Dante Alighieri - La Divina Commedia

Philalethes - Die Göttliche Komödie

Die Hölle

Hölle – Gesang 01
Als ich auf halbem Weg stand unsers Lebens,
Fand ich mich einst in einem dunklen Walde,
Weil ich vom rechten Weg verirrt mich hatte;

Hölle – Gesang 02
Der Tag entwich schon, und der düstre Himmel
Entlud die Wesen, die auf Erden wohnen,
All ihrer Mühen, aber ich allein nur

Hölle – Gesang 03
Der Eingang bin ich zu der Stadt der Trauer,
Der Eingang bin ich zu dem ew'gen Schmerze,
Der Eingang bin ich zum verlornen Volke!

Hölle – Gesang 04
Mir brach den tiefen Schlummer in dem Haupte
Ein schwerer Donner so, daß ich mich schüttelt'
Gleich einem, welcher mit Gewalt geweckt wird,

Hölle – Gesang 05
So stiegen von dem ersten Grund wir nieder
Zum zweiten, welcher mindern Raum umgürtet,
Doch größern Schmerz, der bis zum Heulen peinigt.

Hölle – Gesang 06
Als heimgekehrt der Sinn, der aus Erbarmen
Mit jenem Schwagerpaare sich verschlossen,
Das durch Betrübnis gänzlich mich verstöret,

Hölle – Gesang 07
»Pape Satan Pape Satan Aleppe!«
Begann nun Plutus mit der rauhen Stimme,
Und, mich zu stärken, sprach der edle Weise,

Hölle – Gesang 08
Fortfahrend sag' ich, daß um vieles früher,
Als wir zum Fuß des hohen Turms gelangten,
Sich unser Aug' erhob zu seinem Gipfel

Hölle – Gesang 09
Mein innre Furcht verratendes Erblassen,
Als ich den Führer sah sich rückwärts wenden,
Schien, was ihn neu bewegte, zu verschließen.

Hölle – Gesang 10
Jetzt geht es vorwärts auf geheimem Pfade
Zwischen den Martern und dem Wall der Stadt hin,
Mein Meister und ich, seinen Fersen folgend.

Hölle – Gesang 11
Am obern Saume eines hohen Ufers,
Das Felsentrümmer bildete im Kreise,
Gelangten wir ob grausenvollre Haufen.

Hölle – Gesang 12
Der Ort, wo wir zum Niedergang gelangten,
War steinig und so graus ob seines Inhalts,
Daß jeder Blick zurückgeschaudert hätte.

Hölle – Gesang 13
Noch war nicht jenseits Nessus angekommen,
Als wir uns schon in ein Gehölz begaben,
Das keine Spur von einem Pfade zeigte.

Hölle – Gesang 14
Gedrängt von Liebe zum Geburtsort, rafft' ich
Nun die zerstörten Blätter auf und gab sie
Dem wieder, der schon sprach mit heis'rer Stimme.

Hölle – Gesang 15
Jetzt trägt der harten Ufer eins von dannen uns;
Und dunkel qualmt darüber, vor dem Feuer
Verwahrend Dämm' und Flut, der Rauch des Bächleins.

Hölle – Gesang 16
Schon waren wir, wo man den Schall der Wässer
Vernahm, die zu dem nächsten Kreis entstürzten,
Dem Summen gleich, um Bienenkörbe tönend,

Hölle – Gesang 17
»Sieh dort das Untier mit dem spitzen Schweife,
Das Berge übersteigt und Wehr und Mauern
Zertrümmert! Sieh, was alle Welt mit Stank füllt.«

Hölle – Gesang 18
Ein Ort ist in der Hölle, Übelbulgen
Genannt, ganz steinern und von Eisenfarbe,
So wie der Felsenring, der ihn umkreiset.

Hölle – Gesang 19
O Simon Magus! O, sein jämmerliches
Gefolge! die ihr Gottes Wundergaben,
Die nur der Tugend sich vermählen sollten,

Hölle – Gesang 20
Von neuer Pein zu dichten liegt mir ob jetzt,
Um Stoff dem zwanzigsten Gesang zu liefern
Des ersten Lieds, das von Versunknen meldet.

