ruhen wie in Thronen,
  1102. Indem der weise Mann zu tausendmalen stirbet,
  1103. Iß Butter, iß, mein Kind, und Honig (Gott) dabei,
  1104. Iß doch, was redst du viel von Kraft der Wurzel Jesse?
  1105. Ist deine Seele Magd und wie Maria rein,
  1106. Ist dies die Schädelstätt? wie kommt es dann, daß hier
  1107. Ist Gott ein ewges Nun, was fället dann darein,
  1108. Ist Gottes Gottheit mir nicht inniglich gemein,
  1109. Ist meine Seel im Leib und gleich durch alle Glieder,
  1110. Ists, daß die Kreatur aus Gott ist ausgeflossen:
  1111. Ixion ist allein beschrien auf allen Gassen;
  1112. Ja Bruder, geh doch fort, was bleibst du stille stehn?
  1113. Ja denkt doch, Gott wird ich und kommt ins Elend her,
  1114. Ja, wer ein Adler ist, der kann sich wohl erschwingen
  1115. Je edeler ein Ding, je mehr ist es gemein;
  1116. Je mehr du dich aus dir kannst austun und entgießen,
  1117. Je mehr du Gott erkennst, je mehr wirst du bekennen,
  1118. Je mehr ein Mensch sich freut auf zeitlich Ehr und Gut,
  1119. Je mehr man Unterscheid der Stimmen vor kann bringen,
  1120. Je näher bei dem Ziel, je näher beim Gewinn;
  1121. Je weiter man von Gott, je tiefer in der Zeit;
  1122. Je, daß sich Gott den Stall unds Stroh hat auserkiest!
  1123. Jeds liebet, was es ist; der Käfer seinen Mist,
  1124. Jesu, der Jungfraun Kron und Lohn,
  1125. Jesu, du mächtiger Liebesgott,
  1126. Jesu, ewge Sonne,
  1127. Jesu, komm doch selbst zu mir
  1128. Jesu, meine Freud und Lust,
  1129. Jesu, unsre Freude,
  1130. Jesu, wie süß ist deine Liebe,
  1131. Jesus ist das schönste Bild,
  1132. Jesus ist der beste Freund,
  1133. Jesus ist der schönste Nam
  1134. Jesus, der süße Lebenswein,
  1135. Jesus, ein Schatz voll Seligkeit,
  1136. Jetzt wird die Welt recht neugeborn,
  1137. Johannes an der Brust, Maria bei den Füßen,
  1138. Johannes aß fast nichts, er trug ein rauhes Kleid,
  1139. Kann ich an deiner Tür vergoldet Ölholz kennen,
  1140. Kannst du dich auf den Geist in deinem Heiland schwingen,
  1141. Kehr hin dein Angesicht und schau die eitle Welt;
  1142. Kehr um, verirrtes Schaf, zeuch Saft verdorrter Ast,
  1143. Kehr um, verlorner Sohn, zu deinem Vater, Gott,
  1144. Kein Ausgang, der geschicht als um des Eingangs willen;
  1145. Kein Ding ist auf der Welt so hoch und wert zu achten
  1146. Kein Ding ist göttlicher, im Fall du es kannst fassen,
  1147. Kein Ding ist hier noch dort, das schöner ist als ich,
  1148. Kein edler Geist ist gern gefangen und umschränkt;
  1149. Kein edleres Gemüt ist auf der ganzen Welt,
  1150. Kein Grab ist köstlicher bis heute zu gewesen,
  1151. Kein größer Heiligtum kann man auf Erden finden
  1152. Kein größer Wunderwerk hat man noch nie gefunden,
  1153. Kein Mensch hat jemals Gott so hoch gebenedeit,
  1154. Kein Mensch hat niemals Gott so hoch gebenedeit,
  1155. Kein Mensch ist freudiger, als der zu aller Stund
  1156. Kein Mensch kann selig sein als in dem höchsten Gut.
  1157. Kein Mensch kann weiser sein, als der das ewge Gut
  1158. Kein Nam ist unter alln so hoch gebenedeit
  1159. Kein Nam ist, welcher Gott recht eigen wär; allein
  1160. Kein Stäublein ist so schlecht, kein Stüpfchen ist so klein,
  1161. Kein Sünder ist so wohl und selig je gestorben,
  1162. Kein Tod ist herrlicher, als der ein Leben bringt.
  1163. Kein Tod ist seliger als in dem Herren sterben
  1164. Kein Übel ist als Sünd: und wären keine Sünden,
  1165. Kein Vieh hat besser Heu, weil Gras wächst, je genossen,
  1166. Kein Würmlein ist so tief verborgen in der Erden,
  1167. Keine Schönheit hat die Welt,
  1168. Kind mache dich gemein mit der Barmherzigkeit,
  1169. Kind oder Gott gilt gleich: hast du mich Kind genennt,
  1170. Kind, bilde dir nicht ein, eh du Johannes bist,
  1171. Kind, scheue, meide, fleuch den Wein, das Weib, die Nacht;
  1172. Kind, wachs und werde groß. Solange du noch klein,
  1173. Kind, wer in Gottes Hof gedenket zu bestehn,
  1174. Kind, werde Gottes Braut, entbeut dich ihm allein;
  1175. Kind, willst du englisch sein, so kannst du es bereit;
  1176. Kleiner Knabe, großer Gott,
  1177. Knecht wuchre, daß du hast: denn wenn der Herr wird kommen,
  1178. Komm mein Herze, komm mein Schatz,
  1179. Komm, heilger Geist, du höchstes Gut,
  1180. Komm, heilger Geist, du Schöpfer du,
  1181. Komm, Liebster, komm in deinen Garten,
  1182. Komm, o heilger Geist, o komm,
  1183. Kommet zusammen, ihr Hirtinnen alle,
  1184. Kommt her und schauet an mein Leben,
  1185. Kommt heraus, all ihr Jungfrauen,
  1186. Kommt, ihr Gesegneten, empfahet eure Kronen,
  1187. Kommt, laßt uns Jesum krönen,
  1188. Kommt, meine Freund, und höret an,
  1189. Könnt ein Verdammter gleich im höchsten Himmel sein,
  1190. Kreuch doch heraus, mein Mensch, du steckst in einem Tier!
  1191. Laß alles, was du hast, auf daß du alles nimmst;
  1192. Laß dir vom Himmelreich nicht gar so sicher träumen,
  1193. Laß doch nicht ab von Gott, ob du sollst elend sein.
  1194. Laß einen alle Lust der ganzen Welt genießen
  1195. Laßt uns den Herren preisen
  1196. Laßt uns zum Berg des Herren gehn
  1197. Lauf nach dem Ehrenpreis, du mußt der Erste sein,
  1198. Licht ist des Herren Kleid; gebricht dir gleich das Licht,
  1199. Lieb ist der Weisen Stein: sie scheidet Gold aus Kot,
  1200. Lieb ist die Königin, die Tugenden Jungfrauen,
  1201. Lieb üben hat viel Müh: wir sollen nicht allein
  1202. Liebe, die du mich zum Bilde
  1203. Liebst du Gott über dich, den Nächsten wie dein Leben,
  1204. Liebst du noch was an Gott, so sprichst du gleich dabei,
  1205. Liebster Bräutgam, denkst du nicht
  1206. Liebster Jesu, was für Müh
  1207. Liebster Schäfer, mein Verlangen,
  1208. Lobt den Herrn,
  1209. Lobt, ihr Kinder, unsern Herrn,
  1210. Man darf kein Ferngesicht, in' Himmel einzusehen;
  1211. Man glaubt: es selger sein zu geben als zu nehmen,
  1212. Man kann den höchsten Gott mit allen Namen nennen,
  1213. Man legte Gott aufs Stroh, als er ein Mensch ward, hin;
  1214. Man liegt am seligsten in Leiden, Kreuz und Pein,
  1215. Man lobt den guten Mann, der sich genügen läßt,
  1216. Man redt von Zeit und Ort, von Nun und Ewigkeit:
  1217. Man sagt, die Zeit ist schnell, wer hat sie sehen fliegen?
  1218. Man sagt, es kann kein Tier zu Gott, dem Herrn, eingehn.
  1219. Man sagt, Gott mangelt nichts, er darf nicht unsrer Gaben;
  1220. Man sieht fast alle Welt mit Judenspießen laufen
  1221. Man will dem reichen Mann kein Tröpflein Wasser geben,
  1222. Man wirft das Weizenkorn auf Hoffnung in die Erden,
  1223. Man wünschet sich den Tod und fliehet ihn doch auch;
  1224. Manch Ding tut man aus Not; auch du verläßt die Welt,
  1225. Mann, wer in Tugenden von innen reich und schön,
  1226. Maria ist hochwert; doch kann ich höher kommen,
  1227. Maria ist Kristall, ihr Sohn ist himmlisch Licht;
