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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 266

Aßmann von Abschatz, Hans

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Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 266

Gedult und Hoffnung

Mein Mund ist zugethan/
Mein Hertz in Gott zu Gott sich neiget in der Stille/
Was ich nicht ändern kan/
Steht ja in Gottes Hand. Es läst sein weiser Wille
In seinem Rath kein Widersprechen ein:
Drum soll mein Auffenthalt Gedult und Hoffnung seyn.

Wer hemmt Noth und Gefahr/
Wer kan mit Macht entgehn dem grossen Allmachts-Grimme?
Das erste Menschen Paar/
Da nach dem ersten Fall des Höchsten Eyfer-Stimme
Den Fluch zwar sprach/ doch Segen sezte drauff/
Nahm jenes mit Gedult/ und diß mit Hoffnung auff.

So sollen alle wir
Uns/ wie es immer laufft/ in das Verhängnis schicken/
Und Gott nicht schreiben für/
Er kennet unsre Krafft/ und prüfet unsern Rücken.
Schwächt Unfall gleich Hertz/ Sinnen/ Bein und Marck/
Macht uns doch Stille-seyn/ Gedult und Hoffnung starck.

Mag Ungedult und Sturm
Auch einen blossen Winck des Höchsten widerfechten?
Ach Mensch! du Sünden-Wurm/
Wilstu dich unterstehn mit deinem Gott zu rechten?
Wirff Frevel weg/ erkenne deine Schuld/
Und schmücke deinen Lauff durch Hoffnung und Gedult.

Drückt Gott/ so bücke dich/
Tritt er/ so strecke dich zu seinen Gnaden-Füssen/
Such ihn/ verbirgt er sich/
Schlägt er/ laß nur nicht ab die Gnaden-Hand zu küssen.
Nimmt er/ giebs hin/ und wenn er dir nichts läst/
So halt den theuren Schatz Gedult und Hoffnung fest.

Lauff aus dem Bade nicht/
Will schon das Wasser schier biß an die Seele dringen/
Thränt gleich dein Angesicht/
Du must ja deinem Gott was abzuwischen bringen:
Diß freuet ihn/ er ist recht treu geneigt
Für die/ bey welchen sich Gedult und Hoffnung zeigt.

Wie wohl ist es gemeynt/
Wenn er durch Ungemach uns beuget das Gemütte!
Ob es zwar bitter scheint/
So schmeckt man doch darbey die holde Jesus-Gütte.
Sein Joch ist süß/ und seine Last ist leicht/
Wo nicht das edle Paar/ Gedult und Hoffnung weicht.

Bleibt meine Schwestern/ bleibt/
Ihr Glaubens-Töchter/ dort im Paradieß gebohren/
Nichts/ nichts von euch mich treibt/
Ich hab auff euren Bund mit reiner Treu geschworen.
Ein andrer seh/ wornach er eyfrig strebt/
Genung/ wenn nur in mir Gedult und Hoffnung lebt.

So lebt denn allezeit/
Es soll/ wolt ihr mich stets biß an mein Ende führen/
Gedult mein Sterbe-Kleid/
Die Hoffnung aber mich zu jenem Leben zieren.
Diß sey der Spruch/ der auff mein Grab sich fügt:
Hier ruht/ der mit Gedult und Hoffnung obgesiegt.

IV. Tauff- und Pathen-Wünsche 32

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