Lyrik


Gedichtzeilen Di

Dich aber möcht’ ich nicht zum Gärtner meinem Garten,Rückert
Dich an der Träne kühlen.Lenau
Dich athm' ich ein und aus, ein Hauch von dir mein Seyn.Rückert
Dich auferstehen.Lenau
Dich beides nicht berührt, um dir und Gott zu leben.Rückert
Dich der Liebe heimatwärts?Lenau
Dich ehrt, wer dich, wo du's verdienst, zu tadeln wagt,Rückert
Dich ein Unwürdiger mit seinem Maße mißt.Rückert
Dich eine Demantsaat, verschwendrisch ausgestreut.Rückert
Dich fort, trotz Flehen und Angstgebärde,Lenau
Dich frisch und selig trinken.Lenau
Dich fühlt das Menschenherz, das stolze, nicht allein,Rückert
Dich fühlt das Thier, dich fühlt die Pflanze, fühlt der Stein.Rückert
Dich fürchtet, wer von dir schlimm hinterm Rücken spricht,Rückert
Dich halten im Sturm.Lenau
Dich halten sollen sie, doch nicht daß du nicht strebest,Rückert
Dich Hermes mit dem Stab, den Seelenheimgeleiter.Rückert
Dich hinzugeben ihr, und wieder dich zurückRückert
Dich hüten mußt du selbst, und Gott muß dich bewahren.Rückert
Dich in Gedanken gar des Himmels zu ergehn,Rückert
Dich in jenen Blütenhain.Lenau
Dich kann ein täglicher Spaziergang immer laben.Rückert
Dich lassen, oder auch im Mantelsack einsacken,Rückert
Dich lehren will ich nur, zu lernen selbst vom Leben.Rückert
Dich machte die Natur zum Herren ihrer Schätze,Rückert
Dich mir gemalt zum EigentumeLenau
Dich mit der ganzen Welt im ew'gen Vaterschoß.Rückert
Dich mit ihrem schönsten SchalleLenau
Dich müd versenkt im stillen Grame;Lenau
Dich mußt, um dein Geschick im Geiste zu versöhnen.Rückert
Dich preisend kommen sie, und gehn dich preisend wieder;Rückert
Dich schaukelt Sommerluft, umgaukelt Blütenduft,Rückert
Dich schläfert ein die Flut, die leis dich unterwühlt.Rückert
Dich schmerzt, was du verlorst, dich, was du nicht gewannst,Rückert
Dich selbst auch für die Welt, bist du ein Mensch zu nennen.Rückert
Dich selbst durchschaust du nicht, und nicht den Himmelsstern.Rückert
Dich tausendfach, doch immer neu, umblüht,Lenau
Dich treibt verworrner Drang ins wirrende Gedränge;Rückert
Dich trinkt der Hauch der Luft, dich ißt der Wittrung Zahn,Rückert
Dich tröst' es, daß im Fluß es wird vorübertreiben,Rückert
Dich trösten wollen mag ein bittrer Spötter!Lenau
Dich tröstet; möchtest du dis Licht im Dunkel missen?Rückert
Dich umringten deine GenossenLenau
Dich und die Welt, so daß euch nicht die Strahlen blenden.Rückert
Dich wandelt Tag und Nacht, und wandelt deine Bahn.Rückert
Dich weckt, zu danken Gott für gnädiges Geleit;Rückert
Dich werden meine LiederLenau
Dich zieht von hier und dort, von jedem Duftversuch,Rückert
Dich zu beweisen durch mich selbst mir und der Welt,Rückert
Dich zu beweisen, ist, wozu du mich berufest:Rückert
Dich zu schützen, dich zu nähren.Lenau
Dich, daß du weinen mußtest, übernommen.Lenau
Dich, meine Leier! dich, mein Herz!Lenau
Dicht am Strande, schmuck und wirtlich,Lenau
Dicht in ihres Ohres NähLenau
Dicht unter seines Bruders Grab,Lenau
Dichter spricht: »Wenn Vögel, Blumen, WindeLenau
Die Abendluft erfrischt, dann ist der Geist zugegen.Rückert
Die aber nichts dazu bei wollen, können tragen,Rückert
Die abgelaufne Uhr läßt wieder auf sich ziehn;Rückert
Die abgelegten Kleider der Natur.Lenau
Die Absicht nur gehabt, es völlig auszurüsten,Rückert
Die Äffin auf dem Baum (sie hielt im Arm ein Kind)Rückert
Die Äffin sprach: Mög’ ich stets meine Freude sehn!Rückert
Die Äffin sprach: Zu Leid wird sie auch nie was thun;Rückert
Die Ähren nicken drein im letzten Abendschein,Rückert
Die alle Herzen spüren süß beklommen,Lenau
Die alle waren mir nur eine lange Nacht.Rückert
Die Alle, wie sie rings in Rangordnungen schweben,Rückert
Die alleinzige GeliebteLenau
Die allereinzige, von allen Hüllen frei.Rückert
Die allermeisten sind verschollen ohne Namen,Rückert
Die allgemeine Sprach’ und einen ew’gen Frieden,Rückert
Die als Grundstimmungen dein Innres auch enthält.Rückert
Die also ihren Tod vor Augen stets gehabt,Rückert
Die alte Lust, den alten Schmerz.Lenau
Die alten bleiben, und die neue wächst dazwischen.Rückert
Die alten Götter wieder auf.Lenau
Die alten Steppen werden aufgefrischt,Lenau
Die Ameis' an dem Harz, das zähe Rinden schwitzen.Rückert
Die Äms' am bittern Werk, die Bien' an ihrem süßen,Rückert
Die Äms' in Ämsigkeit nach Kräften stets geschäftig.Rückert
Die an die Stelle der gewelkten treten wollen.Rückert
Die an meinem Herzen lag.Lenau
Die an seinem Lager trauern:Lenau
Die Anbequemung mag von keiner Seite frommen.Rückert
Die andere sich dir zum Hausgenossen an.Rückert
Die andere, wie sie auf Erden niemal sahn;Rückert
Die andern aber, die voran im Alter gehn,Rückert
Die andern Ähren auch, die wachsenden daneben,Rückert
Die andern bleiben wo sie stehn, du ringst hinan.Rückert
Die andern schleichen hin in stiller Klage,Lenau
Die andern schliefen noch in honigduftiger Nacht.Rückert
Die andern schliefen tief im dämmernden Gemüth.Rückert
Die andern sind der Höll’ in ihrer Brust verfallen.Rückert
Die andern starren vom GestadeLenau
Die andern, und den Schnitt von keinem andern leidet.Rückert
Die andern: Loben soll man ihn mit guter That,Rückert
Die andern?! — strafend will die Scham mich überkommen,Lenau
Die andre aber, die sie als ganz neu entdecken,Rückert
Die andre folgt' ihr bald, und vom Gebälke niederRückert
Die andre schwimmt auf WeinesflutLenau
Die andre Seite ist, den Leib zu Geist verklären,Rückert
Die andre Wege gehn, und mach nicht irr die Schwachen.Rückert
Die angemeßne Form es fand, ist Poesie.Rückert
Die angestrengte Kraft ein Hohes hat erschwungen,Rückert
Die Anmut um die Stärke.Lenau
Die Anmuth ist es, die, alswie die Landestracht,Rückert
Die Antwort ist: weil man gescheitres Nichts kann thunRückert
Die Antwort wissen sie zum voraus eh' sie fragen.Rückert
Die Äpfel fressen sie und brechen noch die Äste.Rückert
Die Arbeit ist so fein, daß sie nicht ganz erschienRückert
Die Arbeit rauscht,Lenau
Die Arme streckt mit GlutverlangenLenau
Die Armen beten, daß ihr Fürst auf seine Wage,Rückert
Die Armen schauen mit verweinten Blicken,Lenau
Die Armut schmerzt und der bittre Mangel:Lenau
Die Art nun, solcher Art Unarten abzulegen,Rückert
Die Arzenei, die gleich für jedes Weh zu preisen,Rückert
Die Asche meiner Hoffnungen, die KränzeLenau
Die auch mit Hirn und Blut nicht ist hinweggespült;Rückert
Die auf gar ferner Au,Lenau
Die auf sich selber ruht, befürchtet keine Beugung.Rückert
Die aufgähnt zwischen dem was ist, und werden soll.Rückert
Die aufgegangen einst als Rosen werden prangen.Rückert
Die aufgeschreckte Seele lauscht dem WindeLenau
Die Augen heller ihr glühten.Lenau
Die Augen rings und schwimmt und spähtLenau
Die Augen sprühen ihm, wie Edelsteine, Feuer;Rückert
Die Augen wild bewegt und ohne Rast,Lenau
Die Augen zwei gefangne Blitze brennen;Lenau
Die Äuglein aus dem Kopfe.Lenau
Die aus dem Sturm als Bettler sich gerettet!Lenau
Die aus der Forschung selbst dem Forscher erst entspringt.Rückert
Die aus der Väter Mund ein Gleiches längst vernahmen;Rückert
Die aus dir selber kommt und sucht sein Angesicht.Rückert
Die aus Freiheitsbäumen zusammengeblockte!« Lenau
Die aus ihren Augen quollen;Lenau
Die aus lieben Augen sanken.Lenau
Die aus sich selber ringt empor zu Gottes Glanze.Rückert
Die aus viel Bächen und aus noch mehr Quellen stammen;Rückert
Die außen grade war, scheint innen krumm zu seyn.Rückert
Die äußern Linien mußt du zu weit nicht dehnen,Rückert
Die ausgenommen die wie du desgleichen fühlen,Rückert
Die Auskunft traf ich drum hier beides zu vereinen,Rückert
Die äußre Hinterlist kannst du noch hintertreiben;Rückert
Die Aussicht, schon zuvor gewonnen, dann geschwunden,Rückert
Die Bäch’ und Bächelchen, die Quell’ und Quellchen rannen,Rückert
Die bald von unten euch und bald von oben tränkt;Rückert
Die bald zuviel ein Aug' und bald zuwenig haben.Rückert
Die Bande von Orkanen.Lenau
Die bange Brust möchts wissen.Lenau
Die bangen Zweifel, verlorne SehnsuchtLenau
die bängste aller bangenLenau
Die Bäume lösen sich von Wochen ab zu Wochen,Rückert
Die beglückend mir den BusenLenau
Die bei dieses Liedes KlangeLenau
Die beiden brauchen sich nicht ihres Stamms zu schämen.Rückert
Die beiden gab ich hin, und mir blieb keins zurücke.Rückert
Die beiden mögen dir erfüllen und erweiternRückert
Die beiden sagen an, daß hier Landgrenze sei;Rückert
Die beiden Schwingen ganz und gar dann abzuthun.Rückert
Die beiden übrigen, weil ihm die List war kundRückert
Die beiden Welten schmelzt in Eine rein von Dunst.Rückert
Die beiden wollten auch durchs dritte sichtbar werden,Rückert
Die belauschend dich umzirken,Lenau
Die Bengel stiegen hier hinauf zum Apfelbaum;Rückert
Die Berge laufen im ununterbrochnen Zug,Rückert
Die Berge niedriger und alles flach auf Erden.Rückert
Die Berge sind zu hoch, die Thäler sind zu tief.Rückert
Die bessre Seel' ist, die von den auf ihrer FlurRückert
Die Bien' am süßen Werk, die Ameis' an dem bittern,Rückert
Die Biene hin am Wiesensteg;Lenau
Die Biene wehret sich mit scharfen Stachels Witzen,Rückert
Die Biene weidet sich an lichter Blüte Blitzen,Rückert
Die Bienen fort und fort eintragend Mundvorrath.Rückert
Die Bienen füllen mir mit Fleiß den Honigtopf.Rückert
Die Bilder gnügen dir, die schon im Hirne rasten,Rückert
Die Bilder mit idyllischem Behagen.Lenau
Die Bildung ist sein Werk, die Anlag' Himmelsgunst.Rückert
Die Bildung, die dazu will alle Sprachen lernen,Rückert
Die Binde schwebet ihm nur etwas dichter vor.Rückert
Die Birkenstämme prangen,Lenau
Die blanken Säbel flimmernLenau
Die Blässe sprach: dies Herz hat keinen Frieden;Lenau
Die Blätter aus dem Wald, hört und verstummt erschrocken.Rückert
Die Blätter fallen stets, die müden.Lenau
Die Blätter krümmten sich, vom Finger angerührtRückert
Die Blätter werden aufgemengt und frischLenau
Die Blätternacht mit ihrem Labekuß.Lenau
Die bleiche Mutter kniet an ihrem Kinde;Lenau
Die bleiche Wange streichelt.Lenau
Die bleichen Lippen reget,Lenau
Die Blicke dieser beidenLenau
Die Blindheit, da kein Schaun Verhängnis wenden könne?Rückert
Die Blöde sieht bei Nacht, doch gar nicht hell genung,Rückert
Die blühnde AloeLenau
Die Blum’, und murmellaut zu werden halb noch zagt.Rückert
Die Blum' auch welket zwar, vom Stengel abgepflückt,Rückert
Die Blume blüht, der bunte Falter senketLenau
Die Blume trank des Himmels leise Zähre,Lenau
Die Blume weiß nicht, wie sie an die Stelle kam,Rückert
Die Blume will nicht blühn, der Anger wird nicht grün;Rückert
Die Blume, die mit Licht schaut in sich selbst hinein,Rückert
Die Blumen aber thun vorm Mond ihr Auge zu,Rückert
Die Blumen auch mich freun, auf kurze Zeit gepflogen;Rückert
Die Blumen blühen jetzt nicht schöner als vor Jahren,Rückert
Die Blumen frag' ich nun: wo ist sie hingekommen?Rückert
Die Blumen freuen sich, für dich sich zu verhauchen,Rückert
