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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 478

Aßmann von Abschatz, Hans

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Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

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Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

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Bierbaum, Otto Julius

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Bleibtreu, Karl

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Bodenstedt, Friedrich von

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Bohne, Johannes

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Hart, Julius

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Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 478

Des Monden halb-erstorbnes Licht
Weist sein erblaßtes Angesicht/
Durch trüber Wolcken finstre Decken.
Der Schatten tunckel brauner Nacht/
Der Aug und Ohren irrend macht/
Umgiebt den Erdenkreiß mit Schrecken.

Du liegst/ mein Freund/ in sanffter Ruh/
Schleust die verliebten Augen zu/
Kanst/ was du wilt/ im Traum umfassen.
Ich muß zu ungewohnter Zeit/
An Leib und Geist voll Müdigkeit/
Das kaum erwarmte Lager lassen.

Ich muß durch alles Ungemach/
Das Wind und Winter ziehen nach/
In unbekandter Gegend reisen/
Wohin mich durch ein schlimmes Land
Des Welt-Beschreibers kühne Hand
Und theur-gekauffte Führer weisen.

Ich ändre täglich Kost und Heerd/
Vertausche Wohnung/ Bett und Pferd/
Nichts/ und doch alles ist mein eigen/
Nichts ruhet an mir/ als der Mund/
Dem offt den gantzen Tag vergunt
In stiller Einsamkeit zu schweigen.

Wo gehn wir izt mit gleichem Sinn
In zwey ungleiche Strassen hin/
Die ich und du so offt gemessen?
Wo können wir izt unsrer Pein
Und Lust geheime Zeugen seyn/
Zusammen schlaffen/ trincken/ essen?

Wer sieht uns/ wenn der Tag entsteht/
Und Phöbus gegen Westen geht
Um Leydens schöne Stadt spatzieren?
Wer sieht uns in Vertrauligkeit/
Auff nahen Gräntzen steten Streit
Und süssen Krieg zusammen führen?

Ach/ Hertze/ könnt ich bey dir seyn!
Doch weil der Himmel nicht stimmt ein
Mit meinem Wünschen und Verlangen/
So lebe wohl-beglückt/ mein Kind/
Biß mir die Vater-Erde günnt/
Dich mit Vergnügen zu umfangen.

Indessen soll die Ewigkeit
In das Register grauer Zeit
Und an des Himmels Wände schreiben/
Daß dir und deiner Brüderschafft
Biß ihn der blasse Tod wegrafft/
Dein Damon treu und hold wird bleiben.

VIII. Vermischte Gedichte 43

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