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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 169

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 169

Am Tage Christi Menschwerdung und Empfängniß

Jesu Salve!

Jauchze Palästins Gefilde/
Freu dich kleines Ephrata!
Was dir längst gezeigt im Bilde
Kömmt nun deinen Gräntzen nah.
Neues Wunder läst sich schauen
Auff den Nazarether Auen.

Eine Jungfrau ohne Flecken
Zeuget einen Wunder-Sohn/
(Klare Schrifften/ tunckle Decken
Haben längst gezeugt darvon:)
Gott mit uns und Heyl der Erden
Soll das Kind genennet werden.

Sünde bracht uns Tod und Sterben/
Böser Mutter herbe Zucht/
Sodoms Aepffel zum Verderben/
Argen Stammes bittre-Frucht:
Jesse Wurtzel will nun grünen
Und zum Lebens-Balsam dienen.

Unter trüben Finsternissen
Lag die Welt/ und seuffzet ihr:
Daß die Wolcken doch zerrissen/
Und die Sonne bräch herfür!
Schaut ihr nicht ihr goldnes Blincken
Schon der frischen Erde wincken?

Sey willkommen/ Licht der Heyden/
Auff der Hebroniter Feld!
Wilt du dich ins Fleisch verkleiden/
Gott von Art und Mensch ein Held?
Sohn Mariens/ Gast auff Erden/
Mein Gefert und Bruder werden?

Ach! wie kan ich dich umfassen!
Ach! wie mag ich dankbar seyn!
Deinen Himmel zu verlassen/
In die Welt zu treten ein/
Reich und Herrschafft/ Thron und Leben
Für den Feind in Raub zu geben!

Liebe/ du thust solche Wunder!
Liebe/ deren keine gleich!
Ach! daß solcher Liebe Zunder
Mein gefrornes Hertz erweich!
Ach! daß sie mich auch entzünde
Und zur Gegen-Brunst verbinde!

Veyeln/ Rosen last uns pflücken/
So viel ihr zu finden seyn/
Und dem liebsten Kinde schicken!
Last uns Palmen sammlen ein/
Und auff Salems frischen Höhen
Ihm damit entgegen gehen!

Eitle Blumen müssen bleichen
Gegen dieser Roß im Thal/
Was die Erde kan erreichen
Gleichet nicht des Himmels Saal.
Drum ich Hertz-Kraut/ Sonnenwende/
Jesu/ dir zum Opffer sende!

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 51

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