Die Blumen lauschten noch, da hörten sie es rauschen,Rückert
Die Blumen nennet er Unkraut mit Recht, sie sindRückert
Die Blumen winkens, ihre stillen Boten.Lenau
Die Blumen, die nun bald das Grab ihm hüten müßen.Rückert
Die Blumenchöre auf, mit mir zu beten leise.Rückert
Die Blüten fallen ab, die Stralen sind verglommen,Rückert
Die blütengleiche Schwing’ entfaltet der Zwiefalter.Rückert
Die blutge Wahrheit ihm zu halten vor,Lenau
Die bösen Tropfen schwanden und zerflossen,Lenau
Die Brahmamitte bleibt bewußt des offnen Thores.Rückert
Die braungebacknen Hühner.Lenau
Die Braut, nach welcher Lust der freche Freier trägt,Rückert
Die Brill’ auf seiner Nas’, in seiner Hand ein Stift,Rückert
Die Brust gehoben und die junge Schwing’ erschwungen.Rückert
Die Brust so still, so flach und ohne Sehnen;Lenau
Die Brust von anderm Schaur als von des Alters Frost.Rückert
Die Brust, um welche Todeslüfte brüten.Lenau
Die Buche besser stimmt,Lenau
Die Buche seh ich schwindenLenau
Die Büchse knallt, die Gemse stürzt vom Felsen,Lenau
Die bunten Teppiche am Boden hinzubreiten.Rückert
Die Bürde muß ich tragenLenau
Die Bürger, um Verlust der Habe klagend, flohn,Rückert
Die Burgruine; und in TannenzweigenLenau
Die Bursche — waren Räuber.Lenau
Die da kommen hergezogen,Lenau
Die da pfeift ein loser Wicht,Lenau
Die dadurch ewig stralt mit unverwelktem Scheine.Rückert
Die Dame wendt den BlickLenau
Die damit gespielet kurze Weile?« Lenau
Die Dämmerung, die stille, tiefe, lauschet.Lenau
Die Dankbarkeit besteht, das Wort sagts, im Gedanken.Rückert
Die dann es mehreren zu geben weiter dienen.Rückert
Die dann nach ihrer Kunst die Künstler außen schildern.Rückert
Die das Bild ihr abgelauscht,Lenau
Die das Volk, indem es lacht,Lenau
Die davon nahmen, und die nicht, hats gleich gereut.Rückert
Die dein Esel aufgeschlagen.Lenau
Die dein Großvater einst, dein Vater dann getragen,Rückert
Die deine Mutter war, war sie doch meine auch;Rückert
Die deine Trauben reiften,Lenau
Die deinen konnten dir Erworbnes nur vererben;Rückert
Die deines Leibes Schwere nicht ertragen,Lenau
Die dem Toten hätten kommen sollen?Lenau
Die Demut ehre du, und zu der Demut EhrenRückert
Die Demuth: Niederstieg zum Menschen Gott von oben.Rückert
Die den bestaubten Stab ihm aus der Hand genommen.Rückert
Die den Beweis von dir nicht kennt, den sie enthält.Rückert
Die den frommen SchildLenau
Die den genügenden Beruf darin empfunden,Rückert
Die den Stamm gen Himmel schwellen.Lenau
Die der höchste Nord geboren,Lenau
Die der in seiner EisesfalleLenau
Die der rauhe Nord erschlug,Lenau
Die der Tod hinweggenommen,Lenau
Die dich verarmen macht. Der Milde sprach dagegen:Rückert
Die Dichtkunst mögest du als Kunst des Lebens brauchen,Rückert
Die die Geberden dir verzerren und verrenken?Rückert
Die Diebe kamen ihm die Kleider durchzusehn,Rückert
Die Dienste mancherlei weiß er, die sich verschlingen,Rückert
Die dieser Flöte einst so froh entquollen,Lenau
Die Dinge der Natur stehn unter Zauberbann,Rückert
Die Dinge thun sich nur durch ihre Wirkung kund.Rückert
Die Dinge und hervor dich selbst, Bedingter, bringt.Rückert
Die dir ein Strebepunkt geworden zum Erheben.Rückert
Die dir froh am Halse liegen!Lenau
Die dir getreu, gleich Sklaven, schwerbejochten,Lenau
Die dir im Auge starrt,Lenau
Die dir kein Gott zurück mehr ruft,Lenau
Die dir kein Schlüssel braucht des Grübelns aufzuschließen.Rückert
Die dir, o Mensch, ihr Bild im Wunderspiegel weiset.Rückert
Die Dirne, die sein Blick faßt,Lenau
Die Dirnen waren frisch und jungLenau
Die Disteln sind so regungslos zu schauen,Lenau
Die doch als Musterbild dich nie vor Augen hält.Rückert
Die doch den Frühling spüret,Lenau
Die doch den Widerschein von deinem Innern stralen.Rückert
Die doch in unsrer Brust voll WundenLenau
Die Donau murmelt ihrem KindLenau
Die Donau rettend nach der Inselbucht,Lenau
Die Donner Asperns habens ausgesprochen:Lenau
Die Doppelbrechungen, du stelltest her das Licht.Rückert
Die Doppelheit der Welt, die sie mit Gott entzweit.Rückert
Die dort mit dir gesprungen?Lenau
Die dort so hell geklungen!Lenau
Die Dränger und LauscherLenau
Die drei wo fehlen, kommt ein Lernender nicht weit.Rückert
Die drei, die Eines sind, und also sich ergänzen,Rückert
Die dritt in freudigem TumultLenau
Die dritte bildet dir dein Haus im Leben,Lenau
Die dritten: suchet ihn in heiliger Gesinnung,Rückert
Die du auf sie streust nieder! — —Lenau
Die du bewahren mußt stumm in des Busens Tiefe.Rückert
Die du drinnen wirst erschauen,Lenau
Die du gebrauchen kannst zum Leben und zum Sterben.Rückert
Die du getrunken hast aus Regenbogenschalen.Rückert
Die du jüngst so scharf gescholten,Lenau
Die du mir gabst zum herben Segen.Lenau
Die du mit Lieb' hier sahst, die dort mit Lieb' herniederRückert
Die du pflegst mit treuen Händen,Lenau
Die du verlorst am unheilvollen Strauche!« Lenau
Die du, wie leise, hörst trotz lautesten Getösen;Rückert
Die dummen Fratzen kann, die ihn im Traume plagen.Rückert
Die dumpf verrannten sinds, die nur im Auge habenRückert
Die dunkel ist am Fuß und an der Spitze heiter.Rückert
Die dunkle Ferne sandte leiseLenau
Die dunkle Mutter ist durchs lichte Kind verklärt.Rückert
Die dunkle Mutter will ihr Kind in Schlummer halten;Rückert
Die dunkle Nelke, nicht die bunte Tulp’ hat Duft,Rückert
Die dunkle Scheidewand wird stets von ihm dich trennen.Rückert
Die dunkle Wiege der Melancholei.Lenau
Die dunkle Wimper blinzet manches Mal,Lenau
Die dunkle Wurzel ist zum Himmel aufgeschossen.Rückert
Die dunklen Wälder, um sein Minnespiel zu hehlen.Rückert
Die durch den Trichter mir herrollenden Ameisen;Rückert
Die durch den Zaubergarten fliehen.Lenau
Die durch Umtreiben dann im Raum wir auch vertreiben.Rückert
Die durchs blühende RevierLenau
Die düstre Wolke dort, so bang, so schwer;Lenau
Die ebenso die Last auf deinem Rücken sehn.Rückert
Die edle Pflanze hat ein Baum sich ausgegliedert,Rückert
Die Edle, nicht geschenkt.Lenau
Die edlen Räuber hier, und dort die Pflanzenfresser;Rückert
Die ehrnen Zacken stehn wie festgefugte Mauern,Rückert
Die Eigensucht ist nur, annehmen solchen ScheinRückert
Die eigne Mutter, der du nie den Rücken kehrst.Rückert
Die eigne Seligkeit wär’ ihm dadurch entrissen.Rückert
Die eilend sich vermengten,Lenau
Die ein Verliebter nimmt zu Liebesangedenken;Rückert
Die eine aber liegt verscharrt im Grunde.Lenau
Die eine aber von den SchläferinnenLenau
Die eine bietet sich zu nächstem Nachbarsmann,Rückert
Die Eine Glut beseelt, auch ineinander stammen;Rückert
Die eine hängt voll LiebesglutLenau
Die eine Langeweil, die andre Neubegier.Rückert
Die eine Stund’, in der sein Vorfahr einst erblich,Rückert
Die eine Urmonad' unsichtbar hält am Faden;Rückert
Die eine welche sie als langbekannte finden,Rückert
Die eine, wie sie gern auf Erden hier sie fanden,Rückert
Die einen von dem Lamm, die andern der Hyäne.Rückert
Die einen wollen vom gestürmten Himmel prallen,Rückert
Die einen: Ehren soll man Gott mit Opfergaben,Rückert
Die eines Künstlers Händ' auf die Natur ausstreuten.Rückert
Die Einheit ist nicht viel, sie selber ist das All;Rückert
Die Einheit nur ist viel, und wenig ist die Menge.Rückert
Die einst Bettler unsern Strand erklettert!Lenau
Die eintönig mich bedeutet,Lenau
Die Einzelliebe blüht und welkt, der Traum sinkt nieder,Rückert
Die eisig sich um Berg’ und Täler krallte;Lenau
Die Eitelkeit der Welt mußt du an dir erfahren,Rückert
Die Elemente, die in dir und um dich kreisen;Rückert
Die Elster, wenn man ihr gelöst der Zunge Band.Rückert
Die Eltern kühlt und heilt das Grab,Lenau
Die Eltern legten nur die Hände in den Schooß,Rückert
Die Eltern ruhn im Grabe.Lenau
Die Eltern tot! Er in die Welt!Lenau
Die Eltern, und das Paar zog in die Welt hinaus.Rückert
Die Eltern, wunde Leichen.Lenau
Die Endursache mag im Dinge selbst nicht seyn,Rückert
Die Engel stiegen dort herab vom Himmelsraum,Rückert
Die Engel, die aufs Werk des Menschen merken, tragenRückert
Die entfärbten Blätter fallenLenau
Die entflogen ihrem Strauche,Lenau
Die entflohn und nicht mehr kamen,Lenau
Die er auch sonst dem alten Recken,Lenau
Die er bald anderen, und bald sich selber macht.Rückert
Die er flüstert in das ersteLenau
Die er mit Bildern schmückt, und sucht sie zu erklären.Rückert
Die er sah auf seinen Wegen?Lenau
Die er spielt auf Mondstrahlsaiten,Lenau
Die er trägt auf seinem Gange,Lenau
Die er weiß so stark zu greifen;Lenau
Die er zweifelnd muß vertrauenLenau
Die Erd’ erkennt dich nicht, die dich mit Blüten preist.Rückert
Die Erd' in Himmelsglanz verklären, nicht vernichten.Rückert
Die Erde aber ruht, geht weder auf noch nieder.Rückert
Die Erde bebte vom Gestampf der Tiere,Lenau
Die Erde dienet ihm, und ist ihm unzulänglich.Rückert
Die Erde mußt du fest in ihre Mitte bannen,Rückert
Die Erde noch zum Paradiese lügen!« Lenau
Die Erde sei nur Übungsstätte,Lenau
Die Erde selbst, um die das Kriegspiel er gespielt,Rückert
Die Erde tut, wie einst, noch immer frohLenau
Die Erde weit und breit!Lenau
Die Erde, die dir weich Sandalendienste thut.Rückert
Die ernste Schar bekreuzter Hügel dort,Lenau
Die ersehnte Braut.Lenau
Die ersehnte Braut?Lenau
Die ersehnte, frische, helle!Lenau
Die erst die Brauchbarkeit, weil er sie brauchte, fand.Rückert
Die erste Kugel hingestreckt,Lenau
Die ersten Tage kommt er zu sich selber kaum.Rückert
Die es beseelt; — dann saget laut,Lenau
Die es besprochen und beschrieben,Lenau
Die es dir danken, wenn du ihnen zeigst ein Ziel.Rückert
Die es verheißt, der Müh, die es erfordert, lohne.Rückert
Die es zum Schwimmen braucht, der Gans ists kurz gerathen.Rückert
Die euch von Vaterhand gebrachten Frühlingstriebe.Rückert
Die Eulen sahen sich aus dem Besitz gesetzt,Rückert
Die Euter alle sind versiegt, es hilft kein Füttern,Rückert
Die Euter auf einmal! Wer sagt, woran das liegt?Rückert
Die ew’ge Gegenwart, was ist sie? die Natur:Rückert
Die ew’ge Mutter ists, die alle tränkt und speiset,Rückert
Die ew'ge Grundkraft selbst, die dieses Radwerk treibt.Rückert
Die ew'ge Jugend laß vom Kummer dir nicht rauben;Rückert
Die ewig sich aus sich gebärende Natur.Rückert
Die ewige, starke,Lenau
Die Ewigkeit allein ist ewig in der Zeit.Rückert
Die Ewigkeit sein Lied davon, dasLenau
Die Ewigkeiten nährte! —Lenau
Die Fäden des Geruchs, die Fasern der EmpfindungRückert
Die Fähigkeit ist todt, wo sie nicht wird zum Triebe;Rückert
Die Fähigkeit, die Lust und die Gelegenheit;Rückert
Die Fahne schwankt, im dichten Pulverdampfe,Lenau
Die Fähre trägt nur einen Mann,Lenau
Die Falle zugedeckt, und nur die Lockspeis' offen.Rückert
Die falschen heißen sie, dagegen in der NothRückert
Die Farben auf der Flucht von Kronen stets zu Kronen;Rückert
Die Farben selber sind der niedern Welt gewährt,Rückert
Die Farben werden sich davon wie Funken trennen.Rückert
Die Faust geballt, das Leben eingeschlossen,Lenau
