Lyrik


Gedichtzeilen Ob

Ob Alter oder Zeit dran schuld sei, oder beides.Rückert
Ob auch des lauten Markts Getös dazwischen rauscht;Rückert
Ob auch Marias Blicke ihn vermieden,Lenau
Ob außer, über ihr, ist eins im Grunde nur,Rückert
Ob ausgesogne Flieg', ob Fliegen saugend aus.Rückert
Ob ausgewandert bist, es ist dir unbekannt.Rückert
Ob äußres Leben auch im Frost zerstiebe,Lenau
Ob auszutheilen du nicht Schätze hast im Haus,Rückert
Ob dann die Zeit auch wieder wach sie ruft;Lenau
Ob das Glück an der Klinke nicht rühre;Lenau
Ob dein Genie sein Werk den raschen ZeitenLenau
Ob dem Abgrund ausgespannten,Lenau
Ob der Bau zusammenkrache.Lenau
Ob der holden FrühlingsprachtLenau
Ob der Schwarm in Tränen stehLenau
Ob der Tod mit seinen WundenLenau
Ob der tote PostillionLenau
Ob des Herzens Wundergüte.Lenau
Ob die alte Mutter tot, die See?Lenau
Ob die Philosophie die Spinn' im Netze sei,Rückert
Ob die Wolke ihn belüdeLenau
Ob du benennen willst das Viele, Einzle, Kleine?Rückert
Ob du den Tod ihm magst verdecken, ob entdecken,Rückert
Ob du erhalten kannst den Geist in rechter Spannung;Rückert
Ob du erkennen willst das Große, Ganze, Eine?Rückert
Ob du ganz ungelehrig für das Zittern!Lenau
Ob du nur hier dich weg, ob dort dich freust entgegen?Rückert
Ob du von ihm verbannt, ob von ihm ausgesandt,Rückert
Ob du Weltschöpfer ihn, ob ihn Weltordnung nennest,Rückert
Ob du, der Menschheit Fesseln anzuschmieden,Lenau
Ob du, ein schnöder, teuflischer Verbrecher,Lenau
Ob dumpf ob licht es sei, wie wer kein andres kennt.Rückert
Ob ein Gedanke nun vom Bild sei angeregt,Rückert
Ob ein Geist es heimlich übe,Lenau
Ob einer dann den Platz dem andern streitig mache,Rückert
Ob einer wirklich sei zu preisen, zu beklagen,Rückert
Ob eines bösen Traumes wilder Tand? —Lenau
Ob einstimmt fremde Kund' und ob sie widerspricht.Rückert
Ob Eltern sie daheim, oder ob Kinder hatten? —Rückert
Ob endlich größer, ob sie kleiner selber sei,Rückert
Ob enger sei der Leib, ob weiter sei der Bogen,Rückert
Ob er auch nicht die kunstgerechten Formeln fand.Rückert
Ob er bang nach Hülfe riefe.Lenau
Ob er dem armen Mann nicht muße Nachsicht schenken.Rückert
Ob er den Gipfel auch der Göttlichkeit erstiegen,Rückert
Ob er dort dem wilden HaßLenau
Ob er nicht höre schon den TrittLenau
Ob er sie Götter mag, Kräft' oder Geister nennen,Rückert
Ob ernstbeschäftigte, ob heiter aufgeräumte,Rückert
Ob es Blüten, Aschenflocken?Lenau
Ob es der Zwietracht Spatz, des Friedens Schwalbe sei.Rückert
Ob es ein weißer nun, ob schwarzer Zauber sei,Rückert
Ob es ihm besser sei, als das vergangne war.Rückert
Ob es in Wahrheit nur ein böser Zauber sei.Rückert
Ob es vielleicht nach rechts die große Reise,Lenau
Ob ferner die Kanonenschüsse grollen,Lenau
Ob Göttliches herab ins Menschliche von obenRückert
Ob hier der Schöpfer sich verborgen im Erhalter,Rückert
Ob hier wir uns wiedersehn?Lenau
Ob Hirtin oder Trift, ob Bronnen oder Hürde,Rückert
Ob ich der Spiegel sei der Welt, ob sie der meine,Rückert
Ob ich dich künftig noch besuchen soll, ob meiden.Rückert
Ob ich die Schwätzerei der Losen wohl beachte?Rückert
Ob ich es nun im Grab', ob ichs im Herzen habe.Rückert
Ob ihm dis Heil gelang? Wenn er’s nicht ganz vollbracht,Rückert
Ob ihm ein größrer Theil, ein kleinrer sei bestimmt.Rückert
Ob ihren Eindruck nur, von ihnen einen ScheinRückert
Ob in das Bild ein schon Gedachtes sich gelegt;Rückert
Ob in dieser MaiennachtLenau
Ob in zwei Leibern beide,Lenau
Ob kein Lüftchen, keine Welle wacht?Lenau
Ob kein Rascheln aus dem TannengrundeLenau
Ob KnospenspringenLenau
Ob Kummer oder Segen,Lenau
Ob längst das Glück aus ihren Armen floh,Lenau
Ob Leben — Tod — im Schattenreich!Lenau
Ob leer kein Weltraum sei vom Glanze der Gestirne,Rückert
Ob leise nicht der Grund verrietLenau
Ob man auf dem Wege hierLenau
Ob man hinüberspring' und breche das Genicke.Rückert
Ob mich, den ich verlor,Lenau
Ob nicht der Vogel euren StrauchLenau
Ob nicht ein Wagen auf der BahnLenau
Ob nicht in dieser Form auch eine OffenbarungRückert
Ob nicht in dieser starren MännerwandLenau
Ob nichts dein langes Leben war hiniedenLenau
Ob nur der Denker so zusammen sie gehängt?Rückert
Ob oben, unten, ob sie hüben sitzt ob drübenRückert
Ob scharf ob blöd' es sei, was ist hier blöd' und scharf?Rückert
Ob sein Weib vom Roß gestürzt?Lenau
Ob seinem Haupt die Heidevögel schwirrten.Lenau
Ob selbst die Fliege drin, das ist nur einerlei.Rückert
Ob sich ein Fußtritt naht, dann hebt er sich geschwind.Rückert
Ob sie des Menschen Unrecht nicht empfinden?Lenau
Ob sie holde Düfte wehnLenau
Ob sie in einem stecken.Lenau
Ob sie in Finsternis vergehen, ob im Licht?Rückert
Ob sie mich nicht schwer vermissen?Lenau
Ob steige, weiß die Kraft, durch deren Stoß es walle!Rückert
Ob Streben Höchstem zu, ob Höchstes strebenfrei?Rückert
Ob Stunde, Mond und Jahr vorüberfloh,Lenau
Ob Tochtertöchter ich ausstattete zu Bräuten.Rückert
Ob tröstend ihre Donner näher rollen. —Lenau
Ob überirdisch abgeklärt und angethaut;Rückert
Ob unterirdisch aufgedampft und ausgebraut,Rückert
Ob vernommen das Wort du meiner Seele,Lenau
Ob Wahrheit, was nun meine Sinne mied,Lenau
Ob wir unter einem Baum,Lenau
Ob wissentlich das Herz auch Lüge nur gebäre.Rückert
Obauch der Lichter Glanz nicht mag zu sehn gestatten,Rückert
Obenleichthindrüberhuscher,Lenau
Obs geflattertLenau
Obs geschwungenLenau
Obs wintern, sommern mag, ob tagen oder nachten,Rückert
Obs zu Himmel wollte fliegenLenau