Dante Alighieri - La Divina Commedia

Georg van Poppel - Die Göttliche Komödie

Die Hölle

Hölle - Gesang 01
Auf unsres Erdenlebens halbem Wege
Fand ich in einem finstern Wald mich wieder,
Denn ich war abgeirrt vom graden Stege.

Hölle - Gesang 02
Der Tag entwich, das Dunkel nahm gemeinsam
Den Lebewesen auf der weiten Erde
All ihre Mühsal; ich nur rüstet einsam

Hölle - Gesang 03
»DURCH MICH GEHT'S EIN ZUR STADT DER JAMMERKLAGEN,
DURCH MICH GEHT'S EIN ZU QUALEN EWIGER DAUER,
DURCH MICH GEHT'S EIN ZU DER VERDAMMNIS PLAGEN.

Hölle - Gesang 04
Den tiefen Schlaf im Haupt zersprengt' ein Krachen,
So schwer, daß plötzlich ich zusammenschreckte,
Wie solche tun, die durch Gewalt erwachen.

Hölle - Gesang 05
So ging's hinab vom ersten Kreis zum zweiten,
Bei engeren Raum noch größre Pein umringend,
Die bis zum Heulen quält die Maledeiten.

Hölle - Gesang 06
Als kaum mir das Bewußtsein wiederkehrte,
Geschwunden durch Erbarmen mit den beiden,
Das mir mit Kümmernis das Herz versehrte

Hölle - Gesang 07
»Pape Satan, pape Satan aleppe ...«,
Ließ Plutus seine rauhe Stimme plärren;
Doch daß ich mich mit böser Furcht nicht schleppe

Hölle - Gesang 08
Nun weiter! Längst bevor wir noch im Schwenken
Dem Fuß des hohen Turmes nahgekommen,
Fühlt' unser Auge sich zur Zinne lenken

Hölle - Gesang 09
Durch Blässe, die die Angst mir aufgestrichen,
Als ich den Führer sah in meiner Nähe,
Ist seine ungewohnte rasch gewichen.

Hölle - Gesang 10
Nun mußten wir auf schmalen Steg uns drücken,
Beengt von Folterungen und Umwallung,
Der Meister vorn, ich hinter seinem Rücken.

Hölle - Gesang 11
An eines hohen Abhangs oberen Saume,
Wo sich zum Kreis die Felsentrümmer biegen,
Gelangten wir zu einem grausern Raume.

Hölle - Gesang 12
Zerklüftet war, wo's niederging, die Stätte
Und weiter zeigte sich noch eine Schranke
So graus, daß jedem Blick geschaudert hätte.

Hölle - Gesang 13
Noch war nicht Nessus jenseits am Gestade,
Da schlichen, wir uns durch Gehöldenach vorne,
Wo nirgends auch die Spur von einem Pfade.

Hölle - Gesang 14
Aus Heimatliebe hab ich aufgesammelt
Die losen Blätter und sie ihm gegeben,
Der schließlich nur noch heiser hat gestammelt.

Hölle - Gesang 15
Nun trägt uns einer von den harten Dämmen.
Der Rauch des Bächleins qualmt in dem Bereiche,
Dem Wasser und dem Wall die Glut zu hemmen.

Hölle - Gesang 16
Schon war ich, wo von fern ich hört ein Lärmen
Von Wassern, die zum nächsten Kreis sich gossen,
Als brummte dort Gesumm von Bienenschwärmen

Hölle - Gesang 17
»Sieh da das Untier mit dem spitzen Schwanze,
Das Berge übersteigt, das Wehr und Wälle
Zerbricht und mit Gestank erfüllt das Ganze!«

Hölle - Gesang 18
Ein Ort ist in der Hölle, Malebolge,
Der, ganz aus Stein, von Felsen eingereiht ist,
Und Eisenfarbe hat die ganze Folge.

Hölle - Gesang 19
O Simon Magus, o verworfne Innung,
Die ihr die Dinge Gottes frech entwendet,
Und was sich nur mit edeler Gesinnung

Hölle - Gesang 20
Von neuer Strafe gilt es jetzt zu dichten,
Um Stoff zu leihn dem zwanzigsten Gesange
Des ersten Lieds: von den verrenkten Wichten.

