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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 207

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 207

Eitelkeit

Ihr bejahrten Eich- und Tannen/ deren dick-umlaubtes Haubt
Diesem Bache Schatten giebet/ ihre Macht der Sonnen raubt/
Wie vergleicht sich euer Stand also wenig mit dem meinen!
Wie so wenig kan der Mensch eurem Wesen ähnlich scheinen!
Hundert Jahre sind verstrichen/ und ihr seyd noch frisch und gantz/
Eure Rind' und Blätter haben noch vollkommen ihren Glantz.
Ich/ bey Leben mehr als todt/ muß dem Rest der Jahre weichen/
Eh ich noch das halbe Theil eures Alters kan erreichen.
Euch muß nutzen/ mehr als schaden der beflammte Sonnen-Schein/
Was der kalte Winter raubet/ bringt der warme Sommer ein;
Ich erfriere/ wenn es kalt; ich verbrenne/ wenn es hitzet/
Weder Lentz noch Winter ists/ welcher mich vorm Tode schützet.
Ihr erhebet eure Wipffel fast biß an das Sternen-Dach/
Ihr umarmet Lufft und Wolcken/ gebet keinem Sturme nach;
Ich vor Blitz und Donner scheu/ muß das Haubt zur Erden biegen/
Deren offne Schoß für mich machet Raum und Platz zu liegen.
Sind nun mehr als wir die Bäume/ was erhebt sich unser Geist?
Was ist/ daß man in Gedanken über Mond und Sternen reist?
Last uns iede Stund und Tag/ ieden Morgen also leben/
Als wenn auff den Abend wir müsten Gutt und Blutt begeben.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 89

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OPERONE