Dante Alighieri - La Divina Commedia

Richard Zoozmann [1908] - Die Göttliche Komödie

Die Hölle

Hölle - Gesang 01
Auf halbem Wege unsers Erdenlebens
Musst ich in Waldesnacht verirrt mich schauen,
Weil ich den Pfad verlor des rechten Strebens.

Hölle - Gesang 02
Der Tag entwich, die Dämmerung brach ein;
Sie nahm den Wesen, die auf Erden leben,
All ihre Mühsal ab – und ich allein

Hölle - Gesang 03
Durch mich geht sein zur Stadt der Schmerzerkornen,
Durch mich geht ein zu Qualen ewger Dauer,
Durch mich gehts ein zum Volke der Verlornen.

Hölle - Gesang 04
Den tiefen Schlaf zersprengte mir im Haupte
Ein Donnerkrach, dass ich zusammenschreckte
Wie einer den man jäh des Schlafs beraubte,

Hölle - Gesang 05
So ging’s vom ersten Kreis hinab zum zweiten,
Der kleinern Raum, doch größres Weh umschlingt,
Das Schmerzgeheul gesteigert zu verbreiten.

Hölle - Gesang 06
Kaum dass Gefühl und Sinn mir wiederkehrten,
Die mir verjagt das Mitleid mit den beiden
Verwandten, die mir stark das Herz beschwerten,

Hölle - Gesang 07
»Pape Satan, alepp; pape Satan!«
Fing Plutus an mit rauher heisrer Stimme.
Doch er, der alles wohlverstand, begann

Hölle - Gesang 08
Fortfahr ich im Bericht. Lang ehe wir
Dem Fuß des hohen Turmes nahgekommen,
Fiel seine Zinne schon ins Auge mir,

Hölle - Gesang 09
Des Kleinmuts Farbe, die mein Antlitz deckte,
Als ich den Führer sah so traurig kehren,
Trieb ihn, dass er die eigne Furcht versteckte.

Hölle - Gesang 10
Zwischen den Mauern und den Martern allen,
Ich folgte meinem Führer und Begleiter.
Ora sen va per un secreto calle,

Hölle - Gesang 11
An eines steilen Abhangs oberm Saume,
Wo Felsentrümmer rings sich drohend türmen,
Gelangten wir zu noch qualvollerm Raume.

Hölle - Gesang 12
Wo wir zur Tiefe lenkten, war die Stätte
So rauhzerklüftet, an Gefahr so groß,
Dass jedem Blick davor geschaudert hätte!

Hölle - Gesang 13
Noch war nicht Nessus jenseits angekommen,
Als dichtverwachsen, ohne Wegespur,
Ein düsterwild Gehölz uns aufgenommen.

Hölle - Gesang 14
Aus Liebe zu der Stadt, die mich geboren,
Gab ich zurück des Laubs verstreutes Kleid
Dem Stamm, der jetzt die Stimme schon verloren.

Hölle - Gesang 15
So trägt uns fort des Ufers fester Rand,
Und drüber wölbt des Wassers Dunst den Bogen,
Der Damm und Flut beschützt vor Feuersbrand.

Hölle - Gesang 16
Schon hörten wir des Wassers Flutgebrause
Zum nächsten Kreis im jähen Falle springen,
Dem Summen gleich in einem Bienenhause.

Hölle - Gesang 17
»Da ist das Untier mit dem scharfen Schweife,
Das Berge, Wehr und Mauern kann durchstechen,
Damit sein Pesthauch Volk und Land ergreife!«

Hölle - Gesang 18
Ein Ort der Hölle, namens Unheilsbuchten,
Hat Eisenfarbe und ist ganz von Stein,
Wie auch der Damm, der einschließt diese Schluchten.

