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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 91

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 91

Monde/ du Fürste der blinckenden Sternen/
Welcher mein Sehnen und Thränen beschaut/
Gläntzende Paphie/ der ich von fernen
Meine betrübte Gedancken vertraut/
Ziehe dein strahlendes Silber nur ein/
Schwärtze mit Wolcken den spielenden Schein.

Himmel/ für dem ich mein Leiden nicht häle/
Lüffte/ mit Seuffzen und Klagen erfüllt/
Erde/ bey der ich mit Weinen erzähle/
Wie mir in Stücke mein Hertze zuspillt/
Führet mein Aechzen in einsame Klufft/
Berget mein Lechzen in finsterer Grufft.

Zeugin der stündlich empfindenden Schmertzen/
Tunckele Finsternis/ traurige Nacht/
Welche mein thränendes Auge den Kertzen
Himmlischer Lichter zur Wette durchwacht/
Decke mit ewig-vergessener Ruh
Meine gehäuffte Bekümmernis zu.

Schweigende Qualen/ verborgenes Leiden/
Unter der Asche begrabene Glutt
Müssen die schmachtende Seele durchschneiden/
Kochen in Adern das siedende Blutt/
Bitterer Thränen verschlossene See
Kräncket mein Hertze mit Jammer und Weh.

Meine von Sorgen erblassete Wangen/
Meiner Corallen erstorbener Schein/
Meine Carfunckel mit Nebel umfangen
Werden Verräther der heimlichen Pein/
Aber der Lippen geschlossenes Thor
Darff doch mein Leiden nicht geben hervor.

Meine von Kummer verzehrende Jugend
Welche kein freudiges Hoffen ergözt/
Meine vom Unglück verfolgete Tugend
Aller Vergnügung und Freuden entsezt/
Müssen zum öfftern durch lachenden Mund
Bergen des Hertzens bluttweinenden Grund.

Himmel/ was soll ich noch endlich beginnen/
Wenn mir nicht einsten zu klagen erlaubt!
Meine von Schmertzen durchächtete Sinnen/
Mein von Betrübnis ermattetes Haubt
Dancken mit Freuden der Eitelkeit ab/
Wünschen zu kommen ins ruhige Grab.

II. Anemons und Adonis Blumen 91

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