Engelhart von Adelnburg (Ende des 12. Jahrhunderts)


Wart ich ie von guotem wîbe
wol gemuot, dêst gar ein niht.
ine weiz wiech die zît vertrîbe,
sît diu hôchgemuote giht
daz si welle nien verdriezen
mîner nôt.
owê, sol ich niht geniezen
guotes willen, dêst der tôt.
Sælden fruht, der ougen süeze,
gunnet mir der arebeit
daz ich, frowe, iu dienen müeze.
daz wirt mir ein sælikeit.
ich wil iemer dur iuch êren
elliu wîp.
nieman kan mîn leit verkêren
âne got wan iuwer lîp.
Kunde ich hôhen lop gesprechen,
des wær ich ir undertân,
swie si welle in zorne rechen
des ich nien begangen hân.
iu hân doch gein ir deheine
schulde mê
wan deich si mit triuwen meine.
seht wie daz ir güete stê.


Swer mit triuwen umbe ein wîp
wirbet, als noch maneger tuot,
waz schadet der sêle ein werder lîp?
ich swüere wol, ez wære guot.
ist aber ez ze himele zorn,
sô koment die bœsen alle dar
und sint die biderben gar verlorn.


Inhalt home