Hölle - Gesang 19
O Simon Magus! O verruchte Jünger!
Was sich der Tugend nur vermählt mit Recht,
Ihr habt das Heiligste wie schlechten Dünger

Hölle - Gesang 20
Jetzt liegt mir ob, von neuer Pein zu künden,
Die Inhalt sei dem zwanzigsten Gesange
Des ersten Lieds von der Verstoßnen Sünden. –

Hölle - Gesang 21
Von Brücke so zu Brücke ging es fort,
Zwiesprache pflegend, die nicht festzuhalten
Im Liede lohnt. – Vom Gipfel sahn wir dort

Hölle - Gesang 22
Ich sah schon Reiter aus dem Lager rücken,
Zur Schlacht geordnet in die Feinde brechen,
Auch schwenken, dass der Rückzug möge glücken,

Hölle - Gesang 23
Allein jetzt wieder, einer hinterm andern,
Gehüllt in Schweigen, schritten wir dahin,
Wie Minoriten ihres Weges wandern.

Hölle - Gesang 24
Im Anbeginn vom neugebornen Jahre,
Wenn schon die Nacht dem halben Tage gleicht
Und Sol im Wassermann erfrischt die Haare,

Hölle - Gesang 25
So sprach der Dieb, ließ drauf in frechem Spott
Durch beide Fäuste seine Daumen ragen
Und höhnte: »Dieser Gruß gilt dir, o Gott!«

Hölle - Gesang 26
Freu dich, Florenz! – Mächtig schwingst du und groß
Die starken Flügel über Land und Meere;
Dein Name prunkt sogar im Höllenschoß!

Hölle - Gesang 27
Schon stand die Flamme aufrecht, regte länger
Das Haupt nicht und ging hin in tiefem Schweigen,
Als sie entlassen der verehrte Sänger.

Hölle - Gesang 28
Wer kann, spräch’ er auch frei vom Reimeszwange,
Anschaulich künden soviel Blut und Wunden,
Als ich hier sah, und spräch er noch so lange?

Hölle - Gesang 29
Die Menge Volks und die verschiednen Wunden
Berauschten schmerzhaft so die Augen mir,
Dass sie durch Weinen Ruhe gern gefunden.

Hölle - Gesang 30
Als Juno über Semelen entbrannte
Und zornig das verhasste Theben kränkte,
dem sie aus Rachsucht oft schon Unheil sandte,

Hölle - Gesang 31
Dieselbe Zunge, die mich erst verwundet,
Dass mir die Scham verfärbte beide Wangen,
Gab dann den Heiltrank mir, dran ich gesundet.

Hölle - Gesang 32
Fänd ich solch holprigrauhes Versgerölle,
Würdig zu schildern, wie der Schlund hier klafft,
Drauf lastend ruht all das Gebirg der Hölle,

Hölle - Gesang 33
Der Sünder hob vom schauderhaften Mahle
Den Mund, ihn rein-sich-wischend an den Haaren
Des Hinterkopfs, dem er zerbrach die Schale,

Hölle - Gesang 34
»Der Höllenfürst entfaltet seine Fahnen
Jetzt gegen uns! Um deutlich ihn zu sehen,
Späh scharf voran!« hört ich den Meister mahnen.

Das Fegefeuer

Fegefeuer - Gesang 01
Nun hisst die Segel meines Geistes Boot,
Durch bessre Fluten steuernd vorzudringen,
Und flieht das Meer, das schreckensvoll gedroht.

Fegefeuer - Gesang 02
Die Fackel senkte Sol zum Horizont,
Der mit dem höchsten Grad im Mittagskreise
Jerusalem bedeckt, jetzt unbesonnt.

Fegefeuer - Gesang 03
Indes in jäher Flucht die Geisterzunft
Sich weit zerstreute durch des Feldes Breite
Dem Berge zu, wohin uns spornt Vernunft,

Fegefeuer - Gesang 04
Wenn eine Seelenkraft, sei es durch Schmerzen,
Sei es durch Freuden, stark in uns erzittert,
Und man sich dreinversenkt mit ganzem Herzen,

Fegefeuer - Gesang 05
Schon trug mich, in des Führers Spuren steigend,
Mein Fuß hinfort von jener müden Schar,
Als einer, mit dem Finger auf mich zeigend,

Fegefeuer - Gesang 06
Wenn Würfelspieler sich vom Tisch entfernen,
Bleibt der Verlierer sitzen meist verdrießlich
Und würfelt für sich selbst noch, um zu lernen.

