Lyrik


Gedichtzeilen Hi

Hielt am Kreuz die Menschheit eilig fest,Lenau
Hielt der eine für sich alleinLenau
Hielt der zweite die Pfeif im Mund,Lenau
Hielt eine Münze meinen Blick gefangenLenau
Hielt schlummernd mit der Hand die Kugel stets umschlungen.Rückert
Hielt so die Mitte der arabische Prophet:Rückert
Hielt zu ernstem Sinnen.Lenau
Hienieden zweie sich von gleicher Sinnesart.Rückert
Hier aber seh' ich sie noch unbezwungen frei,Rückert
Hier am verborgnen Ort will ich ein Theil bewahren,Rückert
Hier an den Felsen, schroff und wild;Lenau
Hier an diesem RosensprosseLenau
Hier auf der Tafel, Sohn, liegt manche Pomeranze,Rückert
Hier auf die weichen Blätter dieser Rose!‹Lenau
Hier auf seinem frühen Grab zu blühen.Lenau
Hier beim Vergänglichen ist des Gemeinen Ort.Rückert
Hier bin ich meines Schäfers Wonne,Lenau
Hier bleiben unerlöst von der Beidlebigkeit?Rückert
Hier bring ich süße Früchte,Lenau
Hier das Bächlein rauschen.Lenau
Hier daß man Formen brech', und dort daß man sie löse.Rückert
Hier der Mensch die Freiheit sich,Lenau
Hier die Gefangenen, bei uns daheim die Freien.Rückert
Hier die tollen und verwegnen,Lenau
Hier ehrt dich einer erst, und dort ein andrer dann,Rückert
Hier ein Ritter mit der Dame,Lenau
Hier ein verliebter Narr, dort ein verschrobner Geist.Rückert
Hier findet Trost ein Mann, ward ihm ein Glück zunichte,Lenau
Hier geb' ich dir, mein Sohn, Glück möge sie dir schlagen,Rückert
Hier gilt die derbe Faust statt feiner Fingerspitze,Rückert
Hier gilt ihm wenig, was er sieht daß nichts dir koste.Rückert
Hier glaube nur dir selbst, und nichts kann dich dir rauben.Rückert
Hier grünt kein Blatt, kein Vogel ruft,Lenau
Hier haben uns die WindeLenau
Hier hängt der Freundschaft Laub, und hier der Liebe Flitter,Rückert
Hier hat ein traulich stilles Los gefundenLenau
Hier hat er das gemacht, hier hat er das befohlen;Rückert
Hier hat er was gebracht, hier kam er was zu holen.Rückert
Hier hat sie abgerufen einst das LebenLenau
Hier hörte man die Hirtenflöte klingenLenau
Hier ich immer halten muß,Lenau
Hier im Hüttlein still und schlicht, allein,Lenau
Hier im lenzergriffnen HaineLenau
Hier in der Meeresstille!Lenau
Hier in des Heues Duft — und schlief.Lenau
Hier ist all mein ErdenleidLenau
Hier ist der Pfad, so schlangenkrumm und kalt,Lenau
Hier ist des Wirkens Zeit, drum wirk' und sei befreit!Rückert
Hier ist die Leidenschaft, die selbst ihr Leiden schafft,Rückert
Hier ist Idee, und wahrlich eine hohe,Lenau
Hier ist Idee, wohl eine himmlisch frohe!Lenau
Hier ist noch farbenhell zu sehn der Baldachin,Rückert
Hier ist noch trockner Grund, wir ziehen Schuh und StrumpfRückert
Hier ists umsonst, nach frohem Ton zu lauschen,Lenau
Hier lassend den mit Blut gepflanzten Friedenskeim.Rückert
Hier laßt die heitre Lust für Weltheil, Gottlicht kämpfen;Rückert
Hier leb ich mit den BrüdernLenau
Hier leb ich mit den WellenLenau
Hier lebt die Erde still und arm und trübe;Lenau
Hier lernt das Herz erträumten Schmerz vergessen,Lenau
Hier lernten sie verstehn die krausen Klänge.Lenau
Hier muß das Grauen selbst der Seuche sich verlindern,Lenau