  1228. Maria kommt zum Herrn, voll Leids und voller Schmerzen,
  1229. Maria wird genannt ein Thron und Gotts Gezelt,
  1230. Maria, die gebiert den Sohn Gotts äußerlich,
  1231. Maria, Nazareth und Gabriel, der Bot,
  1232. Marien Demut wird von Gott so wert geschätzt,
  1233. Marien Seligkeit und ihres Sohns, des Süßen,
  1234. Mehr als die Seel im Leib, Verstand in dem Gemüte
  1235. Mehr als mein Augen lieb ich dich,
  1236. Mein bester Freund, mein Leib, der ist mein ärgster Feind;
  1237. Mein Christ! du mußt dich selbst durch Gott vom Schlaf erwecken;
  1238. Mein Geist frohlocket und mein Sinn
  1239. Mein Geist ist wie ein Sein, er ahnt dem Wesen nach,
  1240. Mein Geist, der trägt den Leib, der Leib, der trägt ihn wieder;
  1241. Mein Geist, kommt er in Gott, wird selbst die ewge Wonne,
  1242. Mein Gott, wie groß ist Gott! mein Gott, wie klein ist Gott!
  1243. Mein Gott, wie kalt bin ich! Ach laß mich doch erwarmen
  1244. Mein Gott, wie mag das sein? Mein Geist, die Nichtigkeit,
  1245. Mein Heiland, der ist Gott und ich der andern Dinge,
  1246. Mein Herz ist ein Altar, mein Will ists Opfergut,
  1247. Mein Herz ist unten eng und obenher so weit,
  1248. Mein Herz ists Feuerzeug, der Zunder guter Wille,
  1249. Mein Herze, weil es stets in Gott gezogen steht
  1250. Mein Herze, wenns Gott ruht, ists Brautbett seines Sohns,
  1251. Mein höchster Adel ist, daß ich noch auf der Erden
  1252. Mein König und mein Gott, dir jauchzet meine Seele,
  1253. Mein Leib ist eine Schal, in dem ein Küchelein
  1254. Mein Leib, der wird vor Gott wie ein Karfunkel stehn,
  1255. Mein Leib, o Herrlichkeit! ist Gottes Leibgedinge,
  1256. Mein Lieb ist mir und ich bin ihm
  1257. Mein Lieb und alle Ding ist Gottes Nachgeklinge,
  1258. Mein Tun geht nur dahin, daß ich noch mög auf Erden
  1259. Mein, nah dich doch zu Gott; alls ist von ferne klein,
  1260. Mein, richte dich doch auf! Wie soll dich Gott erheben,
  1261. Meine Seel macht groß den Herrn,
  1262. Meine Seele, willst du ruhn
  1263. Meinst du, daß Christus dir bringt Lieb und Einigkeit?
  1264. Meinst du, o armer Mensch, daß deines Munds Geschrei
  1265. Mensch überheb dich nicht, die Demut ist dir Not;
  1266. Mensch werde Gott verwandt aus Wasser, Blut und Geist,
  1267. Mensch! ein vollkommner Christ hat niemals rechte Freud
  1268. Mensch! ist dein Antlitz schön und deine Seele bleich,
  1269. Mensch! schau die Lust der Welt, die endet sich mit Pein,
  1270. Mensch, allererst bist du die neue Kreatur,
  1271. Mensch, allererst bist du vor Gott geschickt und recht,
  1272. Mensch, allererst, wenn du bist alle Dinge worden,
  1273. Mensch, alles liebet dich, um dich ists sehr gedrange;
  1274. Mensch, alles schreit dich an und predigt dir von Gott,
  1275. Mensch, alles was du willst, ist schon zuvor in dir;
  1276. Mensch, alls verwandelt sich; wie kannst denn du allein
  1277. Mensch, alls was außer dir, das gibt dir keinen Wert;
  1278. Mensch, anders kanns nicht sein, du mußts Geschöpfe lassen,
  1279. Mensch, bist du Gott getreu und meinest ihn allein,
  1280. Mensch, bist du nicht so weit, als Gottes Gottheit ist,
  1281. Mensch, bleib doch nicht ein Mensch, man muß aufs Höchste
  1282. Mensch, bleibest du verbost, so ist dir nichts erworben;
  1283. Mensch, deine Seligkeit kannst du dir selber nehmen,
  1284. Mensch, denkst du Gott zu schaun, dort oder hier auf Erden,
  1285. Mensch, des Gerechten Schlaf ist mehr bei Gott geacht,
  1286. Mensch, die Figur der Welt vergehet mit der Zeit;
  1287. Mensch, dienst du Gott um Gut, um Seligkeit und Lohn,
  1288. Mensch, du begehrst von Gott das ganze Himmelreich;
  1289. Mensch, du bist eine Kohl, Gott ist dein Feur und Licht;
  1290. Mensch, du kannst dich mit Gott viel leichter eines sehn
  1291. Mensch, du sollst Paulus sein und in dir selbst erfüllen,
  1292. Mensch, dünke dich nur nicht vor Gott mit Werken viel;
  1293. Mensch, geh nur in dich selbst! Denn nach dem Stein der Weisen
  1294. Mensch, gibst du Gott dein Herz, er gibt dir seines wieder;
  1295. Mensch, glaube dies gewiß, hast du nach allm Begier,
  1296. Mensch, glaube dies gewiß, wo du nicht lebst in Gott,
  1297. Mensch, glaubst du Gotts, des Herrn, Allgegenwärtigkeit,
  1298. Mensch, Gott gedenket nichts. Ja, wärn in ihm Gedanken,
  1299. Mensch, Gott ist nichts gedient mit Fasten, Beten, Wachen.
  1300. Mensch, hüte dich vor dir. Wirst du mit dir beladen,
  1301. Mensch, ich bin edeler als alle Seraphin,
  1302. Mensch, in das Paradeis kommt man nicht unbewehrt,
  1303. Mensch, in dem Ursprung ist das Wasser rein und klar,
  1304. Mensch, ist dein Herze Gold und deine Seele rein,
  1305. Mensch, ist was Guts in dir, so maße dichs nicht an,
  1306. Mensch, ists dein Ernst, du kannst ohn allen falschen Schein
  1307. Mensch, kein Geheimnis kann so wunderbarlich sein,
  1308. Mensch, kein vergolder Kot ist reich, geehrt und schön;
  1309. Mensch, kommst du ohne Lieb, so steh nur bald von fern,
  1310. Mensch, laß die Gaben Gotts und eil ihm selbsten zu,
  1311. Mensch, läßt du dich dein Fleisch beherrschn und nehmen ein,
  1312. Mensch, lebest du in Gott und stirbest deinem Willen,
  1313. Mensch, liebete sich Gott nicht selbst durch sich in dir,
  1314. Mensch, liebst du Gott, den Herrn, und suchest Lohn dabei,
  1315. Mensch, nichts ist unvollkomm'n; der Kies gleicht dem Rubin,
  1316. Mensch, niemand liebt Gott recht, als der sich selbst veracht,
  1317. Mensch, nimm dir nur die Lieb und die Begier der Dinge,
  1318. Mensch, nimmst du Gott als Trost, als Süßigkeit und Licht,
  1319. Mensch, rede recht von Gott: er haßt nicht sein Geschöpfe;
  1320. Mensch, schickst du dich dazu, so zeugt Gott seinen Sohn
  1321. Mensch, senke dich herab, so steigest du hinauf;
  1322. Mensch, so du etwas liebst, so liebst du nichts fürwahr.
  1323. Mensch, so du Gott noch pflegst um dies und das zu danken,
  1324. Mensch, so du willst das Sein der Ewigkeit aussprechen,
  1325. Mensch, so du wissen willst, was redlich beten heißt,
  1326. Mensch, soll Gott und sein Lamm dein ewger Tempel sein,
  1327. Mensch, solltest du in dir das Ungeziefer schauen,
  1328. Mensch, speise, wen du willst, zeuch tausend Arme an;
  1329. Mensch, sprichst du, daß dich Ichts von Gottes Lieb abhält,
  1330. Mensch, steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein,
  1331. Mensch, stirbest du nicht gern, so willst du nicht dein Leben;
  1332. Mensch, stirbst du ohne Gott, es kann nicht anders sein,
  1333. Mensch, suchst du Gott um Ruh, so ist dir noch nicht recht:
  1334. Mensch, tu die Augen auf, der Himmel steht ja offen.
  1335. Mensch, um die Hölle muß der Sünder so viel leiden;
  1336. Mensch, wähle was du willst, Verdammnis oder Ruh,
  1337. Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden.
