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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 188

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 188

Das beste Andencken

Was ist/ o Himmels-Fürst/ der Mensch/ die Hand voll Koth/
Daß du ihm unverdient so holde Liebe schenckest?
Was treibt dich/ grosser GOTT/
Daß du so väterlich an Adams Erben denckest?

Auff Erden ruht dein Fuß/ im Himmel ist dein Thron/
Du bist der Heilige/ der Starcke/ der Gerechte/
Der Mensch ist spröder Thon/
Befleckt/ ohnmächtig/ kranck/ ein sündliches Geschlechte.

Doch hältstu über ihm genädig Aug' und Hand/
Es wallet gegen ihm dein brennendes Gemütte/
Dein Sohn ist selbst das Pfand
Der ungefärbten Huld/ ein Zeuge deiner Gütte.

Wie aber denckt/ o Gott! der schnöde Mensch an dich/
Hier ist nur Undanck und Vergessenheit zu finden/
Erforsch ich selber mich/
So seh ich alle Spur der Danckbarkeit verschwinden.

Ich denck am meisten/ wie mirs zeitlich gehe wohl/
Und lasse hin und her zerstreute Sinnen wancken;
Was ich bedencken soll/
Drauff richt ich offtermahls nur flüchtige Gedancken.

Ich bin mir wenig Lieb' und Treu zu dir bewußt/
Drum muß mich schwartze Reu' und bange Furcht bekräncken/
Es kocht in meiner Brust
Gehäuffter Sünden Schuld/ betrübtes Angedencken.

Ich leider! bins/ der dich/ o Heyland/ band und schlug/
Der dein geängstes Haubt mit Sünden-Dornen rizte/
Dir Holtz zum Creutze trug/
Und selbst für Hand und Fuß die scharffen Nägel spizte.

Ach Herr/ gedencke nicht die Schulden junger Zeit/
Noch wie ich war bedacht das Sünden-Maaß zu füllen/
Denck in Barmhertzigkeit
An mich und deinen Sohn/ um deiner Gütte willen.

Denckst du in Gnaden mein/ so bin ich wohl bedacht/
Mein Frevel aber bleibt in Ewigkeit vergessen.
Nun Erde gutte Nacht!
Ich dencke nur an den/ des Liebe nicht zu messen.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 70

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