Hier nahn die Augenblicke, — schwindenLenau
Hier picke deinen Kern!Lenau
Hier quillt die träumerische,Lenau
Hier regt kein Hauch das durstge Laub,Lenau
Hier rennt an einen Baum, dort wider eine Mauer,Rückert
Hier sah man einst in schönen SommertagenLenau
Hier sahn sie das phantastische GeprängeLenau
Hier saß Maria, ich vergeß es nimmer,Lenau
Hier saßen wir in abendlicher Stille,Lenau
Hier schien ein Eselskopf, was dort ein Weiser schien;Rückert
Hier schöne Wirklichkeit, und dort ein schöner Traum.Rückert
Hier schoß er mich wie eine Sau!« Lenau
Hier schwanken siehest du im Bach der Sonne Bild,Rückert
Hier seinen schwachen Stellvertreter löschest du.Rückert
Hier selbstentglommner Trieb, dort überkommner Brauch.Rückert
Hier siehst du unvermerkt in Wärm’ ihn sich verlieren,Rückert
Hier singt der Frühling Auferstehungslieder,Lenau
Hier spielten eure Väter, eure Ahnen;Lenau
Hier stand vor ihr der falsche Bösewicht,Lenau
Hier steht das Schlößlein noch, von dessen HochaltanRückert
Hier steht das Unglück höher als die Götter!Lenau
Hier steht der Steintisch noch, wo er hielt in der HandRückert
Hier stellt zumal die Qual sich ein mit Zahl und Wahl.Rückert
Hier stieg es plötzlich und entschlossenLenau
Hier tobt kein muntrer Bube.Lenau
Hier tönts nicht: »Guten Morgen!« lind,Lenau
Hier träumt’ er immer wilder seine Träume,Lenau
Hier und dort der Ferne zu.Lenau
Hier und dort die BlumenwaiseLenau
Hier und dort vom SaatgefildLenau
Hier von der Wurzel dort zum Apfel kamst du kaum;Rückert
Hier war ein Jud’ im Bart, was dort ein Eber ward,Rückert
Hier wechselweise mußt du jeden jedem zeigenRückert
Hier welkt die Jugend, hier der Ruhm, und hier danebenRückert
Hier will der Menschengeist einmal Thiermaske tragen.Rückert
Hier wird ein Eckchen leer, ein andres dort geschmückt.Rückert
Hier wird er kürzer mir, dem doch schon müden Gänger.Rückert
Hier wird geschaut, was dort unsichtbar wird geglaubt.Rückert
Hier wollen wir uns lagern,Lenau
Hier zog der Pfad durch frische Wiesengründe,Lenau
Hier zünd ich nachts mein Herz zum hellen FeuerLenau
Hier zur Beendigung und drüben zur Beginnung.Rückert
Hier, daß er sich erheb’, und dort, daß er versinke.Rückert
Hier, dort ein leeres Nest;Lenau
Hier, dort noch einer nennt — bis alle schweigen.Lenau
Hier, dort verirrte Funken Gottes tanzen.Lenau
Hier, noch Frühlings, rauschte die muntre Quelle;Lenau
Hier, wo die Schönheit Hüterin der Toten.Lenau
Hilf! rette mich aus diesen FinsternissenLenau
Hilfst du zu kurzer Rast einmal,Lenau
Hilft dazu, daß sich nicht das falsche Thun erneue.Rückert
Himmel! seit vierzehn Tagen unablässigLenau
Himmel! wie jauchzen die Geigen so helle,Lenau
Himmel, o Himmel, es hole dich der Teufel!Lenau
Himmelsquellen sind versiegt,Lenau
Himmelwärts die Bäume dringen,Lenau
Himmelwärts die Schande rauchen,Lenau
Himmlische Träume,Lenau
Hin am Kreuze, samt dem Fluche;Lenau
Hin im sanften Mondenglanz,Lenau
Hin mit heitrer Kriegerseele.Lenau
Hin über'n Schlagbaum ziehn die Wolken nach Gefallen,Rückert
Hin von Berge zu Berge mit vollem Humpen!Lenau
Hin zum Werber, von der RechtenLenau
Hin, her, des Daches steilsten Bug,Lenau
