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LYRIK Hans Aßmann von Abschatz - Poetische Werke 127

Aßmann von Abschatz, Hans

Adler, Friedrich

Ahlefeld, Charlotte von

Albrecht von Haigerloch

Albrecht von Johansdorf

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Arent, Wilhelm

Arndt, Ernst Moritz

Arnim, Achim von

Arnold, Gottfried

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Ball, Hugo

Bierbaum, Otto Julius

Birken, Sigmund von

Bleibtreu, Karl

Blumauer, Aloys

Bodenstedt, Friedrich von

Boie, Heinrich Christian

Bohne, Johannes

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Hart, Heinrich

Hart, Julius

Hartleben, Otto Erich

Holz, Arno

Lenau, Nikolaus


Rückert, Friedrich


Hans Aßmann von Abschatz (1646-1699)

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Poetische Werke 127

Tauff-Bundes Erinnerung

Wer weiß das Element des Wasser zu entbehren?
Es träncket/ kocht und heilt: Wenn heisser Sonnen Glutt/
Der Arbeit Last und Schweiß den Gliedern wehe thut/
So muß uns Labung diß und neue Krafft gewehren/
Diß giebt der Speise Safft/ aus wie viel edlen Brunnen
Kömmt krancker Glieder Heyl mit Bad und Tranck gerunnen?

Diß nähret/ was uns nährt/ gewehrt auff unsre Tische/
Was ihm manch fremdes Volck vor Fleisch und Brod erwehlt/
Was selbst die Erde nicht in so viel Arten zehlt/
Zu unsrem Unterhalt und Uberfluß/ die Fische.
Doch wollen wir den Nutz des Wassers recht ergründen/
Wird sich aus Gottes Wort noch bessre Probe finden:

Naemans Aussatz ward in Jordans Flutt geheilet/
Ein heilsam Wasser war in Gottes Volck bekandt/
Zur Reinigung gesprengt von Hohen-Priesters Hand.
Von wem Betheßdens Teich am ersten ward ereilet/
Wenn ihn von oben her des Engels Hand berühret/
Der hat sich aller Plag' und Siechthums frey gespüret.

Des Höchsten Wasser-Kunst ist höher noch gestiegen/
Die Bilder zeigten uns im Schatten Wercke dar/
Was von des Herren Gunst für uns bereitet war/
Was in der Tauffe Brunn für Seelen-Schätze liegen/
Nun Christus/ Gottes Sohn/ das Wasser selbst geweyhet/
Und unsre Tauffe durch die seine benedeyet.

Wer weiß diß Sacrament des Wassers zu entbehren/
Des Wassers/ dem das Wort des Höchsten beygesellt/
Viel Wunder-Kräffte schenckt: Wir kommen auff die Welt
Ohnmächtig uns der Macht der Raub-Fisch zu erwehren/
Als Schleyen/ die im Koth der schnöden Erb-Schuld stecken/
Und die das Netze soll des Höllen-Fischers decken.

Uns wird durch dieses Bad verneute Krafft gegeben/
Und Wachsthum in dem Geist/ uns macht die Quelle rein/
Daß wir vom Sünden-Wust für Gott gesaubert seyn/
Und nicht in Dienstbarkeit der Hölle dörfften kleben;
Den Heil-Brunn gabst du mir/ O GOTT/ auch zu geniessen/
Laß drauß beständigs Heyl und Segen auff mich fliessen.

III. Himmelschlüssel oder Geistliche Gedichte 9

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