Dante Alighieri - La Divina Commedia

Richard Zoozmann [1907] - Die Göttliche Komödie

Die Hölle

Hölle - Gesang 01
Ich fand mich, grad in unseres Lebens Mitte,
In einem finstern Wald zurück, verschlagen,
weil ich vom rechten Pfad gelenkt die Schritte.

Hölle - Gesang 02
Der Tag entwich, und Nacht mit dunkelm Scheine
Nahm ab den Wesen, die auf Erden leben,
All ihre Mühsal; und ich ganz alleine

Hölle - Gesang 03
Durch mich gehts ein zur Stadt der Schmerzerkornen,
Durch mich gehts ein zur Qual für Ewigkeiten,
Durch mich gehts ein zum Volke der Verlornen.

Hölle - Gesang 04
Den tiefen Schlaf zersprengte mir im Haupte
Ein Donnerkrach, daß ich zusammenschreckte
Gleich einem, den Gewalt des Schlafs beraubte.

Hölle - Gesang 05
So gings vom ersten Kreis zum zweiten nieder;
Und bildet der auch eine kleinere Schleife,
Hallt er doch mehr vom Schmerzgeheule wider.

Hölle - Gesang 06
Kaum daß mir mein Bewußtsein wiederkehrte,
Das mir vergangen vor dem Weh der beiden
Verwandten, das mit Trübsal mich beschwerte

Hölle - Gesang 07
Pape Satan, pape Satan aleppe!«
Schrie krächzend Pluto; doch des Weisen Stimme,
Dem alles kund, scholl freundlichtröstend: »Schleppe

Hölle - Gesang 08
Weiterberichtend sag ich, daß uns lange,
Eh wir zum Fuß des hohen Turms gekommen,
Die Blicke zog zu seines Daches Hange

Hölle - Gesang 09
Des Kleinmuts Blässe, die mein Antlitz deckte,
Als ich den Führer sah so traurig kehren,
Trieb ihn, daß er die eigene Furcht versteckte.

Hölle - Gesang 10
Jetzt geht im abgelegnen Hohlweg weiter
Zwischen dem Stadtwall und den Martern allen
Mein Meister, und ich hinterher als Zweiter.

Hölle - Gesang 11
Ob eines tiefen Ufers höchstem Saume,
Gebaut aus Trümmern, die im Kreis hier liegen,
Gelangten wir zu grausenvollerem Raume;

Hölle - Gesang 12
Wo wir zur Tiefe lenkten, war die Stätte
So steinig und durch andres so gestaltet,
Daß jedem Blick davor geschaudert hätte.

Hölle - Gesang 13
Noch war nicht jenseits Nessus am Gestade,
Als wir eintraten schon in waldige Strecken,
Wo keine Spur sich wies von einem Pfade.

Hölle - Gesang 14
Von Liebe angespornt zum Heimatsorte,
Eilt ich, die losen Blätter auszubreiten
Rings um den Stamm, dem heiser schon die Worte.

Hölle - Gesang 15
Nun trägt uns weiter eines der sich böschenden
Gestade, drob des Wassers dunstiger Bogen
Flut schützt und Damm vorm Brande, dem verlöschenden.

Hölle - Gesang 16
Schon war ich dort, wo man des Wassers Lärmen
Abstürzen hört zum nächsten Kreisgeschosse,
Vergleichbar dem Gesumm von Bienenschwärmen

Hölle - Gesang 17
Schau dort das Untier mit dem spitzen Schweife,
Das Berge, Wehr und Mauern kann durchstechen;
Schau! wie sein Pesthauch alle Welt ergreife.«

Hölle - Gesang 18
Ein Ort der Hölle nennt sich Übelbuchten,
Ist ganz aus Steinen und hat eisengraue
Färbung, wie auch der Wall um diese Schluchten.

Hölle - Gesang 19
Ha, Simon Magus, und ihr, sein Gelichter,
Das Gottes Dinge, die vermählt mit Güte
Sein sollten, o raubgierige Bösewichter

Hölle - Gesang 20
Nun gilts, daß neue Pein die Verskunst meißelt
Und Inhalt wird zum zwanzigsten Gesange
Des ersten Lieds, das die Versunkenen geißelt.

