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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 509

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

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Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

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Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

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Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 509

Verbündnis-Regeln der Gesellschafft zum weltlichen Einsiedler

Wer kommen will in dieses Hauß/
Darff nicht die ungetreuen Sinnen
Mit falschen Farben zieren aus;
Ein treues Hertz allein ist angenehm hierinnen.

Wer in die treu-verknüpffte Zahl
Will willig werden auffgenommen/
Muß durch geneigter Stimmen Wahl
Erlaubnis neben uns zu treten überkommen.

Auff gleiche Jahr und gleichen Stand
Pflegt unser wählen sich zu gründen/
Der Tugend reichen wir die Hand/
Auch Demutt und Gedult kan bey uns Stelle finden.

Wer in diß Bündniß schreitet ein
Muß dreyerley zuvor versprechen:
Beständig/ Andachts-voll zu seyn/
Und sich zu keiner Zeit Gehorsams zu entbrechen.

Wo Andacht in dem Hertzen brennt/
Läst sie sich auch durch Wercke spüren/
Wer sich ein frommes Mitglied nennt/
Wird unsre Wohnungs-Statt durch ein Gedächtnis zieren.

Der beste Zeit-Vertreib und Spiel
Besteht in schwätzen oder singen:
Wem nicht die Stimme folgen will
Kan Lieder nach Befehl der andern Schwestern bringen.

Die Andacht leitet auch dahin/
Daß man ein täglich Angedencken
Soll in dem Hertzen lassen blühn/
Wenn Zeit und Glücks-Fall uns durch schweren Abschied kräncken.

Beständigkeit macht uns verpflicht/
Bey diesem Stande treu zu leben/
Und keinem fremden Orden nicht/
Biß sieben Jahre sind vorbey/ sich zu ergeben.

Auch lehret uns Beständigkeit
Bey einerley Gedancken bleiben/
Den Nahmen den wir uns geweyht
Mit Gold und Diamant in Sinn und Hertze schreiben.

Gehorsam ist jedwedes Glied
Dem Orden schuldig zu erweisen/
Wohin es sein Verordnen zieht/
Bey höchster Ungenad und Straffe zu verreisen.

Ein Kuß soll jedem seyn vergünnt
Beym Wiederkommen und beym Scheiden/
Wer straffens-würdig sich befindt/
Soll/ was ihm aufferlegt/ mit allem Willen leiden.

Wer sich mit List gedrungen ein/
Wer Treu und Höfligkeit verletzet/
Wer irrt/ und ungestrafft will seyn/
Wird durch gemeinen Schluß aus unsrer Zahl gesetzet.

Wer der Gesellschafft sich entreist/
Und einen andern Stand will fassen/
Soll von uns werden ausgeweist/
Und seines Wanckelmutts ein Denckmahl hinterlassen.

VIII. Vermischte Gedichte 74

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