Hölle - Gesang 21
So kamen wir von Steg zu Steg und sprachen
Von anderm, das mein Lied nicht fest will halten,
Bis wir am Kulm die Wandrung unterbrachen

Hölle - Gesang 22
Oft sah ich Reiterei im Abmarsch ziehen,
Zum Sturmlauf rücken oder paradieren,
Und Rettung suchen manchmal auch im Fliehen;

Hölle - Gesang 23
Wir gingen schweigend, einsam, unbegleitet,
Der vor, der andre nach, wie wohl zuweilen
Ein Minderbruder hinterm andern schreitet.

Hölle - Gesang 24
Zu jener Zeit im jugendlichen Jahre,
Wenn schon die Nächte bald dem Tage gleichen
Und Sol im Wassermann erfrischt die Haare

Hölle - Gesang 25
Da ließ der Dieb als Abschluß seiner Schelten,
Die Feige stechend, beide Fäuste ragen
Und rief dazu: »Da nimm, Gott, dir soll's gelten!«

Hölle - Gesang 26
Heil dir, Florenz, daß deine Größe spreitet
So über Meer wie Land die starken Schwingen,
Und selbst die Hölle deinen Ruf verbreitet!

Hölle - Gesang 27
Schon stand die Flamme still und aufgerichtet,
Weil sie nicht weiter sprach, und sucht' das Weite,
Vom süßen Dichter ferner nicht verpflichtet

Hölle - Gesang 28
Wer könnte, selbst in ungebundner Rede,
Mehrmals erzählend, all das Blut beschreiben,
Das ich hier sah, die Wunden all und jede?

Hölle - Gesang 29
Vom vielen Volk und den verschiednen Peinen
War ich benommen, daß sich meine Augen
Nach Ruhe sehnten, um sich auszuweinen.

Hölle - Gesang 30
Als wegen Semeles ans Volk von Theben
Den Unmut Juno auszulassen trachtet',
Wovon sie mehrmals den Beweis gegeben

Hölle - Gesang 31
Dieselbe Zunge, die mich erst verwundet,
Daß sie den Wangen Farbe aufgetragen,
Gab mir das Mittel auch, dran ich gesundet.

Hölle - Gesang 32
Hätt ich den Vers, den widerborstigen, rauhen,
Wie er dem düstern Loche angemessen,
Auf dem sich alle andern Felsen bauen

Hölle - Gesang 33
Der Sünder hob den Mund vom grausen Mahle
Und wischt' ihn an des Hinterkopfes Haaren
Dann rein, dem er zuvor zernagt die Schale

Hölle - Gesang 34
»Vexilla regis prodeunt, es rücken
Des Höllenkönigs Banner vor, und sehen
Mußt du nach vorn, soll ihn zu schaun dir glücken.«

Das Fegefeuer

Fegefeuer - Gesang 01
Nun mag mein Geistesboot die Segel brassen,
Um durch weit beßre Fluten vorzudringen,
Seit es so böse See zurückgelassen!

Fegefeuer - Gesang 02
Schon naht' die Sonne sich dem Horizonte,
Wo, unterm Meridianzenit gebreitet,
Jerusalem im letzten Strahl sich sonnte

Fegefeuer - Gesang 03
Obgleich die andern, vom Verweis gepeinigt,
Sich jäh zerstreuten über das Gebreite,
Zum Berg hin, wo Gerechtigkeit uns reinigt

Fegefeuer - Gesang 04
Wenn unsre Seele bei Genuß, bei Schmerzen,
Die irgendeine Fähigkeit empfindet,
Sich dieser zugewandt mit ganzem Herzen

Fegefeuer - Gesang 05
Die Schatten waren hinter mir, und steigend
Trat ich schon wieder in des Führers Spuren,
Als einer, mit dem Finger auf mich zeigend

Fegefeuer - Gesang 06
Wenn sich die Würfler von dem Spiel entfernen,
Bleibt der Verlierer sitzen, ist verdrossen
Und wiederholt die Würfe, um zu lernen.