Hölle - Gesang 21
So gings von Steg zu Steg mit manchen Worten,
Die es nicht lohnt im Liede festzuhalten,
Zum Kulm. Dann standen wir und sahen von dorten

Hölle - Gesang 22
Ich sah schon Reiter aus dem Lager ziehen
Und Sturm beginnen oder manövrieren,
Und manches Mal zu ihrer Rettung fliehen

Hölle - Gesang 23
Stillschweigend nun, der eine hinterm andern,
Und unbegleitet wir des Weges schritten
Wie Minoriten ihre Straße wandern.

Hölle - Gesang 24
Zu jener Jahresfrühzeit, wenn im Zeichen
Des Wassermanns die Sonne wärmt die Locken,
Und schon dem halben Tag die Nächte gleichen

Hölle - Gesang 25
Aufhob der Dieb am Ende seiner Worte
Die Fäuste, beide Daumen durchgeschlagen,
Und rief: »Nimm, Gott; dir gelten sie zum Torte!«

Hölle - Gesang 26
Freu dich, Florenz, weil du so groß geworden,
Daß du die Flügel schlägst ob Land und Meere
Und fremd dein Name nicht den Höllenhorden!

Hölle - Gesang 27
Schon stand die Flamme ruhig aufgerichtet
Und hatte Abschied stumm von uns genommen,
Von ihm beurlaubt, der so süß gedichtet

Hölle - Gesang 28
Wer kann, spräch er auch frei vom Reimeszwange,
Anschaulich künden soviel Blut und Wunden,
Als jetzt ich sah, und spräch er noch solange?

Hölle - Gesang 29
Die Menge Volks und die verschiedenen Wunden
Berauschten mir die Augen so mit Grauen,
Daß sie durch Weinen Ruhe gern gesunden.

Hölle - Gesang 30
Zur Zeit, als Juno Haß im Herzen hegte,
Um Semele erzürnt mit Thebens Blute,
Was sie des öftern an den Tag auch legte

Hölle - Gesang 31
Dieselbe Zunge, die mich erst verwundet,
Daß mir die Scham verfärbte beide Wangen,
Gab dann den Heiltrank mir, dran ich gesundet.

Hölle - Gesang 32
Fänd ich solch holprigrauhes Versgerölle,
Wie es dem grausen Abgrund angemessen,
Drauf alle andern Felsen ruhen der Hölle

Hölle - Gesang 33
Der Sünder hob vom schauderhaften Essen
Den Mund, ihn rein-sich-wischend an dem Haare
Des Hinterhauptes, das er angefressen.

Hölle - Gesang 34
Vexilla Regis prodeunt. Die Fahnen
Des Satans sinds. Um deutlich ihn zu sehen,
Späh scharf voran,« hört ich den Meister mahnen.

Das Fegefeuer

Fegefeuer - Gesang 01
Nun läßt das Schifflein meines Geistes ragen
Die Segel, um durch bessere Flut zu dringen,
Fliehend ein Meer, drauf grause Wellen schlagen.

Fegefeuer - Gesang 02
Schon stand der Sonnenball am Horizonte,
Der mit dem höchsten Punkt im Mittelkreise
Sich durch Jerusalem erstrecken konnte

Fegefeuer - Gesang 03
Indessen nun, zu jäher Flucht vereinigt,
Die andern sich zerstreuten in die Weite
Zum Berg hin, wo Gerechtigkeit uns reinigt

Fegefeuer - Gesang 04
Wenn eine Seelenkraft, sei es durch Schmerzen,
Sei es durch Freuden, stark in uns erzittert,
Und man sich dreinversenkt mit ganzem Herzen

Fegefeuer - Gesang 05
Schon hatt ich mich von jenen Schattenleuten
Entfernt und folgte meines Führers Schritte,
Als einer mir nachrief mit Fingerdeuten:

Fegefeuer - Gesang 06
Wenn man das Zarawürfeln abgeschlossen,
Bleibt der Verlierer wohl zurück im Harme
Und übt die würfe neu und lernt verdrossen.