Hölle – Gesang 21
Von Brücke so gelangten wir zu Brücke,
Noch andres, das nicht wert ist, daß es meine
Komödie sing', besprechend, bis am Gipfel

Hölle – Gesang 22
Aufbrechen sah ich sonst wohl Reiterscharen,
Angreifen und in Schlachtordnung sich stellen
Und manchmal auch im Rückzug Rettung suchen,

Hölle – Gesang 23
Stillschweigend, einsam, unbegleitet schritten
Wir nun einher, der eine hinterm andern,
Wie ihres Wegs die mindern Brüder hingehn. –

Hölle – Gesang 24
In jener Zeit des jugendlichen Jahres,
Da Sol im Wassermann die Locken wärmet,
Und gleich schon wird die Nacht dem halben Tage;

Hölle – Gesang 25
Bei seiner Worte Schluß hob beide Hände
Der Dieb empor mit durchgesteckten Daumen
Und rief: »Nimm hin sie, Gott, dir ball' ich zu sie!«

Hölle – Gesang 26
Erfreue dich, Florenz, ob deiner Größe,
Daß über Land und Meer du schlägst die Flügel,
Und in der Höll' auch sich dein Ruf verbreitet!

Hölle – Gesang 27
Schon war die Flamme nach geschloßner Rede
Still und grad aufgerichtet und hinwegging
Sie mit Bewilligung des süßen Dichters,

Hölle – Gesang 28
Wer könnt', auch selbst in ungebundner Rede
Mehrmals erzählend, gnüglich all' die Wunden
Und all' das Blut, das ich jetzt sah, beschreiben?

Hölle – Gesang 29
Vom vielen Volk und den verschiednen Wunden
War also mir das Auge trunken worden,
Daß es zu ruhn sich und zu weinen sehnte.

Hölle – Gesang 30
Zu jener Zeit, als gegen Thebens Samen
Ob Semeles in Zorn entbrannt war Juno,
Wie zu verschiednen Malen sie gezeigt hat,

Hölle – Gesang 31
Dieselbe Zunge, die mich erst verwundet,
So daß sich rot mir beide Wangen färbten,
Sie reichte wieder mir die Arzenei dann.

Hölle – Gesang 32
Wenn rauh und holprig mir verliehen wären
Die Verse, wie fürs schlimme Loch sich ziemte,
Drauf insgesamt die andern Felsen wuchten,

Hölle – Gesang 33
Den Mund erhob vom grausen Mahl der Sünder,
Abwischend an den Haaren ihn des Hauptes,
Das am Genick er übel zugerichtet.

Hölle – Gesang 34
»Vexilla Regis prodeunt inferni
Adversum nos,« begann zu mir mein Führer,
»Drum blicke vorwärts, ob du's unterscheidest.«

Das Fegefeuer

Fegefeuer – Gesang 01
Durch bessre Flut den Lauf zu nehmen, ziehet
Die Segel auf jetzt meines Geistes Schifflein,
Das hinter sich so grauses Meer zurückläßt,

Fegefeuer – Gesang 02
Schon war die Sonn' an jenem Horizonte,
Dess' Mittagskreis mit seinem höchsten Gipfel
Jerusalem bedecket, angekommen,

Fegefeuer – Gesang 03
Indes die Flucht, die plötzliche, durchs Blachfeld
Zerstreut die andern hatte, die zum Berge,
Wohin Vernunft uns spornt, sich wieder wandten,

Fegefeuer – Gesang 04
Wenn, sei's aus Lust nun, sei's aus Schmerz, von welchem
Eins unserer Vermögen ward ergriffen,
Die Seele recht nach diesem hin sich wendet,

Fegefeuer – Gesang 05
Schon hatt' ich von den Schatten mich entfernet
Und folgte nach den Spuren meines Führers,
Als hinter uns der eine rief, den Finger

Fegefeuer – Gesang 06
Beim Schluß des Würfelspieles bleibt in Trauer,
Wer da verloren hat, zurück, versuchet
Die Würfel wiederum und lernt verdrießlich;