Die Faust ums schlanke Feuerrohr geschlungen,Lenau
Die Fehler leugnen und für Tugenden erklären.Rückert
Die Fehler trägt er vorn, die seinen Nächsten schmücken,Rückert
Die Feinde stehn geschaart: schlag oder laß dich schlagen,Rückert
Die feindlich unser Innres tief verletzt,Lenau
Die feinsten Fischlein zu entdecken,Lenau
Die Felder wie ein Meer in Flammenwogen stehn.Rückert
Die Felsen blieben stumm, die Bäume sagten nichts,Rückert
Die Felsenberge hätt' ein Wandrer überstiegen,Rückert
Die Felswand überkletternd,Lenau
Die Fensterlein erglänzten;Lenau
Die fern sich fühlen dir, sind drum dir nicht entrissen;Rückert
Die ferne schmächtige Quelle,Lenau
Die Ferse dem Despoten küßtLenau
Die Feuer sprühend durch die Helme dringen,Lenau
Die Feuerwirbel ließ ich mir im Auge wallen,Rückert
Die feurigen Gesellen,Lenau
Die Fiedel ? weh! ein banger Schrei!Lenau
Die Flamme läuft im Nu von einem andern zu;Rückert
Die Flammen schienen nur zu schweben auf den Spitzen,Rückert
Die fliegen in der Luft, die kriechen an der Erde;Rückert
Die flüchtigen, nur allzuschnell verwehten!Lenau
Die Flügel fehlen ihm, sich vogelgleich zu wiegen,Rückert
Die Flügel hobs und schwang sich in des Seyns Gefild,Rückert
Die Flügel wuchsen dir, gebrauche sie zum Fliegen.Rückert
Die Flut der Tyrannei zerschellt,Lenau
Die Flut hinunterwallen.Lenau
Die Flut netzt unten es, doch immer schwimmt es oben.Rückert
Die Flut, die dich umschließt, die Glut, die dich durchfließt,Rückert
Die Flut, die ewig träuft von seinen Augenlieden,Rückert
Die Flut, kam um der Fisch, und weiter sprang der Frosch.Rückert
Die Fluten des Entzückens.Lenau
Die Föhrenbüscheln, glutversengten, gleichen;Lenau
Die fordern zum Tribut ihn auf als Schutzverwandten.Rückert
Die Form aus seinem Stand, und aus sich sein Gewicht.Rückert
Die Frag’ ist was zu ihm du im Verhältnis seist.Rückert
Die Frage drängt sich auf, und wird zurückgedrängt,Rückert
Die Frage fragest du, und willst, daß ich sie löse.Rückert
Die Frau steht in der Thür, reicht ihm das Kind entgegen;Rückert
Die Freiheit macht dich frei, o Mensch, von der Natur,Rückert
Die Freiheit voll Gefahr ist jedes Irrthums Spiel,Rückert
Die Freiheit würdest du, die eigne Kraft dir rauben.Rückert
Die Freiheit, daß ers auch hab’ anders machen können!Rückert
Die Freud’ ist auf der Welt, wenn sie auch dein nicht ist.Rückert
Die Freud' ist doppelt groß, wenn du's hast doch vollbracht.Rückert
Die Freude blühet auf nur in des Gärtners Hand,Rückert
Die Freude kennst du nicht, wenn du nur Freuden kennest;Rückert
Die Freude senkte die erregten Wogen,Lenau
Die Freude stoßt ihn wild herein:Lenau
Die Freude, die dich gut und weise macht, vollkommen;Rückert
Die Freuden getauscht.Lenau
Die Freuden und die Künst’ im FrühlingsblumenkranzRückert
Die Freudenrechnung in meinem Herzen.Lenau
Die freudenwelke ErdeLenau
Die Freunde schwiegen, nur der BachLenau
Die Freunde, Verwandten umdrängen dichtLenau
Die Freundschaft kann vergehn, dann ist der Schwur geblieben.Rückert
Die Friedensfahne beigelegter Wolkenschlacht,Rückert
Die frischen Alpenkräuter;Lenau
Die Frist sei dir Verbrecher noch gespendet,Lenau
Die frohen Lenzgedanken,Lenau
Die froherstaunte Seele mir entführt.Lenau
Die fromme Schwalbe sticht im Flug auf eine Katze,Rückert
Die frommen Lämmer auf der Weide springen,Lenau
Die frommgetäuschte gute FrauLenau
Die Früchte, wann sie sind den Strom hinab geschwommen,Rückert
Die Frühlingsgrüße einer bessern Zeit.Lenau
Die Fülle tritt hervor, die Hülle muß verwesen,Rückert
Die Fülle, nicht auch mit den Armen die Beschwerden?Rückert
Die fünfe, die du hast, du hast daran genug.Rückert
Die für immer er verlorenLenau
Die für nur oder durch den Tod nur leben können.Rückert
Die Furcht des Todes ist des Lebens scharfe Würze.Rückert
Die Furcht wie Erdengruft, schwer, dumpf und todtenbleich.Rückert
Die Furcht, so kommt dir nach zur Unzeit nie die Scham.Rückert
Die Furie soll auf Deutschlands Fluren hausen?Lenau
Die ganz zu einer macht grundeinige Gesinnung.Rückert
Die ganze Erde wär’ in seine Hand gegeben.Rückert
Die ganze Gegenwart und die Vergangenheit.Rückert
Die ganze große Welt in jedem kleinen Stück.Rückert
Die ganze Lebensfülle.Lenau
Die ganze Lebenszeit bleibt es hindurch beidlebig.Rückert
Die ganze Luft ist wund und weh —Lenau
Die ganze Schöpfung lebt von Gottes Lebenshauche.Rückert
Die ganze Welt durchdringt von Gott ein Liebeshauch.Rückert
Die ganze Welt gewebt aus Gold und Edelstein;Rückert
Die ganze Welt gewebt aus Sonn- und Blumenschein;Rückert
Die ganze Welt ist zum Verzweifeln traurig.Lenau
Die ganze Wiese so voll,Lenau
Die Gassen geht er durch, und fragt, wo Omar sei,Rückert
Die Gedanken, bewaffnet, als Liktoren,Lenau
Die Gegend heißt davon das Rosenparadies;Rückert
Die Gegenwart rührt hart, die Zukunft leiser an.Rückert
Die Geister aber, die vom Stamm der Götter wohnenRückert
Die Geister der Begier, die dumpf in Raum und ZeitRückert
Die Geister, die im Stoff gefangen, werden frei,Rückert
Die geistig stehn und gehn auf eignen Füßen kann.Rückert
Die Gemse schnellt, wenn sie den Jäger wittert.Lenau
Die Gemse, die sein Blick faßtLenau
Die gerne dem Seemann sind zu Willen.Lenau
Die Gesänge der Matrosen. —Lenau
Die Geschirr’ im Winde rasselnLenau
Die getreu dir auch im Leide,Lenau
Die Gewitterlüfte streichen;Lenau
Die gierig ihrer Mutter Brüste rafftenLenau
Die gift’ge Schlang’ allein von allen Feldes ThierenRückert
Die glauben, daß ein Heil zukünftig sei den Frommen,Rückert
Die gleich dem Hahne kräht, die Henne wird geschlachtet.Rückert
Die gleichgewaltig ist, auf Ruhm, Stand oder Brauch.Rückert
Die Gletscher, die von Wolken nur besuchten,Lenau
Die Gliedermassen euch zusammenfügen,Lenau
Die Glock am Hals, kommt nachgeranntLenau
Die Glöckchen blühten zu, doch blühten sie nicht auf.Rückert
Die Glocken riefen zum Gebet die Müden,Lenau
Die Glücklichen enteilt mit Sturmesmacht,Lenau
Die Glücklichsten auf Erden! —Lenau
Die Glut der Eifersucht brennt ihm sein Innres hol,Rückert
Die Gnade bessert den, die jenen macht verstocken.Rückert
Die Gnade hast du nicht verdient, verdiene sie!Rückert
Die gnügt zur Mahnung dir, die gnüget dir zur Bahnung,Rückert
Die Goldgefäße sind dem Hauswirth ausgegangen.Rückert
Die goldne Zeit wird neu, wann seinen Fraß vergißtRückert
Die Götter fahren hin am Rand von Raum und Zeit,Rückert
Die Götter horchen, seliger, undLenau
Die Gottesfurcht, die dich von aller Furcht befreit;Rückert
Die Gottheit lieb' ich, die allgegenwärtig waltet,Rückert
Die Gottheit lieb' ich, die mich unsichtbar umfließt,Rückert
Die Gottheit menschlich, daß sie Menschenherzen fassen.Rückert
Die Göttin ists des Glücks! o Brüder, eiletLenau
Die göttliche Vernunft, und Göttliches vollbringt;Rückert
Die Gräber noch bestrahlend, und sie senkenLenau
Die Gräser bleiben dürr, doch neue sprießen drunter,Rückert
Die große draußen wärs, und nicht in mir die kleine.Rückert
Die große Hälfte ist des Himmels, dein die kleine;Rückert
Die große Masse läßt am Boden sich genügen,Rückert
Die große Rechnung zwar ist ohne dich gemacht,Rückert
Die große Schuld des Schmerzes abgetragen,Lenau
Die große Wehmut der Vergangenheit.Lenau
Die größern Thiere, die nächst an den Menschen reichen,Rückert
Die Großmuth ein Gefühl, das ewig freun dich mag.Rückert
Die grünen Äste,Lenau
Die grünen WaldeszinnenLenau
Die gute Absicht ist, sag’ ich, daß bös’ es sei.Rückert
Die gute Lehre nahm vordem ein weiser MannRückert
Die gute Mutter säugt an einer Brust ein Lamm,Rückert
Die gute Nacht ist, die mir bietet sein Gesang,Rückert
Die gute Rede sagt, das böse Wort verschweigt.Rückert
Die halbe Ehr’ ist dein, wenn man sich neigt vor ihnen;Rückert
Die Haltung hält die Welt, such' Haltung zu erhalten!Rückert
Die Händ ihm auf zum Segen.Lenau
Die Hand vom Saitenspiel herunterfaule.Lenau
Die Händchen, daran wird sein künft'ger Sinn entdeckt.Rückert
Die Hände klatschten, und im TaktLenau
Die Harfe schlagend, im feurigen Fluge dahinbraustLenau
Die hat auch nicht der Mann, der den zum allgemeinenRückert
Die hat nicht Waffenmacht, und friedlich ist ihr Sinn.Rückert
Die hatten noch kein Blut geleckt mit ihren Zungen.Rückert
Die Hauptsach’ aber ist, daß rein der Spiegel sei;Rückert
Die Hauptsach’ aber ist: sie brauchen, wie sie sind.Rückert
Die Hausfrau stand am Herd, die Mahlzeit kochend,Lenau
Die Hausfrau, als am Tisch sich finden Gäste jetzt;Rückert
Die häuslichste der Frauen,Lenau
Die Hausschwalb' aber wohnt, Rauchschwalbe heißt sie auch,Rückert
Die Heide war so still, so leer,Lenau
Die Heide war so still, so leer,Lenau
Die heil’ge Flamm’ entblüht der Erde gelb und blau,Rückert
Die Heimat hätte weicher sie begraben! —Lenau
Die heimlich und unlöschbar mich versengte.Lenau
Die heißen Mittagsbrände,Lenau
Die heißen Tränen dir hervor.Lenau
Die heißersehnte Quelle rieseln hörte.Lenau
Die heißgejagt im MondenglanzLenau
Die Heiterkeit sollt ihr mit Koth und Dampf nicht dämpfen.Rückert
Die Helden schlugen nun die Riesen todt, und bliebenRückert
Die hell die Schöpfung macht und unsre Seele klar.Rückert
Die Herde droben hielt, und mit ihr ruhn jetzt wird.Rückert
Die Herde grunzend wühlt und irrtLenau
Die Herde von der Weide.Lenau
Die herführt jeder Wind, und weiter führet jeder.Rückert
Die Herrschaft der Natur, die er besaß zuvor.Rückert
Die Herrschaft und die Lust dazu, doch nicht den Muth.Rückert
Die Herzen bänger schlagen,Lenau
Die Herzen ruhen längst, die das erlitten haben,Rückert
Die Herzen seiner Krieger zu entflammen!Lenau
Die herzlos für ihr Geld fordern, und danklos scheiden.Rückert
Die hier dem einen schon im andern aufgegangen?Rückert
Die hier einst so glücklich war,Lenau
Die hier für Schein, die dort für Wahrheit zu erklären!Rückert
Die hier ins Lustspiel gehn, und finden das der Trauer.Rückert
Die hier ins rechte Ohr ihm flüstern, dort ins linke,Rückert
Die hier keinen Vogel hören;Lenau
Die hier mein Herz verloren;Lenau
Die hier sangen einst so süß?Lenau
Die hier vom höchsten Gut Abbilder sind auf Erden.Rückert
Die Himmelspoesie hat eine ird'sche Kraft,Rückert
Die Himmelssonne nun, zu der Bescheidnen Trost,Rückert
Die himmlischen GebirgeLenau
Die hinter'm Herzen ist, die wird dahinter bleiben.Rückert
Die Hintern jubeln, daß es sich zum Aufgang schwenke.Rückert
Die hochgeschwellten Bäche fallenLenau
Die höchste Liebe war's, die ich im Traum empfand,Rückert
Die höchste Schönheit ist, die aus der Güt' entstand,Rückert
Die höchsten Dinge, die dein Denken nie kann denken,Rückert
Die höchsten Segel am stolzen Mast;Lenau
Die höchsten Spitzen sieht von Hoffnung er geröthet,Rückert
Die Hoffnung kannst und sollst du in das Grab hier stoßen;Lenau
Die Hoffnung oft vom Sterbelager sprangLenau
Die Hoffnung täuschte dich. Du hast dich selbst betrogen.Rückert
Die Hoffnung, die am Zweig stets neue Knospen treibt.Rückert
