L Y R I K
LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 234

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 234

Gedancken über einen grossen Wind-Sturm und gesunckenen Berg

Wo soll ich hin?
Der rauhe Sturm der ungeheuren Winde
Erregt das ungestüme Meer/
Rauscht über das bestürzte Feld/
Wirfft nieder/ was sich ihm entgegen stellt/
Und streut mit Zweigen hin und her:
Hier liegt die Eiche/ dort die Linde/
Hier kracht die Tanne/ dort die Buche/
Es knackt und reist das feste Dach/
Manch harter Stoß wiegt das Gemach/
Darinn ich feste Zuflucht suche:
Wo ist ein Ort/ an dem ich sicher bin?
Wo soll ich hin?

Wo soll ich hin?
Ich schaue selbst der Hügel Haubt zerrissen/
Der Boden sinckt wo Bäume stehn/
Es schält sich von der Mutter Schooß
Die Schaar der schweren Steine loß/
Man muß auff Ritz und Brüchen gehn.
Ein stiller Pfuhl entsteht für unsern Füssen/
Die Berge rauchen/ Thürne zittern.
Hier fliegen Steine durch die Lufft/
Dort spürt man eine neue Grufft/
Gebäue prasseln/ Häuser splittern:
Wo ist ein Ort/ an dem ich sicher bin?
Wo soll ich hin?

Bleib Seele feste stehn/
Sagt nicht der Herr/ dem Meer und Winde/
Dem Erd und Himmel dienstbar seyn:
Entwerffen sich der Berge Gründe/
Verfällt die hohe Spitz' ins Thal/
Und brechen stoltze Hügel ein/
Bedrohen dich die Flutten allzumahl/
Genung ists/ daß ich mich in Gnaden zu dir finde/
Last Erde beben/ Thürne falln und Winde streichen/
Es soll doch meine Gunst und Treu nicht von dir weichen.
Der längst mit dir geschloßne Friedens-Bund
Hat ewig unverrückten Grund.
Bleib Seele feste stehn.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 116

◀◀◀ ▶▶▶


Gedichte:

Anfänge

Titel

Zeilen

Autor - Anfänge

Autor - Titel

Wortschatz

OPERONE