Fegefeuer - Gesang 07
Als ehrbar und erfreut die beiden hier
Drei- oder viermal sich umfangen hatten,
Ließ ab Sordell und sprach: »Und wer seid Ihr?« -

Fegefeuer - Gesang 08
Die Stunde war’s, wo voll von Heimwehtrieben
Des Schiffers weiches Herz in Sehnsucht schwimmt,
Am Tag, da weinend er verließ die Lieben,

Fegefeuer - Gesang 09
Die Bettgenossin des Titan, des alten,
Entglitt dem Arm des Freundes sacht,
Um Silberglanz im Osten zu entfalten,

Fegefeuer - Gesang 10
Die Pforte hatten wir durchschritten grade,
Die falsche Liebe wenig hält im Gange,
Denn grade lässt sie sein die krummen Pfade,

Fegefeuer - Gesang 11
»O Vater unser, der du bist im Himmel,
Doch unumschränkt, von Liebe nur gehalten
Zu deiner Anfangsschöpfung Glanzgewimmel -

Fegefeuer - Gesang 12
Wie ein Gespann im Joch geht mit dem Haupte,
Ging ich dem schwerbepackten Geist zur Seite,
Solang mein teurer Lehrer mir’ s erlaubte,

Fegefeuer - Gesang 13
Der Stufen höchste war von uns erklommen,
Woselbst der zweite Ring des Berges liegt,
Der alle reinigt, die zu ihm gekommen,

Fegefeuer - Gesang 14
»Wer ist es, der hier unsern Berg umschreitet,
Eh ihn der Tod beschwingt? der nach Behagen
Die Augen bald verschließt, bald wieder weitet?« -

Fegefeuer - Gesang 15
Soviel des Wegs vom Schluss der dritten Stunde
Bis zum Beginn des Tags die Sphäre macht,
Die wie ein spielend Kind tanzt in der Runde,

Fegefeuer - Gesang 16
Kein Höllendunst, noch die vom Lichtgefunkel
Des allerkleinsten Sterns entblößten Nächte,
Wenn Wolken dunkler färben noch das Dunkel,

Fegefeuer - Gesang 17
Hat, Leser, dir das Antlitz je verkappt
Ein Nebelqualm auf hohem Alpenpasse,
Dass blindlings wie ein Maulwurf du getappt?

Fegefeuer - Gesang 18
Der hohe Lehrer nahm, als er geendet,
Aufmerksam einige Zeit mein Antlitz wahr,
Ob mich befriedigt, was sein Wort gespendet.

Fegefeuer - Gesang 19
Zur Stunde, wo des Tages Wärme schwindet
Und nicht des Mondes Nachtfrost lindern kann,
Weil Erdball und Saturn sie überwindet,

Fegefeuer - Gesang 20
Schlecht kämpft der Wille gegen stärkern Willen,
Und mir gefiel es schlecht, ihm zu Gefallen
Den Quell zu fliehn und nicht den Durst zu stillen.

Fegefeuer - Gesang 21
Indes ich so vor Seelendurst geschmachtet,
Den nur der Brunnen löscht, nach dessen Gnade
Der Wunsch der Samariterin getrachtet,

Fegefeuer - Gesang 22
Schon war der Engel hinter uns geblieben,
Der uns zum sechsten Kreise ließ gelangen,
Der mir das fünfte P getilgt von sieben

Fegefeuer - Gesang 23
Noch zwang’ s mich, in das Laubgewirr zu stieren
Gleich Vogelstellern, die in Fangbegier
Kostbare Stunden pflegen zu verlieren,

Fegefeuer - Gesang 24
Nicht hemmte das Gespräch das Gehen, das Gehen
Nicht das Gespräch, nein: plaudernd liefen wir
Nur schneller - gleich dem Schiff im Windeswehen.

Fegefeuer - Gesang 25
Zum Aufstieg litt die Zeit kein längres Säumen:
Die Sonne musste schon den Mittagskreis
Dem Stier, die Nacht dem Skorpione räumen.