Die Hoffnung, sprach vom Himmel treuer Gatten,Lenau
Die hoffnungslosen, schwinden;Lenau
Die hohe Fürstin der Dämonenschar,Lenau
Die hohe Himmels- und die höchste Geistersonne:Rückert
Die hohe, die sich mir im Traum nicht hat verhehlt,Rückert
Die holde Mutter sprach: O dürft’ ich bei dir bleiben!Rückert
Die holden Träume, seligen GefühleLenau
Die Höll und werden erschlagen;Lenau
Die Hostie schmutzt ja nicht, die ewig reine.Lenau
Die hüben Nester baun, und drüben, wenn sie wollen,Rückert
Die Hügel nahten allgemach;Lenau
Die Hüllen sorglich um die Blößen breitet,Lenau
Die Hunde; — ja — den Hunden hätt ich sollen,Lenau
Die hundert Jahre froh hat in dem Wald gewohntRückert
Die Hürd’, in welche sie wird Abends eingelenkt?Rückert
Die Hütten stürzen, und du fühlst ein Grauen.Lenau
Die ich empfangen einst von Ihr;Lenau
Die ich gekämpft, so will ich gern gekämpft sie haben,Rückert
Die ich gekämpft, so will ich gern gekämpft sie haben,Rückert
Die ihm das Kind erkoren,Lenau
Die ihm des Wohllauts Öl träuft’ in die zarte Flamme;Rückert
Die ihn bang und süß umranken,Lenau
Die ihn umringelt, daß er blühnden Schmuck ihr danke.Rückert
Die ihnen er vielleicht einst zu vertreten hat.Rückert
Die ihr ans stille Vaterhaus euch schmiegt!Lenau
Die ihr kunstloses Bett baun zwischen Schilf und Ähren,Rückert
Die ihr, zu malen es, so krasse Farben sucht.Rückert
Die ihre Eier und ihr Euter selbst aussaugen?Rückert
Die ihren Stand zur Welt, den Stand der Welt zu sichRückert
Die ihres mit dem Heil der Welt verwechseln nun.Rückert
Die ihres Weges gehn im Staube wie die Herden?Rückert
Die im geschmückten Kleid am Fenster stand zur Schau:Rückert
Die im Sturme sich geklammertLenau
Die Imm' ist im Geschäft beständig immer kräftig,Rückert
Die in das Fremdenbuch, die auf die Fensterscheiben,Rückert
Die in des äußern Weltverkehrs Berührung leben;Rückert
Die in ferner Heimat mirLenau
Die in sich selber ruht, wo alles, alles eilt!Rückert
Die innern Regungen sind nicht ein Spiel der äußern.Rückert
Die ins Leben mir geschnitten;Lenau
Die Inschrift von Rubin: die Eltern ehre du.Rückert
Die Inselgruppen sind alswie ein Kranz gewunden,Rückert
Die ird’sche Herrlichkeit, die Ros’ und Lilie.Rückert
Die ja verträglich auch im Postfelleisen lagen.Rückert
Die jährlich ihn beschleicht auf weichem Moose. —Lenau
Die jeden übermannt und alle legt in Haft?Rückert
Die jeder Bruder fühlt bei seines Bruders Leide.Rückert
Die jeder mit sich selbst und Gott hat abzumachen.Rückert
Die Jubeltage waren bald verflogen,Lenau
Die Jugend folgt, ein Rosenblatt, den Lüften;Lenau
Die Jugend lernet leicht, und schwer das Alter, beten;Rückert
Die Jugend, treu bleibt gern das Alter seinen Kreisen.Rückert
Die Jugendliche schlank mit vorgebückter Alten.Rückert
Die Jugendträume ferne;Lenau
Die Jugendträume sind es, wohl das beste,Lenau
Die junge Brut der schlimmsten Leidenschaften,Lenau
Die junge Pflanz’ ist grün; wielang muß sie sich mühnRückert
Die junge Spinne spinnt nur wie die alte spann,Rückert
Die junge Tochter mild, ein Landkind hold und blöde;Rückert
Die jungen Blüten zittern leiseLenau
Die Jünger mühen sich mit nicht'ger EitelkeitRückert
Die kämpfet fürs Bestehn, und jene für das Werden;Rückert
Die kannst du ihnen nicht und sollst sie auch nicht rauben.Rückert
Die Karten schlägt, mit ihren bunten BildernLenau
Die Keule nur, womit ich dich erschlagen.Lenau
Die Kinder an das Grab des Gatten.Lenau
Die Kinder fühlen wol aus welcherlei VerderbenRückert
Die Kinder wissen nicht, wie sie der Vater liebt;Rückert
Die Kleinen füttern, die nicht schwimmen und nicht laufen,Rückert
Die Knappen laß im Berg erst machen ihre Fahrten.Rückert
Die Knechte hüllten schreiend ihr Gesicht,Lenau
Die Knosp in Wonne still zerspringt;Lenau
Die Knospe aber, die sich dumpf verstockt, und wagtRückert
Die Knospe rundet sich, aus der die Blüt’ erwacht,Rückert
Die Knospe wartet nur auf Platz hervorzudringen,Rückert
Die Knospen unsres Ruhms? verschlossen und verblüht.Rückert
Die kommen sind, uns von der MuttererdeLenau
Die Kraft, die denkt im Haupt und dir im Herzen fühlt,Rückert
Die Kraft, in der sie schwebt, in der sie ruht und fließt,Rückert
Die Kräfte sie zu gehn kann er dir nicht ertheilen.Rückert
Die Krähe mit Gedörn deckt oben ihr Gemach,Rückert
Die Krankheit brech entzwei,Lenau
Die Kränkung fremder Ehr’ ist deiner Würd’ Entweihung,Rückert
Die krausen Schlanggewind' in eine Masse schwammen.Rückert
Die Kugeln meiner BrüderLenau
Die kühlen Schatten stehn, die dich zur Ruh einladen.Rückert
Die kühne Tat erscheinen.Lenau
Die Kunde heim, die gern hört jeder, keiner glaubt.Rückert
Die Kunst ist eine derbe Magd geworden,Lenau
Die Kunst ist herabgekommenLenau
Die Kunst, das wirre Spiel der Fantasie zu mildern,Rückert
Die Lag', in die er sich, in die das Glück ihn brachte.Rückert
Die Landschaft wechselt auch; was ist da groß zu staunen,Rückert
Die Langeweile, griff uns ohne Gnade,Lenau
Die längst begrabnen, neuerwacht,Lenau
Die längst verlaßne, stille Waldkapelle.Lenau
Die längst zerrißnen wanken schaurigLenau
Die laß nie seyn in dir der rechten Demuth Meister.Rückert
Die lasen das Gesims von allen Krümchen sauber.Rückert
Die Launen uns der unbeherrschten WellenLenau
Die lauten Stürme durch die Haine tosen;Lenau
Die leben, wenn es lebt, und wenn es starb, erstarben.Rückert
Die lebenslustigen verträglichen Gesellen!Rückert
Die Lehre sollst du ihm, weil sie ist heilsam, geben;Rückert
Die Lehre, die nicht rein das Herz wie SonnenscheinRückert
Die Lehre, die sie auf den Straßen laut verkünden!Rückert
Die Leibeshaushalt braucht als Zuflüss' und Abflüsse.Rückert
Die leicht der lichte Stral des Morgens aufschließt wieder.Rückert
Die leicht von Baum zu BaumeLenau
Die leisen ErinnerungenLenau
Die leisen Tropfen schläfern es ein,Lenau
Die leisen Winde küßten ihr das Haar,Lenau
Die Leiter nieder, und zurück zum Anfang läuft.Rückert
Die Lerche aus den Lüften streuteLenau
Die Lerche sang und schwand dahinLenau
Die Lerche selig in die Luft;Lenau
Die Lerchen, in die Luft.Lenau
Die letzte Ölung der Natur!Lenau
Die letzten Halme, will nicht weiter,Lenau
Die letzter Größe, sind sie etwa minder groß?Rückert
Die Leute drinnen sehn die Dinge nicht, und haltenRückert
Die Leute kamen dann, und fanden ausgeschlossenRückert
Die Leute waren aus, die Thür nicht zugemacht,Rückert
Die lichte Finsternis zerfloß dann, und o Glück,Rückert
Die lichte Täuschung doch ist deiner Augen Wonne.Rückert
Die Lichter drüben am StrandeLenau
Die Lieb’ aus Orient der Lieb’ im Occident.Rückert
Die Lieb' ist das, die fühlt, nicht denket oder sieht.Rückert
Die Lieb' ist es zu Gott, die keinen aus will schließen,Rückert
Die Lieb', an deren Band ewig das Ew'ge schwebt.Rückert
Die Liebe aber liebt das ihre aufzugeben. —Rückert
Die Liebe fühlte Schmerz, daß ungeliebt sie bliebe.Rückert
Die Liebe für sein Land, mit welcher Hand in HandRückert
Die Liebe gibt dir ein: lieb' alles groß und klein!Rückert
Die Liebe hat nur, wer mit Liebesandacht siehtRückert
Die Liebe ist in vollem Zug.Lenau
Die liebe Mutter heilt.Lenau
Die Liebe nur hat dich, die Liebe dich vertrieben,Rückert
Die Liebe schickt villeicht dir ein Paar Thränen nach,Rückert
Die liebe Seele hingegangen körperfrei.Rückert
Die Liebe siehst du dann, wie dort im Reigen gehnRückert
Die Liebe stört alswie der Haß das GleichgewichtRückert
Die Liebe wars, die sie zu ihm herniederzog,Rückert
Die Liebe zu dir selbst hat mich zur Welt getrieben.Rückert
Die Liebe, der nichts ist zu nieder noch zu hoch.Rückert
Die Liebe, die nie dein vergißt, vergiß ihr nicht!Rückert
Die Lieben all in meinen NachenLenau
Die Lieben all sind fort,Lenau
Die liebend suchen dich, sind nicht zu dir gekommen;Rückert
Die lieber Niederes um eine Stufe rücktRückert
Die Liebesketten schlingt.Lenau
Die Liebeszeichen zu bewahren;Lenau
Die liedgeworden ihm entklangen,Lenau
Die Lilie, und halb die Rose nur vor Gram.Rückert
Die Linde säuselt, blütenreich und hoch,Lenau
Die Linie, womit an Gott die Seele rührt.Rückert
Die Lippen bleich, versunken, ohne Klage,Lenau
Die Lippen dir,Lenau
Die Lockung kannt' er wohl, ihn konnte sie nicht locken;Rückert
Die Lockung lässet er am feinsten Faden schweben,Rückert
Die Löffel reckt' es hoch, und schob die Augen gläsernRückert
Die Lotosblume blüht darum in Herzgestalt,Rückert
Die Lotosblüte schließt sich dann als Schlummermohn,Rückert
Die Lotoswiege schwankt, es gährt der Wasserschaum,Rückert
Die Löwin, wie sie sah sich ihrer Brut beraubt,Rückert
Die Luft der Tugend atmen sehe.Lenau
Die Luft erkennt dich nicht, die dich mit Athmen preist.Rückert
Die Luft von keinem als erfüllt von Blütenstaub.Rückert
Die Luft von meinen Serenaden.Lenau
Die Luft, die ihn durchweht, weckt seines Herzen Schlag.Rückert
Die Luft, die um dich weit sich wie ein Mantel gießt.Rückert
Die Lüfte flüstern und die Zweige Grüße tauschen;Rückert
Die Lüfte strebten sich mit Sehnsucht auszudehnen,Rückert
Die Lüfte waren blau, die Fluren waren grün,Rückert
Die Lust am kärglichen Mahl beleuchtend.Lenau
Die Lust an Schaffleisch wollt’ er lehren seinem Sohn;Rückert
Die Lust des Erdenpfades,Lenau
Die Lust des Himmels ist des Se’es Spiegelflut.Rückert
Die Lust empfindest du, weil du das Gute thust.Rückert
Die Lust ist wie die Luft, leicht, licht und wandelreich,Rückert
Die Lust nach dem zu wecken,Lenau
Die Lust vereint, der Scherge trennt.Lenau
Die Mächt’gen machen sich auf Erden breit genug,Rückert
Die mächtige Natur tritt in den HintergrundRückert
Die machtlos über mich dahingefahren. —Lenau
Die Maid, die Euch mit Küssen labt, sie lebe!Lenau
Die Malerei bedarf der Schatten und des Lichts.Rückert
Die man kann an der Schnur herzählen nach Gefallen.Rückert
Die man nicht gern genauer nennt,Lenau
Die mangelhafte Form verdecket ihm den Sinn;Rückert
Die Männer schießen schreckend die GewehreLenau
Die Männer tragen Schmuck von Eisen umgebunden.Rückert
Die Maße messen und die Eigenschaften ahnen.Rückert
Die Mauer war zu hoch, und eng das Gitterthor.Rückert
Die Mauern sich vom alten Grafenschloß;Lenau
Die Meereswindungen der Friedensinselgruppen.Rückert
Die mehr die bessern und sie besser braucht zum Siegen,Rückert
Die mein Klagen roh und kaltLenau
Die meinen ließen Lust und Kraft mir, zu erwerben.Rückert
Die meinen Sinn erfreun, ich sehn nichts würd’ und hören!Rückert
Die meinen Sinn zerstreun, den Geist nichts würde stören!Rückert
Die meiner Lieb entgegenglühte,Lenau
Die meiner Seele als Erinnrung teuer.Lenau
Die Meinungen, ob auf ob ohne Grund sie stehn,Rückert
Die meisten fürchten sich darum vorm Tod vielleicht,Rückert
Die Meng’ ist wenig nicht, nichts ist der ganze Schwall.Rückert
Die Menschen essen sie und sammeln ihre Kerne.Rückert
Die Menschen heißens Sterben.Lenau
Die Menschen könnten dir die Blumen selbst verleiden.Rückert