  1338. Mensch, weil du gerne siehst, daß man dir Gaben gibt,
  1339. Mensch, weil es nicht im Wolln und eignen Laufen liegt,
  1340. Mensch, wem Gott alles ist, dem ist sonst alles nichts;
  1341. Mensch, wenn dein Herz ein Tal, muß Gott sich drein ergießen,
  1342. Mensch, wenn dein Herz vor Gott wie Wachs ist weich und rein,
  1343. Mensch, wenn dich weder Lieb berührt noch Leid verletzt,
  1344. Mensch, wenn dir auf der Welt zu lang wird Weil und Zeit,
  1345. Mensch, wenn du dich willst Gott zum Tempel auferbauen,
  1346. Mensch, wenn du durch das Blut des Lammes bist genesen,
  1347. Mensch, wenn du Gottes Geist bist wie dir deine Hand,
  1348. Mensch, wenn du irre gehst, so frage dein Gewissen,
  1349. Mensch, wenn du noch nach Gott Begier hast und Verlangen,
  1350. Mensch, wenn du so genau das deine willst beschützen,
  1351. Mensch, wenn du willst im Volk die Freunde Gotts erfragen,
  1352. Mensch, wer dem Herren folgt in seinem Tun und Lassen,
  1353. Mensch, wer dem Kreuz nicht kann entwerden und entgehn,
  1354. Mensch, wer mit Haß und Neid vor Gott den Herrn will treten,
  1355. Mensch, werd aus Gott geborn: bei seiner Gottheit Thron
  1356. Mensch, werde wesentlich; denn wenn die Welt vergeht,
  1357. Mensch, wickle dich in Gott, verbirg dich in sein Licht:
  1358. Mensch, willst du ewiglich beim Lämmlein Gottes stehn,
  1359. Mensch, willst du weise sein, willst Gott und dich erkennen,
  1360. Mensch, willst und liebst du nichts, so willst und liebst du wohl;
  1361. Mensch, wird das Paradies in dir nicht erstlich sein,
  1362. Mensch, wird dein Herze nicht das Buch des Lebens sein,
  1363. Mensch, wirfest du nicht weg dein Liebstes auf der Erden,
  1364. Mensch, wirke, weil du kannst, dein Heil und Seligkeit;
  1365. Mensch, wirst du nicht ein Kind, so gehst du nimmer ein,
  1366. Mensch, wirst du nicht gehöft und klebst am Kloß der Erden,
  1367. Mensch, wo du deinen Geist schwingst über Ort und Zeit,
  1368. Mensch, wo du dich mit Gott im Himmel denkst zu freun,
  1369. Mensch, wo du Gott um Gnad nicht kannst mit Worten ehren,
  1370. Mensch, wo du ledig bist, das Wasser quillt aus dir
  1371. Mensch, wo du noch was bist, was weißt, was liebst und hast,
  1372. Mensch, wo du Tugend wirkst mit Arbeit und mit Müh,
  1373. Mensch, wo du weise bist und liebst nicht Gott dabei,
  1374. Mensch, wüßtest du, wie gut und nützlich 's Leiden ist,
  1375. Mensch, zähme doch ein kleins auf Erden deinen Willen,
  1376. Merk, in der stillen Nacht wird Gott, ein Kind, geborn
  1377. Messias, der ist heut, ist gestern und ist morgen
  1378. Mich wundert, daß du darfst den Tag so sehr verlangen!
  1379. Mir dient die ganze Welt; ich aber dien allein
  1380. Mir nach, spricht Christus, unser Held,
  1381. Miß dir nicht Weisheit zu, wie klug du dir auch bist;
  1382. Mit Gott vereinigt sein und seinen Kuß genießen,
  1383. Mit heiliger Begier und nicht mit bloßem Beten,
  1384. Mit hundert will Gott eins bezahln im ewgen Leben;
  1385. Mit Ichheit suchest du bald die bald jene Sachen;
  1386. Mit List hat uns der Feind gefället und bekriegt,
  1387. Mit Listigkeit, Geduld, Gehorsam, Mäßigkeit
  1388. Mit Speise, Trank und Trost, Beherbergen, Bekleiden,
  1389. Mit was macht sich die Braut beim Bräutgam mehr beliebt?
  1390. Mitteilen schaffet Ruh; bloß aus der Eigenheit
  1391. Morgenstern der finstern Nacht,
  1392. Nachtigall, wenn dein Gesang
  1393. Nackt darf ich nicht vor Gott und muß doch unbekleidt
  1394. Name voller Güte,
  1395. Narciß ersäufet sich, da er sich selbst will lieben.
  1396. Nenn mich nicht Seraphin, nicht Cherubin, nicht Thron!
  1397. Nicht alles Gut ist gut; Mensch, überred dich nicht,
  1398. Nicht du bist in dem Ort, der Ort, der ist in dir;
  1399. Nicht du bist, der da lebt: denn das Geschöpf ist tot;
  1400. Nicht du noch Freund noch Feind, nur Gottes Ehr allein
  1401. Nicht Gott gibts Himmelreich: du selbst mußts zu dir ziehn
  1402. Nichts anders stürzet dich in Höllenschlund hinein
  1403. Nichts bringt dich über dich als die Vernichtigkeit;
  1404. Nichts dauret ohn Genuß, Gott muß sich selbst genießen,
  1405. Nichts dünkt mich hoch zu sein: ich bin das höchste Ding,
  1406. Nichts edlers ist nach Gott als meine Seel allein,
  1407. Nichts ist als ich und du; und wenn wir zwei nicht sein,
  1408. Nichts ist dem Nichts so gleich als Einsamkeit und Stille:
  1409. Nichts ist der beste Trost; entzeucht Gott seinen Schein,
  1410. Nichts ist geehrt wie Gott im Himmel und auf Erden;
  1411. Nichts ist mir groß als Gott; ein göttliches Gemüte
  1412. Nichts ist, das dich bewegt, du selber bist das Rad,
  1413. Nichts ist, das Gott nicht kann. Hör, Spötter, auf zu lachen,
  1414. Nichts ist, das Gott so sehr als eine Jungfrau liebt,
  1415. Nichts Schändlichs, nichts Gerings steigt in ein groß Gemüte;
  1416. Nichts Stärkers ist als Gott; doch kann er nicht verwehren,
  1417. Nichts Süßers ist als Gott, ein Menschenkind, zu sehn,
  1418. Nichts Unbeständigers im Wohlsein und im Schmerz
  1419. Nichts Unreins kommt zu Gott; bist du nicht funkelrein
  1420. Nichts weset ohne Stimm: Gott höret überall,
  1421. Nichts wird, was zuvor ist; wirst du nicht vor zu nicht,
  1422. Niemand hat seinen Stand so hoch und groß gemacht