Hin, wo die Götterflamme brennt!Lenau
Hinab am glatten Meeresrand,Lenau
Hinab in die rollende Flut;Lenau
Hinab in seinen heißen Busen trinken.Lenau
Hinab zum freundlich grünen Mai.Lenau
Hinab! zuchtloses Blut der Wangen!Lenau
Hinan, hinüber nur mit Hals und Kopf nicht springen.Rückert
Hinaus an einen Ort, da wo euch sieht kein Blick;Rückert
Hinaus aus dieser Schluft, aus dieser Kluft hinaus!Rückert
Hinaus aus dieser Schluft, aus dieser Kluft hinaus!Rückert
Hinaus in das Land und weiter,Lenau
Hinaus in seine wüste Nacht;Lenau
Hinaus ins Dunkel jener Eichen!Lenau
Hinaus ins Meer der Trunkenheit!Lenau
Hinaus mich führt zu ihr!Lenau
Hinaus sich wagt, zuvor mit süßen füllt die Tonnen,Rückert
Hinaus zum Irrthum ihn, zurück zur Wahrheit leiten.Rückert
Hinaus zum Ort der Ruhe.Lenau
Hinaus zur Scheune; müde sank ichLenau
Hinaus zur Wüstenleere.Lenau
Hinaus, hinein, hinab, hinauf ist gleich die Noth.Rückert
Hinausblickst von der trüben Fläche,Lenau
Hindurch die finstern Brauen,Lenau
Hineilend zwischen Steinen,Lenau
Hinfahrend über ihn, erwischt sie einen Schopf;Rückert
Hinflüstern ihre Flut.Lenau
Hinfort genügt nicht mehr anmuthig Klingendes,Rückert
Hing an der Wand, umhüllt von schwarzem Flor:Lenau
Hing still bei ihrem GlockenklangeLenau
Hingegen unbedingt gilts in des Lebens Krieg:Rückert
Hingegen, wirst du ihn mit starken Waffen rüsten,Rückert
Hingelehnt an BergesrandLenau
Hingen an seinen Lippen, der Alte schienLenau
Hingeschellt von Sturmeswut;Lenau
Hingeschlummert, sich verlor,Lenau
Hingesenkt das gramesmatteLenau
Hingestreckt, o Geliebte, auf der Bahre!Lenau
Hingeweht der Abendwind?Lenau
Hingst du verrostetLenau
Hinknietest du, zu beten leise,Lenau
Hinlärmen durchs Gefild,Lenau
Hinlegen in das traute, dunkle Grab,Lenau
Hinschwebend, wie du hergeschwebt, ein Friedenshauch.Rückert
Hinseufzt ein Lüftchen, das allein bewachtLenau
Hinstarrte über die Flut:Lenau
Hinstirbt der letzte frohe Klang.Lenau
Hintanzen leicht und fröhlichLenau
Hintanzen vor den Augen,Lenau
Hinter deinen BlütenzweigenLenau
Hinter des Hatschieren Rücken,Lenau
Hinter ihm ins Meer versunken. —Lenau
Hinter ihnen Pferdgetrappel,Lenau
Hinter seinem Weibe fort,Lenau
Hinträumend wird VergessenheitLenau
Hinüber an den Götterstrand;Lenau
Hinüber dort nach jenem Baum,Lenau
Hinüber in den Opferstrom.Lenau
Hinüber in die Täler Elysiums,Lenau
Hinüber nach des Brandes rotem Scheine,Lenau
Hinüber uns in seine Welt zu singen;Lenau
Hinüber zum Kerzenschimmer,Lenau
Hinüber, o Natur, den Weg zurück zu dir.Rückert
Hinunter ich im Strom noch schwimme rosenvoll.Rückert
Hinunter in den Wogendrang,Lenau
Hinunter in die Todesflut;Lenau
Hinunter, wo für ihn gepflanzt ist Adlerkraut.Rückert
Hinunterducken meinen Helden,Lenau
Hinweg dein süßes Lied auch trinken,Lenau
Hinweg, was zwängt und engt! herbei, was Bande sprengt,Rückert
Hinwirft das letzte Blatt.Lenau
Hinzittert wie der Rauch der ausgelöschten Kerze.Lenau
Hinzog in die Türkenschlacht.Lenau
Hinzuschütten alles LebenLenau
Hinzusterben für die Liebe;Lenau
Hirsche wandeln dort am Hügel,Lenau
Hispania liegt zu meinen Füßen zahm,Lenau