Fegefeuer - Gesang 07
Als jene würdig und beglückt zuzweit hier
Drei- oder viermal sich bewillkommt hatten,
Zog sich Sordell zurück und sprach: »Wer seid ihr?« -

Fegefeuer - Gesang 08
Schon war die Stunde, die den Schiffern leise
Das Herz rührt und erweicht im Heimwehtriebe
Am Abschiedstag vom holden Freundeskreise

Fegefeuer - Gesang 09
Schon trat die Buhlin des Tithon, des alten,
Zum östlichen Altan im Silberglanze,
Von süßen Freundes Arm nichtmehr gehalten.

Fegefeuer - Gesang 10
Als hinter uns die Pforte lag, die selten
Der Seelen irrige Liebe hält im Gange,
weil krummen Weg sie läßt als graden gelten

Fegefeuer - Gesang 11
O Vater unser in den Himmeln droben,
Nicht eingeschränkt, von Liebe nur gehalten,
Die größer zu den Erstlingswerken oben

Fegefeuer - Gesang 12
Gleichmäßig, wie im Joch zwei Stiere gehen,
Ging ich dem schwerbepackten Geist zur Seite,
Solang es ließ des Lehrers Gunst geschehen.

Fegefeuer - Gesang 13
Der Stufen höchste war von uns erklommen,
Woselbst der zweite Ring den Berg durchschneidet,
Der jeden reinigt, der zur Höh gekommen.

Fegefeuer - Gesang 14
Wer ist es, der hier unsern Berg umschreitet
Und seine Augen nach Belieben, ehe
Der Tod ihm Schwingen lieh, verschließt und weitet?«

Fegefeuer - Gesang 15
Soviel des Wegs am Schluß der dritten Stunde
Seit Tagbeginn der Sphäre wird beschieden,
Die kindesähnlich spielt in steter Runde

Fegefeuer - Gesang 16
Kein Höllendunst noch die vom Lichtgefunkel
Des allerkleinsten Sterns entblößten Nächte,
Wenn Wolken dunkler färben noch das Dunkel

Fegefeuer - Gesang 17
Erinnere, Leser, dich, wenn dich umbraute
Ein Nebelqualm auf einem Alpenpasse,
Daß wie durchs Maulwurfsfell dein Auge schaute

Fegefeuer - Gesang 18
Nachdem der hohe Lehrer so geendet,
Sah er ins Antlitz mir, wie um zu fragen,
Ob mich befriedigt, was sein Wort gespendet.

Fegefeuer - Gesang 19
Zur Stunde, wo die Tagesglut zu lindern
Nichtmehr imstande ist des Mondes Frosten,
Weil Erdball oder auch Saturn es hindern

Fegefeuer - Gesang 20
Weil schlecht mit besserm Wollen kämpft das Wollen,
Zog (ihm erwünscht, mir unerwünscht) vom Rinnen
Des Wassers ich den Schwamm fort, den halbvollen.

Fegefeuer - Gesang 21
Indes ich so vor Seelendurst geschmachtet,
Den nur das Wasser löscht, nach dessen Gnade
Der Wunsch der Samariterin getrachtet

Fegefeuer - Gesang 22
Schon war der Engel hinter uns geblieben,
Der Engel, der zum sechsten Kreis gelangen
Uns ließ und meiner Stirn ein Mal vertrieben.

Fegefeuer - Gesang 23
Indes ich fest noch ließ die Augen hangen
Am grünen Laub, wie jener gern mag weilen,
Der seine Zeit verliert mit Vogelfangen

Fegefeuer - Gesang 24
Nicht hemmte das Gespräch das Gehn, das Gehen
Nicht das Gespräch; nein plaudernd gings vonstatten
Schnell wie ein Schiff in günstigem Windeswehen.

Fegefeuer - Gesang 25
Zum Aufstieg litt die Stunde mehr kein Säumen,
Denn Sonne mußte schon den Mittagsbogen
Dem Stier, und Nacht dem Skorpion einräumen.