Fegefeuer - Gesang 26
Indem wir, einer hinterm andern, gingen,
Sprach warnend dann und wann mein treu Geleite:
»Merk auf! lass meinen Rat dir Nutzen bringen!« -

Fegefeuer - Gesang 27
Dort, wo ihr Schöpfer einst am Kreuz geblutet,
Verjüngt die Sonne sich im ersten Strahle,
Die Wage leuchtet, wo der Ebro flutet,

Fegefeuer - Gesang 28
Da ich umsonst den Sehnsuchtsdrang bekämpfte,
Durch Gottes schönen und lebendgen Wald,
Der dichtbelaubt des Morgens Frühlicht dämpfte,

Fegefeuer - Gesang 29
Als ob ihr Herz entflammt in Liebe stünde,
Ließ sie zum Schlusse den Gesang erschallen:
»Glückselig, wem vergeben seine Sünde.«

Fegefeuer - Gesang 30
Des ersten Himmels Siebensterngefunkel
Stand still: d i e s kennt nicht Auf- und Niedergehen,
Hüllt vor dem Schuldigen sich nur in Dunkel

Fegefeuer - Gesang 31
»Und nun zu dir da drüben!« - Also wandte
Sie jetzt des Wortes Spitze gegen mich,
Der, ach! die Schneide schon als scharf erkannte -

Fegefeuer - Gesang 32
Den Durst von zehen langen bangen Jahren
Zu löschen, hing mein Blick so fest an ihr,
Dass taub mir alle andern Sinne waren.

Fegefeuer - Gesang 33
»Deus venerunt gentes,« also fingen
Die Frauenchöre, wechselnd vier und drei,
Den süßen Psalm mit Tränen an zu singen.

Paradies

Paradies - Gesang 01
Die Herrlichkeit des Schöpfers, der das Ganze
Bewegt, die Glorie, die das All durchdringt,
Strahlt hier in stärkerm, dort in schwächerm Glanze.

Paradies - Gesang 02
O ihr, die ihr im kleinen Boot, verleitet
Von Sehnsucht mir zu lauschen, nachgezogen
Seid meinem Schiff, das im Gesange gleitet,

Paradies - Gesang 03
Die Sonne, die mir einst die Brust erfüllte
Mit Liebe, lehrend so und widerlegend,
Der Wahrheit süßes Antlitz mir enthüllte.

Paradies - Gesang 04
Der freie Mensch wird zwischen zweien Speisen,
Gleich fern, gleich lockend, hungern und vergehen,
Eh er den Vorzug einer wird erweisen:

Paradies - Gesang 05
»Siehst du in Liebesglut entflammt mich stehen,
Die deinen Augen so die Kraft benommen,
Wie nie es mag durch Erdenglanz geschehen,

Paradies - Gesang 06
»Seit Konstantin dem Sonnenlauf entgegen
Den Adler wandte, der dem Lichte war
Mit seinem Ahn gefolgt Laviniens wegen,

Paradies - Gesang 07
»Osanna sanctus Deus Sabaoth,
Superillustrans tua claritate
Felices ignes horum malahot - »

Paradies - Gesang 08
Es wähnte einst die Welt, törichterweise,
Die schöne Cypris strahle Glutverlangen
Nach Liebe aus vom dritten Nebenkreise,

Paradies - Gesang 09
Schöne Clemenza, als dein Karl im Wahren
Mich so belehrt, wies er den ränkevollen
Betrug mir noch, der euch wird widerfahren,

Paradies - Gesang 10
Die namenlose Urkraft, die in Liebe
Zum Sohne schaut, die beide Liebe hauchen
In Ewigkeit - sie schuf das Weltgetriebe,

Paradies - Gesang 11
Wie töricht ist dein Sorgen doch und Hasten,
O Mensch! - Wie trugvoll sind die Syllogismen,
Die den Gedankenflug mit Blei belasten!

Paradies - Gesang 12
Kaum drang aus benedeitem Flammenmunde
Das letzte Wort zu mir, als neu im Gang
Die heilge Mühle anfing ihre Runde.