  1423. Niemand hat was umsonst; wie bildst du dir dann ein,
  1424. Niemand ist zu jeder Frist
  1425. Niemand redt weniger als Gott ohn Zeit und Ort;
  1426. Nimm hin der Sonnen Licht; Jehova ist die Sonne,
  1427. Nimm, trink, so viel du willst und kannst, es steht dir frei;
  1428. Nimm, was der Herr dir gibt, er gibt das Groß im Kleinen,
  1429. Noch Kreatur, noch Gott kann dich in Unruh bringen;
  1430. Nordstern der verliebten Herzen,
  1431. Nun danket Gott, ihr Christen all,
  1432. Nun fähret auf Marien Sohn
  1433. Nun freut euch, ihr Hirten, mit mir,
  1434. Nun ist dem Feind zerstöret seine Macht,
  1435. Nun nimm mein Herz und alles, was ich bin,
  1436. Nun singet und klinget dem Höchsten zu Ehren,
  1437. Nun will ich mich scheiden von allen Dingen
  1438. O allerliebstes Knäbelein,
  1439. O allerschönstes Angesicht,
  1440. O du allerliebster Gott,
  1441. O du Kleinod meiner Sinnen,
  1442. O edler Geist, entreiß, laß dich doch nicht so binden;
  1443. O Ehr, o Seligkeit! das ewig sein, was Gott;
  1444. O Elend, Jammer, Angst und Not!
  1445. O Ewigkeit! O Ewigkeit!
  1446. O Ewigkeit, o Peinlichkeit,
  1447. O Gott, wie wohl ist mir! mein Leiden ist verschwunden,
  1448. O große Not,
  1449. O heilsams Opfer, Jesu Christ,
  1450. O hohe Würdigung! Gott springt von seinem Thron
  1451. O Jesu, du verliebter Gott,
  1452. O Jesu, meine Lieb,
  1453. O Lämmlein Gottes großer Huld,
  1454. O Narr, was rennst du so nach Reichtum in der Welt
  1455. O seht das liebe Kind, wie es so süße weint,
  1456. O so hast du nun dein Leben
  1457. O Spott! Ein Seidenwurm, der wirkt, bis er kann fliegen;
  1458. O Sünder, wenn du wohl bedächtst das kurze Nun
  1459. O süße Gasterei! Gott selber wird der Wein,
  1460. O Torheit! Um die Zeit wagt man sich bis in Tod
  1461. O treuer Jesu, der du bist
  1462. O Unbegreiflichkeit! Gott hat sich selbst verlorn,
  1463. O Wesen, dem nichts gleich! Gott ist ganz außer mir
  1464. O Wunder! Alles lauft, daß es zur Ruh gelange;
  1465. O Wunder! Christus ist die Wahrheit und das Wort,
  1466. O Wunder, Gott ist mir, ich ihm ein Täubelein,
  1467. O Wunder, Gottes Sohn ist ewiglich gewesen
  1468. O, wo bist du mein Leben,
  1469. Perl aller keuschen Seelen,
  1470. Pfui dich, daß dich ein Weib, die Nichtigkeit der Welt,
  1471. Pfui dich, du karger Filz, Gott hat dir alls gegeben,
  1472. Preise, Jerusalem, preise den Herrn,
  1473. Psyche, die verliebte Seele,
  1474. Psyche, voll heilger Liebsbegier,
  1475. Rat, wie ein Mensch und Gott, ein Löw, Lamm, Ries und Kind
  1476. Rauh ist der Mond gestalt ohn seiner Sonne Licht,
  1477. Räum weg und mache Luft, das Fünklein liegt in dir,
  1478. Rechtschaffne Heiligkeit ist wie ein güldnes Glas
  1479. Rein wie das feinste Gold, steif wie ein Felsenstein,
  1480. Rein, lauter, glassen sein, recht lieben, dienen, schauen
  1481. Reinste Jungfrau, die vor allen
  1482. Rot von des Herren Blut wie Sammetröselein,
  1483. Ruh ist das höchste Gut: und wäre Gott nicht Ruh,
  1484. Sag an, o großer Gott, wie bin ich dir verwandt,
  1485. Sag an, o werte Frau, hat dich nicht auserkorn
  1486. Sag an, wie geht es zu, wenn in ein Tröpfelein,
  1487. Sag zwischen mir und Gott den eingen Unterscheid?
  1488. Sag, allerliebstes Kind, bin ichs, um den du weinst?
  1489. Sag, ob auch jemand ist, der mehr verlassen kann,
  1490. Sag, was du willst, die Braut ist doch das liebste Kind,
  1491. Sag, was uns endlich Gott für einen Namen gibt,
  1492. Sag, wie ich möge sein des Vaters liebstes Kind?
  1493. Sag, wo die Liebe wird am liebesten gefunden?
  1494. Sankt Paulus wußte nichts als Christum und sein Leiden,
  1495. Schau doch, wie hoch vereint die Goldheit mit dem Blei
  1496. Schau Gott ist so gerecht; wär etwas über ihn,
  1497. Schau, alle Tugenden sind Ein ohn Unterscheid.
  1498. Schau, alles, was Gott schuf, ist meinem Geist so klein,
  1499. Schau, Braut, wie hängt dein Bräutigam
  1500. Schau, deine Sünden sinds, die Christum, unsern Gott,
  1501. Schau, diese Welt vergeht. Was? sie vergeht auch nicht,
  1502. Schau, wie die Goldheit ist des Golds-Fluß Schwer und Schein,
  1503. Schaut doch das Wunder an! Gott macht sich so gemein,
  1504. Schaut doch die Heirat an, der Herr der Herrlichkeit
  1505. Schaut doch, ihr Lieben, schaut, die Jungfrau säugt ein Kind,
  1506. Schaut Wunder! Gottes Sohn wird jung in lauter Freuden
  1507. Schlaf, meine Seele, schlaf; denn in des Liebsten Wunden
  1508. Schließ mich, so streng du willst, in tausend Eisen ein,
  1509. Schönester, vor dem sich neiget
  1510. Schreit hin, ihr Seraphim, das was man von euch liest:
  1511. Schütt aus dein Herz vor Gott; er zeucht nicht bei dir ein,
  1512. Schweig Sünder, schreie nicht die Ev und Adam an,
  1513. Schweig, Allerliebster, schweig; kannst du nur gänzlich schweigen,
  1514. Schwing dich auf, mein Täubelein, behende
  1515. Sei arm, der Heilige hat nichts in dieser Zeit,
  1516. Sei beklagt, du Kaiserhaupt,
  1517. Sei gegrüßet und geküsset,
  1518. Sei gegrüßt, du Frau der Welt,
  1519. Sei gegrüßt, du Königskammer,
  1520. Sei gegrüßt, mein Gnadenthron,
  1521. Sei hungrig, arm und sanft, barmherzig, friedlich, rein,
  1522. Sei lauter Licht und steif gleichwie ein Demantstein,
  1523. Sei rein, schweig, weich und steig auf in die Dunkelheit,