Die Menschen mirs zertraten,Lenau
Die Menschen sind getheilt in Volks- und Glaubenszunft,Rückert
Die Menschen, die das Licht nicht sahn in meinem Herzen,Rückert
Die Menschen, die den Tod sich aus dem Sinne schlagen.Rückert
Die Menschen, und warum hast du die Welt verlassen?Rückert
Die Menschheit forschet mit uneigennütz’ger Liebe.Rückert
Die Menschheit ist das Selbst, das soll im Menschen leben.Rückert
Die Menschheit selber, war sie Anfangs auch ein Kind?Rückert
Die Menschheit stellt sich klar nur in der Ganzheit dar,Rückert
Die Menschheit war ein Kind wie neugebornes Licht.Rückert
Die Menschheit, Gottes Kind, ist niemals mehr noch minder,Rückert
Die Metaphern und die Tropen,Lenau
Die mich dem Waldesgrund entreißt,Lenau
Die Mienen mir bekannt, die Töne mir vertraut,Rückert
Die Milch am Feuer kocht, das Kindlein wird gewiegt,Rückert
Die Milch, die sie an dir getrunken, war schon Blut.Rückert
Die milchbeladne Herde wiegtLenau
Die milde Freundin, traut durch jede Zelle,Lenau
Die Milde: daß die Sünd' auf Irrthum nur sich gründe.Rückert
Die milden Gaben, eure Liebesboten,Lenau
Die mir das Erdenleben durfte schenken,Lenau
Die mir das Herz verbrennt mit wildem Nagen:Lenau
Die mir das Leben gab.Lenau
Die mir dein Angesicht vermummen,Lenau
Die mir die Ehre thun im Garten einzukehren.Rückert
Die mir mit ihrem TrugLenau
Die mir nur halb genügt, nur du genügst mir ganz.Rückert
Die mir Rosa sinnend wies? —Lenau
Die Mirre schwimmt empor, der Nektar rinnt herab,Rückert
Die Mistel aber muß sich fremdem Stamm bequemen,Rückert
Die mit dem Abglanz sind der Seligkeit zufrieden;Rückert
Die mit dem Falle WarschausLenau
Die mit dem Silberblick zur Reinigkeit uns laden.Rückert
Die mit den Wellen ihm vorüberstreichen;Lenau
Die mit unreifem Witz bekämpfen deinen reifern.Rückert
Die mittlern Mittleres, sie erst das Allgemeinste.Rückert
Die morgen am Verfall sich seines Krames weiden.Rückert
Die Möwen taumeln trag und schlagenLenau
Die müd' am Tage schlief, die Biene Schwärmerei.Rückert
Die müde Herde sucht den warmen Stall am Abend.Rückert
Die müde Sehnsucht auch, und sei hier aufgenommen.Rückert
Die müden Hoffnungen, die oft so irre gehn,Rückert
Die Müh, gewonnen nur den Namen eines Thoren.Rückert
Die Münster da, der klugen Zeit ein Grauen,Lenau
Die Münze bleiern sah so traurig blinkend,Lenau
Die Münze bleiern sah so traurig blinkend,Lenau
Die Münze rollt, die Dirne lacht,Lenau
Die Mutter bringt dem Kind die Beute, die sie haschte,Rückert
Die Mutter erst gebar, und wieder dann der Geist.Rückert
Die Mutter gibt, ihr selbst der Vater gab die Mittel.Rückert
Die Mutter hilft zuerst dem Kind, der Vater dann;Rückert
Die Mutter ihren Säugling an die Brüste.Lenau
Die Mutter im Himalaya.Lenau
Die Mutter in der Nacht wusch es dem Kinde rein.Rückert
Die Mutter ist dabei, der Vater auch im Spiel,Rückert
Die Mutter ist die Nacht, die stets gebirt die Farben,Rückert
Die Mutter lag am SterbepfühlLenau
Die Mutter Liebe sieht hernieder schauen heiterRückert
Die Mutter mit dem Biß, den Bruder mit der TatzeRückert
Die Mutter steht betroffenLenau
Die Mutter such’ ich dort, die unbekannte, auf,Rückert
Die Mutter tödtend sind sie ihrem Leib entsprungen.Rückert
Die Mutter wird schon ernst, die Brüder werden groß,Rückert
Die Mutter wußte nicht vor Lust wie ihr geschah,Rückert
Die Mutter, deren Brust ihr blühet eingesenkt,Rückert
Die Mutter, keine hat so blühend ein Geschlecht.Rückert
Die Mutterbrust fließt, wo sich aufthat Mutterschooß.Rückert
Die Muttersprache, weil du sie am besten kennst.Rückert
Die nach dem ersten Grund nicht fragt der Festbeschenkung,Rückert
Die nach dir gleichen Wegs mit gleichem Sehnen kommen.Rückert
Die Nachbarn ruft er dann, den Handel zu entscheiden.Rückert
Die Nachbarn zwängten, sich als Patriarch ausbreiten.Rückert
Die nacheinander Beid' ein Grab hatt' aufgenommen.Rückert
Die nächsten Gründe nur der Dinge siehst du nicht,Rückert
Die Nacht allein, das schwarze Ungeheuer,Lenau
Die Nacht des Wahnsinns schlug sich um sein Haupt;Lenau
Die Nacht im Trauerflor, die dunkle Klagefrau,Rückert
Die Nacht ist grimmig kalt; o Wandrer meldeLenau
Die Nacht ist kühl, es braust der Wind,Lenau
Die Nacht ist schön, und durch die Seele gleitenLenau
Die Nacht ist wild, mit wachsender Macht empörtLenau
Die Nacht mir ihren Scheidegruß:Lenau
Die Nacht nicht Tod allein, ist Lebensmutter auch.Rückert
Die Nacht vom Blute seines Kindes triefen.Lenau
Die Nacht war dunkelnd gekommen,Lenau
Die Nachtigall singt fort, wenn auch ein wenig dumpf.Rückert
Die Nachwelt staunt sie an, und dankt nicht den Erbauern.Rückert
Die nackten Schnitter sehn, gebräunt vom heißen Stral,Rückert
Die Nahrung scheint ihr nicht mehr anzustehn im Lande.Rückert
Die Namengebung steigt, ist alles ohne Trost.Rückert
Die Narbe des Wolfsbisses an der Hüfte.Lenau
Die Nase riecht den Ruch, es schmeckt den Schmack der Mund;Rückert
Die Natur ihr Heiligtum;Lenau
Die Natur, die offenbare,Lenau
Die Natur, Herbstnebel spinnend,Lenau
Die Nebelhülle schwand, entschleiernd das Gefild,Rückert
Die Neige sparen ist unnütz und undankbar.Rückert
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,Lenau
Die Neubegier ist aufs Besondre gleich beflissen,Rückert
Die Neubegierde spielt, die Wißbegierde zielt;Rückert
Die neue schon erhebt sich jung auf frischem Stiel.Rückert
Die neuen Fürsten, wenn man sie vergleicht den alten.Rückert
Die nicht des Feindes Schwert, die dir der Glaube schlug.Rückert
Die nicht die Schlinge sahn, gelegt vom Vogelfänger?Rückert
Die nicht geachtet nicht geliebt sind, doch beliebt.Rückert
Die niederflattern ihren Todesreigen:Lenau
Die noch im Herbst als Müllerin geschaltet,Lenau
Die noch Liebe nie empfanden,Lenau
Die nördliche Oase zu erhalten.Lenau
Die Not nur blieb dir treu, solangLenau
Die Nüchternheit, entfernt von Schlemmerei und Fasten;Rückert
Die nun die Flut aus ihren Grüften drängte.Lenau
Die nun von Blut und Raub sich ihrer Brüder nähren,Rückert
Die nur beschäftigt ist zu bilden für die Welt,Rückert
Die nur des Blattes wonnereiches Düften.Lenau
Die nur mit Anstand trägt, wer jenen ist entflohn.Rückert
Die nur mit meinem letzten Hauch entschlafen.Lenau
Die nur mit Sehnsucht füllt, nicht selbst ist volle Wonne.Rückert
Die Nüsse knackt er dir nicht auf, du mußt sie knacken.Rückert
Die Oase sich zu eigen,Lenau
Die Offenbarung dort deswegen minder wahr?Rückert
Die Ordnung droben ist, wo aufgehoben istRückert
Die Palme stand im Weg dem Wagen, der ihn trug.Rückert
Die Palmen leben, gleich den Menschen, hundert Jahr,Rückert
Die Palmen sind ihr Dach, das Blatt ist ihr Gewand,Rückert
Die Patria, Religion, Moral,Lenau
Die Perlen nicht allein, in deines Mundes PforteRückert
Die Perlen reih' ich all' an eine feine Schnur,Rückert
Die Pfade heilger Abgeschiedenheit,Lenau
Die Pflanz’ aus ihrem Grund, die Schneck’ aus ihrem Haus!Rückert
Die Pflanz’ aus schlechtem Grund in bessern Boden setzen.Rückert
Die Pflanze doch muß, um zu wurzeln, Wurzel schlagen.Rückert
Die Pflanze selber könnt’ ehr in den Lüften schwebenRückert
Die Pflanze, bis sie sich erinnert in der Frucht.Rückert
Die pflegen Todten nur die Augen auszugraben,Rückert
Die Plag’, ihr einz’ger Trost, sei ihnen nicht genommen.Rückert
Die Poesie dem Schwarm antwortend spricht:Lenau
Die Poesie doch wird unzweifelhaft versiechen.Rückert
Die Psyche, die, wie sie sich unsichtbar gestaltetRückert
Die Punkte, die da sind die Seelen, all in Regung,Rückert
Die Puppen mußten spielen Zug für ZugLenau
Die Puppenmaske zeigt ein Todtenangesicht,Rückert
Die Purpurstrahlen hell und wunderbar;Lenau
Die Rach’ ist eine Lust, die währt wol einen Tag,Rückert
Die Rach’ ist schrankenlos, das Recht ist nur in Schranken;Rückert
Die Rappen sind im Drang der TodesängsteLenau
Die Räthsel magst du ihm in Räthseln selber deuten,Rückert
Die Räuber tanzen tollen Reigen,Lenau
Die Raupen sehn erstaunt den Schmetterling sich wiegen,Rückert
Die Rebe auf zum Fenster klommLenau
Die Rebe, die die StämmeLenau
Die Rechnung ist am End' ohne den Wirth gemacht.Rückert
Die rechte Misgunst ist, sich selbst nichts Gutes gönnen.Rückert
Die Redlichkeit besteht darin, daß einerleiRückert
Die Redlichkeit besteht darin: Ein Wort, ein Mann;Rückert
Die Redlichkeit besteht nicht in Wohlredenheit,Rückert
Die reiche Beut aus Wies und Hain;Lenau
Die reifen Früchte wirft sie aus der Luft hinabRückert
Die reine Quelle wird, frech aufgewühlt, ein Sumpf;Rückert
Die reinste Lebenslust ist Liebe ohne Neid.Rückert
Die Reis' entgeht dir nicht, wann du bist Geist genung.Rückert
Die Reise leichter stets, je weiter, gieng vonstatten;Rückert
Die Reiter reiten dicht gesellt,Lenau
Die Reiter rufen in die Nacht;Lenau
Die Reiter stürzten zur Erde, soLenau
Die Reize schwinden weg, die an den Sinnen hängen.Rückert
Die Reue reutet aus, doch wer bestellt die Flur?Rückert
Die Richtung, wo du kommst zum Ziele, zeigt der Stern,Rückert
Die Riesen schlugen mit dem Ger die Drachen todt,Rückert
Die Riesen starben und die Zwerge zogen aus,Rückert
Die Rinder hatten nicht Roßadel angenommen,Rückert
Die rings umher getreue Freunde hatten:Lenau
Die Roheit abzuthun ohn' abzuthun die Sitte.Rückert
Die rohen Winde sangen nicht.Lenau
Die Roll’ ist ungeschickt, die du dabei gespielt;Rückert
Die Ros’ und Lilie, die halb nur blüht vor Weh,Rückert
Die Ros’ und Lilie, die im Gedichte blüht,Rückert
Die Rose bracht’ ich mit von dort, sie ist verblüht,Rückert
Die Rose der Natur hat ihre BlütenkroneRückert
Die Rose hold zum Bach hinunter träumt,Lenau
Die Rose lauscht ins liebliche Getose,Lenau
Die Rose seiner Seele.Lenau
Die Rose, lebend, haucht Duft über Liebesgrüften;Rückert
Die Rose, sterbend, haucht den Duft in Himmelsluft;Rückert
Die Rosenglut am Strauch lebendig fachen,Lenau
Die Röslein all zerpflückenLenau
Die Rößlein schlichen den lahmsten Trab,Lenau
Die Ross’ im Quelle trinken,Lenau
Die Rosse schreiten sanft und weich,Lenau
Die rote Schminke fort.Lenau
Die Ruh ermüdete, Bewegung ruhet aus,Rückert
Die Ruhe hast du, wo du ihn gefunden hast.Rückert
Die Ruhe suchest du! wo findest du die Ruh?Rückert
Die Ruhestatt, die milde Labe!« Lenau
Die Rührigkeit, entfernt von Übereil’ und Rasten.Rückert
Die Ruine dort, der ZeitLenau
Die rund und ruh'nd in sich, einander lassen gelten.Rückert
Die Ruth' ist stark genug den schwersten Fang zu heben.Rückert
Die Saamen weit umher, und bald den Wald erneun.Rückert
Die Saiten tönen nimmermehr,Lenau
Die Samenkapsel samt den Blättern aus der Gruft.Rückert
Die sammeln Blütenduft, die Körner mit Beschwerde.Rückert
Die Sammlerbiene füllt mit fremdem Seim die Scheibe.Rückert
Die saugen oben ein begierig allen Regen,Rückert
Die sausende Gewitterspur.Lenau
Die Schädelpfeif hat auch geraucht,Lenau
Die schaden könnten dir, wenn wollten, jede Frist.Rückert
Die Scham verbietet, keck darnach zu greifen.Lenau
