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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 269

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 269

Freue dich/ bekränckte Seele/
Die gewünschte Zeit ist hier/
Da du aus der finstern Höle
Deines Leibes brichst herfür/
Da du aller Sorge loß/
Die dich in der Welt umschloß/
Aller Bande frey solt gehen
Wo viel tausend Engel stehen.

Zwar die matten Glieder klagen/
Daß du sie verlassen wilt/
Und dein Auge sieht mit Zagen/
Das verhaßte Todes-Bild/
Was dir Blutt und Mutt verband/
Nezt mit Thränen deine Hand/
Was gesündigt/ muß der Sünden
Bittern Sold/ den Tod/ empfinden.

Warum aber wilt du scheuen
Einen Christlich-sanfften Tod?
Solte dich der Wechsel reuen/
Der dich selig führt zu Gott/
Der dich aus der trüben Welt
Bringt zum lichten Himmels-Zelt/
Der/ was sterblich war/ begräbet/
Aber dich zu Gott erhebet.

Muß der todte Cörper liegen
Und im Grabe ruhen aus/
Dich kan unterdeß vergnügen
Das beflammte Sternen-Hauß/
Der verschmachten Glieder Last/
Und was du verlassen hast/
Wirstu/ wenn die Welt muß schwinden/
Neu und besser wieder finden.

Höre deinen Heyland ruffen:
Komm du auserkohrne Braut/
Meine Wohnung steht dir offen/
Wo man nichts als Freude schaut/
Sulamithin komm herzu
Und genüß der stoltzen Ruh/
Komm/ genüß der süssen Freuden/
Die ich sterbend dir bescheiden.

Meiner Unschuld weisse Seide/
Meines Bluttes Purpur-Rock
Dienet dir zum Ehren-Kleide/
Wird dein theurer Hochzeit-Schmuck.
Dich hab ich mir auserwählt/
In Gerechtigkeit vermählt/
Weil man Ewig Ewig nennet/
Bleibstu von mir ungetrennet.
Wiltu nicht mit Freuden gehen/
Wenn dich Jesus nach sich zieht/
Wiltu länger stille stehen/
Wo dir dein Verderben blüht/
Wiltu bleiben/ wo die Welt
So viel falscher Stricke stellt/
Wo dich zwischen Eiß und Eisen
Thränen-Brod und Galle speisen?

Auff/ erhebe deine Flügel/
Die der Erde kleben an/
Suche dir die Sternen-Hügel/
Wie dein Heyland weist die Bahn.
Laß das Sodom dieser Zeit/
Laß den Leib der Sterbligkeit/
Fleuch/ wo sich zu deinen Füssen
Sonn und Monde neigen müssen!

Freu dich nun/ bekränckte Seele/
Die gewünschte Zeit ist hier/
Da du aus der finstern Höle
Deines Leibes brichst herfür:
Deine Augen schliessen sich/
Und der Himmel fasset dich:
Ihr Grab soll die Schoß der Erden/
Jesus Arm das deine werden.

IV. Tauff- und Pathen-Wünsche 35

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