Fegefeuer – Gesang 07
Nachdem die biedre freudige Begrüßung
Drei- oder viermal war erneuert worden,
Trat jetzt Sordell zurück und sprach: »Wer seid ihr?« –

Fegefeuer – Gesang 08
Die Stunde war's, die Schiffenden das Sehnen
Heim wendet und ihr Herz erweicht am Tage,
Da sie: »Lebt wohl!« gesagt den süßen Freunden,

Fegefeuer – Gesang 09
Die Bettgenossin des bejahrten Tithon
Erblaßte schon am Morgensaum des Himmels,
Dem Arm des süßen Buhlen sich entreißend,

Fegefeuer – Gesang 10
Als wir des Tores Sehwelle, durch der Seelen
Verkehrtes Lieben ungebraucht, das grade
Den krummen Weg läßt scheinen, überschritten,

Fegefeuer – Gesang 11
»O, Vater unser, in den Himmeln wohnend,
Zwar nicht umschlossen, doch durch größre Liebe
Zu jenen ersten Wirkungen dort oben,

Fegefeuer – Gesang 12
Gepaart gleich Stieren, die im Joche gehen,
Wallt' ich fürbaß mit der beladnen Seele,
So lang's gestattete der süße Lehrer;

Fegefeuer – Gesang 13
Wir waren an dem Gipfel jetzt der Stiege,
Allwo zum zweitenmal ist eingeschnitten
Der Berg, der die Ersteigenden entsündigt.

Fegefeuer – Gesang 14
»Wer ist es, der dort unsern Berg umkreiset,
Bevor ihn noch der Tod zum Flug beschwingt hat,
Und der nach Lust sein Aug' erschließt und zudeckt?

Fegefeuer – Gesang 15
Soviel als von dem Anbeginn des Tages
Bis zu der dritten Stunde Schluß vom Kreise
Sich zeigt, der, einem Kind gleich, stets umherspielt,

Fegefeuer – Gesang 16
Der Hölle Dunkel selbst und solcher Nächte,
Wo kein Planet scheint, unter ödem Himmel,
Von Wolken, so viel möglich, noch verfinstert,

Fegefeuer – Gesang 17
Erinnre, Leser, dich, wenn in den Alpen
Dich je ein Nebel überfiel, durch den du
Nur, wie der Maulwurf durch sein Fell, konnt'st sehen,

Fegefeuer – Gesang 18
Ein Ziel gesetzet hatte seine Rede
Der hohe Lehrer jetzt und blickte forschend
Ins Antlitz mir, ob ich zufrieden scheine,

Fegefeuer – Gesang 19
Zur Stunde, da nicht mehr des Tages Wärme
Vermag den Frost des Mondes zu erlauen,
Besiegt von Tellus, manchmal von Saturn auch,

Fegefeuer – Gesang 20
Schlecht kämpft der Wille gegen bessern Willen;
Drum gegen Wunsch, um seinem Wunsch zu gnügen,
Zog nicht ganz voll den Schwamm ich aus dem Wasser.

Fegefeuer – Gesang 21
Von eingebornem Durst, der nie gestillt wird
Als mit dem Wasser, dessen Gnadengabe
Begehrte das samaritan'sche Weiblein,

Fegefeuer – Gesang 22
Schon war der Engel hinter uns verblieben,
Der Engel, der zum sechsten Kreis gewandt uns
Und einen Strich getilgt mir auf der Stirne;

Fegefeuer – Gesang 23
Weil mit den Augen durch die grünen Blätter
Ich forschte, gleich wie der es pflegt zu machen,
Der hinterm Vögelein verliert sein Leben,

Fegefeuer – Gesang 24
Das Gehn nicht ward durchs Wort, das Wort durchs Gehn nicht
Verzögert, nein, im Sprechen wallten rüstig
Wir hin, dem Schiff gleich, das ein guter Wind treibt.