  1524. Sei willkommen, liebster Freund,
  1525. Sei züchtig, keusch und still; wer unbedachtsam rennt,
  1526. Seid gegrüßt, ihr ewgen Sonnen,
  1527. Seid gegrüßt, ihr Honiggraben,
  1528. Seid getrost, ihr Schäferinnen,
  1529. Selig, wer sich suchet Raum
  1530. Setz dich in Mittelpunkt, so siehst du alls zugleich,
  1531. Sieh nur fein unter dich; du fleuchst den Blitz der Zeit,
  1532. Singt, singt, ihr Engel, singt! mit hunderttausend Zungen
  1533. So du aus Mißvertraun zu deinem Gotte flehest
  1534. So du das ewge Wort in dir willst hören sprechen,
  1535. So du den höchsten Gott willst deinen Vater nennen,
  1536. So gut der Tod auch ist dem, der im Herren stirbt,
  1537. So lieb Gott eine Seel in Christi Glanz und Licht,
  1538. So oft ich Lilien seh, so oft empfind ich Pein
  1539. So schön die Laute sich aus eignen Kräften schlägt,
  1540. So viel der Monde sich zu seiner Sonne kehrt,
  1541. So viel die Seel in Gott, so viel ruht Gott in ihr;
  1542. So viel du Gott geläßt, so viel mag er dir werden;
  1543. So viel mein Ich in mir verschmachtet und abnimmt,
  1544. So wenig du das Gold kannst schwarz und Eisen nennen,
  1545. So wenig, als dir ist die Weite Gottes kund,
  1546. Sobald durch Gottes Feur ich mag geschmelzet sein,
  1547. Sohn ist das liebste Wort, das Gott zu mir mag sprechen;
  1548. Solange dir, mein Freund, im Sinn liegt Ort und Zeit,
  1549. Soll dich des Herren Angst erlösen von Beschwerden,
  1550. Soll dich des Lebens Baum befrein von Todsbeschwerden,
  1551. Soll ich mein letztes End und ersten Anfang finden,
  1552. Soll meine Lampe Licht und lautre Strahlen schießen,
  1553. Sollt auch was Herrlichers als meine Seele sein,
  1554. Speist du die Bilder an und bist doch selbst ein Bild?
  1555. Spiegel aller Tugend,
  1556. St. Agnes lieget hier, die Jungfrau und die Braut,
  1557. Steh auf, du strenger Nord,
  1558. Steh, wache, fast und bet; in einer Sicherheit
  1559. Stirb oder leb in Gott, du tust an beiden wohl,
  1560. Stirb, ehe du noch stirbst, damit du nicht darfst sterben,
  1561. Streb nach der Bürgerschaft des Himmels hier auf Erden,
  1562. Streit hurtig, tapfrer Mann, bis du erlangst die Kron.
  1563. Streuet mit Palmen, ihr Schäfer und Hirten,
  1564. Suchst du was und vermeinst, daß Gott nicht alles sei,
  1565. Süß ist der Honigseim, süß ist der Rebenmost,
  1566. Süß ist des Herren Joch und sanfte seine Last.
  1567. Süßes Seelenabendmahl,
  1568. Theresa will sonst nichts als leiden oder sterben.
  1569. Tod ist der Sünden Sold; Gott ist der Tugend Lohn;
  1570. Tod ist ein selig Ding: je kräftiger er ist,
  1571. Treuer Schäfer, der du mir
  1572. Treuster Meister, deine Worte
  1573. Trinkst du des Herren Blut und bringest keine Frucht,
  1574. Tritt hin, o Seel, und dank dem Herrn
  1575. Trompeten hör ich gern; mein Leib soll aus der Erden
  1576. Um Böses Gutes tun, um Schmach sich nicht entrüsten,
  1577. Um nichts gewinnt man nichts. Wo du nichts auf willst setzen,
  1578. Unmeßlich ist zwar Gott; jedoch kannst du ihn messen,
  1579. Verkleinere dich selbst, so wirst du groß, mein Christ;
  1580. Verlacht, verlassen stehn, viel leiden in der Zeit,
  1581. Vermiß dich, Jungfrau, nicht; wer in Gefahr sich gibt,
  1582. Vermöcht ich Gotts so viel als Christus zu empfangen,
  1583. Verschließ Gott in dein Herz, laß keinen andern drein,
  1584. Verstockt ist halb verlorn; doch wer im Guten kann
  1585. Versuch mein Täubelein, mit Übung lernt man viel;
  1586. Vertraue Gott, der Drach wird leichtlich überwunden,
  1587. Verwirf nicht, was du hast; ein Kaufmann, der sein Geld
  1588. Verwundere dich nicht, daß ich nach Gott verlange.
  1589. Verwundere dich nicht, daß mitten auf der Glut
  1590. Verwundre dich nicht, Freund, daß ich auf nichts mag sehn,
  1591. Verwundter Heiland, sieh nicht an,
  1592. Verzage nicht, mein Kind, hast du nur guten Willen,
  1593. Verzücke mich, verzücke mich
  1594. Verzug ursacht Verdruß. Fühlst du um Gott nicht Pein,
  1595. Verzweifle nicht, mein Christ, du kannst in Himmel traben,
  1596. Viel Bücher, viel Beschwer; wer eines recht gelesen,
  1597. Viel eher wird dir Gott, wenn du ganz müßig sitzt,
  1598. Viel haben macht nicht reich. Der ist ein reicher Mann,
  1599. Viel Körnlein sind ein Brot, ein Meer viel Tröpfelein;
  1600. Viel sind der Welt ein Kreuz, die Welt ist aber ihnen
  1601. Viel Wissen blähet auf; dem geb ich Lob und Preis,
  1602. Viel Wissen ist zwar fein; doch gibts nicht solche Lust,
  1603. Vollkommne Lauterkeit ist bild-, form-, liebelos;
  1604. Vom ersten Anbeginn und noch bis heute zu
  1605. Von einer Jungfrau ist die ganze Welt gemacht,
  1606. Von Gott wird Gott gebore; soll er dich denn gebärn,
  1607. Von Herzen wünsch ich mir ein Herze, Herr mein Gott,
  1608. Vor Zeiten war das Kreuz die größte Schmach und Hohn;
  1609. Wach auf, du toter Christ, schau, unser Pelikan
  1610. Wann ist der Mensch zu Gott vollkommlich wiederbracht?
  1611. Wann wird der Liebste meiner Seele
  1612. Wär ich ein Seraphin, so wollt ich lieber sein,
  1613. Wärs wahr, daß Majestät nicht könnte stehn mit Liebe?
  1614. Warum daß Gottes Geist wie eine Taub erscheint?
  1615. Warum pflegt doch der Herr mit Sündern umzugehn?
  1616. Warum wird Seraphin von Gotte mehr geliebt
