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LYRIK Angelus Silesius - Poetische Werke 148

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Angelus Silesius (1624-1677)

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Poetische Werke 148

Sie versammelt alle ihre Kräfte und Sinne zu seinem Lobe

1
Auf, auf, mein Geist und du, o mein Gemüte,
Auf, meine Seel, auf, auf, mein Sinn!
Auf, auf, mein Leib, mein Herz und mein Geblüte,
Auf, alle Kräft und was ich bin.
Vereinigt euch und lobt mit mir
Der Menschen Trost, der Engel Zier.
Stimmt all in heißen Liebesflammen
Zu Lobe meines Herrn zusammen.

2
Erhebt euch wie die Adler von der Erden,
Schwingt euch hinauf vor seinen Thron,
Erscheint vor ihm mit dankbaren Geberden
Und singet ihm im höchsten Ton.
Seid fröhlich, munter, jauchzt und klingt,
Frohlockt mit Händen, tanzt und springt.
Erzeigt euch voller heilger Freuden
Zu Lob und Ehren seiner Leiden.

3
Es müssen dir zu Ehren deiner Wunden
Stets wachend meine Sinnen sein.
Zu deinen Ehrn werd immerdar gefunden
In meinem Fühlen deine Pein.
Mein Auge sehe dir zu Ehrn,
Mein Ohr merk auf dein Wort und Lehrn.
Es müsse mein Geschmack dir schmecken,
Nach dir nur mein Geruch sich strecken,

4
Es lobe dich, Herr, mein Verstand und Wille,
Gott, mein Gedächtnis lobe dich,
Zu deinem Lob sei meine Bildung stille,
Mein Geist erheb sich über sich.
Mein Atem lob dich für und für,
Mein Puls schlag stets das Sanktus dir.
Es singen alle meine Glieder
Zu deinen Ehren tausend Lieder.

5
Mein Herze muß in deiner Lieb zerfließen,
Die Seel in deinem Ruhm vergehn,
Mein Mund dich stets mit neuem Lobe küssen
Und Tag und Nacht dir offen stehn.
Es müssen dienen dir zur Lust
Die tiefen Seufzer meiner Brust.
Es müsse dich mit Lob umgeben
Mein Warten und mein sehnlichs Leben.

6
Weil aber alls nicht gnug ist dich zu preisen,
So wollst du selbst dein Lob vollführn
Und dir für mich Dank, Ehr und Preis erweisen,
Wie deiner Hoheit will gebührn.
Du wollst ersetzen, o mein Licht,
Was mir an deinem Lob gebricht,
Bis du mich wirst in dich erheben
Zu einem Glanz und einem Leben.

Heilige Seelenlust oder geistliche Hirtenlieder - Viertes Buch 25

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