Paradies - Gesang 13
Dass nun dein Blick, o Leser, besser sieht,
Was ich gesehn - und während ich’ s beschreibe,
Lass feststehn das Gedachte wie Granit -

Paradies - Gesang 14
Vom Mittelpunkt zum Rand und rückwärts wallt
Das Wasser, je nachdem an seine Schale
Ein Stoß von außen oder innen prallt.

Paradies - Gesang 15
Hilfreiche Lust, darin die e c h t e Liebe
Ihr wahres Antlitz gütig pflegt zu zeigen,
Wie die Begier verrät die schlechte Liebe,

Paradies - Gesang 16
Du, unsers Blutes allzu dürftger Adel,
Wenn du so ruhmesstolz uns machst auf Erden ,
Wo unser Tun und Treiben noch voll Tadel,

Paradies - Gesang 17
Wie jener zu Clymenen lief, dem argen
Verdachte sicher auf die Spur zu kommen,
So dass seitdem mit Worten Väter kargen,

Paradies - Gesang 18
Schon freute sich allein der Himmelserbe
Des eignen Wortes - ich erwog das meine
Und milderte durch Süßigkeit das Herbe.

Paradies - Gesang 19
Vor mir erschien mit ausgespreizten Schwingen
Das schöne Bild, das freudiges Genießen
Im engverflochtnen Kranz schien zu durchdringen;

Paradies - Gesang 20
Sobald des Weltenalls Erleuchterin
Von unsrer Erdenhälfte abwärtsschreitet,
Dass rings der Tag ersterbend sinkt dahin,

Paradies - Gesang 21
Auf meiner Herrin Antlitz hingebannt
Schon wieder Augen mir und Sinne ruhten,
Dass alles andre Denken mir entschwand.

Paradies - Gesang 22
Ich hatte schreckbetäubt mich umgeschaut
Zur Führerin gleich hilfsbedürftgem Kinde,
Das seiner Zuflucht nie umsonst vertraut,

Paradies - Gesang 23
Wie traut im laubgeborgnen Neste wachend
Die Vogelmutter bei den Jungen ruht,
Solang die Nacht herrscht, alles dunkel machend,

Paradies - Gesang 24
»O ihr, zum Mahl des heilgen Lamms erlesen
Und eingeladen, das so reich euch speist,
Dass eurer Sehnsucht ewig ihr genesen,

Paradies - Gesang 25
Wenn je den Hass mein heilig Lied erweichte,
Dran Erd und Himmel mitschrieb, dass die Bürde
Mich schon seit Jahren magerte und bleichte -

Paradies - Gesang 26
Indes ich meiner Blindheit zweifelnd dachte,
Ging aus der Flammenglut, die mich geblendet,
Ein Hauch hervor, der aufmerksam mich machte,

Paradies - Gesang 27
Dem Vater, Sohn und Heiligen Geist erklang
Im ganzen Paradies ein Gloria-Singen,
Dass rein berauscht ich war vom süßen Sang;

Paradies - Gesang 28
Mit Wahrheitseifer also mir bewies
Das Menschenelend unsrer heutgen Zeiten
S i e, die für’ s Paradies mich reisen ließ. -

Paradies - Gesang 29
Solang als man die beiden Latoniden
Bedeckt vom Widder und der Wage sieht,
Wenn gleiche Horizonte sie umfrieden,

Paradies - Gesang 30
Wenn fern von uns wohl an sechstausend Meilen
Die sechste Stunde glüht, wenn ihren Schatten
Die Erde wagerecht lässt westwärts eilen,

Paradies - Gesang 31
So in Gestalt von einer weißen Rose
Hielt mich die heilge Kriegerschar umringt,
Vermählt durch Christi Blut, das makellose;

Paradies - Gesang 32
Ergriffen von des Schauens selgen Wonnen,
Das Lehreramt zu übernehmen eilte
Der Heilge, der nun freiwillig begonnen:

Paradies - Gesang 33
»O Jungfrau, Mutter, Tochter deines Sohnes,
Demütigste und hehrste Kreatur,
Vorauserkornes Ziel des ewgen Thrones,

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