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LYRIK Angelus Silesius - Poetische Werke 128

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Angelus Silesius (1624-1677)

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Poetische Werke 128

Sie weist die Seele in die Wunden Christi

1
Ach, was laufst du hin und her
Über Land und über Meer?
Geh doch ein, o arme Seele,
In deins Hirten offne Höhle.
Nimm in Christi Wunden Ruh,
Du verirrtes Schäflein du.

2
Seine Wunden sind die Stadt,
Da man Schutz und Freiheit hat.
Seine Wunden sind die Graben,
Die wir für die Wölfe haben.
Seine Wunden sind der Port,
Da kein Unfall wird erhort.

3
Seine Wunden sind allzeit
Voller Trost und Süßigkeit.
Seine Wunden sind die Bronnen,
Da das Heil kommt raus geronnen.
Seine Wunden sind der Fluß,
Der uns tränkt mit ewgem Kuß.

4
Seine Wunden sind das Feld,
Das am besten ist bestellt.
Seine Wunden sind die Matten,
Die vor andren haben Schatten.
Seine Wunden geben Lust
Und erquicken Herz und Brust.

5
Seine Wunden sind die Au
Voll vom besten Himmelstau.
Seine Wunden sind die Weide
Voller Blumen, voller Freude.
Sie erfülln und machen satt,
Wer nur kommt und Hunger hat.

6
Ei, so gehe doch hinein,
Du verarmtes Schäfelein.
Laß die Welt und ihren Haufen
Immer in die Irre laufen.
Eile Christi Wunden zu
Und begib dich da zur Ruh.

Heilige Seelenlust oder geistliche Hirtenlieder - Viertes Buch 5

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