Fegefeuer - Gesang 07
Nachdem die zwei mit sittsam frohem Neigen
Wohl dreimal, viermal sich umschlungen hatten,
Trat jetzt Sordell zurück und brach das Schweigen:

Fegefeuer - Gesang 08
Die Stunde war's, die Heimweh kommt erneuern
Dem Seemann, ihn erweicht im Herzensgrunde
Am Tag, wo er lebwohl gesagt den Teuern

Fegefeuer - Gesang 09
Schon zeigt' Tithonos' Gattin, des ergrauten,
In weiß sich auf des Orients Balkone,
Entwichen aus den Armen ihres Trauten

Fegefeuer - Gesang 10
Des Tores Schwelle war nun überschritten,
Von dem sich falsche Liebe ließ entwöhnen,
Weil Krummes grade wird nach ihren Sitten.

Fegefeuer - Gesang 11
»O Vater unser, in den Himmeln wohnend,
Nicht dort beschränkt, doch in erhöhter Weise
Den Urgeschöpfen dort mit Liebe lohnend

Fegefeuer - Gesang 12
Gepaart wie Ochsen, unterm Joch gebogen,
Ging's fort mit dem Geladnen Seit an Seite,
Solang 's gefiel dem teuern Pädagogen.

Fegefeuer - Gesang 13
Wir waren an dem Endpunkt nun der Treppe,
Woselbst zum zweitenmal ist eingeschnitten
Der Berg, der läutert wer hinauf sich schleppe.

Fegefeuer - Gesang 14
Wer ist es, der, bevor der Tod ihm Flügel
Verlieh, die Augen öffnend nach Behagen
Und wieder schließend, streift um unsern Hügel?

Fegefeuer - Gesang 15
Soviel des Wegs bis nach der dritten Stunde
Seit Tagesanbeginn die Sphäre macht,
Die gleich dem Kinde spielt in steter Runde

Fegefeuer - Gesang 16
Kein Dunst der Hölle, keine Nacht, durchfunkelt
Am Himmelstrich von keinem der Planeten,
Von dichtestem Gewölke noch verdunkelt

Fegefeuer - Gesang 17
Wenn jemals im Gebirg ein Nebelbrauen
Dich, Leser, überfiel, so daß dich deuchte,
Dem Maulwurf gleich, durch eine Haut zu schauen

Fegefeuer - Gesang 18
Der hohe Lehrer setzt' dem Wort ein Ende
Und sah mich an, als sollt mein Blick ihm sagen,
Ob ich zufrieden sei mit seiner Spende.

Fegefeuer - Gesang 19
Zur Zeit, wo nicht imstand die Tagesgluten,
─ Weil Erde, oft Saturn, sie überwindet ─
Zu lindern mehr des Mondes kalte Fluten

Fegefeuer - Gesang 20
Schwer kämpft das Wollen gegen beßres Wollen;
Drum gegen Wunsch zog, seinem Wunsch willfahrend,
Den Schwamm ich aus dem Wasser, den nicht vollen.

Fegefeuer - Gesang 21
Zum angebornen Durst, der mich verzehrte,
Den nur das Wasser löscht, nach dessen Gnade
Die Frau aus Samaria einst begehrte

Fegefeuer - Gesang 22
Schon war der Engel hinter uns geblieben,
Der uns zum sechsten Gürtel hatt gewiesen,
Ein weitres Mal mir tilgend von den sieben

Fegefeuer - Gesang 23
Als ich die Augen unverwandt ließ stieren
Ins grüne Laub, wie Menschen, die da pflegen
Mit Vogelfang ihr Leben zu verlieren

Fegefeuer - Gesang 24
Das Reden hemmte nicht das Gehn, das Gehen
Nicht das Gespräch; wir plauderten und strichen
Schnell wie ein Schiff, wenn gute Winde wehen.

Fegefeuer - Gesang 25
Die Tageszeit gestattete kein Säumen:
Die Sonne mußte schon den Mittagsbogen
Dem Stier, die Nacht dem Skorpione räumen.