Fegefeuer – Gesang 25
Die Stunde heischt' ein ungehemmtes Steigen,
Weil dem Skorpion die Nacht, dem Stier die Sonne
Den Mittagskreis schon überlassen hatte;

Fegefeuer – Gesang 26
Indes am Rande wir, eins hinterm andern,
So wallten hin, sprach oft der gute Meister:
»Sieh zu, laß dich von mir gewitzigt werden.«

Fegefeuer – Gesang 27
Wie, wann zuerst dorthin sie schießt die Strahlen,
Wo, der sie schuf, sein Blut vergoß, da unter
Die hohe Wag' Iberus kommt zu liegen,

Fegefeuer – Gesang 28
Voll Sehnsucht, ringsumher schon und im Innern
Des dichten, frischen Gotteswalds zu spähen,
Durch den der neue Tag dem Blick gedämpft ward,

Fegefeuer – Gesang 29
Gleich einem liebesel'gen Weibe singend,
Fuhr fort sie, knüpfend an den Schluß der Rede:
»Beati quorum tecta sunt peccata,«

Fegefeuer – Gesang 30
Als der Septentrio des ersten Himmels,
Der Aufgang nie, noch Untergang gekannt hat,
Doch andern Nebel als der Schuld Verschlei'rung,

Fegefeuer – Gesang 31
»O du, der jenseits ist des heil'gen Stromes,«
Ihr Wort jetzt mit der Spitze nach mir richtend,
Das mit der Schneide schon mir herb erschienen,

Fegefeuer – Gesang 32
So fest und achtsam waren meine Augen,
Das Sehnen des zehnjähr'gen Dursts zu stillen,
Daß ganz erloschen jeder andre Sinn war;

Fegefeuer – Gesang 33
»Deus, venerunt gentes«, von den Frauen
Bald drei, bald vier im Wechselchor begannen
Den süßen Psalmensang anjetzt mit Tränen,

Das Paradies

Paradies – Gesang 01
Die Herrlichkeit des, der das All beweget,
Durchdringt die Weltgesamtheit und erglänzet
An einem Ort mehr, am andern minder.

Paradies – Gesang 02
O ihr, die ihr in einem kleinen Nachen
Voll Sehnsucht zuzuhören nachfolget
Seid meinem Schiff, das mit Gesang einherzieht,

Paradies – Gesang 03
Die Sonne, die mein Herz mit Lieb' erst wärmte,
Sie hatte schöner Wahrheit holdes Antlitz
Mir durch Beweis enthüllt und Widerlegung;

Paradies – Gesang 04
Im Mittel zweier Speisen, gleich bewegend
Und gleich entfernt, stürb' Hungers eh' der freie
Mensch, als daß ein' er sich zum Munde führte.

Paradies – Gesang 05
»Wenn ich entflammt von Liebesglut dir scheine
In höh'rer Weis', als man es sieht auf Erden,
So daß ich deiner Augen Kraft besiege,

Paradies – Gesang 06
Da Konstantin gewandt den Adler gegen
Den Himmelslauf, dem dieser nachgezogen,
Dem Alten folgend, der geraubt Lavinen,

Paradies – Gesang 07
»Osanna sanctus Deus Sabaoth,
Superillustrans claritate tua
Felices ignes horum malahoth!«

Paradies – Gesang 08
Die Welt pflegt' einst zu glauben, sich gefährdend,
Die schöne Cypris strahlte die verkehrte
Lieb' aus, sich dreh'nd im dritten Epizyklus;

Paradies – Gesang 09
Nachdem dein Karl, o liebliche Clemenza,
Mich aufgeklärt, verkündet' er die Täuschung,
Die seinem Samen widerfahren sollte;

Paradies – Gesang 10
Auf ihren Sohn mit jener Liebe blickend,
Die beid' in aller Ewigkeit enthauchen,
Erschuf die erste Kraft, die unnennbare,

Paradies – Gesang 11
O töricht Sorgen Sterblicher, wie sind nur
So mangelhaft die Syllogismen alle,
Die deinen Flügelschlag nach unten richten!

Paradies – Gesang 12
Sobald als die gebenedeite Flamme
Das letzte Wort nun ausgesprochen hatte,
Begann das heil'ge Mühlrad sich zu drehen,

Paradies – Gesang 13
Vorstellen möge sich, wer recht zu fassen
Wünscht was ich jetzt gesehn, das Bild bewahrend,
Gleich einem festen Fels, indes ich spreche,

Paradies – Gesang 14
Vom Mittel wallt zum Rand, vom Rand zum Mittel
Das Wasser, wenn's von außen oder innen
Berührt wird in kreisförmigem Gefäße.

