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LYRIK Angelus Silesius - Poetische Werke 125

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Angelus Silesius (1624-1677)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 125

Lob des heiligen Johannes des Evangelisten

1
Du edler Jüngling, mein Patron,
Johannes, welchen Gottes Sohn
So zärtlich hat geliebet,
Dich zu verehrn, soll jetzt mein Mund
Die große Güte machen kund,
Die Gott an dir geübet.

2
Mein Heiland, der Bethlemer Held,
Rief dich ganz kräftig von der Welt
In deiner Jahren Blüte.
Du folgest auch bald wie ein Lamm,
Wie eine Braut dem Bräutigam,
Und tratst in seine Tritte.

3
Die jungfräuliche Reinigkeit
Unds unbefleckte Seidenkleid,
Mit dem du warst umgeben,
Hat ihm so wohl an dir gefalln,
Daß er dich lieb gehabt vor alln
In seinem ganzen Leben.

4
Du lagest oft mit selger Lust
An deines Meisters süßer Brust,
Du warst von ihm umfangen.
Dein Herz zerfloß ob dieser Gunst,
Der Geist verbrannt in keuscher Brunst,
Ein End hatt' alls Verlangen.

5
Daher bist du auch so geschwind
Ein feuerflammends Donnerkind
Der ewgen Liebe worden.
Dein Herze war von Jesu reich,
Von ihm wars noch auf Erden gleich
Dem Seraphiner-Orden.

6
Dich nahm er mit sich auf die Höhn,
Da er verkläret wollte stehn
Und seine Wonne zeigen.
Du sahst sein Antlitz wie den Blitz,
Sein Kleid wie Schnee, wenn Carmels Spitz
Der Sonnen Strahln besteigen.

7
Du hasts auch als ein treuer Freund
Hinwiederum mit ihm gemeint
Und ihn nicht schlecht wolln lieben.
Du bist in allem Hohn und Spott,
In allen Leiden bis in Tod
Bei ihme stehen blieben.

8
Dich hat er so vertraut geliebt,
Daß er dir seine Mutter gibt,
Da er am Kreuz muß sterben.
Dich hat er ihr als einen Sohn,
Da er für uns gemußt davon,
Verlassen wolln zum Erben.

9
Drauf hast du deinen feurgen Mut,
Gleich wie ein schneller Adler tut,
Durch das Gewölk geschwungen.
Du hast dich über Zeit und Ort
In Gotts Geburt, ins ewge Wort,
Ins Dunkel eingedrungen.

10
Du hast mit dir herab gebracht,
Daß alles ist durchs Wort gemacht
Und alls von ihm herrühret.
Du hast gelücklich angeschaut
Die neue Stadt, des Lammes Braut,
Wie sie ist ausstaffieret.

11
Jetzt lebst du drin und bist dazu
In ewger Lust und ewger Ruh
Von Jesu Lieb ertrunken.
Du schwimmst im Meere seiner Freud
Und bist im Strom der Herrlichkeit
Ganz seliglich versunken.

12
O edler Jüngling, schau auch an,
Die dir in Gott sind zugetan,
Die dich und Jesum lieben.
Denk auch an uns, hilf uns behend,
Daß wir beständig, bis ans End
Die Liebe Gottes üben.

Heilige Seelenlust oder geistliche Hirtenlieder - Viertes Buch 2

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