Fegefeuer - Gesang 26
Indem wir einer hinterm andern gingen
Am Rand hin, sprach der gute Meister immer:
»Hab acht! laß dir mein warnen Nutzen bringen.«

Fegefeuer - Gesang 27
Wie dorthin, wo ihr Schöpfer einst verblutet,
Die Sonne scheint mit ihrem ersten Strahle,
Wenn Ebro unterm Bild der Wage flutet

Fegefeuer - Gesang 28
Begierig schon, zu prüfen auß und innen
Den grünlebendigen waldigen Gottesgarten,
Der Schutz dem Blick vorm Frühlicht ließ gewinnen

Fegefeuer - Gesang 29
Gleich liebeseligem Weib ließ die Kantata
Am Schlusse ihrer Worte sie erschallen:
»Beati, quorum tecta sunt peccata!«

Fegefeuer - Gesang 30
Des ersten Himmels Siebensternbild droben -
Das nie gewußt vom Auf- und Untergange
Noch Nebel, außer dem von Schuld gewoben

Fegefeuer - Gesang 31
O du, jenseit der heiligen Wasserscheide,«
So auf mich ihrer Rede Spitze lenkend,
Die mir schon scharf geschienen an der Schneide

Fegefeuer - Gesang 32
So fest und gierig schlürften meine Augen,
Damit ihr zehenjähriger Durst sich letze,
Als wollte sonst kein andrer Sinn mir taugen.

Fegefeuer - Gesang 33
Deus venerunt gentes,« also fingen
Die Frauen zu drei und vier im Wechselsange
Mit Tränen an den süßen Psalm zu singen.

Paradies

Paradies - Gesang 01
Die Herrlichkeit Des, der bewegt das Ganze,
Durchdringt das All. Und diesem Teile spendet
Sie Licht in stärkerm, dem in schwächerm Glanze.

Paradies - Gesang 02
O ihr – die ihr im kleinen Boot, verleitet
Von Sehnsucht, mir zu lauschen, nachgezogen
Seid meinem Schiff, das im Gesange gleitet –

Paradies - Gesang 03
Die Sonne, die mir einst die Brust erfüllte
Mit Liebe, lehrend so und widerlegend,
Der Wahrheit süßes Antlitz mir enthüllte.

Paradies - Gesang 04
Der freie Mensch wird zwischen zweien Speisen,
Gleichfern gleichlockend, hungern und vergehen,
Eh er den Vorzug einer wird erweisen.

Paradies - Gesang 05
Siehst du in Liebesglut entflammt mich stehen,
Daß deinen Augen ganz die Kraft entgleitet,
Wie nie es mag durch Erdenglanz geschehen

Paradies - Gesang 06
Seit Konstantin den Aar gewendet hatte
Zurück die Sonnenbahn, die er durchfahren,
Dem Ahnherrn folgend, der Laviniens Gatte

Paradies - Gesang 07
Osanna, sanctus Deus Sabaoth,
Superillustrans tua claritate
Felices ignes horum malachoth!«

Paradies - Gesang 08
Lang hat die Welt geglaubt schädlicherweise,
Es strahle Liebestollheit aus die hehre
Zypris, wandelnd im dritten Nebenkreise.

Paradies - Gesang 09
Schöne Klemenza, als dein Karl im Wahren
Mich so belehrt, sprach er vom ränkevollen
Betrug, der euerm Stamm wird widerfahren.

Paradies - Gesang 10
Betrachtend ihren Sohn mit jener Liebe,
Die Sie und Er in Ewigkeit enthauchen,
Schuf Urkraft, unnennbar im Schöpfertriebe

Paradies - Gesang 11
O dieser Sterblichen wahnwitziges Sorgen!
Wie fehlerhaft bist du in deinem Denken,
Um Bleilast deinem Flügelschlag zu borgen.

Paradies - Gesang 12
Und als das letzte Wort noch im Verklingen,
Gehaucht aus benedeitem Flammenmunde,
Begann das heilige Mühlenrad zu schwingen.