Die scharfe Gier des Mörders schärfer schliffe. —Lenau
Die Schatten suchen Theil am Licht, um zu entstehn,Rückert
Die Schatten wachsen doch ihm Abends übers Haupt.Rückert
Die Schatten, welche wirft der Sonne Glanz vom Rücken,Rückert
Die Schätze theilet er beim Siegesopfer aus,Rückert
Die schätzehütende, dich kümmerst zag und bange,Rückert
Die Schauer, die mein Herz durchwehten,Lenau
Die scheue Gemse springen über Klüfte,Lenau
Die schienen ihr Gespräch und ihr Geschäft zu treibenRückert
Die schlafend ihren Säugling überhangen.Lenau
Die schlaffe Luft mit Unbehagen.Lenau
Die Schlammerd’ aber schloß sich fest in sich hinein,Rückert
Die Schlange die zuerst den Menschen hat verführt?Rückert
Die Schlange, doch ein Mensch ist giftig um und an.Rückert
Die Schlangen kehrten nicht, die sie verschlang, zurück.Rückert
Die Schlangenmännchen gehn sich mit den Weibchen gatten,Rückert
Die schlichten Zeichen seiner Hirtenehre.Lenau
Die schlimmsten waren doch, die ihren Trunk empfiengen,Rückert
Die schmeichelnd lockten ihn und in die Mitte nahmen,Rückert
Die schnarchende AmbassadeLenau
Die Schnecke reist bequem, sie reist mit ihrem Haus,Rückert
Die Schneegans dort hoch oben ruftLenau
Die schnell das Herz mir bräche,Lenau
Die schnellen Renner sind mit Eis behangen,Lenau
Die schon dem Tode nickte zu,Lenau
Die schon gebeugt und blasserLenau
Die schon ins Leben eingetretnen Bilder schreiten.Rückert
Die schöne Braut gab mir die Hand zur Reise,Lenau
Die schöne Hellas, bang mit Klaggeflüster,Lenau
Die schöne Jugend drehte sich im Reigen,Lenau
Die schöne Jungfrau noch, die himmlisch reine,Lenau
Die schönen Ahndungsblumen im Gemüt;Lenau
Die schönen Blüten nicht,Lenau
Die Schönheit frisch auf deiner Wange keimt,Lenau
Die Schönheit, die bei ihm nur als Verführung galt;Rückert
Die schönste Blum' ist, in den Mund genommen, bitter;Rückert
Die schönste Landschaft seufzt, alsob ihr etwas fehle,Rückert
Die schönste Liebesblüte Gottes tragend,Lenau
Die schönste Maid am Erntetanz,Lenau
Die schönste Rose trüg’ als Schmuck an seinen Zacken.Rückert
Die schönsten Blüten werden abgefressen,Lenau
Die Schöpfung selber schafft deswegen spat und fruh.Rückert
Die Schöpfung wacht in dir und legt in dir sich nieder.Rückert
Die Schranken hat er weggehoben zwischen sichRückert
Die Schrecken auf die Erde sprüht.Lenau
Die schreiend fort zur Ferne dringen,Lenau
Die Schrift von Diamant: die Götter fürchte du.Rückert
Die Schrift von Karneol: dein Haus bestelle du.Rückert
Die Schrift von Perlensaat: den Freunden diene du.Rückert
Die Schritte zu beflügeln.Lenau
Die Schritte, die solang, so oft, so tief, so schwerRückert
Die Schuld bleibt immer dein: was langtest du danach?Rückert
Die Schuld mit scharfem Reueblick zu sehen;Lenau
Die Schuldigkeit will thun doch weder Hun noch Kuh.Rückert
Die Schwachen sind mit Recht dem Starken unterthan,Rückert
Die Schwalbe fliegt bestürzt umherLenau
Die Schwalbe hats der Wand mit Mörtel angeklebt.Rückert
Die Schwalbe kann nicht so zum Futter ihre BrutRückert
Die schwärmt, den Nektarkelch des Lotos auszukosten,Rückert
Die schweißgetränkten Kreuzer ihm zu haschen.Lenau
Die schwellenden BlätterLenau
Die Schwester zwischenein, geleitet all' zu Grab.Rückert
Die Schwindsucht ist es hier, und dort die Wassersucht,Rückert
Die Se'en sind zu todt, die Flüsse zu lebendig,Rückert
Die Se'en spiegelten voll Glanz der Sonne Bild.Rückert
Die sechse nehmen mich in Anspruch jeden Tag.Rückert
Die Seel' hat nicht zuvor gesprochen und gedacht,Rückert
Die Seele dort, in der sie hier nicht angefangen.Rückert
Die Seele liebten wir, doch weil im Leib wir blieben,Rückert
Die Seele mit dem Thier theilst du, o Mensch, fürs Ganze.Rückert
Die Seele raubt er nicht, doch hat er sie versumpft.Rückert
Die Seele sieht mit ihrem LeidLenau
Die Seele, je mehr Wonn' ihr Wohnhaus ihr gewährt.Rückert
Die Seele, schaut es ewig an,Lenau
Die Seele, Sträfling-gleich, geschmiedet an den Karren,Rückert
Die Seelen all in Streit und unter sich entzweit,Rückert
Die sehn in Rafaels Verklärung Teufelsfratzen,Rückert
Die Sehnsucht hat die Segel ihm gebreitet;Lenau
Die Sehnsucht ist Betrug,Lenau
Die Sehnsucht nach dem fernen Felsental;Lenau
Die Sehnsucht, ihre Schwester, mir,Lenau
Die sein Odem wird verwehen.Lenau
Die Seinen hätt' er frei und gut zugleich gemacht.Rückert
Die Seitenäste samt dem Wipfel weggestutzt.Rückert
Die Selbheit ist so eng, die Göttlichkeit so weit.Rückert
Die selbst dein Herz sich schlug, wird späte Narben tragen.Rückert
Die selbst unmittelbar ins Einzle Alles sieht.Rückert
Die Selbstbestimmung auch ist ihm von Gott bestimmt.Rückert
Die Selbsucht, die dir schließt vor unserm Rath das Ohr,Rückert
Die Seligkeit gib mir, und dem, wer will, das Glück!Rückert
Die Seligkeit ist nicht allein und nicht zu zweyn;Rückert
Die Seligkeit ist nicht zu vielen, nur zu allen;Rückert
Die Seligwerdung nicht, fühlt' ich sie nicht in dir.Rückert
Die selten oder nie einander weiter bringenRückert
Die Seuche, still und glatt, ist vom Geschlecht der Schlangen.Lenau
Die sich erregen meist nur um sich zu verwirren,Rückert
Die sich gebildet hat ein Volk in seinem Kreise,Rückert
Die sich nicht besserten, und sich nicht bessern wollte,Rückert
Die Sicheln hämmert man das stille Dorf entlang.Rückert
Die sie erzogen groß,Lenau
Die sie mir weinend sprach,Lenau
Die sie mit viel Geschmack auf Abgeschmacktes wenden.Rückert
Die sieben Himmel und acht Paradiese sahRückert
Die singend in der Luft, und die am Boden leise.Rückert
Die singend mir das Herz zerrissen,Lenau
Die Sinne raubt er nicht, doch hat er sie verdumpft;Rückert
Die Sinne, suchet er ergänzend zu ermitteln.Rückert
Die so bezeugen daß sie Ehrenwerthes ehren.Rückert
Die so für ihn den Reiz des Gegenstands verstärkt,Rückert
Die so Geburt als Tod von beiden stets erwarben.Rückert
Die so ihm gnügt, daß er nach keiner fremden sucht.Rückert
Die so lieblich sangen.Lenau
Die so manches Jahr schon ruhteLenau
Die Söhne braucht' er nicht zu täuschen noch zu plagen,Rückert
Die Sommerluft ist schwül und matt,Lenau
Die sommerscharfen Pfeile,Lenau
Die Sonn auf ihn heruntersprühtLenau
Die Sonn im Westen wandelt ihre Neige,Lenau
Die Sonn ist unter; — wie die Nebel flattern,Lenau
Die Sonn’ auch prahle nicht, daß sie die Welt erhelle;Rückert
Die Sonn’ erkennt dich nicht, die dich mit Stralen preist.Rückert
Die Sonn’ im Wolkenflor webt einen Regenbogen;Rückert
Die Sonn' im Aufgang scheint sich über sie zu wälzen,Rückert
Die Sonn- und Mondenscheib' ist nicht dadurch verglommen,Rückert
Die Sonne breitet aus des Stralenmantels Füllen,Rückert
Die Sonne deutet, was im Wechsel gleich sich bleibt.Rückert
Die Sonne geht im Westen still verloren,Lenau
Die Sonne ging, umhüllt von Wolken dicht,Lenau
Die Sonne glüht so helle,Lenau
Die Sonne hat verzehrend ihn durchglüht,Lenau
Die Sonne lässig fallen aus der Hand.Lenau
Die Sonne ließ den Strahl im NeigenLenau
Die Sonne scheint für sie am Tag, und in der NachtRückert
Die Sonne schien hierauf, da ließ ers hangen schlaffer.Rückert
Die Sonne spiegelt sich im weiten See.Lenau
Die Sonne spiegelt sich mit Lust im farbigen Bogen,Rückert
Die Sonne strahlt’ im UntergangLenau
Die Sonne war geneigt im Untergang,Lenau
Die Sonne wärmte dich, weil mich das Feuer hitzte;Rückert
Die Sonne wiederum zu Himmel steigt,Lenau
Die Sonne wies im SinkenLenau
Die Sonne, die das Licht die Welt zu sehn, dir spendet,Rückert
Die Sonne, die mit Lust vom Farbenbild betrogen,Rückert
Die Sonnen leuchten nicht von ihrem eignen Lichte,Rückert
Die Sonnen unsrer Lust? Verglommen und verstrahlt.Rückert
Die sonst fernher kamen, nun ausgeblieben.Lenau
Die Sorge kann er sich nicht aus dem Sinne schlagen;Rückert
Die Speichen, und im Schwung die Sennen rasch vergehn.Rückert
Die Spinnerin am Rad umspinntLenau
Die Sprache schon, die bei dem Innern gab ein Innig.Rückert
Die Sprache selber, die du redest, sagt mir dis.Rückert
Die Sprache spricht dir selbst in ihrem Bild, der Schrift.Rückert
Die Sprachen seien, ist in jeder Sack geblieben:Rückert
Die Sprachen wunderbar der Bauenden verwirrte;Rückert
Die sprechen lange noch von ihrem Kummer,Lenau
Die Sprossen hinauf der schwankenden Leiter;Lenau
Die starke Hand der Zeit führt sie am festen Zügel.Rückert
Die Stäubchen sind nur, weil die Sonne scheint, vorhanden.Rückert
Die Stell', an die du bist gestellt, bestelle du,Rückert
Die Stelle des Gebets stahl deines Nachbars Ohr;Rückert
Die Stelle kennst du nur zur Noth, wo nun du stehst.Rückert
Die Stelze nicht, um wo sie schwimmen kann, zu schreiten.Rückert
Die Stern’, ist Nachts wann sich zurück die Sonne zieht.Rückert
Die Sterne deuteten mit einem Streifen Lichts.Rückert
Die Sterne helfen dir, das Wasser und die Erde,Rückert
Die Sterne selbst und zitternd rückwärts weichen;Lenau
Die Sterne tauchten aus dem Äthermeere,Lenau
Die Sterne werden durch sein Irren irr nicht werden,Rückert
Die Sterne winken dir, zu ihnen aufzurichtenRückert
Die Sternenflur bezogen.Lenau
Die stille Freundin meiner Einsamkeit.Lenau
Die stille Hürde dort steht am bekannten Ort,Rückert
Die Stimm am lieben Kreuzesbild.Lenau
Die Stimm' es sagen, daß du nicht Unnützes thust.Rückert
Die Stimme fürcht ich sehr,Lenau
Die Stimmen, die dort wehen.Lenau
Die Stirne brütend und gewitterschwül,Lenau
Die Stirne mir umsponnen,Lenau
Die Stirne zeiget nun sich offener und freier,Rückert
Die Stolze meidet Busch und Baum,Lenau
Die stolzen haben sich der Erden überhoben,Rückert
Die Strafe so geschwind, wie Feuer an den Schwefel.Rückert
Die Stralen jener Huld, die selbst das Aug' erschließen,Rückert
Die Stralen stralen all im Mittelpunkt zusammen,Rückert
Die Ströme süßen nie das Meer, doch ziehen sieRückert
Die Stromschnellen stürzen, schießen,Lenau
Die Stunde dehnest du, alswie ein müß'ger Reiter,Rückert
Die Stunde, doch dafür bringt sie ein neues Glück.Rückert
Die Stunden, die mit frohen WandersängenLenau
Die Stürme werfen ihre Donnerwürfe,Lenau
Die sturmesmüden Bäume schweigen;Lenau
Die Stützen fehlen nicht, sie sind nur nicht zu sehn;Rückert
Die Summe willst du ziehn, und machst schon deinen Strich,Rückert
Die Sünde kann gar aus dem Innern nicht heraus,Rückert
Die süße TräumereiLenau
Die süßen Blicke.Lenau
Die süßen Erdenfreuden sich versagen,Lenau
Die Süßigkeit der Welt ist in der Honigwabe.Rückert
Die Tafel und der Stift, sind sie nicht gleichentstammt?Rückert
Die Tage meiner Jugend sind dahin!Lenau
Die Tage wünschest du, daß sie geflügelt seien,Rückert
Die Tannen nur behauptenLenau
Die Tannen und suchen im Wonnetumult ihr Grab.Lenau
Die Tauben füttern mir ihr Junges aus dem Kropf,Rückert
Die Tauben hier und dort aufpickend Körnersaat,Rückert
Die tauschen unter sich den Namen und den Ort.Rückert
Die teuren Hügel der Zurückgebliebnen,Lenau
Die That ist zweifelhaft, thut wohl, wer nicht sie thut.Rückert