  1617. Was alle Heilgen tun, das kann ein Mensch allein.
  1618. Was an der Seligkeit mein Herz fürs Best erkiest,
  1619. Was bedeut dies, ihr Jungfrauen,
  1620. Was bildest du dir ein, zu zähln der Sternen Schar?
  1621. Was bin ich endlich doch? Ich soll die Kirch und Stein,
  1622. Was Cherubin erkennt, das mag mir nicht genügen.
  1623. Was Christus auf der Welt geredt hat und getan,
  1624. Was deine Seel begehrt, bekommt sie alls in Gott;
  1625. Was denkt doch Magdalen, daß sie so öffentlich
  1626. Was du dem Nächsten willst, das bittst du dir von Gott;
  1627. Was du von Gott verjahst, dasselb ist mehr erlogen
  1628. Was fort und fort verdirbt, das kann nicht stehn noch sein,
  1629. Was Freude muß doch sein! wenn Gott sich seine Braut
  1630. Was gaffst du viel, mein Mensch? Der Antichrist unds Tier
  1631. Was Gott in Ewigkeit begehrn und wünschen kann,
  1632. Was Gott ist, weiß man nicht. Er ist nicht Licht, nicht Geist,
  1633. Was hier die Heiligen mit großer Müh erlangt,
  1634. Was hilft dichs, daß du bist mit Wasser abgewaschen,
  1635. Was hilft michs, daß den Herrn die Morgensterne loben,
  1636. Was hilft michs, Gabriel, daß du Mariam grüßt,
  1637. Was ist das Edelste? Was ist das Feinperlein
  1638. Was ist das Wesen Gotts? fragst du mein Engigkeit;
  1639. Was ist der Selgen Lohn? Was wird uns nach dem Streit?
  1640. Was ist die Ewigkeit? Sie ist nicht dies, nicht das,
  1641. Was ist die Jungfrauschaft? Frag, was die Gottheit sei;
  1642. Was ist die Seligkeit? Ein Zufluß aller Freuden,
  1643. Was ist ein guter Mut, der wohl mit Gotte steht?
  1644. Was ist ein Stäubelein in Anschauung der Welt?
  1645. Was ist Gelassenheit? Ich sag ohn Heuchelei,
  1646. Was ist Gerechtigkeit? Das, welches allen gleich
  1647. Was ist Gotts Eigenschaft? Sich ins Geschöpf ergießen,
  1648. Was ist nicht sündigen? du darfst nicht lange fragen,
  1649. Was ist Verlorensein? frag das verlorne Lamm,
  1650. Was klagst du über Gott? Du selbst verdammest dich!
  1651. Was macht des Menschen Herz und seine Seele weit?
  1652. Was macht nicht Gott aus sich; er ist meins Herzens Ziel,
  1653. Was man von Gott gesagt, das gnüget mir noch nicht,
  1654. Was marterst du das Erz? der Eckstein ists allein,
  1655. Was meines Geistes Geist, meins Wesens Wesen ist,
  1656. Was nicht am Leibe bleibt, wird nicht vom Haupt geküßt;
  1657. Was sinnest du so tief? Das Weib im Sonnenschein,
  1658. Was strebt und kriegt die Welt nach eitler Herrlichkeit,
  1659. Was tat Gott vor der Zeit in seinem ewgen Thron?
  1660. Was tun die Schauer Gotts? sie tun das in der Zeit,
  1661. Was tun die Seligen, so man es sagen kann?
  1662. Was will doch Gottes Sohn, daß er ins Elend kömmt
  1663. Wasch aus deins Herzens Faß; wenn Hefen drinnen sein,
  1664. Weg mit dem Mittelweg; soll ich mein Licht anschauen,
  1665. Weg mit dem Schattenstuhl: der eingeborne Sohn
  1666. Weg, weg, ihr Seraphim, ihr könnt mich nicht erquicken,
  1667. Weil Abgeschiedenheit sich niemand macht gemein,
  1668. Weil der gerechte Mensch glänzt wie der Sonnenschein,
  1669. Weil die Geschöpfe gar in Gottes Wort bestehn,
  1670. Weil Gott dreieinig ist, so hat er Ruh und Lust,
  1671. Weil Gott, der Ewige, die Welt schuf außer Zeit,
  1672. Weil Gottes Kinder nicht das eigne Laufen lieben,
  1673. Weil ich das wahre Licht, so wie es ist, soll sehn,
  1674. Weil ich schon seh die goldnen Wangen
  1675. Weil man nunmehr Gott selbst, den Größten, kleine findt,
  1676. Weil mein Erlöser hat die Engel überstiegen,
  1677. Weil mein Erlöser hat die Menschheit aufgenommen,
  1678. Weil meine Seel in Gott steht außer Zeit und Ort,
  1679. Weil sich die Gottheit hat in Kindheit mir erzeigt,
  1680. Wem alle Ding ein Ding und lauter Friede sind,
  1681. Wem alles gleiche gilt, den rühret keine Pein,
  1682. Wem Nichts wie Alles ist und Alles wie ein Nichts,
  1683. Wem seine Sonne scheint, derselbe darf nicht gücken,
  1684. Wen Gott zu seinem Sohn geboren hat auf Erden,
  1685. Wen weder Gott noch Feind bringt aus der Sanften Orden,
  1686. Wend ab dein Angesicht vom Glast der Eitelkeit,
  1687. Wend ab dein Angesicht; die Welt nur angeblickt
  1688. Wenn das Vollkommne kommt, fällts Unvollkommne hin;
  1689. Wenn dich der Sünder fragt, wie er soll Gnad erlangen,
  1690. Wenn dich nach Gott verlangt und wünschst sein Kind zu sein,
  1691. Wenn du an einem Pflug willst mit Ixion pflügen,
  1692. Wenn du an Gott gedenkst, so hörst du ihn in dir,
  1693. Wenn du aus dir verjagst die Sünd und ihr Getümmel,
  1694. Wenn du aus Sodom gehst und dem Gericht entfliehest,
  1695. Wenn du das Tröpflein wirst im großen Meere nennen,
  1696. Wenn du dein Schiffelein aufs Meer der Gottheit bringst,
  1697. Wenn du den Schöpfer hast, so lauft dir alles nach,
  1698. Wenn du denkst, Gott zu schaun, bild dir nichts Sinnlichs ein,
  1699. Wenn du dich über dich erhebst und läßt Gott walten,
  1700. Wenn du dich, meine Seel, zurück hinein begibst,
  1701. Wenn du die Dinge nimmst ohn allen Unterscheid,
  1702. Wenn du ein Täublein bist und keine Galle hast,
  1703. Wenn du gestorben bist und Gott dein Leben worden,
  1704. Wenn du gestorben bist, so scheinet dir von Not,
  1705. Wenn du in Wahrheit kannst aus Gott geboren sein
