L Y R I K
LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 268

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 268

Ich soll nunmehr die Schrecken-reiche Bahn/
Die keiner kömmt zurücke/ treten an/
Die Seele bebt/ das Hertze will erkalten/
Doch Jesus wird mich auch im Tod erhalten.

Ein schmaler Weg voll Dornen/ Sand und Stein
Führt mich durch Berg und Thal in Himmel ein/
Doch Jesus hat mir schon die Bahn gebrochen/
Viel Väter sind ihm freudig nachgekrochen.

Entgleitet mir der Ohnmachts-volle Fuß/
Der allbereit von unten sterben muß/
Ich falle nicht/ weil ich zum Stul und Stabe
Des Herren Creutz und offne Seiten habe.

Er ist der Arzt/ der mit durchgrabner Hand/
Befühlet wie mein schwacher Pulß bewand/
Sein theures Blutt/ das er mir selbst verschreibet/
Macht/ daß man auch im Tode lebend bleibet.

Sein Liebes-Brand entzündt der Glieder Eiß/
Sein kühler Trost wischt ab den Todes-Schweiß/
Sein süsses Wort bestillt mein kläglich Aechzen/
Sein Myrrhen-Tranck der matten Seelen Lechzen.

Die Zunge schweigt/ das Hertze glaubt und hofft/
Ich höre nichts/ als wie mir Jesus rufft/
Ich sehe nichts/ als wie mich Jesus führet/
Wo ewge Lust und Wonne wird gespüret.

Wer wolte nicht mit Freuden folgen nach?
Besucht der Leib sein kaltes Schlaff-Gemach/
Er wird auch da des Herren Erde finden/
Und ihn der Herr/ wenn alle Welt muß schwinden.

Drum ob der Tod mich auff die Folter zieht/
Ob Schmertz und Weh durchgehen iedes Glied/
Ob man den Leib zur Würme Kost begräbet/
So weiß ich doch/ daß mein Erlöser lebet.

Ich bin gewiß/ daß mein Erlöser lebt/
Vor dessen Thron die reine Seele schwebt/
Die durch sein Blutt gewaschen ist von Sünden/
Die Noth und Tod aus seiner Hand nicht winden.

Ich bin gewiß/ daß mein Erlöser lebt/
Der meinen Leib aus seiner Asch' erhebt/
Der meine Bein' erfüllt mit neuen Kräfften/
Und diese Haut/ diß Fleisch daran wird hefften.

Ich bin gewiß/ daß mein Erlöser lebt/
An dem mein Aug' und gantzes Hertze klebt/
Mein Auge/ das nicht fremdem Auge trauet/
Das Gott ihm selbst/ und keinem andern/ schauet.

Wie selig/ wer diß ungeschaffne Licht
Kan sehen mit verklärtem Angesicht/
Besizt/ wornach manch gläubigs Hertze strebet/
Und sieht und weiß/ daß sein Erlöser lebet!

IV. Tauff- und Pathen-Wünsche 34

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE