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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 265

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 265

Sterben ist nicht Rosenbrechen

Satz

Die betrübte Zeit bricht an/
Da die matten Kräffte schwinden/
Und der Geist die enge Bahn
Zu der Himmels Ruh soll finden.
Laß die Welt von Großmutt sprechen:
Sterben ist nicht Rosenbrechen.

Bittre Wermutt/ saure Qual
Ist der herbe Todes-Saamen:
Solche Kosten allzumahl/
Die von Adams Stamme kamen.
Drum muß ich mit Seuffzen sprechen:
Sterben ist nicht Rosenbrechen.

Leib und Seele trennen sich/
Aller Safft entgeht dem Hertzen/
Sünd und Reue drücken mich/
Bey viel tausend Angst und Schmertzen
Muß ich nicht mit Zittern sprechen:
Sterben ist nicht Rosenbrechen.

Gegen-Satz

Die gewünschte Zeit bricht an/
Da die blassen Sorgen schwinden/
Und der müde Lebens-Kahn
Soll den sichern Hafen finden:
Laß das Fleisch die Dornen stechen/
Sterbend muß man Rosen brechen.

Eine Rose blüht im Thal/
Sarons Blum in eignem Nahmen/
Diese leben allzumahl
Die zu diesem Stocke kamen:
Wenn mein Mund vergist zu sprechen/
Will ich diese Rose brechen.

Jesus/ der mein ander Ich/
Der mein Alles/ lebt im Hertzen/
Sein Blutt labt und reinigt mich/
Wenn mich tausend Schulden schwärtzen/
Daß ich wohlgemutt kan sprechen:
Sterbend muß man Rosen brechen.

Nach-Satz

Edle Blütte Davids Reiß/
Das ich sah am Oelberg liegen/
Kühle mich im Todes-Schweiß/
Labe mich in lezten Zügen/
Ob des Todes Dörner stechen/
Laß mich Lebens-Rosen brechen!

IV. Tauff- und Pathen-Wünsche 31

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