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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 177

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 177

Gegen-Satz/ Wechselweise zu singen

Lasset uns nach Zion wallen/
Und die Schädel-Stätte sehn/
Wo dem Schönsten unter allen
So viel Ubels ist geschehn!
Last uns ihm ein Grab-Lied singen!
Nun sie ihn zur Ruhe bringen!

Der die Erde selbst ließ werden/
Der den Himmel ausgespannt/
Hat nichts Eignes auff der Erden/
Borgt ihm Josephs fremden Sand/
Wenn er aus der Grufft wird steigen
Ist der Himmel unser eigen.

An dem Creutze starb das Leben/
Ruht im Grabes Schatten aus/
Und die Sonn hat sich begeben
In das düstre Todten-Hauß/
Aber last das trübe Weinen/
Bald wird sie uns wieder scheinen.

Evens süsser Apffel-Bissen
Bringt die herbe Todes-Post/
Solche wieder zu versüssen
Hat viel Schweiß und Blutt gekost;
Gottes Gnad an statt Napellen
Wächst an den benetzten Stellen.

Last uns in den Garten eilen/
Wo die Myrrhen-Püschel stehn/
Unsre Seelen auszuheilen/
Zu den Balsam-Stauden gehn/
Hier kan man ohn Dornenstechen
Edle Lebens-Rosen brechen.

Du Durchbrecher harter Steine/
Den kein Marmor halten kan/
Ich will dir auch mein Gebeine
Zu verwahren trauen an!
Du/ das Haubt/ du lebest wieder/
Und erhebst auch deine Glieder.

Schatten mag die Erde decken/
Finsternis die Lufft umziehn/
Wenn mich Tod und Nacht erschrecken
Will ich in diß Lager fliehn.
Zu verschlaffen allen Jammer/
Wähl ich hier die Ruhe-Kammer.

Nun so sey gegrüßt/ o Höle/
Drauß des Lebens Echo klingt/
Drauß für meine matte Seele
Labsal in dem Tod entspringt!
Eh man mich ins Grab soll sencken
Will ich dein zum Trost gedencken.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 59

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