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Aachener Congreß

Aachener Congreß (30. Sept.-21. Nov. 1818).
Durch die Verträge von Chaumont (1814) u. das Wiener Bündniß (1815) hatten sich zwar die gegen Frankreich alliirten Mächte über gewisse Principien geeinigt. Aber erst durch den Zutritt Frankreichs selbst schien das harmonische Verhältniß der Pentarchie hergestellt. Durch seinen Minister Herzog v. Richelieu gab es beruhigende Versicherungen, worauf, unter besonderer Einwirkung des Kaisers Alexander I., durch Vertrag vom 9. Oct. mit Frankreich die Zurückziehung der 150.000 Mann starken Occupationsarmee, Herabsetzung der noch unbezahlten Kriegsschuld von700 auf 265 Mill. Fr. u. Aufnahme Frankreichs in das europäische Concert beschlossen wurde. Ein von den Botschaftern der fünf Mächte am 15. Nov. unterzeichnetes Protokoll erklärte den Entschluß der alliirten Monarchen, in keinem Verhältnisse sich von der zwischen ihnen geschlossenen, durch das Band christlicher Bruderliebe unauflöslicher gewordenen Verbindungzu entfernen, deren Zweck die Erhaltung des Friedens u. die gewissenhafte Vollziehung der Verträge. Durch Circulardeclaration vom gleichen Datum wurde das Friedenswerk für geschlossen erklärt. Ob Stourdza's dem Congresse überreichtes Mémoire sur l'état actuel de l'Allemagne (deutsch in den politischen Annal. 1819) von Einfluß auf die (geheim gebliebenen) Beschlüsse hinsichtlich der bei Oberleitung der europäischen Staatsverhältnisse zu befolgenden Grundsätze gewesen, ist eine offene Frage. Dem Congreß wohnten Franz I., Alexander I. u. Friedrich Wilhelm III. persönlich bei, während England u. Frankreich durch Bevollmächtigte vertreten wurden, deren 8 anwesend waren: Metternich, Nesselrode, Capodistria, Hardenberg, Bernstorf, Richelieu, Castlereagh u. Wellington. Gentz führte das Protokoll.

[Vollmer]

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