  1706. Wenn du nicht Mensch mehr bist und dich verleugnet hast,
  1707. Wenn du vergöttet bist, so ißt und trinkst du Gott,
  1708. Wenn du vollkommen eins mit Gott, dem Herren, bist,
  1709. Wenn du willst grades Wegs ins ewge Leben gehn,
  1710. Wenn du, mein Pilger, willst in Himmel dich erhöhen,
  1711. Wenn Gott in dir geborn, gestorben und erstanden,
  1712. Wenn Gott sich mit mir Mensch vereinigt und verbindt,
  1713. Wenn Gott sich wesentlich in mir geboren findt,
  1714. Wenn Gott zum Heilgen spricht: du, du hast mich erzielt,
  1715. Wenn Gottes Taube kann in deinem Herzen ruhn,
  1716. Wenn ich bin Gottes Sohn, wer es dann sehen kann,
  1717. Wenn ich die Lauterkeit durch Gott geworden bin,
  1718. Wenn ich in Gott vergeh, so komm ich wieder hin,
  1719. Wenn ich zu Gott eingeh und küß ihn mit Begier,
  1720. Wenn meine Seel erseufzt und Ach und O schreit hin,
  1721. Wenn meine Seele Gott im Geist begegnen kann,
  1722. Wenn sich der Mensch entzieht der Mannigfaltigkeit
  1723. Wer alles untertritt und alles duldet fein,
  1724. Wer alln sein Gut mitteilt, alln nutzt und alle liebt,
  1725. Wer an den Füßen lahm und am Gesicht ist blind,
  1726. Wer auch im Paradies nicht noch soll untergehn,
  1727. Wer dich genennet hat, hat dir den Namen geben,
  1728. Wer die Geheimnisse des Herren gerne hat,
  1729. Wer dorten bei dem Brunn des Lebens denkt zu sitzen,
  1730. Wer etwas in der Welt mag süß und lieblich nennen,
  1731. Wer Freiheit liebt, liebt Gott; wer sich in Gott versenkt
  1732. Wer gibt, dem gibet Gott mehr als der gibt und will;
  1733. Wer gnugsam reich, hat alls. Wer viel begehrt und will,
  1734. Wer Gott in allem Tun von Herzen loben kann,
  1735. Wer Gott liebt, schmeckt schon hier seins Geistes Süßigkeit,
  1736. Wer Gott mit Gott gewird, ist mit ihm eine Freud,
  1737. Wer Gott recht finden will, muß sich zuvor verliern
  1738. Wer Gott recht lieben will, der tuts ohn Maß und Ziel;
  1739. Wer Gott so leicht entbehrn als leicht empfangen kann,
  1740. Wer Gott um Gaben bitt, der ist gar übel dran:
  1741. Wer Gott vereinigt ist, den kann er nicht verdammen,
  1742. Wer Gott will gleiche sein, muß allem ungleich werden,
  1743. Wer Gottes Angesicht hier nicht sieht mit Begier,
  1744. Wer Gotts genießen will und ihm sich einverleiben,
  1745. Wer gründt die Tiefe Gotts? wer schätzt, wie hoch er flammt?
  1746. Wer hätte das vermeint! aus Finsternis kommts Licht,
  1747. Wer heilge Traurigkeit hier hat zum Vesperbrot,
  1748. Wer heimlich Gutes wirkt, sein Geld austeilt verhohlen,
  1749. Wer hier auf niemand sieht als nur auf Gott allein,
  1750. Wer in dem Fleische lebt und fühlt nicht dessen Pein,
  1751. Wer in dem Nächsten nichts als Gott und Christum sieht,
  1752. Wer in den Wegen Gotts gedächte still zu stehn,
  1753. Wer in der Demut Gotts am tiefsten ist versunken,
  1754. Wer in der Ewigkeit mehr lebt als einen Tag,
  1755. Wer in der Hölle nicht kann ohne Hölle leben,
  1756. Wer in der Mitten liegt und lacht zu Spott und Hohn,
  1757. Wer in der Sonnen ist, dem mangelt nicht das Licht,
  1758. Wer in sich Ehre hat, der sucht sie nicht von außen,
  1759. Wer in sich selber sitzt, der höret Gottes Wort,
  1760. Wer in sich über sich in Gott verreisen kann,
  1761. Wer ist dem Herren gleich? Der seine Feinde liebt,
  1762. Wer ist der Heiligste? der mehr verliebet ist:
  1763. Wer ist ein armer Mensch? Der ohne Hilf und Rat
  1764. Wer ist, als wär er nicht und wär er nie geworden,
  1765. Wer ist, der mir, wie weit und breit ich bin, zeigt an?
  1766. Wer kann das Fünkelein in seinem Feur erkennen?
  1767. Wer keines Dings zu viel in sich pflegt einzusaufen,
  1768. Wer lauter wie das Licht, rein wie der Ursprung ist,
  1769. Wer lautern Herzens lebt und geht auf Christi Bahn,
  1770. Wer macht mich denn noch quitt und frei,
  1771. Wer meiner Seele will den größten Titel geben,
  1772. Wer mir Vollkommenheit, wie Gott hat, ab will sprechen,
  1773. Wer nach den Sinnen lebt, den schätz ich für ein Vieh,
  1774. Wer nichts begehrt, nichts hat, nichts weiß, nichts liebt, nichts will,
  1775. Wer nichts mit Eigentum besitzet in der Welt,
  1776. Wer nichts verlangt, hat alls; wer alles tut verlangen,
  1777. Wer nirgends ist geborn und niemand wird bekannt,
  1778. Wer nur ein Tröpflein Bluts aus Christo kann genießen,
  1779. Wer ohn Empfinden liebt und ohn Erkennen kennt,
  1780. Wer ohne Liebe lauft, kommt nicht ins Himmelreich,
  1781. Wer reines Herzens ist und züchtig in Gebärden
  1782. Wer saget, daß sich Gott vom Sünder abgewendt,
  1783. Wer schmückt die Lilien? Wer speiset die Narzissen?
  1784. Wer seine Seele hat verloren und vergeben,
  1785. Wer seine Sinnen hat ins Innere gebracht,
  1786. Wer seinen Neider liebt und Guts von Feinden spricht,
  1787. Wer selbst nicht alles ist, der ist noch zu geringe,
  1788. Wer selig werden will, der muß mit weißer Seiden
  1789. Wer sich an Christum stößt, er ist ein Felsenstein,
  1790. Wer sich den Mittelpunkt zum Wohnhaus hat erkiest,
  1791. Wer sich den Teufel läßt erschlagen und ermorden,
  1792. Wer sich in Kreuz und Pein von Herzensgrund erfreut,
  1793. Wer sich nicht drängt zu sein des Höchsten liebes Kind,
  1794. Wer sich nicht mit der Frucht, die Gott verboten, speist,
