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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 159

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

Angelus Silesius

Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

Aston, Louise

Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

Brentano, Clemens


Conradi, Hermann

Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

[Inhalt] [Anfänge] [Titel] [Zeilen]

Poetische Werke 159

Uber die Worte: Träuffelt ihr Himmel von oben

Himmel/ ob uns ausgespannt/
Träuffelt auff das dürre Land!
Laß auff Zions matte Stadt
Und die ausgebrennten Auen/
Die der Fluch gebraten hat/
Jacobs edlen Segen thauen!

Schütte/ blaues Wolcken-Hauß/
Deine reiche Tropffen aus/
Regne die Gerechtigkeit/
Die uns alle soll benetzen/
Durch ihr reines Unschulds-Kleid
Unsern Koth und Fleck ersetzen!

Reiß die Himmels-Fest entzwey/
Heyden-Trost/ und komm herbey/
Laß in Saba deinen Stern/
Auff den Bethlehmiter Häynen
Deiner Schaaren Glantz dem Kern
Gott-ergebner Schäffer scheinen.

Nun du kömmst/ Marien-Sohn/
Gott von Gott: Ich höre schon
Wie der Weynacht-Engel singt:
Alles Volck soll freudig werden/
Wie in hoher Lufft erklingt:
Gott die Ehre/ Fried auff Erden.

Mache dich zum Wette-Lauff/
Seele/ mit den Hirten auff/
Wo das grosse Wunder-Kind
Wird in harter Krippe funden/
Und bey solcher Wiege sind
Ochs und Esel angebunden.

Binde die Vernunfft hier an/
Welche nicht erreichen kan/
Wie der Erde Niedrigkeit
Und die hohen Himmels-Höhen
Ewig seyn/ und in der Zeit
Mensch und Gott beysammen stehen.

Gläube/ was Gott längst verhieß/
Und der Engel macht gewiß/
Gläube/ daß diß Freuden-Kind
Dir auch sey zum Heyl gebohren/
Und bey ihm das Leben findt
Was im Tode war verlohren.

Lege Tasch und Hirten-Stab
Deiner Eitelkeiten ab/
Hier ist deiner Seelen Hirt
Und der rechte Fürst des Lebens;
Wer auff andern Trifften irrt/
Sucht den Himmel nur vergebens.

Knihe mit erfreutem Sinn
Bey des Heylands Krippen hin/
Schaue den beliebten Mund/
Dessen freudigs Trost-Zusprechen
Deine Seele macht gesund/
Wenn dir Hertz und Augen brechen.

Schau der Augen helles Paar/
Welches eh die Sonne war/
Schau der Wangen zartes Blutt
Und die Hand/ die alles träget:
Steinern bistu/ wo dein Mutt
Nicht hierüber sich beweget.

Dancke dem/ der also bloß
Lieget in Marien Schoß/
Daß er deine Blösse deckt/
Der für dich will Mangel leyden/
Daß du/ von dem Tod erweckt/
Solt genüssen seiner Freuden.

Flamme/ Jesu/ meinen Geist
Der sich so erstorben weist/
Durch dein Liebes-Feuer an/
Daß ich solche Lieb' erkenne/
Und/ so viel die Schwachheit kan/
Gegen dir mit Danck entbrenne.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 41

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