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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 358

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 358

Todes-Post zu dreyen Stimmen

Bass

1.
Beschicke dein Hauß/ die Boten erscheinen/
Welche dir nach und nach kündigen an/
Daß dein Abscheiden nicht ferne seyn kan:
Bestelle dein Grab/ versorge die Deinen.

2.
Beschicke dein Hauß! die bleichenden Haare/
Die streichenden Jahre sind Leiter zur Bahre/
Schwindel im Haubte/ Beklemmung und Schmertzen
Drohen mit tödlichen Stössen dem Hertzen.

3.
Bestelle dein Hauß/ berathe die Seele!
Stunden entführen/ verlieren die Zeit:
Wer sich zur Reise nicht weißlich bereit/
Geht irre/ verfällt zur höllischen Höle.

4.
Bethräne mit Sehnen was Ubels verübet/
Fall deme zu Füssen der Sünde vergiebet!
Eyfriges Ruffen und gläubiges Hoffen
Hält dir die Pforte der Himmels-Burg offen.

Tenor

1.
Traurige Stimme/ bekümmerte Post/
Die zagende Seele vom Leibe zu scheiden/
Behagende Freuden und Freunde vermeiden/
Würmern im Grabe gedeyhen zur Kost!

2.
Sollen die Glieder so zeitlich erkalten?
Zeigt sich kein Mittel die Seele zu halten?
Wissen denn keine geübte Chymisten/
Länger den fliehenden Athem zu fristen.

3.
Begeben das Leben/ verlassen das Gutt/
Aechzen und lechzen nach Labsal und Trost/
Wenn sich die Wellen der Höllen erbost/
Verblassen/ erstarren betrübet den Mutt.

4.
Man dencket bekräncket was Jugend begangen/
Wie reiffere Jahre mit Schulden umfangen!
Find sich kein Retter/ kein Bürge zu zahlen/
Bleibet nichts übrig als Kercker und Qualen.

Discant

1.
Fröliche Zeitung/ erfreuende Post/
Von Leyden und Hertze- durch schneiden sich scheiden/
Beschwerden der Erden in Ruhe vermeiden/
Ewig geniessen die Englische Kost!

2.
Lasset die siechenden Glieder erkalten/
Weiß sich die Seele nur sicher zu halten!
Wenn Erd und Himmel zerschmeltzen in Flammen/
Kommen sie beyderseits wieder zusammen.

3.
Wohl sterben giebt Erben zum himmlischen Gutt/
Unser Erlöser geht selber voran/
Machet uns eben die stachlichte Bahn:
Drum folget demselben mit freudigem Mutt.

4.
Wie will uns verübete Missethat drücken?
Sie lieget auff Jesu geduldigem Rücken.
Sünden verschwinden und bleiben dahinden/
Wenn wir uns feste mit diesem verbinden.

Alle drey Stimmen

O Jesu/ verleyhe bey Schmertzen Geduld/
Verzeyhe/ befreye von schwärtzender Schuld!
Zeige zu lezteren Stunden die Wunden/
Drinnen wir Leben und Labsal gefunden!
Hilff mir wohl schliessen den irrdischen Lauff!
Vater/ am Ende nimm meinen Geist auff!

V. Sonntags- und Fest-Gedancken 85

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