Paradies – Gesang 15
Der gute Wille, der in jener Liebe
Sich immer zeigt, die rechterweise wehet;
Gleichwie Begehrlichkeit in der verderbten,

Paradies – Gesang 16
O du geringer Adel unsres Blutes!
Wenn Anlaß du den Menschen, sich zu rühmen
Hienieden, gibst, wo unsre Neigung kränkelt,

Paradies – Gesang 17
Wie zu Clymene kam, der noch die Väter
Karg macht den Söhnen, des gewiß zu werden,
Was er Nachteiliges für sich gehöret,

Paradies – Gesang 18
Schon freute jetzt des eigenen Gedankens
Allein sich jener sel'ge Geist, und ich mich
Des meinen, Süßes mäßigend durch Herbes;

Paradies – Gesang 19
Es zeigte sich vor mir mit offnen Schwingen
Das schöne Bild, das fröhlich in dem süßen
Genusse die verbundnen Seelen machte.

Paradies – Gesang 20
Wenn jene, so die ganze Welt erleuchtet,
Von unsrer Hemisphär' also herabsteigt,
Daß allenthalben schon der Tag entschwindet;

Paradies – Gesang 21
Schon war mein Blick zum Antlitz meiner Herrin
Aufs neu' gewendet und mit ihm die Seele,
Jedweden andern Strebens sich entschlagend.

Paradies – Gesang 22
Von Schreck beklommen wandt' ich wieder hin mich
Zur Führerin, dem Kindlein gleich, das immer
Dorthin sich flüchtet, wo's zumeist vertrauet.

Paradies – Gesang 23
Gleichwie das Vöglein, das auf seiner süßen
Erzeugten Nest im lieben Laubesdunkel
Die Nacht durch lag, die uns die Ding' umhüllet,

Paradies – Gesang 24
»O Tischgenossenschaft, zum großen Mahle
Des sel'gen Lamms erkoren, das euch speiset,
Also daß stets erfüllt ist euer Sehnen!

Paradies – Gesang 25
Sollt' ich's erleben, daß die heil'ge Dichtung,
Daran Hand angelegt hat Erd' und Himmel,
Und drob ich manches Jahr schon hager worden,

Paradies – Gesang 26
Noch zweifelt' ich ob der erloschnen Sehkraft,
Als aus dem Flammenglanz, der sie geblendet,
Ein Hauch hervordrang, der mich auf ließ merken

Paradies – Gesang 27
»Dem Vater und dem Sohn und heil'gen Geiste,«
Begann das ganze Paradies, »sei Ehre!«
Also, daß mich der süße Sang berauschte.

Paradies – Gesang 28
Nachdem wir Wahres ob des jetz'gen Wandels
Der jammervollen Sterblichen verkündet,
Die meinen Geist ins Paradies verkläret, –

Paradies – Gesang 29
Soviel, wenn beide Kinder der Latona,
Vom Widder eins bedeckt, eins von der Waage,
Sich mit dem Horizont zugleich umgürten,

Paradies – Gesang 30
Sechstausend Meilen wohl von uns entfernet
Erglüht die sechste Stund', und ihre Schatten
Senkt diese Welt schon fast zur ebnen Fläche,

Paradies – Gesang 31
So zeigte denn, wie eine weiße Rose
Gestaltet, sich die heil'ge Kriegerschar mir,
Die Christus durch sein Blut sich angetrauet;

Paradies – Gesang 32
An seiner Wonn' inbrünstig hängend, nahm jetzt
Des Lehrers Amt freiwillig der Beschauer
Auf sich, beginnend diese heil'gen Worte:

Paradies – Gesang 33
»Jungfräul'che Mutter, Tochter deines Sohnes,
Mehr, denn sonst ein Geschöpf, hehr und voll Demut
Vorausbestimmtes Ziel des ew'gen Rates,

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