Fegefeuer - Gesang 26
Indem wir einer hintern andern gingen
Am Saume, warnte mich der Meister immer:
»Gib acht; laß meinen Rat dir Nutzen bringen!«

Fegefeuer - Gesang 27
Wie, wenn ihr erster Strahl am jungen Tage
Dort zittert, wo ihr Schöpfer ist verblutet,
Der Ebro unterm Sternbild liegt der Wage

Fegefeuer - Gesang 28
Voll Sehnsucht, zu durchforschen, drum und drinnen,
Den Gotteswald, der, dichtbelaubt und lebend,
Den neuen Tag verschleiert' meinen Sinnen

Fegefeuer - Gesang 29
Gleichwie von liebeseligem Weibe trat da
Zu ihrem Wort der Sang, um auszuklingen:
»Beati, quorum tecta sunt peccata«.

Fegefeuer - Gesang 30
Sobald des ersten Himmels Siebenstern,
Der Untergang und Aufgang niemals kannte,
Dem andre Trübung, als durch Sünde, fern

Fegefeuer - Gesang 31
»O, der du jenseit stehst des heiligen Flusses«,
Fühlt ich auf mich des Wortes Spitze kehren,
Des Schneide schon genug gab des Verdrusses.

Fegefeuer - Gesang 32
Den Durst zu stillen, von den zehen Jahren,
Ließ ich die Augen so mit Spannung stieren,
Daß ausgelöscht die andern Sinne waren.

Fegefeuer - Gesang 33
»Deus, venerunt gentes«, also fingen
Die Fraun, bald drei, bald vier, mit süßem Klange,
Doch weinend an, den Wechselpsalm zu singen.

Paradies

Paradies - Gesang 01
Die Glorie dessen, der bewegt das Ganze,
Durchdringt das Weltall, doch sie ist entglommen
In stärkerm hier, und dort in schwächerm Glanze.

Paradies - Gesang 02
O ihr, die ihr, von Hörbegier verleitet,
In eurem schwanken, allzu kleinen Kahne
Gefolgt seid meinem Schiff, das singend gleitet

Paradies - Gesang 03
So ließ die Sonne, die mit Liebesregung
Mich früh erwärmt, das Antlitz holder Kenntnis
Nun strahlen durch Beweis und Widerlegung.

Paradies - Gesang 04
Und hätt ein freier Mensch von zwei Gerichten
Die Wahl, die, gleich entfernt, ihn gleich verlocken,
Vor Hunger sterbend, würd er doch verzichten.

Paradies - Gesang 05
Wenn ich dir hier in Liebesflammen funkle,
Wie sie die Erde nimmer wird vermuten,
So daß ich deiner Augen Kraft verdunkle

Paradies - Gesang 06
Seit Konstantin den Aar entgegenführte
Dem Himmelslauf, mit dem er war gezogen,
Dem Ahnherrn folgend, der Lavinia kürte

Paradies - Gesang 07
»Osanna, sanctus Deus Sabaoth,
Superillustrans tua claritate
Felices ignes horum malachoth.«

Paradies - Gesang 08
Einst glaubt' die Welt mit falschem Ideale,
Daß, sich im dritten Epizykel drehend,
Die schöne Kypris tolle Liebe strahle.

Paradies - Gesang 09
Nachdem dein Karl mir so Belehrung zollte,
Klemenza schön, begann er zu entrollen
Den Trug, den sein Geschlecht erfahren sollte.

Paradies - Gesang 10
Hinschauend auf den Sohn mit jener Liebe,
Die ewiglich enthaucht wird von den zweien,
Schuf geistiges und räumliches Getriebe

Paradies - Gesang 11
O sinnlos Sorgen du der Menschenherde,
Wie lendenlahm sind deine Syllogismen:
Sie wenden deinen Flügelschlag zur Erde!

Paradies - Gesang 12
Sobald das benedeite Flammenwehen
Das letzte Wort der Rede ließ verklingen,
Begann das heilige Mühlrad sich zu drehen.