Paradies - Gesang 13
Es denke sich - wer deutlich wünscht zu schauen,
Was ich jetzt sah (und während ichs beschreibe,
Steh das Gedachte fest wie felsgehauen) -

Paradies - Gesang 14
Von innen her zum Rand, vom Rand nach innen
Bewegt das Wasser sich in runder Schale
Dem Anstoß nach von draußen oder drinnen.

Paradies - Gesang 15
Gutherziger Wille - den die echte Liebe
Als schönste Tugend pflegt hervorzubringen,
Wie Gier ein Merkmal ist für schlechte Triebe -

Paradies - Gesang 16
O unser bißchen Adeltum des Blutes!
Wenn du so ruhmesstolz machst unsereinen
Hienieden, wo wir so hinfälligen Mutes

Paradies - Gesang 17
Wie jener zu Klymenen trat, dem argen
Verdachte sicher auf die Spur zu kommen,
Sodaß seitdem mit Worten Väter kargen

Paradies - Gesang 18
Schon wieder still sich seines Wissens freute
Der selige Spiegel. Ich genoß das meine,
Indem ich süßes mir ins bittere streute.

Paradies - Gesang 19
Vor mir erschien mit ausgespreizten Schwingen
Das schöne Bild, das freudiges Genießen
Die engverflochtenen Seelen ließ durchdringen.

Paradies - Gesang 20
Wenn jene, die dem Weltall Helle spendet,
Von unserer Erdenhälfte abwärtsschreitet,
Sodaß der Tag auf allen Seiten endet

Paradies - Gesang 21
An meiner Herrin Antlitz neugebunden
Hing schon mein Blick und was die Seele dachte,
Und jeder andere Wunsch war mir entschwunden.

Paradies - Gesang 22
Betäubt vom Schrecken, wandt ich mich und schaute
Zu meiner Führerin gleich einem Kinde,
Das seiner Zuflucht nie umsonst vertraute.

Paradies - Gesang 23
Dem Vogel gleich - im trauten Laubverstecke
Schlafend im Nest bei seinen holden Kleinen,
Wenn alles hüllt die Nacht in ihre Decke

Paradies - Gesang 24
O Bruderschaft, zum großen Mahl erlesen
Des heiligen Lammes, das so reich euch speiste,
Daß eurer Sehnsucht ewig ihr genesen!

Paradies - Gesang 25
Wenn je den Haß mein heilig Lied erweichte,
Dran Erd und Himmel mitschrieb, daß die Bürde
Seit Jahren mir zur Magerkeit gereichte

Paradies - Gesang 26
Indes ich meiner Blindheit zweifelnd dachte,
Ging aus der Flammenglut, die mich geblendet,
Ein Hauch hervor, der aufmerksam mich machte

Paradies - Gesang 27
Dem Vater, Sohn und Heiligen Geist erdröhnte
Vom ganzen Paradies ein Gloriasingen,
Daß ich berauscht ward, weil so süß es tönte.

Paradies - Gesang 28
So wies vom heutigen Leben mir geschäftig
Jene am Menschenleid der Wahrheit Schimmer,
Die meinen Geist schuf paradieseskräftig.

Paradies - Gesang 29
Solang Latonas Tochter mit dem Sohne -
Bedeckt vom Widder die, der von der Wage,
Am Himmelsrand einnimmt die gleiche Zone

Paradies - Gesang 30
Wenn fern von uns wohl an sechstausend Meilen
Die sechste Stunde glüht, wenn ihren Schatten
Die Erde fast zum ebenen Grund läßt eilen

Paradies - Gesang 31
So denn zu einer weißen Rose schaute
Mein Blick die heilige Heeresschar sich schmiegen,
Die Christus sich als Braut im Blut antraute.

Paradies - Gesang 32
Und der Beschauliche, von seinen Wonnen
Entzückt, das Lehramt aufzunehmen eilte,
Und hat mit heiligen Worten so begonnen:

Paradies - Gesang 33
Magdliche Mutter, Tochter deines Sohnes,
Demütigstes und hehrstes aller Wesen,
Als Ziel bestimmt vom Rat des ewigen Thrones

Index Operone