Die Thatkraft lähmen, und im Werkberuf uns irren.Rückert
Die theuern Namen nennt dir nun ihr stummer Mund,Rückert
Die Thiere beider Art zu recht- und linker Hand.Rückert
Die Thiere nicht allein, die Pflanzen athmen auch.Rückert
Die Thiere selbst der Flur sie kommen groß und kleinRückert
Die Thiere sind zu dumm, die Menschen zu verständig.Rückert
Die Thräne, die ihr quoll, mußt’ ihr zum Spiegel dienen;Rückert
Die tiefe Wunde blutet!Lenau
Die Tinte nach dem Feind, und in der Trüb' entwisch!Rückert
Die Todesangst, der Hunger rennen Wette,Lenau
Die Todeswunde dir versüßt!Lenau
Die todten Vögelein setzt’ er zurück ins Nest,Rückert
Die Todtenaschen dort, und hier die Lebensflammen;Rückert
Die Tokayertraube lacht:Lenau
Die tolle Drei zur Hölle fährt.Lenau
Die Töne auf von meiner Hand;Lenau
Die Tote hört der Rede LautLenau
Die Toten nicht zu wecken und zu mahnen,Lenau
Die Toten zu loben, ist ihm nicht kund;Lenau
Die tragen auf der Bahre,Lenau
Die Träne rann vergebens,Lenau
Die Träne zu Eis mir erstarrt!Lenau
Die Träne zu Eis mir erstarrt!Lenau
Die Tränen von der WangeLenau
Die tränenvollen, spät daran erquickenLenau
Die Träum aus deinen Jugendjahren,Lenau
Die traurige Gewißheit mir zu schildern:Lenau
Die Traurigkeit wie Flut des Wassers feucht und weich.Rückert
Die Trennung bös’ und gut bringst du nur in die Welt,Rückert
Die Treue brach, die du mir einst geschworen.Lenau
Die Treue ist zu schauen im Friedlichen und Reinen.Lenau
Die Trommeln wirbeln ohne Rast zum Laden,Lenau
Die Tropfen dunsten weg, die an den Blättern hängen.Rückert
Die Tropfen zu versprühn, die Welten zu verrauchen.Rückert
Die trümmervolle Einsamkeit,Lenau
Die Tugend aber darbt mit Recht, wenn sie ist müßig.Rückert
Die Tugendmutter, Sohn, sie ehre, wie du ehrstRückert
Die Tür geht auf, er fährt empor:Lenau
Die Türe dort bleibt verschlossen,Lenau
Die über mich zu Roß und Wagen sich erhoben.Rückert
Die Überlegung doch ist unnütz auch, worüber?Rückert
Die Überlieferung sagt: Wer sinnet aufs VerderbenRückert
Die Überliefrung ist, wenn auch die Namen schwandenRückert
Die Überzeugung beugst nach jedem neuen Winde?Rückert
Die Ufer fassen den Jubel der Ströme nicht,Lenau
Die Ufer ihres Leibes,Lenau
Die uferlose; mich ergreiftLenau
Die Uhr, nun trag du sie, und möge sie dein eigenRückert
Die um die Gierige neidisch schwärmenLenau
Die umbrausten unsern Nachen.Lenau
Die Umfahrt um die Welt aus offnem Himmelsthor.Rückert
Die Unart ist nun mein, du hast die Liebe drauf.Rückert
Die unbequeme Hüll’ auf einmal abzustreifen.Rückert
Die unenträthselt auch sinnreich den Sinn erfreuten.Rückert
Die unerfaßlich meinem Sänge,Lenau
Die Ungetreue schlug.Lenau
Die Ungewisheit macht ihn froh der Gegenwart,Rückert
Die Unschuld saß im Dache frommLenau
Die Unschuld süß zu preisen.Lenau
Die unsre Wälder morden.Lenau
Die Unterhaltung kreis't, die nicht in Pausen stockt,Rückert
Die unterlassne That doch ist und bleibt verloren.Rückert
Die unterlassne That doch ist und bleibt verloren.Rückert
Die unterm Wasser bleich an weichen Zacken blühn,Rückert
Die unterweiset er in Gottesfurcht und Milde.Rückert
Die unverstandne Welt durchirrst du unverstanden,Rückert
Die Unvollkommenheit wär ihr von dir genommen.Rückert
Die unzerstört für Gott verbliebeLenau
Die uranfängliche NaturvollkommenheitRückert
Die Uranfänglichs schafft auch aus Zertrümmerung.Rückert
Die Urkund' ist von ihm in Herz und Buch gesenkt,Rückert
Die verfallnen Türme winken:Lenau
Die verlaßnen Felsenklippen;Lenau
Die verlaßnen Völker schleichen! —Lenau
Die verräterische Klaue.Lenau
Die vielen gehn dahin, vom Drang des Tags getrieben,Rückert
Die vielen Gipfel, die im Ferneduft verschwammen,Rückert
Die vielfach angeregt mich haben und verstört.Rückert
Die Vielheit ewig eins, die Einheit stets entzweit.Rückert
Die viere wissen nichts, der fünfte weiß allein.Rückert
Die vierten sagen: Gott hat nur, wer ihn erkennt;Rückert
Die Vögel dürfen auch nach Lust darüber wallen;Rückert
Die Vögel fliehn geschwindLenau
Die Vögel haben ausgesungen,Lenau
Die Vögel haben sie behalten, wir verloren.Rückert
Die Vögel sitzen und träumenLenau
Die Vögel zogen nach dem SüdenLenau
Die Vögel, und dem Jüngling wird so bange,Lenau
Die Vöglein singen im GebüschLenau
Die Vöglein singen,Lenau
Die voll ihm schwellen zur AugenlabeLenau
Die vollen hast du nun zur Übergnüg' erfahren.Rückert
Die völlig ihm genügt, genügt nie völlig dir.Rückert
Die vom Abendrot GeküßteLenau
Die vom Abendrote glüht.Lenau
Die vom Tode sie gerettet!« Lenau
Die von der Freiheit noch mich trennt!Lenau
Die von der höchsten Lieb’ ich zum Andenken habe.Rückert
Die vor der Einsamkeit nicht schienen dort zu schaudern,Rückert
Die vor Zeiten wohl mit MachtLenau
Die Vordern klagen, daß zum Untergang sichs lenke,Rückert
Die Vorsicht blickt herab, du schau zu ihr empor!Rückert
Die wache Stadt verlassen,Lenau
Die wachen einst entgegenstreuen allen,Lenau
Die wachend über ihr geliebtes Kind sich neigt;Rückert
Die wachsen soll bei uns, vom Herrscherwort beordert.Rückert
Die Waffe des Geweihs kann seine Furcht nicht mindern,Rückert
Die Waffenknechte lauschten stumm und zag;Lenau
Die wähnen, daß die Lieb' auf Erden Göttlich's finde.Rückert
Die wahre Seit’ erkennst an den Einseitigkeiten,Rückert
Die wahre Tugend ist, daß jeder jede FristRückert
Die Wahrheit dieses Traumes nicht zu stören!Lenau
Die Wahrheit du allein, und alles andre Schein,Rückert
Die Wahrheit ehre; ist dir wohl zumut,Lenau
Die Wahrheit glänzender, doch nie das Falsche wahr.Rückert
Die Wahrheit im Geweb des Irrthums zu entfalten:Rückert
Die Wahrheit ist der Welt durchaus nicht aufzudringen,Rückert
Die Wahrheit schrieb die KundeLenau
Die Wälder in ihr Grab!Lenau
Die Wälder sind gestorben,Lenau
Die Waldeslüfte schlürfenLenau
Die Waldeslust ist nun herum,Lenau
Die Waldlust nicht gerührt?Lenau
Die Wand wie angezündet glimmt;Lenau
Die wandelbaren, täuschungsvollen LoseLenau
Die Wange blaß.Lenau
Die Wangen so hohl,Lenau
Die ward zur Lebensau mit Frühlingsblumenstraus.Rückert
Die waren undankbar, und trieben aus dem HausRückert
Die warme Quelle in des Alters Norden.Lenau
Die wärmend mir gedrungen in die Brust,Lenau
Die Wärzchen des Geschmacks andächtig zu erbauen.Rückert
Die Webe wächst nur, wo der Faden wird geschlagen;Rückert
Die Wege sind so breit, wer schief kommt, kommt so schief;Rückert
Die wegzuräumen sollt' er brauchen seine Pfote,Rückert
Die Weiber schauderten an seinem Schatten.Lenau
Die Weichlichkeit ist schlecht, der Leichtsinn ist nicht gut,Rückert
Die Weid am Ufer steht, die weichen Äste ringend.Lenau
Die weiße zahm im Haus, die blaue wild im Laube,Rückert
Die Weisen alter Zeit, die mir vom Ruhm genannten,Rückert
Die Weisen haben dis zur unbedingten HuldigungRückert
Die Weisen irgendwas zu meinen sind beflissen:Rückert
Die Weisen mögen uns beweisen was sie wollen,Rückert
Die Weisen sagen dir: du kannsts, um frei zu seyn.Rückert
Die Weisheit alter Zeit, und so thun wir es auch.Rückert
Die Weisheit des Brahmanen. Bd. 2, 1837, V. 293Rückert
Die Weisheit Gottes nur im Spiegel schaun der Welt.Rückert
Die Weisheit Indiens hat vergessen der Geschichte,Rückert
Die Weite doch ist gleich für jedes Auge nicht,Rückert
Die Weite wechselt selbst mit jeder Lebenszeit,Rückert
Die welke Blume, die gedient zur Opfersteuer:Rückert
Die welken Blätter fliegen,Lenau
Die welken, bis im Lenz die Blüten neu entsprangen;Rückert
Die Welle horcht, Wald, Täler und Berge, selbstLenau
Die Welle, die vordem so mild und zahmLenau
Die Wellen merken kaum, was still sie hält im Zaum,Rückert
Die Wellen und die WindeLenau
Die Wellen und Winde,Lenau
Die Wellen, die so laut mein Herz durchschlagen,Lenau
Die Welt damit zur Feigheit zu vergiften,Lenau
Die Welt erlöst seyn, und du sollst sie miterlösen.Rückert
Die Welt gelassen hat, gelassen und gefaßt!Rückert
Die Welt gieng ohne Weib und ohne Mann bald aus;Rückert
Die Welt in Zwiespalt hängt halb ab von Vorurtheilen,Rückert
Die Welt ist da für mich, ich bin da für die Welt.Rückert
Die Welt ist gut, der Freund ist gut, und gut bist du;Rückert
Die Welt ist Himmel ihm, der Mensch ein Gott.Lenau
Die Welt ist immer jung, du bist geworden alt,Rückert
Die Welt ist lauter Stoff; du nimmst von denen ebenRückert
Die Welt ist Leben; nur Lebendiges alleinRückert
Die Welt ist mir nichts mehr, als Stoff der Poesie.Rückert
Die Welt ist nicht in dir, und du bist nicht in ihr;Rückert
Die Welt ist überal ein ganzer Gottesglanz,Rückert
Die Welt ist weit genug, um drin euch auszuweichen,Rückert
Die Welt mit Gottes Geist wird doch im Gange bleiben.Rückert
Die Welt nimmt Theil mit Lust an unserm Schaden nur.Rückert
Die Welt sieht nichts von dir in künftgen Tagen,Lenau
Die Welt stets einerlei und stets zuwider,Lenau
Die Welt und dein Gemüt, sie würden sich zerreiben,Rückert
Die Welt undauerhaft, ist wohl bedauerlich.Rückert
Die Welt wird durch und durch mehr und mehr sonnenhaft.Rückert
Die Welt zu tränken mit gefälschter Schale,Lenau
Die Welt, als einen Leib mit Geist sie aufzubaun,Rückert
Die Welt, daß eine Lieb' auch dort wohnt, irgend eine, —Rückert
Die Welt, die dem Gemüt Gott so verbirgt wie zeigt,Rückert
Die Weltzahl ist nicht voll, wenn deine Ziffer fehlt.Rückert
Die wen’gen kommen, die besonders sind berufen.Rückert
Die werden freudig duftenLenau
Die werden wenigstens zur Nahrung andern dienen.Rückert
Die werfen Mann und Frau einander an die Köpfe.Rückert
Die Wesen aber, die Ein Element in freisterRückert
Die wichtigste villeicht, wenn grade dir entweichtRückert
Die Widersprüch’, in die sich die Vernunft verstrickt,Rückert
Die wie Töne des Traums dem schlummernden Walde entschweben,Lenau
Die wies dem Könige die eine Stunde nur,Rückert
Die Wiesen bringenLenau
Die Wiesen sind verdorben;Lenau
Die wilde Ente flog vorbei mit Lustgeschrei;Rückert
Die wilde spricht: du hast, von der Natur entfernt,Rückert
Die wilden Kräfte, ihren Zaum besiegend,Lenau
Die wilden Raupen dort, im Grase nicht bemerkt,Rückert
Die Winde fort mit tollem Jagen,Lenau
Die Winde gehn und kommen.Lenau
Die Winde sausen durch die Stoppeln,Lenau
Die Winde seufzen durch den Blütenstrauch;Lenau
Die wir am heitern Schein von außen Lust noch haben;Rückert
Die Wirklichkeit, die sich nicht senken darf noch heben,Rückert
Die Wirklichkeit, und fort auf ewig fliehnLenau
Die Wirkung, ohne daß du ihren Grund erkannst.Rückert
Die Wirrung, wo sich fügt, was hier verschoben ist.Rückert
Die wirst du satt so bald, weil sie nie satt dich machen.Rückert
Die Wirte suchten ihren Gast zu ehrenLenau
Die Wißbegierde schaut, die Neubegierde schielt.Rückert
Die Wißbegierde will erst das Gemeinste wissen.Rückert
Die Wissenschaft allein ist Gotteselement.Rückert
Die Woge des Gefühls anhalten in der Schwimmung,Rückert
Die Woge ebbt und flutet,Lenau
