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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 451

Aßmann von Abschatz, Hans

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Arnim, Achim von

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Hart, Julius

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Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 451

Antwort

Spotte wer da will den Bart:
Knaben bleiben unvollkommen/
Biß der Bart hat zugenommen:
Kahle Jugend muß sich schämen/
Glattes Mauls ein Weib zu nehmen/
Biß sich Bart und Witz gepaart.

Wenn der Bart den Mund schattirt/
Und die linden Haare stechen/
Muß der Mädgen Hertze brechen:
Kömmt Cupido auffgezogen/
Pfeile/ Schlingen/ Sähn und Bogen
Sind von Bärten die er führt.

Bärte sind der Helden Pracht:
Wer nicht viel ums Maul kan leiden
Läst ihm nicht leicht Ehr abschneiden/
Simsons Stärcke wohnt' in Haaren/
Weil kein Stahl sein Haubt befahren/
Der ihn blind und schwach gemacht.

Hertzog Heinrichs Bart und Mutt
Macht ihn weit berühmt in Polen;
Soll man weiter Zeugnis holen/
Friedrich Rothbarts Helden-Siege
Kennt der Welsche zur Genüge/
Zeugt der Saracenen Blutt.

Den geförchten Janitschar
Zieret der beraste Knebel/
Wenn bey dem geschärfften Säbel
Die gekrümmten Haar auffsteigen/
Sich als Ygel-Stacheln zeigen/
Steht sein Gegner in Gefahr.

Haare sind der Weißheit Nest/
Socraten und viel Gesellen
Will ich dir zu Zeugen stellen/
Daß im klugen Grichen-Lande
Langer Bart beym Weisen-Stande
Sey der beste Schmuck gewest.

Sieht man nicht gantz Morgenland
Nur die Hutt der blöden Frauen
Glatt-bemäulter Wacht vertrauen/
Bärte/ Land und Haar regieren/
Weil/ die keine Bärte führen/
Nicht verdienen bessern Stand?

Nichts zeugt die Natur umsonst/
Bärte können manche Flecken/
Manches Mahl und Runtzel decken.
Fehlten Bärte den Balbiren
Würden sie viel Brod verlieren/
Lieber tragt den Bärten Gunst.

VIII. Vermischte Gedichte 16

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