Paradies - Gesang 13
Nun denke sich, wer deutlich möchte schauen,
Was ich hier sah ─ und bei der Unterrichtung
Halt er das Bild, als wär's in Fels gehauen ─

Paradies - Gesang 14
Nach innen wallt vom Rand, zum Rand von innen
Das Wasser, je nachdem's in runder Schale
Den Stoß empfängt von draußen oder drinnen.

Paradies - Gesang 15
Der hilfbereite Wille, dem die Liebe,
Die nach dem Rechten hinstrebt, immer eigen,
Wie die Begierde dem verkehrten Triebe

Paradies - Gesang 16
O du armseliger Adel unsres Blutes,
Wenn du die Menschen rühmen machst auf Erden,
Wo unsre Neigung doch voll kranken Mutes

Paradies - Gesang 17
Wie jener ward zu Klymene getrieben,
Gehörter Schmach Gewißheit zu bekommen,
Nach dem die Väter spröd den Söhnen blieben

Paradies - Gesang 18
Schon weidete der selige Geist beiseit sich
An seinem Wort, wie ich das meine schmeckte,
Und durch das Süße milderte das Leid sich.

Paradies - Gesang 19
So sah, die Schwingen breit, das Bild ich prangen,
Zu dem sich in beseligtem Genießen
Die Seelen glückerfüllt zusammenschwangen.

Paradies - Gesang 20
Sinkt, die das Weltall zündet allenthalben,
Auf unsrer Hemisphäre tiefer immer,
Daß überall der Tag beginnt zu falben

Paradies - Gesang 21
Schon hing mein Aug und Sinn am Antlitz wieder
Der Führerin, und was ich anders dachte,
Das alles schlug mir dieser Anblick nieder.

Paradies - Gesang 22
Ich wandte mich, vom Schrecken schwer getroffen,
Zu meiner Führerin, gleich einem Kinde,
Das Hilfe sucht, wo es zumeist darf hoffen.

Paradies - Gesang 23
Dem Vogel gleich, der übers Nest gestreckt liegt
Im trauten Laub, die Kleinen zu betreuen,
Solang uns alles von der Nacht verdeckt liegt

Paradies - Gesang 24
Ihr Gäste, auserwählt zum großen Mahle
Des benedeiten Lamms, das euch mit Speise
Das Sehnen stillt aus Immervoller Schale

Paradies - Gesang 25
Geschieht noch meinem heiligen Lied die Ehrung
─ Dem Erd und Himmel ihre Hand geliehen
Und das seit Jahren Ursach meiner Zehrung ─

Paradies - Gesang 26
Als bang ich meine Blindheit überdachte,
Kam aus dem Flammenblitz, der mich geblendet,
Hervor ein Odem, der mich horchen machte.

Paradies - Gesang 27
Dem Vater, Sohn und .Heiligen Geist durchrauschte
Das Paradies ein Gloria so mächtig,
Daß ich berauscht ward, wie dem Schmelz ich lauschte.

Paradies - Gesang 28
So hatte mir des Menschenelends Wahrheit
In unsrer Zeit zu zeigen unternommen
Sie, die den Geist mir hob zur Himmelsklarheit.

Paradies - Gesang 29
Solang es dauert, wenn Latonas Sprossen,
Dem Widder und der Wage untergeben,
Zugleich vom Horizonte sind umschlossen

Paradies - Gesang 30
Sechstausend Meilen mag die Mittagstunde
Von uns entfernt erglühn, und die Beschattung
Senkt diese Welt schon fast zum flachen Grunde

Paradies - Gesang 31
Mithin wie eine weiße Rose baute
Die heilige Heerschar sich hinauf die Stiegen,
Die durch sein Blut dem Christus angetraute.

Paradies - Gesang 32
Ganz hingegeben seinem seligen Horte,
Hat williglich des Lehramts sich beflissen
Jetzt der Beschauer mit dem heiligen Worte

Paradies - Gesang 33
O Jungfrau-Mutter, Tochter deines Sohnes,
Gering und hoch, wie's keine Kreatur ward,
Du vorbestimmter Schluß des ewigen Thrones

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