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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 360

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 360

Laßt Solyms Mauren
Voll Freude stehen/
Ich will ins Trauren
Mit Jesu gehen.

Bey duncklem Schatten
Mich bey ihm zeigen/
Durch Kidron watten/
Den Oel-Berg steigen.

Betracht/ o Hertze/
Mit Buß' erweichet/
Ob auch ein Schmertze
Dem seinen gleichet!

Schau Jesum sitzen
Auff seinen Knihen/
Und Blutt verschwitzen
Für Angst-Bemühen.

Sieh an das Sehnen
Den Zorn zu stillen/
Die bittern Thränen
Um deinet willen.

Die bangen Stunden
Sieht man sich mehren:
Es wird gebunden
Der Herr der Ehren.

Das Mord-Geschlechte
Führt ihn gefangen/
Gleich einem Knechte/
Mit Spieß und Stangen.

Für Hohen-Priestern/
Die auff ihn zielen/
Gleich den Philistern/
Soll Simson spielen.

Man tritt zusammen
Und suchet Zeugen/
Ihn zu verdammen/
Das Recht zu beugen.

Sein Warheit-sagen
Muß Schläge leyden/
Man schickt die Klagen
Samt ihm dem Heyden.

Was Juden tichten
Ohn Scham-Erröthen/
Soll jener richten/
Und Jesum tödten.

Ihr Hertze brennet
Von Haß und Neyde/
Biß er vergönnet
Daß Unschuld leyde.

Schau/ Jesus träget
Bedornte Krone/
Wird angeleget
Zu Schimpff und Hohne

Mit einem Kleide
Voll Staub und Motten/
Zur Augen-Weyde
Der/ die ihn spotten.

Sein Angesichte
Wird angespihen/
Das allem Lichte
Ist fürzuziehen.

Man schlägt die Backen
Mit groben Händen/
Die unserm Nacken
Die Straff abwenden.

Er schwimmt im Blutte
Von Peitsch und Riemen/
Wird uns zu gutte
Voll rother Striemen.

Ach Mensch erbleiche!
Für deine Sünden
Muß Gott der Streiche
So viel empfinden.

Das Holtz der Plagen
Muß seinen Rücken
Mit schwerem Tragen
Zu Boden drücken.

Er wird durchgraben
An Händ und Füssen/
Die Nägel haben
Sie gantz zurissen.

Er hengt verachtet
Bey Diebs-Gesinde/
Lechzt und verschmachtet
Von Schmertz und Winde.

Es naht zum Ende;
Man hört das Leben
In Gottes Hände
Den Geist auffgeben.

Er schleust das Leyden
Mit lautem Ruffen/
Macht durch sein Scheiden
Den Himmel offen.

Die offne Seite
Vom Speer durchritzet
Wird zum Geleite
Das allen nützet:

Flutt/ Blutt gemenget
Fliest zu der Erden/
Wen diß besprenget
Kan selig werden.

Solch Labsal fange/
Betrübte Seele/
Wenn dir gedrange/
Aus dieser Höle.

So wird dein Leyden
Dir leichte fallen/
Und du mit Freuden
Gen Himmel wallen.

V. Sonntags- und Fest-Gedancken 87

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