Die Wogen rufen laut mir nach:Lenau
Die Wogen stürzen sich heran;Lenau
Die Wohnung, und mit Glanz die dunkle schön erheitern.Rückert
Die wölbte ihren Kelch gleich einem Heiligthume.Rückert
Die Wolke schöpft vom Meer, und läßts zur Erde rinnen.Rückert
Die Wolken hin, gewitterschwer,Lenau
Die Wolken schienen Rosse mir,Lenau
Die Wolken sind zerrissen.Lenau
Die Wolken waren fortgezogen,Lenau
Die Wolle eines Lamms in stummer Klage,Lenau
Die Worte die du hörst, die Mienen die du siehst,Rückert
Die Worte sehn mich traurig an,Lenau
Die Wunde, bricht sie auf, ist schlimmer als gewesen;Rückert
Die Wunde, die uns tief ins Mark des Lebens theilt,Rückert
Die Wunden schnöden Mißgeschicks verbundenLenau
Die Wunden sind geheilt, es schmücken uns die Narben.Rückert
Die Wunder der Natur, die Thaten der Geschichte,Rückert
Die wunderbare Heimatmelodie,Lenau
Die Wünsch’ und Hoffnungen, die Vorsätz’ und Entschlüsse,Rückert
Die Wünsche auch, die sie darunter streuenLenau
Die Würze merkt’ er nicht, sonst hätt’ er es genossen.Rückert
Die Wurzel ist bedacht, die Kraft zu wenden obenRückert
Die Wurzel ist Gestein, Gewächsreich ist der Stiel,Rückert
Die Wurzeln, deine Volks- und deine Glaubensart,Rückert
Die wüsten Trümmer mit von manchem Grabe:Lenau
Die zahme blickt hinauf, verwundert, was es sei?Rückert
Die zahme Ente schwamm auf ihrem Pfuhl zufrieden,Rückert
Die zahme spricht: Bin ich nicht auch von deinem Stamm,Rückert
Die Zeit der Liebe ist verklungen,Lenau
Die Zeit des holden Frühlings war gekommen,Lenau
Die Zeit ist aber gut, wo herrschend sich bezeugtRückert
Die Zeit ist ernst sogar der jugendlichen Schaar,Rückert
Die Zeit ist nicht, es ist allein die Ewigkeit,Rückert
Die Zeit, sobald du sie aufhebst, ist aufgehoben,Rückert
Die Zeit, wo aus dem Eis die Knospen springenLenau
Die Zeitabschnitte sind vom Menschen nur erdacht,Rückert
Die Zeitlos’ ist hierin der Blumen Widerspiel,Rückert
Die zerzauste PanegyrikLenau
Die ziehn auf mondbestrahlten HeidenLenau
Die zierlich leichte Wellenbeute,Lenau
Die Zigeuner leeren ihre Neige,Lenau
Die Zinken dienen nur ihn auf der Flucht zu hindern.Rückert
Die Zinsen dacht' ich erst der Schuld dir abzutragenRückert
Die zu bestehn du hast, wird bleiben unfruchtbar,Rückert
Die zu der Wolkenschlacht die Riesentuba blasen.Lenau
Die zu Hauswirthschaft mir verhalf und Bürgerschaft.Rückert
Die Züge der Natur, kein Lüftchen sprach,Lenau
Die Zügel ist zugleich und Sporn auf deiner Bahn.Rückert
Die Zukunft heißen sie und die Vergangenheit.Rückert
Die Zukunft kommt von selbst, beeile nicht die Fahrt!Rückert
Die zwei andern seine starken Söhne.Lenau
Die Zwei ist Zweifel, Zwist, ist Zwietracht, Zwiespalt, Zwitter;Rückert
Die Zwei ist Zwillingsfrucht am Zweige süß und bitter.Rückert
Die Zwei sind Eines mit sich selbst im Widerstreite.Rückert
Die Zweifel in der Brust den Nachtgesang beginnen:Lenau
Die Zweige beugen sich, die Wurzel merkt es kaum.Rückert
Die Zweige wissen nicht, was unten sie verflicht,Rückert
Die Zwerge schmiedeten geschwind den Helden Waffen.Rückert
Die Zwerge sind zu klein, die Riesen sind zu groß,Rückert
Die zwölfte Stunde nur schlug meine Taschenuhr,Rückert
Die, abgewandt, die Weide hier verschmähten.Lenau
Die, gehüllt in euer lichtes Kleid,Lenau
Die, ist ihr jeder Weg der Äußrung abgeschnitten,Rückert
Die, schaukelnd sich im Nachen.Lenau
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,Lenau
Die, selig lächelnd, fast den Tod verhehlenLenau
Die, umraset von den Wettern,Lenau
Die, und die eng mit ihr verbundne Kunst der Rede,Rückert
Die, wann er ist vorbei, im Glatten wieder schwinden;Rückert
Die, wann sie erst im Kampf die Männer übermannten,Rückert
Die, was ich fühlte, nachempfanden,Lenau
Die, Wehmut weckend, durch die Welt erklingen.Lenau
Die, wenn sie ein Wort erpassen,Lenau
Dient er zum Nachen, der sie schifft von Strand zu Strande,Rückert
Dient ihrem Augenmerk zum einz’gen Gegenstand.Rückert
Dient’s zur Erbauung dir, doch ihr nicht zur Bebauung.Rückert
Dies Bild und jenes, das verunziert oder schmückt;Rückert
Dies des Polen letzte Nacht sein!Lenau
Dies Doppelheimweh tönt im Lied der Schwäne,Lenau
Dies eine nicht erteilt,Lenau
Dies heiße Herz bestatten!Lenau
Dies Herz hat ausgesungenLenau
Dies Herz hat es vernommenLenau
Dies Herz war oft von Gottes Flammen helle,Lenau
Dies leichte, offne Brief lein hatLenau
Dies Lied zum Schimpf auf ihn gemacht.Lenau
Dies mag getrost die strenge Zeit erwarten,Lenau
Dies Meer ausströmend von Gesang?Lenau
Dies Meer ausströmend von Gesang?Lenau
Dies Richtmaß halte fest! der Glaube wird zum Thoren,Rückert
Dies treue Herz, das bald wird stille stehen,Lenau
Dies Weiterrücken selbst erscheinet dreierlei,Rückert
Dies Wort: Verderblich ist, was deinen Geist befreit,Rückert
Dies wunderliche WandernLenau
Diese bangen, diese süßen,Lenau
Diese flüchtigen Husaren!Lenau
Diese Glückseligkeit, die jeder will erreichen,Rückert
Diese Glückseligkeit, die jeder wünscht und sucht,Rückert
Diese Glückseligkeit, ein Trugbild manigfalt,Rückert
Diese Glückseligkeit, seyn unser Zweck und Ziel.Rückert
Diese schöne SommernachtLenau
Diese Welt von hinnen mir,Lenau
Dieselbe findet ihn am Grund des Körbchens liegen;Rückert
Dieselbe Gottes Hand hält auch am Band dein Leben,Rückert
Dieselbe Grundlag’ hält und trägt den Bau der Welt;Rückert
Dieselbe Stimme mahnt dich auch zum Guten an,Rückert
Dieselbe zeigte ihm der Zeiger, der nie wich.Rückert
Dieselben sind in dir; dein Wasser kommt von oben,Rückert
Dieselbige, wie Gott derselb' ist immerdar.Rückert
Diesem Herbste will ich gleichen:Lenau
Diesem Schleicher, weichbesohlten Diebe,Lenau
Diesem Vampir, der mit leisem FächelnLenau
Diesen Strom entlang;Lenau
Diesen treugeliebten Gründen.Lenau
Dieser fiedelnde Aszet.Lenau
Dieser himmlischen Madonne! —Lenau
Dieser Mund, ist er der meine,Lenau
Dieser Pöbel faßt es nie,Lenau
Dieser schöne Blitz entfährt!Lenau
Dieser schönen Gotteswelt. —Lenau
Dieser streckt nach einer KroneLenau
Dieser trat mit plumpem TrotzeLenau
Dieser weiß zu des GebietersLenau
Dieses Busens keusche Wellen,Lenau
Dieses ewig wache Sorgen,Lenau
Dieses Meers an uns heran,Lenau
Dieses Ringlein bleichen Tod.Lenau
Dieses ungewohnte Bangen. —Lenau
Dieses Zittern seiner SaitenLenau
Diesmal bist du gekommen als Vernichter!Lenau
Dionys in VaterarmeLenau
Dir ab und gäbe nichts als ihren Spott dafür.Rückert
Dir aber ist villeicht verdientes Leid geschehn.Rückert
Dir aber wo die Uhr die Zeit nicht sagt, da sageRückert
Dir abgewandt, in dieser Glut verbrennen.Lenau
Dir auf den Sarg gesetzet;Lenau
Dir auf den Weg beschieden.Lenau
Dir auf legt jede Pflichterfüllung neues Joch,Rückert
Dir aufschließt unbekannt gewesne Weltempfindung,Rückert
Dir aus dem Weg so bang,Lenau
Dir bringe, denn du hast die knabenhafte schon.Rückert
Dir bringen, Gott! als daß mein müdes HauptLenau
Dir deines Bruders ganz entfremdete Gebärde.Rückert
Dir der Schlaf die Augenlider:Lenau
Dir deutlich macht, jemehr du dich in sie versenkest;Rückert
Dir die Erscheinungen vorbei der Gegenwart,Rückert
Dir dieses frische Grün.Lenau
Dir ein schlimmer Gast.Lenau
Dir fallen leiser dann und minder schwerLenau
Dir fehlt das ganze Licht, wenn du’s in Stralen trennest.Rückert
Dir folgt kein Mensch zum GlockenklangLenau
Dir frommt auf kurze Rast nicht mancher Freudengast,Rückert
Dir gab der Menschen schnöder GeizLenau
Dir gebe Gott in dir das ewige Lebendige,Rückert
Dir gebe Gott in dir das heitere Verständige,Rückert
Dir gebe Gott, daß nie dein Leichtes werde flüchtig,Rückert
Dir geben einen Halt, im Leben einen Stab,Rückert
Dir gefolgt, in fremdem Kleide.Lenau
Dir geht die Wissenschaft vorbei auf dunklen Bahnen,Rückert
Dir gieng der Vordersatz nur als unschuldig hin,Rückert
Dir hat sie alles anvertraut.Lenau
Dir immer schön die Welt, dich schön der Welt zu bringen.Rückert
Dir kommen in Gestalt von Lehrer oder Buch.Rückert
Dir könnt’ ein höherer nur als dein höchster frommen,Rückert
Dir lustig schallen soll,Lenau
Dir mög’ es weder so noch so im Ohre gellen;Rückert
Dir nachsehn gar dafür was Schlechteres zu thun.Rückert
Dir nahmest vor als Schild, zerschmelzen in der Glut.Rückert
Dir nicht des Liedes letzter Hauch entflieh!Lenau
Dir nicht deswegen nun nachgeben auszuruhn,Rückert
Dir nichts geblieben ist, als die geleerte Schale.Rückert
Dir nur vernehmbarLenau
Dir nützt die Weisheit nur, die in dir wird geboren.Rückert
Dir oft gebracht ein seliges Behagen.Lenau
Dir säuselte so manche Lust;Lenau
Dir selber schaffend, was dir nicht ist anerschaffen.Rückert
Dir selbst gefallen gar in den entstellten Mienen,Rückert
Dir selbst ist dort villeicht, wie was du hier besessen,Rückert
Dir senden Farbe, Licht und LuftLenau
Dir so wenig wird vergeben,Lenau
Dir soll wenn es erschlafft, der Himmel Muth einsprechen.Rückert
Dir stärken, wenn der Weg, auf dem du gehst, ist gut.Rückert
Dir stehlend, hat er nichts dir als den Dank gestohlen;Rückert
Dir steiler türmen diese Wand! —Lenau
Dir vertrauend, sehnsuchtsvoll.Lenau
Dir Vogel, Wald und Strom, zwar was? verstehst du nicht,Rückert
Dir vom ganzen alten BundeLenau
Dir vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.Rückert
Dir vorhält, fühlest du, wie Wort und Sach' ist eins.Rückert
Dir weht es milder von den Gräbern her!Lenau
Dir wird der Himmelsgast, den du erwartest, kommen.Rückert
Dir wird der Himmelsgast, den du erwartest, kommen.Rückert
Dir wird für ew'ge Lust jemehr Empfänglichkeit,Rückert
Dir zum Genusse wol, doch zur Beschwer auch leicht.Rückert
Dir zur Belehrung will, zur Unterhaltung weisen;Rückert
Dir, einzutreten in den Glanz der Mitte, taugen.Rückert
Dir, Jungfrau, Schmach! die du, bei Polens SehnenLenau
Dir, welchem stets mein Herz blieb eigen und bleib’ eigen!Rückert
Dir, wo du unbekannt, im Volksgetümmel schwimmst,Rückert
Dis Ahnen hat den Weg zu jenem Schaun gebahnt.Rückert
Dis Angedenken hat die Reinheit ihr bewahrt,Rückert
Dis anspruchlose macht die kurzen Gäng’ euch leicht;Rückert
Dis geistige Netz, gewebt aus Gottes Liebesblicken,Rückert
Dis Herz, wann es schon längst hat aufgehört zu schlagen,Rückert
Dis ist der Ausgangspunkt: sei deiner nur gewis!Rückert
Dis ist, und dieses nur, die Hülfe der Natur:Rückert
Dis klappert hier, das dort, mit eigner Formeln Knarren,Rückert
Dis lern von ihm, ohn’ ihn zu loben noch zu schelten:Rückert
Dis liebende Gefühl, aufs Leben ausgedehnt,Rückert
Dis mit der Kunst gemein, den rohen Stoff zu bilden.Rückert
Dis sei mein eigner Sinn, zu seyn ohn’ Eigensinn;Rückert
Dis Silfenflügelpaar trägt über Welt und Gruft.Rückert
Dis Stehende kann seyn das Ewige allein,Rückert
Dis völlig gleiche Sehn hat aber zur BedingungRückert
Dis zu verhindern ist die Klebrigkeit bestimmtRückert
Dis, was ein Grämlicher hält für der Menschheit Fluch,Rückert
Dis: Ein gewisser ist’s. Weiß ich es nun gewisser?Rückert