  1795. Wer sich nur einen Blick kann über sich erschwingen,
  1796. Wer sich verloren hat und von sich selbst entbunden,
  1797. Wer sich zum Aufgang kehrt und wart auf seinen Gott,
  1798. Wer stets alleine lebt und niemand wird gemein,
  1799. Wer stets in Demut lebt, wird nie von Gott gericht;
  1800. Wer stets in Gotte bleibt, verliebt, gelassen ist,
  1801. Wer stets in sich die Schlang und Drachen kann ermorden,
  1802. Wer über Berg und Tal und dem Gewölke sitzt,
  1803. Wer unbeweglich bleibt in Freud, in Leid, in Pein,
  1804. Wer vor der Majestät will unerschrocken stehn,
  1805. Wer wird mir geben, daß ich dich,
  1806. Wer wird mir, mein Herze, das Jesulein geben?
  1807. Wer wohl regieren kann im Streit, in Freud und Pein,
  1808. Werd Gott, willst du zu Gott; Gott macht sich nicht gemein,
  1809. Wie all und jede Zahln ohns Eines nicht bestehn,
  1810. Wie allgemein ist Gott! Er hat der Bauernmagd
  1811. Wie daß der reiche Mann den Armen jetzo kennt?
  1812. Wie du das Feur im Kies, den Baum im Kern siehst sein,
  1813. Wie du den Flachs unds Werg im Feuer siehst verschwinden,
  1814. Wie ein entmilchtes Kind nach seiner Mutter weint,
  1815. Wie ein Hirsch zur dürren Zeit
  1816. Wie ein Turteltäubelein
  1817. Wie geizig ist ein Herz! wenn tausend Welten wären,
  1818. Wie groß sind wir gesehn! die hohen Seraphim
  1819. Wie ist mein Gott gestalt? Geh, schau dich selber an,
  1820. Wie kann Alexius ein solches Herz sich fassen,
  1821. Wie klein ist doch der Mensch, der etwas groß tut schätzen
  1822. Wie kocht man Gott das Herz? Es muß gestoßen sein,
  1823. Wie kurz ist doch der Streit; wie glücklich ist der Held,
  1824. Wie lieblich sind die Wohnungen,
  1825. Wie mag dich doch, o Mensch, nach etwas tun verlangen,
  1826. Wie magst du was begehrn? du selber kannst allein
  1827. Wie sah St. Benedikt die Welt in einer Kohlen?
  1828. Wie schätzt du Salomon, den Weisesten, allein?
  1829. Wie schlecht ist Gottes Sohn bewirtet auf dem Heu,
  1830. Wie schön bist du, mein Leben und mein Licht,
  1831. Wie schöne glänzt der Schnee, wenn ihn der Sonnen Strahlen
  1832. Wie selig ist der Mensch, der alle seine Zeit
  1833. Wie selig ist der Mensch, der weder will noch weiß,
  1834. Wie selig ruht der Geist in des Geliebten Schoß,
  1835. Wie soll ich dich, mein Kind, die kleine Liebe nennen,
  1836. Wie süß ist dein Gebot,
  1837. Wie tief die Gottheit sei, kann kein Geschöpf ergründen,
  1838. Wie töricht ist der Mensch, der Gold für Gott erkiest
  1839. Wie töricht sind wir doch, daß wir nach Ehre streben!
  1840. Wie töricht tut der Mann, der aus der Pfütze trinkt
  1841. Wie töricht tut der Mann, der einen Dunst umfaßt,
  1842. Wie ungleich ist der Tod! die Engel tragen ihn,
  1843. Wie wohl geht der zurück, der von dem Feind weg fährt;
  1844. Wie wohl wirst du gejagt von Hunden, lieber Christ,
  1845. Wie wohlfeil hält doch Gott sein Reich unds ewge Leben!
  1846. Wie, daß den Weisen nie betrübet Weh und Leid?
  1847. Wie, daß denn bei der Welt Gott nicht geschaut kann sein?
  1848. Wie, daß der Fraß nicht kommt zum ewgen Abendessen!
  1849. Wie, daß der Mensch so toll nach eitlen Ehren rennt?
  1850. Wie, daß die Magdalen das Kreuze so umschränkt?
  1851. Wie, daß die Welt nichts schätzt die schönen Himmelsauen!
  1852. Wie, daß die Welt so sehr nach eitlen Dingen rennt?
  1853. Wie, daß Ignatius von Tieren wird zerbissen?
  1854. Wie, daß kein heilges Herz von Engeln wird besessen?
  1855. Willkommen, edles Knäbelein,
  1856. Willst du den neuen Mensch und seinen Namen kennen,
  1857. Willst du den Perlentau der edlen Gottheit fangen,
  1858. Willst du die falsche Lieb von wahrer unterscheiden,
  1859. Willst du die Sonn und Mond am hellen Himmel sehn,
  1860. Wir beten: es gescheh, mein Herr und Gott, dein Wille;
  1861. Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
  1862. Wirf das Gebündle weg. Wer streiten soll und kriegen,
  1863. Wißt, Gott wird mir ein Kind, liegt in der Jungfrau Schoß,
  1864. Wo dich noch dies und das bekümmert und bewegt,
  1865. Wo du auch Kluge siehst sich um die Welt bemühn,
  1866. Wo Gott ein Feuer ist, so ist mein Herz der Herd,
  1867. Wo Gott mich über Gott nicht sollte wollen bringen,
  1868. Wo Gott von Ewigkeit nicht siehet die Gedanken,
  1869. Wo ist der Liebste hingegangen,
  1870. Wo ist der Schönste, den ich liebe?
  1871. Wo ist mein Aufenthalt? Wo ich und du nicht stehen.
  1872. Wo willst du hin, weils Abend ist,
  1873. Wollt ihr den Herren finden,
  1874. Zehn ist die Kronenzahl, sie wird aus eins und nichts.
  1875. Zeige mir dein Angesicht,
  1876. Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,
  1877. Zeuch mich nach dir,
  1878. Zu Gott kommt man durch Gott, zum Teufel durch die Welt.
  1879. Zu viel ist niemals gut, ich hasse Völlerei,
  1880. Zu wem du dich gesellst, des Wesen saugst du ein,
  1881. Zum Himmel ist die Erd ein einzigs Stäubelein;
  1882. Zwei Augen hat die Seel: eins schauet in die Zeit,
  1883. Zwei Dinge sieht nur Gott, den Bock und mich sein Lamm:
  1884. Zwei Farben halt ich hoch und suche sie mit Fleiß:
  1885. Zwei Menschen sind in mir: der eine will, was Gott,
  1886. Zwei müssen es vollziehn; ich kanns nicht ohne Gott
  1887. Zwei Wörtlein lieb ich sehr: sie heißen Aus und Ein:
OPERONE